Tag 1468 bis 1471: Angst vor den eigenen Kindern

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Tag 1468 bis 1471: Angst vor den eigenen Kindern

15.-16.11.2017

Dies ist definitiv der härteste Winter unserer Reise! Seit Tagen liegen die Temperaturen in der Nacht nun schon unter Null Grad, so dass am Morgen regelmäßig alles vereist ist. Gegen 12:30 Uhr am Mittag also zur wärmsten Zeit des Tages hatten wir heute drei Grad. Ich denke das sagt schon relativ viel. Zum Glück bekamen wir relativ schnell einen Saal, in den wir uns zurückziehen konnten. Dieses Mal war es eine recht gewagte Mischung aus Bibliothek und Kreativraum für den örtlichen Rentnerverein. Dass dies Krieg geben musste war fast vorprogrammiert und es gab viele Indizien, die das bestätigten. Die Bibliothekarin, die stets um Ordnung bemüht war, hatte überall Zettel hinterlassen auf denen sie erklärte, dass man in ihrer Abwesenheit auf keinen Fall ein Buch berühren durfte. Die Rentner ihrerseits hatten überall Glitter und Spuren von Strick und Bastelmaterialien zurückgelassen, gewissermaßen als Akt der Revolotion gegen die Ordnung der Bibliothekarin.

Alte Rohrfabrik

Alte Rohrfabrik

Leider ist es wieder einmal ein Platz mit nur einem Raum. Der einzige abgetrennte Nebenbereich ist die Toilette und hier befindet sich ein großes Loch als Lüfter in der Wand, wodurch es dort die gleiche Temperatur hat wie draußen

Großindustrie

Großindustrie

Da hatten wir gestern mehr Glück. In Neuf Maisons einer kleinen aber grauenhaft unruhigen Stadt an der Mosel bekamen wir das Gemeindehaus der Kirche in dem wir auf fünf verschiednenen Räumen auswählen konnten, die alle beheizt waren.

Großindustrie am Hafen

Großindustrie am Hafen

Der Kontakt mit dem Pfarrer war spartanisch, aber wir durften sein Internet nutzen und erfuhren ein erschreckendes Detail über die Kirche. Seit einigen Jahren wurde diese nur noch Vormittags geöffnet, weil es am Nachmittag zu gefährlich war um sie offen zu lassen. Nicht aufgrund von Verbrechern, Streunern oder anderen Fremden, sondern aufgrund der Schüler. Sobald diese aus der Schule kamen, war ihnen so langweilig, das sie in eine Art Zerstörungswut verfielen und zu randalieren begannen. Ist das nicht eine heftige Aussage? Von allen möglichen Wesen, die uns gefährlich werden könnten, fürchten wir tatsächlich am meisten vor unseren eigenen Kindern! Nicht das man ihren Frust in einer Stadt wie dieser nicht verstehen konnte, aber dennoch war dies in meinen Augen eine mehr als nur bedrohliche Aussage.

Als Schwanenpärchen sieht alles rosig aus, aber was ist, wenn der Stroch jetzt noch ein Kind bringt?

Als Schwanenpärchen sieht alles rosig aus, aber was ist, wenn der Stroch jetzt noch ein Kind bringt?

Spruch des Tages: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand! Und wer hat Angst vor seinen Kindern? …

 

Höhenmeter 4m / 9m / 6m / 6m

Tagesetappe: 12km / 14km / 13km / 12km

Gesamtstrecke: 27.595 ,27km

Wetter: Kälte, gelegentliche Schauer, reichlich Wind

Etappenziel 1: Evangelisches Gemeindehaus, Schillig, Deutschland

Etappenziel 2: Katholisches Gemeindehaus, Sengwarden, Deutschland

Etappenziel 3: Gemeindehaus, Cäciliengroden, Deutschland

Etappenziel 4: Gemeindehaus, Schweiburg, Deutschland

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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