Tag 1340: Burger im Nobelrestaurant

von Heiko Gärtner
27.01.2018 04:49 Uhr

Fortsetzung von Tag 1339:

Kurze Zeit später bekamen wir dann doch noch einen Rückruf von unserem Pfarrer. Er selbst war leider nicht zu hause, doch er würde uns eine Frühstückspension organisieren und dafür sorgen, dass wir etwas zum Mittag bekamen. Die Pension war leider wieder einmal erst ab 17:00 Uhr geöffnet, aber das waren wir ja nun bereits langsam gewöhnt. Mittagessen bekamen wir in einem alten Schloss, etwa 2km außerhalb des Ortes, das in ein Hotelrestaurant umgebaut worden war. Es war ein recht nobles Etablissement das von seinem Ambiente fast an unser Luxusrestaurant in Österreich heranreichte. Umso mehr wunderte es uns, dass es sich bei acht der zehn Speisen auf der Tageskarte um Burger oder Sandwichs handelte. Die beiden übrigen Gerichte waren Nudeln und Fisch.

Im Inndnhof des Schlosses befindet sich die Restaurantterrasse

Im Inndnhof des Schlosses befindet sich die Restaurantterrasse

Bereits seit gestern Abend war ich gesundheitlich etwas angeschlagen. Shania hatte einige hundert Kilometer von uns entfernt einen weiteren wichtigen Wandlungsschritt durchlaufen und so wie es aussah hatte ich einen Teil ihrer Angst übernommen, der sich nun bei mir in Form einer Magen-Darm-Verstimmung äußerte. Anders als ich es gehofft hatte, führte das fettige und schwere Essen in der Burg nicht dazu, dass es besser wurde, sondern trug viel mehr dazu bei, dass ich am Abend vollkommen ausgeknockt war. Es war eine Kombination auf mehreren Dingen, die hier zusammenkam. Zum einen war da das Sympathisieren mit Shania und zum anderen eine Menge aufgestauter Wut und Ärger darüber, wie sich die Dinge hier gerade gestalteten. Es regte mich auf, das hier alles so anstrengend und zeitraubend war, und dass ich mit nichts wirklich voran kam. Es wollte mir einfach nicht gelingen, das ganze als Lernprozess und wichtige Erfahrung zu sehen, weshalb meine Leber nun langsam am Überkochen war. Am Abend versuchten wir es daher einmal mit einer Ohrakupunkturbehandlung, um Magen und Leber zu beruhigen. Der Erfolg bei meiner Leber war eher mäßig, aber zumindest beruhigte sich mein Magen-Darm-Trakt wieder.

Spruch des Tages: Ein nobles Resraurant bedeutet noch kein gutes Essen.

Höhenmeter. 30 m

Tagesetappe: 15 km

Gesamtstrecke: 25.294,27 km

Wetter: Sonnig, leichter Wind

Etappenziel: Kloster „Abbatiale du Port Salut“, Entrammes, Frankreich

Heiko Gärtner
Heiko Gärtner ist Wildnismentor, Extremjournalist, Survivalexperte, Weltreisender und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Antlitz- und Körperdiagnostik. Nachdem er einige Jahre als Agenturleiter und Verkaufstrainer bei einer großen Versicherungsagentur gearbeitet hat, gab er diesen Job auf, um seiner wahren Berufung zu folgen. Er wurde Nationalparkranger, Berg- und Höhlenretter, arbeitete in einer Greifenwarte und gründete schließlich seine eigene Survival- und Wildnisschule. Seit 2014 wandert er zu Fuß um die Welt und verfasste dabei mehrere Bücher.

Schreibe einen Kommentar:

Speichere Namen, Email und Webseite im Browser fur zukunftige kommentare