Tag 698: Mazedonien

In der Nacht träumte ich immer wieder von meinem kaputten Wagen und davon, dass ich irgendwo in der Walachei damit liegen blieb. Es war, als würde der Wagen, der draußen noch immer unfertig auf dem Kopf lag, in meine Träume kriechen um mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich mich nicht bis zum Schluss um ihn gekümmert hatte.

Gleich am nächsten Morgen holte ich dieses Versäumnis nach. Das Problem war nur, dass ich nun neue Scheiben brauchte, mit denen ich die Räder fixieren konnte. Wir hatten zwar eigentlich alles an Material dabei, was wir zum reparieren brauchten, doch aus irgendeinem Grund schienen gerade die nötigen Beilagscheiben zu fehlen. Die einzigen, die ich finden konnte, hatten ein Loch, das zu klein für meine Achse war. Also machte ich mich auf in die nächste Ortschaft und suchte nach einem Anwohner mit einer Bohrmaschine, der bereit war, mir zu helfen. Gleich beim zweiten Haus wurde ich fündig. Der Mann sprach sogar deutsch, weil er lange Zeit in der Schweiz gelebt hatte und er stützte meine Theorie, dass fast alle Handwerker hierzulande einige ihrer Lebensjahre in deutschsprachigen Ländern verbracht hatten. Leider besaß er keinen passenden Bohrer und sein Schraubstock hatte etwa die Größe eines Fingerhutes, aber es war zumindest schon einmal eine Basis, mit der man arbeiten konnte. Mit Schraubstock und Rohrzange hielten wir die Scheibe fest, während immer einer von uns ein Loch hineinbohrte. Dabei musste man jedoch aufpassen, dass man die Bohrmaschine mit dem Griff zur Seite drehte, denn in jeder anderen Position setzte der Motor aus und sie tat keinen Mucks mehr.

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Nach einer guten Stunde und der Hilfe von verschiedenen Bohrern und Feilen gelang es uns dennoch vier brauchbare Scheiben herzustellen. Ich bedankte mich bei meinem Helfer und Kollegen und kehrte zu unserem Lager zurück. Als ich ankam wanderte gerade eine Kuhherde mitten durch unser Camp, ein Anblick über den ich mich bereits nicht einmal mehr wunderte. Früher hatten mir die großen Tiere mit ihren langen, spitzen Hörnen oft Angst gemacht, wenn sie mir zu nahe kamen und sich kein Zaun zwischen uns befand. Seit wir den Balkan erreicht hatten war ihre Anwesenheit so normal geworden, dass ich sie genauso behandelte, wie einen Hund oder eine Katze. Wenn sie einen störten, dann ging man auf sie zu und scheuchte sie ein Stückchen weiter, so wie man es in Großstädten auch mit Tauben macht. Ein Gefühl von Unbehagen war nun längst schon nicht mehr dabei.

Es war bereits kurz nach 12:00 Uhr am Mittag, als wir alles repariert und abgebaut hatten. Die Sonne verschwand immer mehr hinter dicken schwarzen Wolken und es war höchste Zeit aufzubrechen, wenn wir nicht mitten in einen heftigen Regenschauer geraten wollten. Unser Weg führte uns zunächst über eine schmale Schotterstraße noch ein Stück weiter den Berg hinauf und dann auf der anderen Seite wieder hinunter. Teilweise war die Straße komplett versperrt und verschüttet, so dass wir über Geröllfelder, umgestürzte Bäume und Haufen von Schutt und Kies hinwegsteigen mussten, um weiterzukommen. Am Himmel brauten sich die Wolken zu einer unheilvollen schwarzen Masse zusammen, die ohne jeden Zweifel bald in einen Gewittersturm übergehen würde. Wenn wir dabei nicht vollkommen im Schlamm versinken wollten, dann mussten wir diesen Teil der Wegstrecke hinter uns gelassen haben, bevor es soweit war.

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Als hätte das Wetter unsere Bitte erhört, wartete es mit dem Regen noch genau bis zu dem Moment, in dem wir wieder festen Asphalt unter den Füßen hatten. Dann fielen die ersten Tropfen. Vor uns lag nun die letzte Ortschaft vor der Grenze. Sollten wir also hier bleiben und unser Zelt aufschlagen? Wenn ja, dann mussten wir uns tierisch beeilen, denn wenn der Regen einmal angefangen hatte, hatten wir keine Möglichkeit mehr, noch irgendetwas trocken unterzubringen. Als ein kleiner Laden auftauchte entschieden wir uns endgültig dagegen. Stattdessen fragten wir lieber nach einem Picknick und genau in dem Moment, als wir das Vordach des Ladens erreichten, prasselte der Regen auf die Erde hernieder. Der Ladenbesitzer bot uns an, auf einem Sofa neben seiner Eingangstür Platz zu nehmen und brachte uns etwas Obst. Brot hatte er nicht, doch anstatt uns zuzumuten dass wir darauf verzichten mussten, rannte er durch den Regen zu einem anderen Laden und besorgte sich dort ein Baguette, dass er uns anschließend schenkte. Dazu gab es Käse und Wurst. Besser hätten wir den Regenschauer also nicht überwinden können.

Nach dem Essen warteten wir noch eine knappe halbe Stunde, bis es sich einigermaßen beruhig hatte, dann zogen wir weiter zur Grenze.

Und genau in dem Moment, in dem wir die Grenze überschritten, hörte der Regen plötzlich auf.

„Wie funktionierte das denn?“ fragten wir uns. Gab es eine Art internationales Abkommen, dass es den Wolken aus dem Kosovo verbot, über die Grenze nach Mazedonien einzureisen?

Auf unserem Weg zur mazedonischen Seite der Grenze kamen wir an einer Art Wasserbecken vorbei. Autos, die von einem Land ins andere wechselten mussten dort hindurchfahren, wahrscheinlich, damit der Unterboden von möglichen Keimen oder ähnlichem gereinigt wurde. Jedes Mal, wenn ein Auto durch dieses Becken fuhr, gab es eine ordentliche Fontaine, mit der das Wasser zu beiden Seiten herausspritzte.

„Das ist ja cool!“ kommentierte Heiko und wollte sofort ein Foto machen. Er drehte also um und zückte die Kamera um auf das nächste Auto zu warten. Genau in diesem Moment erschien der mazedonische Grenzposten in unserem Sichtfeld und schaute uns misstrauisch an. Sofort kam er mit schnellem Stechschritt auf uns zu marschiert und fragte uns, was wir denn hier anstellten.

„Mein Kollege will nur ein Foto von dem Auto dort machen, wenn es durch die Wasserpfütze fährt!“ erklärte ich freundlich.

„Aha!“ sagte der Mann, der diese Idee nicht sonderlich beeindruckend fand, „Und wo kommt ihr her?!“

„Aus dem Kosovo!“ antwortete ich und deutete auf das entsprechende Grenzhäuschen.

Plötzlich fing der Mann an zu lächeln und gab seine ernste, missgünstige Haltung auf.

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„Ach so!“ sagte er, „ich dachte, ihr seit gerade von dort aus dem Wald gekommen und hatte schon Angst ihr versucht euch illegal ins Land zu schmuggeln. Aber wenn das so ist, dann macht nur schnell euer Foto und kommt mit zur Passkontrolle!“

Man mag über Mazedonien sagen, was man will, aber dass sie einem keinen freundlichen Empfang bereiten, kann man ihnen nicht vorwerfen. Unser erster Eindruck von dem Land war durchweg positiv und wenn es so weiter ging, dann wurde es sicher ein schöner Aufenthalt.

Leider schützte uns die Grenze am Ende doch nicht vor den Regenwolken. Es blieb noch eine ganze Zeit lang trocken doch bald schon kam auch hier das Gewitter herüber und beschenkte uns mit einem heftigen Regen. Als wir unser Zelt aufbauten, war es schon fast dunkel. Wir entdeckten eine etwas versteckte Apfelwiese zwischen zwei aneinander liegenden Dörfern, auf der wir unser Lager errichten konnten. Bei meiner anschließenden Essensrunde stellte ich fest, dass das Mazedonische bereits wieder sehr nah ans Serbische herankam. Ich konnte mich also wieder deutlich leichter verständigen, als im Kosovo.

Es regnete die ganze Nacht durch, doch als wir am Morgen aufstanden war es wieder trocken. Wir wanderten über kleine Feldwege mitten durch eine weite Flachebene, die sich landschaftlich nicht besonders vom Kosovo unterschied. Langsam aber sicher kam immer mehr eine Herbststimmung auf. Das Jahr neigte sich dem Ende zu und der Sommer schien nun endgültig vorbei zu sein. Als wir eine kleine Stadt erreichten, stellten wir fest, dass diese zum ersten Mal seit langem sogar wieder ganz nett aussah und dass man sogar recht angenehm durch sie hindurch schlendern konnte. Alte Erinnerungen wurden in uns wach. Dass es tatsächlich einmal eine Zeit auf unserer Reise gab, in der wir uns Städte angeschaut hatten und dies auch noch gerne und freiwillig, konnten wir uns kaum noch vorstellen.

So plötzlich wie die Stadt vor uns aufgetaucht war, so plötzlich war sie auch wieder verschwunden. Die Straße wurde wieder zu einem Feldweg und weiter ging es durch das Hinterland bis in die nächste kleine Ortschaft. Nachdem wir auch diese verlassen hatten, kamen wir mitten in eine Baumschule in der vor allem Garten- und Zierpflanzen großgezogen wurden. In den Reihen mit den Buchsbäumen standen Maschinen, die über das komplette Feld fuhren konnten und die Bäume vollautomatisch in ihre typische, kugelrunde Form brachten, die man von Parks und Stadtgärten kennt.

„Stopp!“ rief ein Mann aus dem offenen Fenster eines Autos heraus, das uns entgegen kam. „Ihr könnt ihr nicht durchgehen! Da vorne endet der Weg und ihr kommt dort nicht weiter!“

Meine Karte meinte zwar etwas anderes, aber vielleicht hatte ich mich ja auch vertan. Immerhin waren wir kurz zuvor durch ein Tor geschritten und die Chancen standen nicht schlecht, dass die Männer Recht hatten. Also kehrten wir um und versuchten den Weg, der neben der Baumschule entlang führte. Dass dieser ebenfalls im Nichts endete und dass die Baumschule wirklich die einzige Verbindung zwischen dieser und der Nachbarsortschaft war, sollten wir erst am nächsten Morgen herausfinden. Denn für heute reichte es uns mit der Wanderung uns so beschlossen wir unser Zelt gleich nebenan in einem Maisfeld aufzubauen.

Da es noch immer bewölkt war und wir mit unseren Stromreserven weitgehend am Ende waren, kehrte ich noch einmal ins Dorf zurück um dort nach einer Stromquelle zu suchen. Der Besitzer eines kleinen Gemischtwarenladens ließ mich an einem Tisch im hinteren Teil seines Geschäftes arbeiten. Ich schrieb an diesem Tag über das Thema von Paulina, bei dem es ums Erkennen, Aufwachen und anschließend wieder Einschlafen ging, um erneut in den alten Mustern zu landen. Zunächst bemerkte ich es nicht, doch diese Themen, die ich von mir selbst nur allzu gut kannte, nahmen mich deutlich mehr mit, als ich es für möglich gehalten hätte. Obwohl es noch immer recht warm war, bekam ich beim Schreiben eine Gänsehaut und später wurde mir sogar so kalt, dass ich einen leichten Schüttelfrost bekam. Ich zitterte bereits am ganzen Körper, wollte aber den Text unbedingt noch fertig schreiben und versuchte meinen Kälteschub daher zu unterdrücken. Im Nachhinein betrachtet war das sicher nicht die schlauste Idee die ich jemals hatte, denn für den Rest des Tages wurde ich den Schüttelfrost nicht mehr los. Ich zitterte wie ein Schlosshund als ich mich wieder auf den Weg zum Zelt machte und auch meine kurzen Joggingeinlagen konnten nichts daran ändern. Nur wenn ich mich wirklich entspannte und mich ganz bewusst auch die Wärme in meinem Inneren konzentrierte, hörte das Zittern auf. Sobald ich aber nur ein bisschen die Konzentration verlor, war ich wieder beim Alten.

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Sofort legte ich mich in meinen Schlafsack und hüllte mich in alles ein, was ich finden konnte. Nach einer guten halben Stunde, die ich mich im Schlafsack aufgewärmt hatte, stand ich noch einmal auf um zu kochen. Doch essen konnte ich nichts, denn zur Kälte kamen nun auch noch Magenkrämpfe hinzu und im Laufe des Abends wurden die Symptome immer heftiger. Ich war nun auf dem gleichen Stand wie Heiko vor unserem Hotelaufenthalt. Mir war übel und schwindelig und ich hatte einen Durchfall, wie er heftiger kaum vorstellbar war. Am Ende kam nur noch ein grüner Schleim heraus, der nicht so aussah, als hätte er überhaupt irgendetwas in meinem Darm verloren gehabt. Heiko bestätigte aber, dass es bei ihm vor ein paar Tagen genau das gleiche gewesen war. Die Nacht über musste ich immer wieder nach draußen um eine Sauerei im Schlafsack zu verhindern und wie zuvor Heiko hatte nun auch ich mit dem Problem zu kämpfen, dass dadurch jedes Mal meine Kälteattacken wieder anfingen. Vor allem aber wurde mir bei jeder Bewegung schlecht, was irgendwie ungünstig war, wenn man aus einem Zelt krabbeln musste. Kurz vor dem Morgengrauen ging mir dann auch noch mein Waschlappen verloren, den ich zum Hintern abwischen benutzte. Eine Weile versuchte ich, ihn in der Dunkelheit wieder zu finden. Dann gab ich es auf und hoffte einfach, dass mein Darm nun bis zur Dämmerung durchhalten würde.

Trotz der enormen Kälte verspürte ich die Nacht über immer wieder eine große Hitze in der Mitte meiner Brust. Irgendetwas ging in mir vor. Es war keine einfache Magen-Darm-Erkrankung. Etwas arbeitete in mir. Und zwar ordentlich!

 

 

Spruch des Tages: Wieder ein neues Land

 

Höhenmeter: 260 m

Tagesetappe: 27 km

Gesamtstrecke: 12.462,27 km

Wetter: überwiegend sonnig

Etappenziel: Altes Pfarrhaus, 87061 Campana, Italien

Hier könnt ihr unser und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

Tag 697: Mit Waffen spielt man nicht

Als ich schließlich alles erledigt hatte, war es schon kurz nach vier Uhr morgens. Ich legte mich hin und obwohl ich hundemüde war, konnte ich nicht gleich einschlafen. Meine Füße waren kalt und irgendwie war ich wohl noch zu sehr aufgewühlt. Dementsprechend wurde die Nacht für mich nicht ganz so erholsam, wie ich gehofft hatte, aber gelohnt hatte sie sich trotzdem. Ich schaffte fast alles, was ich hatte erledigen wollen und Heiko fühlte sich am Morgen wieder deutlich besser. Sein Magen war noch immer etwas empfindlich, aber ansonsten ging es ihm wieder gut.

Der Tag wurde brütend heiß, genau wie der letzte, nur dass wir es dieses Mal mitbekamen. Schatten gab es wenig und da man die Hitze noch mehr spürte, wenn man stehen blieb, wanderten wir weiter und weiter. Das was wir in den letzten Tagen nicht gewandert waren, holten wir nun an einem einzigen Tag nach. Schließlich erreichten wir dadurch sogar das Ende der Flachebene und gelangten in die Berge, die die Grenze zwischen dem Kosovo und Mazedonien markierten.

In einem kleinen Dorf kamen wir an so etwas ähnliches wie eine Einkaufsstraße. Dort fragten wir nach Wasser und etwas Nahrung, wobei wir unter anderem zwei Feldverpflegungspakete des albanischen Militärs geschenkt bekamen.

Als wir schließlich den Pass erreichten, suchten wir uns nach einem Schlafplatz um. Zum ersten Mal in diesem Land waren wir an einer Bar vorbei gekommen, in der auch Alkohol getrunken wurde und einige der Gäste hatten ausgesehen, als wollten sie noch länger Party machen. Daher brauchten wir einen Platz, der wieder deutlich geschützter war und bei dem wir uns sicher sein konnten, nicht von nächtlichen Trunkenbolden überrannt zu werden.

Gerade als wir glaubten, einen geeigneten Platz gefunden zu haben, stolperten wir über eine Picknickgesellschaft. Es war eine Familie mit drei oder vier Männern, ihren Frauen und einigen Kindern.

„Mirëdita!“ rief einer der Männer und als er merkte, dass wir Deutsch und Englisch sprachen lud er uns ein, am Picknick teilzunehmen. Wir bekamen wieder das pfannkuchenartige Gebäck und dazu einige gegrillte Hähnchenschenkel, sowie eingelegte Peperoni. Eine der Frauen sprach ebenfalls Englisch und nachdem wir uns eine Weile über unsere Reise und alles mögliche unterhalten haben, fiel das Gesprächsthema auf die Situation in Syrien und auf den Flüchtlingsstrom, der nach Europa kam. Schon einige Male hatten wir von Einheimischen hier zulande gehört, dass die Flüchtlingssituation problematisch sei. Wir hatten bislang jedoch nie verstanden warum, denn der Kosovo war ja eigentlich nicht davon betroffen. Dieses Mal verstanden wir es jedoch. Seit dem Kosovokrieg lebten noch immer viele Kosovoalbaner in Deutschland, weil ihr Asylrecht noch immer bestand hatte. Nun, da die Flüchtlinge aus Syrien in die Bundesrepublik kamen, wurden alle alten Asylanträge noch einmal geprüft um herauszufinden, ob sie überhaupt noch benötigt wurden. Um Platz für die neuen brauchte, mussten die alten also größtenteils wieder ausreisen, was ja an sich auch nicht verwerflich war, da der sich Konflikt im Kosovo ja bereits vor Jahren wieder beruhigt hatte. Das Asylrecht war ursprünglich dafür gedacht, Menschen in einer akuten Notsituation in ihrem Land Zuflucht zu gewähren. Doch für die Kosovoalbaner stellte sich die Situation etwas anders da. Für sie war Deutschland eine Möglichkeit, aus dem hiesigen System auszubrechen und ihre Familien mit finanziellen Mitteln zu versorgen, die sie sonst nie aufbringen würden. Darüber, dass diese Möglichkeit nun plötzlich wegfiel, waren sie natürlich überhaupt nicht begeistert.

Auch das Gespräch mit dem Mann, der uns eingeladen hatte, war auf seine Art und Weise einzigartig und interessant. Er war Polizist und obwohl er zurzeit nicht im Dienst war, trug er dennoch seine Waffe bei sich. Es war eine Glock und als Heiko ihn darauf ansprach holte er sie hervor und präsentierte sie stolz.

Heiko kannte sich durch seinen Jagdschein, den er vor einigen Jahren als Zulassungsvoraussetzung für seine Ausbildung zum Nationalparkranger machen musste, ein bisschen mit Waffen aus und konnte den Mann daher einige technische Details fragen, von denen ich nichts verstand. Begeistert vom Interesse des Fremden drückte der Polizist Heiko die Knarre in die Hand und ließ ihn ein wenig damit herumspielen.

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„Im Magazin sind 14 Patronen, plus eine im Lauf. Man kann also fünfzehnt Schuss auf ein Mal abfeuern, bevor man nachladen muss“, erklärte der Polizist und gab Heiko daraufhin auch noch das Magazin.

„Keine Angst!“ fügte er hinzu, als er meinen leicht irritierten Blick bemerkte, „Sie ist nicht geladen.“

„Darf ich auch mal?“ fragte ich, denn langsam hatte mich die Neugier gepackt. Noch nie zuvor hatte ich eine echte Pistole in der Hand gehabt.

„Klar!“ antwortete der Mann und reichte mir die Knarre. „Mein Sohn spielt auch immer damit!“

Ich wog sie ein bisschen in der Hand. Sie war recht schwer, aber auch wieder nicht so schwer, wie ich vermutet hätte. An sich war es nichts Besonderes, aber ein komisches Gefühl machte es dennoch. Rein theoretisch konnte ich nun einen Menschen töten, in dem ich nun nur noch meinen Zeigefinger bewegte. Irgendwie machte mich der Gedanke etwas nervös. War sie wirklich ungeladen?

„Vorsicht!“ rief der Polizist, als ich den oberen Teil der Waffe zurück schob, so wie die Cops es im Fernsehen immer machen, wenn sie sich auf einen Schussvorbereiten. Erschrocken wich ich zurück und nahm die Finger von der Waffe.

„Nein, nein, es passiert nichts!“ beruhigte er mich, „du musst nur aufpassen, dass du dir nicht die Finger klemmst, denn du durchlädst. Schau hier!“

Er deutete auf eine Stelle am Schieber und demonstrierte, wie leicht es war, die Haut der eigenen Finger von der Waffe einsaugen zu lassen. Es sei ihm schon einige Male passiert und tue wirklich weh, erklärte er dabei. Dann steckte er die Pistole wieder ein und wir wechselten das Thema.

Unter anderem sprachen wir auch über die Wasserqualität und dem vielen Müll hierzulande. Dies sei ein riesiges Problem, pflichteten uns alle Anwesenden bei. Die Leute hätten einfach kein Gefühl für Sauberkeit und würden leider überall ihren Müll liegen lassen. Es sei traurig, aber man könne es leider nicht ändern. Zum Glück jedoch war es hier oben in den Bergen noch relativ sauber, deswegen könne man hier auch das Wasser noch ohne Bedenken trinken.

Keine fünf Minuten später lösten wir die Picknickrunde auf und verabschiedeten uns. Die anderen packten alles zusammen, was noch verwertbar war und ließen den Müll, den sie durch ihr Picknick verursacht hatten einfach achtlos zurück. Wir konnten es nicht fassen.

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Nachdem wir unser Zelt schließlich an einem sicheren Ort aufgebaut hatten, machten wir uns noch einmal an eine Reparatur unserer Wagen. Es sollte keine große Sache werden, vielleicht ein paar Minuten, nur um die Bremsen zu reparieren, bevor es morgen dann hinunter ins Tal ging. Doch so leicht es sich zunächst angehört hatte, so komplex gestaltete sich schließlich alles. Meine Steckachsen waren angerostet, weil unsere Distanzscheiben nicht so Rostfrei waren, wie sie es hätten sein sollen. Das Ergebnis war, dass sie sich nicht mehr aus der Achse lösen wollten und wir die komplette Bremsanlage abbauen mussten, bevor wir die Reifen demontieren konnten. Anschließend verbrachte Heiko über eine Stunde damit, die Reifen von den Steckachsen zu trennen, während ich mich um die Erneuerung der Bremsscheiben kümmerte. Fast schon sah es so aus, als würde es nicht funktionieren. Ich traute mich kaum, mir auszumalen, was das für meinen Wagen bedeutet hätte, doch schließlich machte es Plopp und die Achse war wieder frei. Nur dämmerte es nun bereits, so dass wir nicht mehr die Möglichkeit hatten, meinen Wagen auch wieder zusammenzubauen. Wir mussten ihn liegen lassen und warten bis es am Morgen wieder hell werden würde. Auch zum Kochen war es nun etwas zu spät. Gut also das wir heute schon einiges gegessen hatten und dass man uns gerade an diesem Tag mit einem Militäressen versorgt hatte. Dieses war, wenn man der Verpackung glauben schenkte, innerhalb von Sekunden vollkommen unkomplex zubereitet, so dass es jeder Depp konnte. Genau richtig fürs Militär also. Dummerweise verstanden wir einen Teil der Anleitung nicht und stellten uns daher noch etwas deppiger an, als es von den Entwicklern dieser Notnahrung erwartet worden war. Am Ende erhielten wir ein lauwarmes Fertiggericht, mit dem man sogar die Müllhunde hätte vertreiben können. Spannend war es trotzdem, vor allem um einmal festzustellen, was von Seiten des Militärs unter sinnvoller Powernahrung für Soldaten verstanden wurde. Das Päckchen bestand zu gut 60% auf Verpackungsmaterial, Plastikbesteck und Frischtüchern. Der Rest teilte sich in eine Portion Chili-Con-Carne, ein Päckchen Erdnussbutter, verschiedene Sorten von Keksen und Kräckern, ein Pulver für ein Süßgetränk und eine Portion mit Vitamin-Präparaten in Pulverform auf. Bis auf die Erdnussbutter entsprach alles dem Ruf, der dem Militäressen vorauseilte. Um das Essen zu erwärmen, musste man einen kleinen Schluck Wasser in eine Tüte mit einer Chemikalie gießen, die daraufhin anfing zu reagieren und alles um sie herum erwärmte. Dann kam die Tüte mit dem Essen hinein und man wartete, bis es eine Temperatur von lauem Urin erreicht hatte. Guten Appetit!

 

 

Spruch des Tages: Mit Waffen spielt man nicht! Oder doch?

 

Höhenmeter: 450 m

Tagesetappe: 9 km

Gesamtstrecke: 12.435,27 km

Wetter: sonnig und bewölkt im Wechsel

Etappenziel: Altes Pfarrhaus, 87060 Caloveto, Italien

Hier könnt ihr unser und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

Tag 696: Das Stundenhotel

Durch den Terror, den Heikos Magen-Darm-Trakt veranstaltete, wurden wir etwas vorsichtiger, was das Trinkwasser anbelangte. Die Einheimischen mochten das Wasser aus den Leitungen ja trinken, doch für uns war es vielleicht nicht so hundert prozentig geeignet. Immerhin kam es aus Wasserspeichern, die ebenso mit Müll umgeben waren, wie alles andere auch. Doch der Versuch, das Leitungswasser zu umgehen, stellte mich vor eine neue Herausforderung, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so besonders klingt, die aber doch größer wurde, als ich dachte. Ich musste Läden finden, in denen man Flaschenwasser bekam. Ideal war es natürlich, es geschenkt zu bekommen, doch da es im Umkreis von fünf Kilometern in der Regel gerade einmal einen einzigen kleinen Verkaufsstand gab, der überhaupt Wasser im Angebot hatte, konnte ich das Risiko abgelehnt zu werden kaum eingehen. Noch wenige Tage zuvor hätte ich jeden ausgelacht, wenn er mir gesagt hätte, dass Wasser einmal deutlich schwieriger zu bekommen sei, als Essen und dass wir dafür mehr Geld ausgeben werden, als wird insgesamt im Balkan für unsere Nahrung gebraucht hatten.

Wie sich herausstellte war das Wasser aber nicht unser einziges Problem. Heiko war noch immer schlecht und die permanente Hitze, sowie die kurzen, unruhigen Nächte machten wenig Hoffnung darauf, dass er sich richtig regenerieren würde, wenn wir einfach so weiter machten. Irgendwie mussten wir es schaffen, einmal einen Ruhetag einzulegen, der wirklich Entspannung brachte und nicht nur ein Ausharren in Hitze und Müllgestank. Wir brauchten ein Hotel oder etwas vergleichbares um wieder einmal zu uns zu kommen, um uns duschen, waschen und ausruhen zu können und um wieder einmal in einem richtigen Bett zu schlafen. Die Frage war nur: Wo konnten wir so einen Ort finden?

Die Erfahrung der letzten Tage hatte gezeigt, dass wenn es überhaupt eine Chance auf einen Indoorschlafplatz gab, wir diese an einer der Hauptstraßen finden würden. Etwa fünf Kilometer von unserem Standort entfernt mussten wir ohnehin eine überqueren, also beschlossen wir, dort unser Glück zu versuchen.

Wir hatten sogar noch etwas mehr Glück, als wir zuvor erwartet hätten. Denn das erste Hotel auf unserem Weg lag sogar bereits kurz vor der Hauptstraße und es war so weit davon entfernt dass man den Verkehrslärm hier noch nicht hörte.

Leider war der Chef des Hotels nicht anwesend, weshalb man uns keinen Schlafplatz gegen eine Werbepartnerschaft anbieten konnte. Doch das Gespräch mit dem Hotelier war trotzdem sehr interessant und aufschlussreich. Denn wir befanden uns nicht einfach bei einem gewöhnlichen Hotel, in das man zum Urlaubmachen fuhr. Wir befanden uns in einem Etablissement, das aus einem ganz bestimmten Grund gestaffelte Preise für unterschiedliche Aufenthaltszeiten hatte. Man konnte ein Zimmer für ein paar Euro für eine einzige Stunde mieten, für etwas mehr Geld für drei Stunden, für Fünf Stunden für eine ganze Nacht oder auch für volle vierundzwanzig Stunden. Je nachdem, wie durchhaltevermögend man gerade war und wie viel Zeit und Lust man mitbrachte.

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In klaren Worten: Wir waren hier in einem Stundenhotel gelandet, das verliebten Paaren die Möglichkeit bot, sich abseits ihrer Großfamilien zu treffen, um einen Moment wirklich ungestört zu sein. Dies erklärte dann auch, wie es zu der enormen Kinderflut kommen konnte, die uns bereits zuvor aufgefallen war.

Mit einer Werbepartnerschaft hätten wir hier also ohnehin schlechte Karten gehabt, denn die Hotelbetreiber waren nicht im Geringsten auf ausländische Gäste angewiesen. Dennoch konnten wir den Herren vom Empfang zu einem Deal überreden, durch den wir ein Zimmer den ganzen Tag nutzen durften, aber nur den Preis für 12 Stunden zahlen mussten.

Nachdem das geschäftliche Geregelt war, führte uns der Mann zu unserer Suite. Das Hotel bestand nicht aus einem einzelnen Gebäude sondern aus lauter kleinen Bungalows, die in einem kleinen Park nebeneinander angeordnet waren. Um sie betreten zu können gab es keine Türen, sondern Garagentore, hinter denen sich zunächst eine Garage und dann der Eingang zum Zimmer befanden. Diskretion wurde hier also wirklich groß geschrieben. Man kam an, fuhr mit seinem Auto direkt in die Garage und verschwand dann in seinem Zimmer. Auf diese Weise konnte man sich weder durch ein parkendes Auto verraten, das vielleicht von einem Passanten gesehen wurde, noch musste man zu erkennen geben, mit wem man das Hotel betrat. Für uns war es natürlich auch von Vorteil, denn wir konnten unsere Wagen ganz bequem in der Garage abstellen und hatten gleich alle sicher verstaut.

Das Zimmer selbst bestand aus einem kleinen Vorraum, einem Bad und einem Schlafzimmer mit einem riesigen Bett darin. Der ganze Raum wurde nur durch eine Art Sternenhimmel aus LEDs beleuchtet und war daher fast vollkommen dunkel. Das war auch gut so, denn so konnte man als wildes Liebespaar einfach ins Bett stürmen und musste sich keine Gedanken über die Schimmelflecken, den abgeblätterten Putz und die vielen anderen Blessuren machen, die das Zimmer zierten. Wichtig dabei war nur, dass man so sehr in Leidenschaft aufging, dass man außer der eigenen Lust und dem Körper des anderen überhaupt nichts mehr spürte. Denn sonst wurde man unweigerlich von dem Mückenschwarm abgelenkt, der bereits in der Dunkelheit auf einen lauerte.

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Heiko und ich waren jedoch eher untypische Gäste für dieses Etablissement und betrachteten uns den Raum in Ruhe. Dabei fielen uns nicht nur die kleineren und größeren Macken sondern auch die ersten Mücken auf. Sofort holten wir eine Taschenlampe und eine zusammengerollte Zeitung und machten uns auf die Jagd. Allein im Badezimmer erschlugen wir mindestens vierhundert kleine Biester und fast noch einmal genauso viele im Schlafzimmer. Wenn man hier wirklich als Paar hereingestürmt kam und sich sofort übereinander hermachte, musste man am Ende vollkommen blutleer sein. Klar kamen die meisten hier her, um einen Stich zu landen oder zu ergattern, aber so war das sicher nicht gemeint.

Nachdem die Mückenplage beseitigt war, konnten wir uns an die eigentliche Arbeit machen. Heiko legte sich erst einmal hin, denn er musste sich ja schließlich auskurieren. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um unsere Wäsche. Als ich damit fertig war, waren meine Hände aufgequollen wie bei einer Wasserleiche. Literweise war eine dunkelbraune bis schwarze Pampe aus unserer Kleidung in den Abfluss geflossen und ich hatte fast eine ganze Seife verbraucht. Jetzt benötigte ich nur noch einen Platz, um die nassen Sachen zum Trocknen aufzuhängen. In unserem Zimmer war es zu kühl, also nahm ich alles mit nach draußen und suchte dort nach einem geeigneten Platz.

Dummerweise dachte ich in diesem Moment nur über die Wäsche nach, nicht aber darüber, wo ich mich gerade befand. So lief ich ein wenig in unserem Hotelpark herum und fand dabei zwar keine Wäscheleine, dafür aber einige offene Fenster hinter denen es ganz ordentlich zur Sache ging. Vor dem ersten hingen Gardienen, sodass ich nur einige lustvolle Laute vernahm, aber nichts sehen konnte. Schnell huschte ich davon und landete dabei direkt vor dem nächsten Fenster. Dieses Mal waren die Vorhänge zurückgezogen und ich starrte mitten in das Gesicht einer dicken Frau, die von meiner Anwesenheit ebenso überfordert war, wie ich von ihrer. Glücklicherweise trug ich einen riesigen Berg an nassen Kleidern auf den Armen, hinter denen ich mich verstecken konnte. Sie hingegen trug überhaupt keine Kleider und war eigentlich auch nicht in der Stimmung, sich großartig zu verstecken. Ehe der Mann, der unter der korpulenten Dame lag auch noch Wind von meiner Anwesenheit bekam, machte ich mich aus dem Staub und zog mich wieder in den ungefährlichen Teil der Hotelanlage zurück. Eine Frage pochte mir dabei jedoch durch den Kopf, die einfach nicht verschwinden wollte: „Wie konnte diese Paar dort bei offenem Fenster und ohne Vorhänge vögeln, wenn es hier so viele Mücken gab?

Zu meinem Glück hatte das Hotel einen relativ hohen Außenzaun, der eine ganz hervorragende Wäscheleine abgab. Da ich nicht riskieren wollte, noch einmal in irgendein Rückfenster zu geraten, hielt ich mich dabei an den Eingang und verzierte den Zaun direkt neben der Rezeption.

Der komplette restliche Tag ging dann für die übrigen Nachhohlarbeiten drauf. Insgesamt musste ich 18 Berichte einstellen, von denen ich fast alle zuvor noch einmal korrekturlesen wollte. Dann suchte ich die weitere Strecke für unsere Wanderung heraus und schrieb dutzende von Mails an Sponsoren, Verlage und alle, die in letzter Zeit sonst noch von uns vernachlässigt wurden. Heiko arbeitete aus dem Bett heraus und kümmerte sich derweil um die Fotos und weitere Dinge, die liegen geblieben waren. Zwischendurch gönnte ich mir einmal eine Pause, um nach Essen zu fragen und um nach der Wäsche zu sehen. So vergingen die Stunden und der Tag wurde zur Nacht, ohne dass ich es recht bemerkte. Gegen 23:00 legte sich Heiko zur Ruhe. Er war vollkommen erschöpft und sein Bauch spielte noch immer verrückt, wenngleich er sich schon ein bisschen erholt hatte. Um vor dem Einschlafen noch einmal wirklich runter zu kommen und sich entspannen zu können, ließ er sich von seinem Computer eine geführte Meditation zum Stressabbau und zur Blockadenlösung vorspielen. Nach etwa der Hälfte der Zeit hörte ich ihn zunächst leise, dann immer lauter schnarchen. Ich selbst war in meine Arbeit vertieft und bekam die Meditation nur leise im Hintergrund mit.

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„HERZLICH WILLKOMMEN ZU MEINEM VORTRAG!“ schrie plötzlich eine Stimme auf mich ein, so dass ich zusammenzuckte und fast vom Stuhl gefallen wäre. Was war den jetzt los?

Ich brauchte eine Sekunde, bis ich begriff, dass die Stimme nicht von draußen, sondern von Heikos Computer kam und zur nächsten Audiodatei gehörte. Die Meditation war vorbei und Heiko hatte offenbar nicht darauf geachtet, dass der Player danach automatisch stoppte. Schnell sprang ich auf und klappte den Computer zu, damit die Stimme wieder verstummte. Heiko sollte ja schlafen und nicht gleich wieder aufgeweckt werden.

Einige Minuten herrschte Stille, abgesehen von Heikos schnarchen. Dann setzten die Schnarcher zwei mal auf, Heiko zuckte zusammen und war plötzlich wieder wach: „Hey!“ rief er empört, „wieso hast du denn einfach meine Medi ausgemacht?“

Ich grinste nur und ehe ich etwas sagen konnte, war er bereits wieder eingeschlafen.

 

 

Spruch des Tages: Das Hotel für gewisse Stunden

 

Höhenmeter: 380 m

Tagesetappe: 16 km

Gesamtstrecke: 12.426,27 km

Wetter: bewölkt und kühl

Etappenziel: Gemeindehaus der Kirche, 87060 Cropalati, Italien

Hier könnt ihr unser und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!