Tag 818: Abschied vom Mittelmeer

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Tag 818: Abschied vom Mittelmeer

Tag 818: Abschied vom Mittelmeer

21.03.2016
Griechenland war sicher kein Land, in dem man locker uns leicht hätte überwintern können. Aber es ist definitiv ein Land von absoluter Schönheit! Nach nur wenigen Kilometern ins Landesinnere verschwand sämtlicher Verkehr von den Straßen und wir wanderten alleine durch eine malerische und wilde Berglandschaft. Natürlich war es hier wieder deutlich anstrengender als auf der italienischen Flachebene, aber das war es definitv wert! Auch das Wetter war nun ganz auf unserer Seite und schenkte uns einen Tag voller Sonnenschein. Auf den kleinen Forstwegen durften wir sogar schon wieder eine kleine Ringelnatter sehen, während über uns mehrere Mäusebussarde kreisten. Ihre lauten Schreie vermittelten sofort dieses tiefe Gefühl von Freiheit und Wildheit, das wir in Italien so sehr vermisst hatten. Was immer uns die Zeit hier auch bringen mochte, es tat gut, wieder hier zu sein.

Der Tag brachte jedoch auch einen großen Abschied mit sich. Als wir in der Früh am Stand picknickten wurde uns bewusst, dass wir das Mittelmeer heute für lange Zeit zum letzten Mal sehen würden. Von hier aus führte uns unser Weg durch das griechische Hinterland nach Bulgarien und Rumänien zurück in den Norden. Seit fast zwei Jahren war das Mittelmeer immer wieder ein Begleiter gewesen. Nicht immer konnten wir seine Anwesenheit genießen, aber trotzdem hatten wir es auf seine Art sehr lieb gewonnen. Nun galt es Abschied zu nehmen. Wer weiß, wann wir das nächste Mal wieder auf diesen salzig nassen Freund stoßen würden.

Nach sechtzehn Kilometern erreichten wir ein kleines Dorf, in dem es erstaunlich viele deutschsprachige Anwohner gab. Zu unserer positiven Überraschung bekamen wir hier sogar einen Schlafplatz im alten Rathaus. Wir konnten noch immer so gut wie kein einziges Wort griechisch und trotzdem erwiesen sich die Menschen als sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Wir bekamen ausreichend zu essen, wurden freundlich aufgenommen und niemand versuchte uns zu belästigen oder stumm anzugaffen. Das waren wir gar nicht mehr gewöhnt, aber er machte ein durch und durch gutes Gefühl. Selbst die beiden Jungs, die mit ihren lauten Quads durch die Straßen heizten und bei uns vor der Tür vorbeischauen wollten, waren erstaunlich freundlich und unaufdringlich. Nachdem sie festgestellt hatten, dass wir nicht mit ihnen sprechen konnten, fuhren Sie wieder davon und machten sogar noch einige beeindruckende Stunts. Fahren auf zwei Rädern, herumsliden auf der Straße und so weiter. Obwohl ihre Gefährte unerträglich laut waren freute man sich trotzdem irgendwie über sie, weil sie selbst so eine unglaubliche Freude daran hatten.
Die einzige Schattenseite die unser Tag hatte, bestand darin, dass Heikos Computer mal wieder streigte. Irgendetwas will uns im Moment offenbar wieder einmal ausbremsen und ganz offensichtlich hatte das Problem nichts mit dem Akku zu tun.

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Spruch des Tages: Wir sind im Grunde genommen alle nur Diener der Natur

Höhenmeter: 370 m
Tagesetappe: 18 km
Gesamtstrecke: 14.515,27 km
Wetter: sonnig und bewölkt im Wechsel
Etappenziel: leeres Schaufenster, 45500 Pedini, Griechenland

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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