Tag 1008: Wiener Wahnsinn

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Tag 1008: Wiener Wahnsinn

Tag 1008: Wiener Wahnsinn

22.09.2016

Der Pfarrhof, in dem sich unsere Übernachtungsstätte befand, stellte eine kleine Insel der Ruhe inmitten einer lauten und hektischen Kleindstadt dar. Um uns herum rauschten die Autos, aber hier hinter den Mauern bekam man davon so gut wie nichts mit. Dennoch spürte man, dass jeder Mensch, der hereinkam, ein bisschen Hektik von außen mitbrachte, ganz so, wie man im Winter kalte Luft oder bei Regen Nässe mit ins Haus trägt. Es waren nur Nuancen, aber es war etwas vollkommen anderes, als zuvor in den kleinen verschlafenen Weinorten.

Diese Tendenz wurde mit jedem Schritt, den wir heute auf Wien zutraten, stärker. Vor knapp drei Jahren war uns der Unterschied zwischen den Dorfmenschen und den Stadtmenschen in Deutschland und Frankreich extrem aufgefallen. Dann waren wir immer mehr in Länder gekommen, wo man diesen Unterschied kaum noch spüren konnte. Oder wir waren in Ländern unterwegs, in denen die Städte so grauenhaft waren, dass wir sie systematisch vermieden hatten, so dass wir den Unterschied nicht merken konnten. Jetzt aber wurde er wieder präsent und das nicht nur bei uns. Mehrfach hörten wir heute den Satz: „Ja ja, die Wiener sind schon andere Leute!“ Spannenderweise waren es zumeist Wieder, die ihn uns sagten. Doch was genau war eigentlich anders? Das gemütliche, offene, freundliche und direkte war hier vollkommen verloren gegangen. Wir kamen ja nicht direkt durch Wien, aber wir kamen nahegenug daran vorbei, um die Außenbezirke wahrzunehmen. Die Menschen hier waren von ihrem Grundtypus her noch immer die gleichen zümpftigen Landleut, wie im Weinviertel, doch sie gestanden es sich nicht ein und versuchten daher auf edel, reich und chic zu machen, was in den meisten Fällen eher etwas gekünstelt wirkte. Man sah ihnen sofort an, dass sie der jenige, der sie sein wollten einfach nicht waren und auch sie selbst schienen mit dieser Maske nicht besonders zufrieden zu sein.

Zunächst einmal führte uns der Wanderweg wieder aus Stammersdorf heraus an einen kleinen Kanal. Bis hierher hätte man ihn nicht besser legen können. Umgeben von Haupt- und Schnellstraßen schlängelte er sich mitten durchs grüne und stellte so eine Oase da, die man hier kaum vermutet hätte. Doch irgendwann stießen auch die Erbauer des Radweges an ihre Grenzen. Wenn man einen Weg durch die Hölle baute, dann musste er auch irgendwie durch die Hölle führen und es war unmöglich, dies so zu verschleiern, dass es keiner merkte. Zweichen Klosterneuburg und Wien befand sich ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, an dem einfach alles zusammen lief Hier kamen Autobahnen von allen Seiten, kreuzten und verzweigten sich und führten über Zubringer auf die Schnellstraßen. Damals in Sizilien hatten wir die Leute für verrückt erklärt, weil sie sich ihre Autobahnen direkt über die eigenen Köpfe gebaut hatten. Doch dies war nichts gegen das Chaos, das uns hier begegnete. Die Donau war gewissermaßen eingerahmt von Autobahnen. Wenn man noch zwei Spuren mehr hätte bauen wollen, hätte man die ins Wasser bauen müssen, da an Land schon alles voll war. Und da dies allein noch nicht reichte, führten auch gleich mehrere Zugstrecken mitten durch das Chaos hindurch, auf denen immer wieder Güterzüge fuhren. Und zwischen all diesem Verkehrsgewirr lag die Donau an dessen Ufer der Fernradeg entlang führte. Der Donauradweg war einer der berühmtesten Radwanderstrecken die es in Europa überhaupt gab, doch gerade konnten wir noch nicht verstehen, warum.

Was uns jedoch bei allem am Meisten fertig machte, war der rege Betrieb auf dem Radweg. Die ganze Zeit über hatten wir immer nur vereinzelte Radler und Wanderer getroffen, doch hier, auf diesem Abschnitt zwischen den Autobahnen fuhren die Menschen hin und her, als gäbe es keinen schöneren Platz auf der Welt. Wieso machten sie das? Nur einen Kilometer weiter in Richtung Osten war der Weg wieder schön, doch da mochte ihn keiner. Die Menschen schienen so sehr auf Lärm zu stehen, das man meinen könnte, es wäre eine Droge.
Direkt neben der Autobahnbrücke, die über die Donau führte, gab es eine zweite Brücke nur für Radfahrer. Diese Brücke war am beliebtesten bei den Radlern. Man fuhr hier spazieren, tingeltehin und her und telefonierte dabei sogar. Wie konnte man hier telefonieren? Heiko und ich konnten uns ja schon kaum verstehen, wie sollte das dann erst mit dem Telefon sein? Und dann gab es hier auch noch einen Park mit Picknickbänken. Nicht auf der Brücke natürlich, aber direkt dahinter, eingeklemmt zwischen zwei Autobahnen und drei Auffahrten. Warum sollte sich irgendjemand hier hersetzen, um ein Picknick zu machen? Oder noch besser gefragt: Warum um alles in der Welt saß hier jemand und machte ein Picknick? Wie sehr musste man sich selbst hassen, wenn man sich so etwas antat? Ich meine ich habe ja schon Probleme mit Selbsthass und Tendenzen zur Selbstzerstörung, aber das war ja mal gar nichts gegen das, was die Menschen hier machten! Heiko überschlug die Vorbeifahrenden Autos im Kopf und rechnete sie auf ein Jahr hoch. Wenn der Verkehr ungefähr gleich blieb, dann rollten Jahr für Jahr rund 280 Milliarden Fahrzeuge über diese Brücke. Das waren vierzig mal mehr Autos als es menschen auf der Erde gab. Ist das nicht der vollkommene Wahnsinn?

Hinter der Brücke führte der Weg nun direkt am Donauufer entlang. Hier wurde es dann wieder etwas ruhiger, weil nun nur noch der Zugverkehr, eine Autobahn und eine Schnellstraße neben uns her führte. Es war also schon fast idyllisch. Verwirrenderweise hieß der Ortsteil, der sich hier zwischen Autobahn und Güterzugstrecke quetschte „Wien Nussdorf“. Wie konnte man einem so gräßlichen Ort einen so schönen Namen geben. Wenn etwas Nussdorf hieß, dann hatte man doch sofort den Impuls, dorthin zu reisen und dann fand man dies hier vor! Das war doch nicht fair!
In der Donau befanden sich nun mehrere Anlegestellen für große Touristenschiffe, mit denen man Donaufernfahrten machen konnte. Man fuhr also jeden Tag ein Stück die Donau hinunter, landete dann irgendwo an und wurde mit dem Bus zu den nächstliegenden Sehenswürdigkeiten gefahren. In diesem Fall war dies die Wiener Innenstadt und der Ausflug war gerade vorbei. Drei Busse fuhren zur Anlegestelle zurück und befüllten ein einziges Boot. Einer der Busfahrer erwartete uns schon von weitem und fragte, ob er uns je zwei Flaschen Mineralwasser ausgeben dürfe. Er hatte uns schon bei der Fahrt bemerkt und war gleich fasziniert gewesen. Ich weiß leider nicht woher er stammte, aber ein Österreicher war er nicht. Spannend war, wie oft es vor allem Ausländer waren, die uns besonders freundlich begegneten. Dabei war es vollkommen egal woher sie stammten und wo sie lebten. Wichtig war nur, dass sie nicht in ihrer eigenen Heimat waren. Die freundlichsten Spanier hatten wir in Deutschland und Frankreich getroffen, die freundlichsten Italiener in Spanien und die freundlichsten Polen in Italien. In einem fremden Land zu leben machte etwas mit einem und ganz offensichtlich führte es dazu, dass man ein stärkeres Gespür dafür bekam, was hilfreich war und was nicht.

Bis Klosterneuburg führte der Weg nun direkt am Wasser und direkt am Hauptverkehr entlang. Links von uns reihten sich kleine Hüttchen aneinander, die fast alle Vereinshäuser von irgendeinem Ortsverband waren. Hätten die gleichen Hütten oben auf einer Alm gestanden, wären sie wunderschöne, rustikale Lebensräume gewesen, aber hier schienen sie vollkommen verschwendet zu sein. Ihre Wänder waren dünn wie Papier und spätestens wenn alle fünf Minuten ein Zug vorbeifuhr, wackelten die Fenster wie Espenlaub.
In Klosterneuburg hatten wir einen Termin mit der Lokalzeitung. Anders als in Poysdorf sollten wir uns hier jedoch nicht mit einem Redakteur, sondern lediglich mit einem Fotografen treffen und dann im Anschluss einen Text zuschicken, in dem die entsprechenden Informationen über unsere Reise aufgeführt waren. Als die Radwegschilder anzeigten, dass wir noch rund zwei Kilometer vom Ort entfernt waren, riefen wir an und verabredeten uns für eine halbe Stunde später auf dem Stadtplatz unter der Pestsäule. Doch wie sich zeigte waren die Schilder nicht allzu zuverlässig. Eine halbe Stunde später erreichten wir nicht etwa den Stadtplatz, sondern lediglich ein Schild auf dem „Klosterneuburg 2,3km“ stand. Als wir den Treffpunkt endlich erreichten waren wir bereits so spät, dass man schon eine halbe Vermistenanzeige aufgegeben hatte.

Der Fotograf entpuppte sich als junge, sympathische Fotografin. Sie machte einige Fotos von uns unter der Pestsäule anschließend kamen wir noch eine Weile ins Gespräch. Leider lag auch der Stadtplatz noch immer an einer grausam lauten und ungemütlichen Straße, so dass das Treffen nicht so angenehm war, wie es hätte sein können. Denn die junge Frau war ein Wesen, das man einfach gern haben musste und es war schon eine ganze Weile her, dass wir dieses Gefühl bei einem Menschen in unserem Alter hatten.
Wie der Name schon sagt ist der Zentrale Punkt in Klosterneuburg ein Kloster, das mitten auf einer Anhöhe steht und so in beide Donaurichtungen bereits von weitem zu sehen ist. Der Orden, der das Kloster betreibt ist noch immer aktiv und im Besitz von so ziemlich jeder Immobilie der Stadt, wie uns unsere Fotografin mitteilte. Bevor wir es jedoch erreichen konnten, mussten wir eine steile Anhöhe hinauf. Zum Glück befand sich am Fuße des Klosterberges eine Rot-Kreuz-Station in der wir unsere Wagen unterstellen durften. Dadurch wurde der Aufstieg um einiges leichter.

Sowohl die Stadt als auch das Kloster selbst hätten unseren Erwartungen gar nicht noch mehr widersprechen können. Unter Klosterneuburg hatten wir uns ein abgeschiedenes Kloster am Rand der Berge in einem kleinen gemütlichen und mittelalterlichen Städtchen vorgestellt. Doch tatsächlich war die Stadt die Drittgrößte in ganz Niederörsterreich. Dementsprechend turbulent und unruhig ging es hier zu. Das Kloster selbst war von seiner Größe und Pompösität durchaus beeindruckend, hatte jedoch nichts mehr mit einem Kloster zu tun. Es war ein Seminarhaus für reiche Firmen oder Privatpersonen und nicht einmal der gewöhnlich Tourist schien hier noch etwas wert zu sein. Wie die meisten Kirchen in dieser Region war auch die Klosterkirche mit einem schweren Eisengitter versperrt, so dass man zwar hineinschauen, sie aber nicht wirklich betreten konnte. Auch sonst schien alles, was wirklich interessant gewesen wäre für die Touristen nicht erreichbar zu sein. Besichtigen konnte man lediglich den besagten Eingangsbereich der Kirche, den Innenhof, ein Museum und den Kräutergarten, der so zur Autobahn hingewand war, dass sich der Schall darin verfing, wodurch es hier lauter wurde, als direkt neben der Straße auf dem Radweg. Das Museum widerum unterteilte sich in mehrere verschiedene Bereiche. Einer davon war die Schatzkammer, in der die goldenen Utensilien aufbewahrt wurden, die die Äpte und Bischöfe benötigt hatten, um zu zeigen, dass sie die dicksten Fische im Teich waren. Die Eintrittskarten für die Schatzkammer kosteten normalerweise 11€ pro Person. Wir mussten sie zwar nicht bezahlen, waren aber trotzdem entsetzt über die Höhe des Preises, als wir erkannten, dass die Schatzkammer wirklich eine Kammer war, also ein kleiner Raum mit ein paar Vitrinen und Holzschränken darin. Alles in allem dauerte eine gründliche Inspizierung der Ausstellungsstücke nicht mehr als 10 Minuten, wenn man sich wirklich zeit ließ. Der Eintritt betrug also gut einen Euro pro Minute Aufenthalt. Ein ganz schöner Wucher für ein Kloster.
Das Museum selbst war kostenfrei, dafür aber leider auch nicht interessant. Das einzige, was uns wirklich interessiert hätte, waren der Marmorsaal und das Kaiserzimmer. Zumindest auf den Fotos sahen sie beeindruckend aus. Doch man durfte sie nur dann besichtigen, wenn man zusätzlich zur Schatzkammer auch noch eine Führung buchte. Als Wandertourist, der nicht sein ganzes Geld für Museumsführungen rauswerfen wollte, war eine Besichtigung des Klosters also eher eine Enttäuschung.

Genauso verhielt es sich mit der Gastfreundschaft der Mönche. Sowohl unsere Fotografin als auch der Mann vom Roten Kreuz waren sich sicher gewesen, dass wir hier eine Unterkunft finden würden. Doch wir fanden nicht einmal einen Mönch. Der einzige, mit dem wir sprechen konnten war ein grimmiger und übellauniger Portier, der sich nur sehr ungern bemühte, etwas anderes zu tun, als die Auf- und Zu-Knöpfe der Schtanken zu drücken. Dennoch versuchte er schließlich eine Kollegin zu erreichen, die möglicherweise wusste, wo sich der verantwortliche Mönch befand. Denn anders als in den kleinen Ortschaften, konnte hier nicht einfach irgendjemand über irgendetwas unterscheiden. Es gab für alles einen Verantwortlichen und wenn der nicht da war, dann lief überhaupt nichts. während wir auf den Rückruf warteten, erfuhr ich, dass es hier durchaus eine Infrastruktur für Pilger gab, dass diese jedoch angeblich nur aus einem einzigen Zimmer mit einem einzigen Bett bestand. Schließlich kam der Anruf der Frau und es folgte die Nachricht, dass dieses Kloster leider keinen Platz für uns hätte. Wie gesagt, für Gäste wie uns gäbe es nur ein Zimmer und das sei bereits belegt. In den gesamten hinteren Bereich, in dem die Mönche lebten, dürfe kein Fremder auch nur einen Fuß setzen. Man könne also nichts für uns tun.
Für ein Kloster, das so berühmt war wie dieses und dann auch noch am Jakobsweg lag, war dies ein echtes Armutszeugnis. Nicht einmal ein Versuch hilfreich zu sein, wurde unternommen. Es war wirklich, wie es der erste Schein vermuten ließ: Dieses Kloster war ein Wirtschatsbetrieb, der keine Interessen hatte, die nicht finanzieller Natur waren. Wir hätten also ebenso gut auch bei einem Immobilienmarkler oder bei einem Autohaus nach einem Schlafplatz fragen können.
Direkt vor dem Kloster befand sich ein kleiner Innenstadtbereich. Er war weder besonders schön noch besonders spektakulär, aber es gab eine Bäckerei, in der wir je zwei Leberkässemmeln bekamen. Dafür hatte sich der Besuch dann doch gelohnt.

Auch beim roten Kreuz konnten wir nicht übernachten und so taten wir das einzig sinnvolle was wir tun konnten: Einen Abstecker zur örtlichen Dönerbude machen und dann die Stadt verlassen.
Hinter der Stadt wurde der Weg nun endlich ruhiger. Die Schnellstraße war weitgenug entfernt, so dass man sie nun kaum noch hören konnte. Das einzige, was nun noch wirklich störend war, war der Zugverkehr der im Abstand von sechs Minuten an uns vorbei rauschte. Der nächste Ort, an den wir kamen, hieß Kritzendorf und hier war die Stimmung wieder eine vollkommen andere. Im Altenheim der Barmherzigen Brüder traf ich ebenfalls auf einen Portier, doch statt mit einem grimmigen „Sie wünschn?!?“ begrüßte mich dieser mit einem freundlichen „Wie kann ich Ihnen helfen!“ Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel das ausmacht!
Als ich ihm von unserem Anliegen erzählt hatte, griff er sofort nach dem Höhrer, unterbrach seine Chefin in einem Meeting und handelte dabei gleich noch ein Frühstück und ein Abendessen für uns heraus. „Wir wären ja nicht die barmherzigen Brüder“, meinte er dann zu mir, „wenn wir unseren Gästen nicht auch etwas bieten würden!“

Eigentlich waren wir bereits bis zum Platzen gefüllt, doch wir kamen nicht umhin, noch einmal eine Suppe, eine Brotzeit und einen Pfannkuchen mit Vanillesauce zu essen. Danach mussten wir uns in unser Zimmer kugeln. Der Portier zeigte uns unseren Schlafplatz. Es war eine kleine Wohnung im alten Bereich des Heims, der nun kaum noch genutzt wurde. Dabei erzählte er uns, dass das Alten- und Pflegeheim gerade kurz vor einem großen Umbruch stand. Das Gebäude in dem wir uns befanden stammte aus dem 17. Jahrhundert und war noch immer top in Ordnung. Das Hauptgebäude in dem die Bewohner untergebracht waren, war hingegen ein Betonplattenbau aus den Siebzigern und wurde bereits jetzt schon wieder baufällig. Die barmherzigen Brüder hatten daraufhin eine Kalkulation für eine Restaurierung des Gebäudes aufgestellt und waren zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen. Wenn sie das Gebäude abreißen ließen, die Bewohner für die drei Jahre, die der Neubau beanspruchen würde in einem gemieteten Heim in Klosterneuburg unterbrachten und wenn sie dieses provisorische Heim zuvor ebenfalls noch renovierten, dann kamen sie mit allem immer noch billiger weg, als wenn sie das alte Gebäude wieder in Schuss setzten. Daher liefen hier nun die Vorbereitungen für eine Umsiedelungsaktion in die Nachbarstadt.

In einem Prospekt über die Entstehung des Ordens und über seinen Gründer erfuhren wir später noch einige spannende Einzelheiten über die Geschichte. Vor gut fünfhundert Jahren hatte der Priester, auf den die barmherzigen Brüder zurück gingen während eine Messe einen Geistesblitz und erkannte plötzlich, dass alle Menschen bedingungslos geliebt werden. Mehr noch, dass alles bedingungslos geliebt wird, ja dass alles bedingungslose Liebe ist und somit alles eins ist. Diese Erkenntnis brachte ihn so aus dem Häuschen, dass er vollkommen ausrastete. Seine Gemeinde hielt ihn daraufhin für verrückt und schließlich wurde er in ein Spital eingewiesen. Dort erlebte er am eigenen Leib, wie kalt und herzlos die Menschen von den Pflegern behandelt wurden. Mit einem Mal wurde ihm klar, dass auch seine Einweisung nichts negatives war, sonden eine Betschaft, die ihm zeigte, wohin sein weiterer Weg ihn führen sollte. Vollkommen mittellos aber mit vollem Urvertrauen eröffnete er sein erstes Spital, das zur Grundlage für eine ganze Gemeinschaft an Heimen und Pflegeeinrichtungen wurde.

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Spruch des Tages: Oh Gott, blos weg hier!

Höhenmeter: 22 m
Tagesetappe: 19 km
Gesamtstrecke: 18.446,27 km
Wetter: bewölkt und regnerisch
Etappenziel: Vereinsheim der Stadtgemeinde, Aschach an der Donau, Österreich

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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