Tag 922: Rumänische Gastfreundschaft

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Tag 922: Rumänische Gastfreundschaft

Tag 922: Rumänische Gastfreundschaft

24.06.2016
Mit dem Verlassen der Donau war die Mückenflut wieder etwas zurück gegangen. Doch die Hitze wurde mit jedem Tag schlimmer und auch die Zeltplatzsuche war noch immer eine Katastrophe. Als wir schließlich ankamen und unser Zelt aufgestellt hatten, waren wir so erschöpft und kaputt, dass wir nur noch in uns zusammensanken. Wir befanden uns nun direkt vor der Moldawischen Grenze, die durch einen kleineren Fluss markiert wurde. Einen Tag würden wir noch an dieser Uferseite entlang wandern, dann kam der Grenzübertritt. Um zu arbeiten suchte ich mir am Abend wieder einen Platz in einer Bar in der Ortschaft. Diesmal traf ich dabei auf eine Familie, die lange Zeit in Spanien gelebt hatte. Sie boten mit nicht nur einen Platz in ihrem Café, sondern sogar ein Zimmer in ihrem Haus an, in dem ich bis zum frühen Morgen ungestört schreiben und korrigieren konnte.

Hin und wieder kamen die kleinen Kinder und brachten mir Saft, Wasser, Kekse, ein Abendessen oder einen Kaffee. Schon verrückt, dass ich versuchte, ein Buch über das natürliche Leben und die Heilkraft der Natur zu schreiben und dabei zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr wieder Kaffee trank und fast vollkommen auf Schlaf verzichtete. Noch immer arbeitete ich gegen mich und kam deshalb nur schleppend voran. Dies versuchte ich durch mehr Stunden vor dem Computer wett zu machen, was dem Buch am Ende leider nur wenig brachte. Jedenfalls auf direktem Weg. Ohne dass es mir bewusst war, war ich vom Autor des Buches längst zu einer verqueren Inspirationsquelle geworden. Meine Texte waren unbrauchbar, aber das was ich bei dem Versuch sie zu schreiben durchlebte, inspirierte Heiko letztlich zu dem, was das Buch zu einem vollkommenen und runden Gesamtwerk machte. Und nicht nur ich. Auch Heydi, die uns immer wieder über ihre Entwicklungsschritte zu hause berichtete und die auf ihre ganz eigene Art oft fast die gleichen Höhen und Tiefen durchmachte, wie ich im Moment, trug durch ihr Erleben und ihre Schilderungen einen entscheidenen Teil zum Buch bei.

Als ich in der Früh zu unserem Lager zurückkehrte, wurde ich kurz zuvor von zwei Grenzpolizisten aufgehalten, die meinen Ausweis kontrollieren wollten. Wir hatten unser Zelt mitten ins Grenzgebiet gestellt, doch das hatten sie nicht einmal bemerkt. Jetzt wo ich sie darauf hinwies, war es ihnen egal. Sie wollten lediglich wissen, wie lange wir vor hatten, an diesem Ort zu bleiben.

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Spruch des Tages: Ich kann es erklären, aber nicht ohne das Wort ‚Außerirdische‘.

Höhenmeter: 210 m
Tagesetappe: 33 km
Gesamtstrecke: 16.343,27 km
Wetter: sonnig und heiß
Etappenziel: Zeltplatz am Waldrand, Blindeşti, Moldawien

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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