Tag 261: Giftiges Toilettenpapier

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Tag 261: Giftiges Toilettenpapier

Tag 261: Giftiges Toilettenpapier

Heute wichen die Obstplantagen glücklicherweise zum größten Teil einem Canyon, in dem unser Weg für lange Zeit verlief. Leider war auch hier das Wasser mit stinkenden Pestiziden vergiftet und doch war es faszinierend zu sehen, wie die Natur damit umging. Immer wieder sahen wir Fische, die in der dreckigen Brühe lebten und einmal kamen wir sogar an einem Schwarm Silberreiher vorbei, die im flachen Wasser standen. Plötzlich flog ein Eisvogel über dem Fluss dahin und schoss dabei direkt an uns vorbei. Wir konnten es kaum glauben, dass diese seltenen Vögel ausgerechnet hier vor uns auftauchten.

Gestern haben wir unsere Schuhe wieder gegen die dicken HanWag-Stiefel getauscht. Die Scarpa-Schuhe leisten uns gute Dienste, sind jedoch durch den heißen Asphalt schon sehr strak abgelaufen. Um sie nicht ganz zu Zerstören haben wir uns jetzt erst einmal für einen Wechsel entschieden, doch dieser bringt leider wieder jede Menge Blasen mit sich. Warum Bergwanderschuhe so konstruiert sein müssen, dass man in ihnen fast nicht laufen kann, ist uns ein Rätsel.

In Monserrat hatten wir dafür heute besonderes Glück. Vielleicht ist es auch kein Glück, vielleicht haben wir einfach im Moment wieder einen positiveren Magnetismus. Denn nach der langen Zeit der Pilgerunterkünfte wünschten wir uns heute einmal wieder eine richtig schöne Unterkunft mit Küche, Waschmaschine, bequemen Betten und Internetverbindung auf dem Zimmer. Eigentlich gibt es so etwas in Monserrat nicht, doch wir hatten das Glück, genau den Mann danach zu fragen, der eine Lösung wusste. Der Immobilienhändler ACO hätte seines Wissens nach eine Wohnung, die er als Pension vermiete.

Kurz darauf betraten wir das Büro des Händlers und trafen dort auf eine Holländerin, die uns freundlich auf Deutsch begrüßte. Es dauerte nicht lange und da hatten wir auch schon den Schlüssel für die Ferienwohnung ihres Chefs in der Hand.

Die aufgeschlossene Frau erzählte uns in der Zwischenzeit, dass es hier in der Stadt bereits seit zwei Jahren nicht mehr geregnet hatte. Zwei Jahre! Das übertraf all unsere kühnsten Schätzungen! In diesen zwei Jahren hat es lediglich ein einziges Mal eine Viertelstunde Regen gegeben. Das war unglaublich und es erklärte definitiv das große Wasserproblem, das hier herrschte. Es bedeutete auch, dass alles, was wir an Grünpflanzen sahen, künstlich bewässert werden musste.

Die Wohnung mit dem Namen Ca Leocadío war genau so, wie wir sie uns gewünscht hatten. Wir hatten eine Küche, jeder ein eigenes Schlafzimmer, eine Waschmaschine und bequeme Betten. Internet konnten wir von den Nachbarn über uns beziehen, wenngleich die Frau zunächst Angst hatte, wir könnten ihren Computer zerstören, wenn sie uns das wLAN-Passwort gab. Ihr Sohn konnte sie jedoch beruhigen und damit war alles in Ordnung.

Beim Betreten der Stadt hatten wir in einem Obst- und Gemüseladen nach etwas zu Essen gefragt und daraufhin von der Kassiererin zwei Pfirsiche mit leichten Dellen bekommen. Mehr könne sie uns nicht anbieten, da ihr Chef nicht da sei. Als ich kurz darauf in einer Bar auf einen Mittagssnack wartete, wurde ich von einem Mann angesprochen. Er erklärte mir, dass er der Chef jenes Ladens sei und entschuldigte sich vielmals für das Verhalten seiner Angestellten. „Eure Idee ist großartig und auf jeden Fall unterstützenswert!“ sagte er und nachdem er sein Bier ausgetrunken hatte, nahm er uns mit zu seinem Laden. Dort durften wir uns aussuchen, was wir wollten. Als wir die Tüten nach hause geschleppt hatten, begegnete uns der Mann hier erneut. Es stellte sich heraus, das er für diesen Tag unser Nachbar war. Und wo wir gerade da waren, lud er uns auch noch ein, die alte Bäckerei seiner Eltern zu besichtigen.

Zurück in der Wohnung widmeten wir uns noch einmal dem Thema Toilettenpapier.

Bislang hatten wir nur einige Einzelerfahrungen sammeln können, aber es musste doch auch etwas Offizielles zu diesem Thema geben. Es kostete uns einige Mühen und erforderte Heikos ganzes Geschick als Fährtensucher, doch schließlich fanden wir eine Studie zu diesem Thema, die die Einzelerfahrungen der Menschen bestätigten.

Die besagte Studie wurde von dem Proktologen Dr. Wilhelm Bröll vom Darmzentrum Vlotho durchgeführt und auf den 23. Koloproktologie-Tagen in München vorgestellt. Er untersuchte dabei 120 Patienten, die unter Ekzemen, Rhagaden oder Erosionen im Analbereich litten und die allesamt über ein Jucken und Brennen am After klagten und forderte sie auf, ihre Analhygiene für einen Zeitraum von 10 Tagen zu verändern. Dabei zeigten 60% der Probanden, die zuvor trockenes Klopapier benutzt haben und ihren Hintern nun lediglich mit klarem Wasser ausspülten eine deutliche Besserung. 60% dieser Patienten stimmten also mit den Erfahrungen des 65jährigen Mannes überein, und das obwohl sie ihre übrigen Alltagsroutinen vollkommen beibehielten. Von den Probanden, die trockenes durch feuchtes Klopapier ersetzten, fühlten sich immerhin 30% besser. Doch diese Wert ist etwas mit Vorsicht zu genießen, denn wie wir später noch zeigen werden, enthält das feuchte Klopapier auch eine Reihe von weiteren Zusatzstoffen, die den Organismus auf andere Weise wieder schädigen. Unter den Patienten, die zuvor bereits feuchtes Klopapier verwendet hatten und dieses nun ebenfalls durch fließendes Wasser ersetzten, zeigten auch 30% eine Verbesserung.

Damit war es nun offiziell! Klopapier aus seinem Alltag zu verbannen, hatte eine positive Wirkung auf die Gesundheit.

Wenn der Verzicht auf Klopapier in mehreren Einzelfällen und sogar in wissenschaftlichen Studien derartige gesundheitliche Verbesserungen bewirkt, dann drängt sich unweigerlich eine Frage auf:

 

Welche potentiell schädlichen Substanzen sind in unserem Klopapier enthalten?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns einmal angeschaut, wie Papier im Allgemeinen und Klopapier im Besonderen eigentlich hergestellt wird.

Ganz am Anfang der langen Kette der Papierherstellung steht ein Baum, denn wie ihr wahrscheinlich wisst, besteht unser Papier aus Zellstoff und dieses wird aus Holz gewonnen. Früher wurden die Bäume dazu mit der Axt und später mit einer Kettensäge geschlagen. Heute gibt es für diese Arbeit sogenannte Vollerntemaschinen. Sie heißen Harvester und ernten pro Stunde bis zu 100 Bäume. Das sind mehr als 1,5 Bäume pro Minuten, die Gefällt, entastet und niedergelegt werden. Um einen kompletten Wald zu ernten braucht es damit also nicht mehr als einen Mann und ein paar Stunden Zeit. Wenn man bedenkt, was wir für einen enormen Papier- und Holzverbrauch haben, ist das natürlich äußerst Praktisch. Nur an die Waldbewohner darf man dabei nicht denken.

Das geerntete Holz wird dann auf große LKWs verladen und in das Papierwerg gebracht. Hier wird es mit einer Maschine zerkleinert, die noch weitaus gigantischer ist, als der Harvester. Um einen Meter Holz in der Dicke eines gewöhnlichen, erntefähigen Baumstammes in Sägespäne zu verwandeln, benötigt der Häcksler der Papierindustrie gerade einmal eine einzige Sekunde. Stellt euch das Bitte einmal bildlich vor, denn sonst kann man es eigentlich gar nicht glauben.

Für normales Papier, das später beschrieben, bedruckt oder zu Papierfliegern und Zeitungshüten verarbeitet wird, wird fast ausschließlich Nadelholz verwendet. Dieses Holz hat lange Fasern, die es stabil und fest machen. Meist werden dafür Kiefern und Fichten verwendet. Für Klopapier, Taschentücher und Servierten hingegen braucht man außerdem einen Laubholzanteil, meist aus Birke oder Eukalyptus, durch dessen kurze Fasern das Papier hinterher schön weich und geschmeidig wird.

Die kleingehackten Holzschnitzel gelangen dann in den Zersetzer. Bis hier hin handelte es sich bei unserem Papier-Rohstoff noch um ein Reines Naturprodukt, an dem man außer der Waldrodung nichts aussetzen konnte. Mit dem Eintauchen in den Zersetzer ändert sich das jedoch grundlegend. Denn die Holzfasern befinden sich in einem festen Verbund, der vollkommen aufgelöst werden muss, so dass nur noch die Fasern selbst übrig bleiben. Diese Fasern bilden dann den sogenannten Zellstoff. Um ihn zu erhalten müssen die Hackschnitzel jedoch in Chemikalien getränkt werden, die die Holzanteile vollständig zersetzen. Leider konnten wir bislang nicht herausfinden, woraus diese Chemikalien bestehen, doch sie sind hochgradig ätzend und giftig genug, um das Holz komplett aufzulösen. Eine andere Methode der Papierherstellung, die ohne ein solches Chemiebad auskommt, gibt es bis heute nicht. Das bedeutet im Klartext, dass jedes Papier, das wir jemals im Laufe unseres Lebens in den Händen gehalten haben, in diesem Moment halten oder noch halten werden, egal ob es sich dabei um Klopapier, eine Matheprüfung, eine Servierte, das Butterbrotpapier um unser Mittagessen, den Eierkarton, die Pappschachtel mit den Trockenfrüchten oder den Kassenzettel handelt, immer mit Chemikalien getränkt ist! Ohne diese Chemikalien hätte man es nicht herstellen können. Informationen darüber, wie giftig diese Chemikalien für den Menschen sind, konnten wir bislang noch nicht finden. Doch ist es nicht bereits besorgniserregend, dass so ein Geheimnis darum gemacht wird?

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Natürlich besteht längt nicht mehr all unser Papier und schon gar nicht unser Klopapier aus frischem Zellstoff. Etwa 70% des Papieres wird aus Altpapier gewonnen. Auf den ersten Blick ist das ein eindeutiger Fortschritt, da nicht nur die Wälder geschont werden, sondern auch die Chemikalien aus der Zellstoffgewinnung bei jedem Recyclingvorgang etwas mehr ausgespült werden. Statistisch gesehen kann jedes Stück Papier bis zu 7x recycelt werden. Doch leider ist auch dieser Prozess bei weitem nicht so nobel, gesund und umweltverträglich, wie er gerne präsentiert wird.

Neben dem Bäumen für den Zellstoff landen auch die LKWs mit dem Altpapier in der Papierfabrik. Auf seinem Weg zu einer neuen Verwendung muss der Papiermüll erst einmal von anderen Abfällen befreit werden. Dies geschieht in einem sogenannten Sortierer, einer riesigen Maschine, die das Altpapier von Plastik und anderen Müllarten befreit. 400 Tonnen Papiermüll schafft so ein Sortierer täglich. Dabei werden jedoch zunächst nur die groben Müllpartikel aussortiert, die sich über Luftströme, Magnete und andere Tricks gut trennen lassen. Pappkartons müssen dabei von Hand aussortiert werden. Sie bestehen zwar auch aus Zellstoff, enthalten jedoch so viel Klebstoffe, dass sie die Maschinen zerstören würden.

Der vorsortierte Papiermüll wird anschließend gehäckselt und mit Wasser zu einer breiigen Masse vermengt, die dann in einer Art riesigen Waschmaschine landet. Hier wird sie mit einer weiteren Portion Chemikalien angereichert, die das Papier zu einem Brei auflöst. Diese Masse enthält noch immer Kunststoffe und andere Abfälle, die ihre giftigen Schadstoffe, an den Papierbrei abgeben und die durch die Chemikalien zum Teil ebenfalls aufgelöst werden. Das bedeutet im Klartext, dass jedes Gift, das auf seinem Reise durch den Alltag irgendwann einmal mit dem Papier in Berührung gekommen ist, in das neue Altpapier einfach mit eingearbeitet wird. Jeder Tropfen Altöl, der mit der Zeitung aufgefangen wurde, jede chemische Wandfarbe, jedes Lösungsmittel und so weiter und so fort. Alles, was mit dem Papier im Container landet und nicht sofort aussortiert wird kann dann ebenfalls noch seinen giftigen Senf dazu geben. Von Druckerschwärze, giftiger Tinte und anderen Mitteln, die wir bewusst auf das Papier auftragen, will ich hier noch gar nicht sprechen. Dass kommt gleich noch. Jetzt möchte ich nur einmal bewusst machen, was alles an zusätzlicher Belastung in das Papier gelangt, ohne dass es für irgendjemanden überhaupt nachvollziehbar ist.

Doch schauen wir uns an, was weiter mit unserem Papierbrei passiert. Die riesige Wäschetrommel, in der sich die Masse befindet wird nun gedreht, so dass alle festen Fremdstoffe nach außen fliegen und dort aussortiert werden können. Vier mal wird die Pampe nun durch ein Sieb gedrückt, bis wirklich nur noch eine feine Masse aus Zellstofffasern, Wasser und Chemikalien übrig geblieben ist.

Erst jetzt kommen wir zum Thema Druckerschwärze. Denn das Altpapier ist in den meisten Fällen ja kein unbeschriebenes Blatt mehr. Zeitungen und Buchseiten werden mit erdölhaltiger Druckerschwärze versehen, Verpackungen, Plakate, Bilder, Zeitschriften und ähnliches bekommen bunte Farbe aus Großdruckereien imprägniert, unser Büropapier wird mit Tintenstrahldruckern oder Laserdruckern bedruckt. Oftmals kommen noch weitere Beschichtungen und Lasuren hinzu, die einen Seidenmatt- oder Hochglanzeffekt erzielen. Zusammen enthalten diese Farbsubstanzen neben Zink, Chrom oder Nickel mehr als 6000 Chemikalien von denen die Meisten noch nie auf ihre Giftigkeit hin untersucht wurden. Warum auch, denn das wäre teuer und aufwändig und in erster Linie kommt es ja darauf an, dass es gut aussieht. Doch die wenigen, deren Auswirkungen auf den Körper wir kennen, reichen vollkommen aus, um sich beim Benutzen von Klopapier vor Angst in die Hose zu scheißen. Einer dieser Stoffe ist Bisphenol A, das vor allem als Bestandteil von Kunstharzen, Klebstoffen und Beschichtungen, sowie als Weichmacher und Antioxidationsmittel in Kunststoffen verwendet wird. In der Papierindustrie wird es in Kassenbons und anderem thermoempfindlichen Papier eingesetzt. Hier ist es Teil der Beschichtung, die sich bei Hitze dunkel färbt und so die Preise unserer Lebensmittel anzeigt.

Bereits seit 1936 veröffentlichten die beiden Wissenschaftler E. C. Dodds und W. Lawson eine Studie, in der sie bewiesen, dass Bisphenol A eine hormonell aktive Wirkung auf den Körper hat. Im Klartext heißt das, dass Bisphenol A im Körper ähnlich wirkt, wie das weibliche Hormon Östrogen. Dadurch bringt es den Körpereigenen Hormonhaushalt durcheinander, verursacht bei Männern Sterilität und fördert bei Frauen die Bildung von Brustkrebs. Noch einmal um das ganz deutlich zu machen: Diese Wirkung ist bereits seit den dreißiger Jahren bekannt und wurde dennoch bis vor etwa 15 Jahren komplett ignoriert. Erst seit der Jahrtausendwende ist die Tatsache, das viele Chemikalien eine ungewollte hormonelle Auswirkung auf den Organismus von Menschen und Tieren haben, langsam in das Bewusstsein der Wissenschaftler vorgedrungen. Den Bisphenol A ist bei weitem nicht das einzige Gift mit dieser Wirkung. Das fatale an diesem Stoff ist jedoch, dass er keine direkt spürbaren Symptome verursacht. Wenn man ihn zu sich nimmt, passiert erst einmal gar nichts. Die Veränderungen im Körper kommen schleichend und bleiben fast immer unbemerkt, bis es zu spät ist. In den letzten Jahren gab es mehrere Studien, die Bisphenol A in Blutplasma, Muttermilch, Zahnfüllungen, Innenbeschichtungen von Konservendosen und Trinkflaschen für Kleinkinder nachwiesen und den Giftstoff damit immer mal wieder für kurze Zeit in ein unschönes Rampenlicht stellten. In Kanada sollten daher zumindest Babytrinkflaschen mit Bisphenol A verboten werden. Deutschland, Japan, die USA und auch die EU sehen jedoch noch immer keinen Anlass zur Besorgnis, obwohl die entsprechenden Fachgremien der Länder vor der Wirkung von Bisphenol A warnen. In 14 US-Staaten gibt es politische Initiativen, die erreichen wollen, dass Gesetze zur Bisphenol-A-Regelung in Produkten erschaffen werden und selbst Barak Obama hat bei seinem Wahlkampf zum Präsidenten mit der Aussicht auf ein Verbot dieses Stoffes geworben. Geändert hat sich bis heute an der Verwendung der Östrogen-Ähnlichen Substanz jedoch nichts. In einer Sammelstudie über die Inhaltsstoffe von Altpapier konnte Bisphenol A in allen getesteten Proben nachgewiesen werden.

Weitere bekannte Giftstoffe, die im Altpapier enthalten sind, sind 4-Nonylphenole (NP), Pentachlorphenol (PCP), 4-tert-Octylphenol (OP) und Tetramethyl-5-decin-4,7-diol (TMDD). Ob es wohl einen besonderen Grund hat, dass diese Stoffe alle Namen tragen, die niemand auf der Welt aussprechen, geschweige denn im Gedächtnis behalten kann? Um euch das Lesen etwas zu erleichtern, benutzen wir erst mal nur die Abkürzungen.

NP ist anders als Bisphenol A bereits sofort giftig, hat aber ansonsten die gleiche hormonelle Wirkung. Der Stoff ist zwar seit 2005 in Deutschland verboten, doch bis er wirklich aus dem Systemkreislauf verschwindet, wird wohl noch Jahre dauern.

PCP ist ein Gift, das vor allem als Fungizid in Holzschutzmitteln sowie in der Textilindustrie und in der Lederverarbeitung verwendet wird. Es wurde bereits 1989 in Deutschland verboten, doch da es sehr langsam verfällt und außerdem vor allem in langlebigen Produkten verwendet wurde, ist es ebenfalls noch immer im Umlauf. Es hat unter anderem eine schädigende Wirkung auf die Schilddrüse. OP ist ebenfalls ein östrogenähnliches Gift, das den Hormonhaushalt der Menschen und Tiere stört. TMDD ist eine Chemikalie, die als Schaumhämmer in Druckerfarben, Klebstoffen und Beschichtungen verwendet wird, vor allem deshalb, weil es sich sehr gut an Kunststoffen, Holz und eben auch Papier anhaftet. Durch diesen Stoff können die Farben besser in das Papier eindringen und bleiben länger kräftig. Darüber hinaus ist es ein Bestandteil von vielen Pestiziden. Das National Institute of Health setzte TMDD 2002 auf die sogenannte High Production Volume Liste und nahm es damit in den Olymp der am häufigsten produzierten Chemikalien auf. Bereits das Einatmen oder der Hautkontakt mit TMDD kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dehydrierung, Haut- und Augenreizungen, Ekzeme, Atemwegsstörungen und weitere Symptome auslösen. Denkt bitte noch einmal daran, dass wir mit unserem Klopapier einen durchaus intensiven Hautkontakt haben! Wenn man es über längere Zeiträume regelmäßig einatmet, etwa weil man neben einem Drucker im Büro sitzt, kann es außerdem Asthma und chronische Lungenbeschwerden verursachen. Abgesehen davon gibt es jedoch noch keine Studien über die Langzeitwirkungen. 1998 wiesen die Forscher Kleinschnitz und Schreier nach, dass TMDD bereits auch in unserem Trinkwasser, auch in Mineralwasser aus Flaschen enthalten ist. Bislang zwar noch im Nanogrammbereich, doch die Werte steigen an. 2009 wurde TMDD daher vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westphalen in das ständige Messprogramm des Warn- und Alarmplanes für den Rhein aufgenommen.

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Dies sind nur einige Beispiele von Stoffen, die wir mit unserem Altpapier in den Container werfen, damit dann im neuen Leben Klopapier, Zeitungen oder Verpackungen für Lebensmittel daraus gemacht werden können. Hinzu kommt, dass der Papiermarkt inzwischen stark globalisiert ist. Das heißt, dass wir unser Altpapier mit dem aus anderen Ländern mischen und das wir bedrucktes und mit Chemie getränktes Papier von überall auf der Welt in unsere Altpapiertonne werfen. Selbst wenn Giftstoffe in Deutschland oder sogar ganz Europa verboten und aus dem Verkehr gezogen werden, so heißt das noch lange nicht, dass sie nicht aus anderen Ländern wieder bei uns landen. Vor allem Produkte aus Indien, Vietnam, Korea, China und anderen Billiglohnländern werden besonders gerne importiert. Unter anderem Deshalb, weil dort niemand etwas gegen billige und profitbringende Industriegifte hat.

Früher wurden die Farbstoffe und die Beschichtungen bei der Verarbeitung des Altpapierbreis einfach im Papier belassen. Heute werden sie zumindest teilweise herausgewaschen. Nicht etwa, weil man sich Sorgen um die Giftigkeit machen würde und deswegen besorgt wäre. Die Farbe verringert die Saugfähigkeit des Papieres, macht den Bleichprozess komplizierter und verhindert, dass das Papier wieder strahlend weiß wird. Das mögen die Kunden nicht und deshalb wird zumindest das gröbste entfernt. Dazu wird der Papierbrei mit einer chemischen Seife versetzt, so dass sich eine ordentliche Menge an Schaum bildet, an dem die Farbpartikel hängen bleiben. Auch über die Zusammensetzung dieser Seife konnten wir keine Informationen finden, doch auch sie wird wahrscheinlich nicht ganz ohne sein, wenn man bedenkt, dass sie in der Lage sein muss, unterschiedlichste Farbsubstanzen und Chemikalien auszulösen.

Dass dieser Vorgang nicht dazu führt, dass das Altpapier unschädlich wird, zeigen mehrere Studien, auf die wir bei unseren Recherchen gestoßen sind. Die erste ist eine Studie aus der Schweiz, die sich zwar nicht auf Klopapier aber auf Altpapier im Allgemeinen bezieht. Hier haben Forscher unter der Leitung von Dr. Konrad Krob festgestellt, dass Lebensmittel, die in Recyclingpapier oder -kartons aufbewahrt werden, die Gifte aus dem Papier aufnehmen. Die Toxinwerte der Lebensmittel aus den Papierverpackungen waren dabei um ein hundertfaches höher, als der Wert, der als unbedenklich angesehen wurde. Unter den giftigen Substanzen waren auch Phthalate, die wie Bisphenol A und Konsorten ebenfalls unter anderem dazu beitragen, dass Männer zeugungsunfähig werden.

In der zweiten Studie, die 2008 von Martin J. Gehring, Dirk Vogel und Bernd Bilitewski von der technischen Universität Dresden durchgeführt wurde, suchten die Wissenschaftler genau nach den 5 Giftstoffen, die wir zuvor beschrieben haben. Dabei wurden jeweils vier handelsübliche Klopapierrollen aus Deutschland, China und Australien analysiert. Bisphenyl A wurde dabei in 7 von 12 Produkten nachgewiesen, NP in 10 von 12 und TMBB sogar in allen Proben nachweisbar. Lediglich OP und PCP konnten die Wissenschaftler nicht feststellen. Dabei muss man jedoch sagen, dass die Forscher mit diesen fünf Giften einfach ins Blaue geraten hatten und dabei eine Trefferquote von 60% erzielten. In anderen Studien aus den Jahren 2000 und 2005 konnten OP und PCP hingegen ebenfalls nachgewiesen werden. In diesen Studien war die Menge an Bisphenol A jedoch deutlich geringer. Das Toilettenpapier enthält also nicht immer die gleichen Gifte, doch unschädlicher wird es dadurch keineswegs. Wir ersetzen lediglich alte Toxine durch neue. Und noch immer arbeiten wir dabei mit hormonverändernden Substanzen.

Erkennt ihr die perverse Ironie die darin steckt? Wir nehmen eine Chemikalie, die nachweislich zur Sterilisation führt und reiben sie direkt in unseren Intimbereich! Viele Männer tupfen sich damit sogar die Eichel ab, damit kein letzter Tropfen in die Unterhose gehen kann. Wie präzise kann man eigentlich noch an seiner eigenen Unfruchtbarkeit arbeiten? Das ist ja fast ein bisschen so, als würde man sich die Phthalate direkt in den Hoden oder in die Prostata spritzen lassen. Nur das man sich durch das Klopapier den lästigen Pieks spart.

Spannend an der Studie von 2009 ist auch, dass es den Forschern dabei nicht darum ging, herauszufinden, ob sie sich ihren Hintern in Zukunft lieber mit Moos abwischen sollten. Die Forschung galt nicht dem Klopapierverbraucher, sondern den Klärwerken. Sie wollten herausfinden, in welchem Maße unser Klopapier dazu beiträgt, den Klärschlamm und damit auch unsere Gewässer mit giftigen Substanzen zu belasten. Ihr Ergebnis war eindeutig: Recyceltes Toilettenpapier trägt maßgeblich zur Belastung der Klärwerke und damit höchst wahrscheinlich auch zur Verschmutzung unseres Trinkwassers bei!

Das strotzt doch schon wieder vor Ironie. Gerade in Bioläden und in Bereichen, in denen die Menschen besonders auf natürliche Verpackungsmaterialien und umweltfreundliches Klopapier achten, versorgen sie ihren Körper mit den meisten Giften und fördern außerdem noch die Vergiftung unserer Gewässer. Die Idee vom recycelten Papier mag gut gemeint sein, doch sie ist ein klares Eigentor. Was bewegt eine Firma wohl dazu, auf der einen Seite mit Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit zu werben und auf der anderen Seite willentlich in Kauf zu nehmen, dass ihre Produkte zur Sterilisation und Menschen, zur Zerstörung ihres Immunsystems und ihrer Gesundheit und zur Schädigung des gesamten Ökosystems beitragen? Bedenkt dabei bitte auch, dass jedes Blatt Papier im Schnitt 7x recycelt wird. Das bedeutet, dass ihm bis zu 7x neue chemiehaltige Farbe beigemengt wird, dass es bis zu 7x mit vollkommen unbekannten Alltagsgiften in Kontakt kommt und dass es bis zu 7x neu zu einem Brei verarbeitet wird, dem wiederum toxische Chemikalien beigemengt werden, bevor wir es dann über unseren Hintern reiben und die Toilette hinunterspühlen.

Doch keine Angst! Auch alle, die keinen Wert auf Altpapierbenutzung legen, bekommen ihr Fett weg. Denn Dr. Krob und sein Team stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass nicht nur die alten Farbgifte aus dem Altpapier die Nahrung wandern. Auch die Aufdrucke mit denen die Verpackungen in ihrem jetzigen Leben versehen werden, geben ihre Giftstoffe an die Lebensmittel ab. Besonders schlimm war es bei Eye-Catching-Produkten. Jenen Produkten also, die durch ihre besonders bunte, farbenfrohe und strahlende Gestaltung, die Blicke der Käufer auf sich ziehen und diese zum Kauf anregen sollen. Je bunter eine Verpackung ist, desto ansprechender wirkt sie auf uns, desto giftiger ist sie jedoch auch für unseren Körper. So kommt es, dass wir schon wieder täglich Erdöl und andere chemische Giftstoffe essen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Das gilt übrigens nicht nur für Verpackungen. Denkt dabei auch einmal an das schöne bunte Klopapier, das mit lustigen Teddys, Blümchen oder Sternchen bedruckt ist. Wenn die Farbe von derartigen Aufdrucken von der Verpackung in unsere Essen wandert, dann wandert sie mit Sicherheit auch von unserem Klopapier über die Schleimhäute in unseren Blutkreislauf.

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Aber immer schön der Reihe nach! Denn unser gesäuberter Altpapierbrei kommt nun in die nächste Runde. Ab hier geht er seinen Weg wieder gemeinsam mit dem frischen Papier aus neugewonnenem Zellstoff. Der nächste Schritt ist das Bleichen.

In frischem Zellstoff sind unter anderem Lignin und andere Pflanzenstoffe enthalten, die durch das Auslösungsbad nicht vollständig entfernt werden konnten. Dadurch bekommt das Papier diese unschöne, gräuliche Färbung, die niemand haben will. Um das zu verhindern wird der Papierbrei gebleicht. Beim Altpapier gibt es ebenfalls Verfärbungen, die aufgrund der Verunreinigungen und der noch immer enthaltenen Farbe entstehen. Daher muss auch dieses Papier einen Bleichprozess durchlaufen. Wird der Papierbrei anschließend für Klopapier, Taschentücher oder Servierten verwendet, hat das bleichen außerdem noch einen weiteren Vorteil. Das Lignin, dass durch den Bleichprozess zerstört wird, ist Wasserabweisend. Das Bleichen macht das Klopapier also nicht nur angenehm weich, sondern auch saugfähiger. Früher wurde zum Bleichen in der Regel elementares Chlor verwendet. Dabei entstand eine ganze Reihe von giftigen Chlorverbindungen, wie beispielsweise Dioxine, die sowohl den Menschen als auch der Natur als solche schadeten. Später verwendete man dann hauptsächlich Chlorverbindungen, die jedoch noch immer fast genauso schädlich waren. Das blieb nicht lange ein Geheimnis und schon bald warben die ersten Papierhersteller damit, ihr Papier „Chlorfrei“ zu bleichen. Bis zum Jahr 2006 bedeutete dies, das im Bleichmittel wirklich kein Chlor in welcher Form auch immer, enthalten sein durfte. Stattdessen wurde Wasserstoffperoxid, Ozon oder Sauerstoff verwendet, um dem Papier seine schöne weiße Farbe zu verleihen. Diese Regelung wurde vom Deutschen Institut für Normung (DIN) unter der DIN-Norm 6730 festgelegt und lautete folgendermaßen: „Zellstoffe und andere Halbstoffe, gebleicht ohne Verwendung von elementarem Chlor oder Chlorverbindungen“. Im Mai 2006 wurde diese Norm jedoch aus irgendeinem Grund still und heimlich abgewandelt, ohne dass darüber groß etwas veröffentlicht wurde. Seit diesem Zeitpunkt sagt sie aus, dass ein Papier dann als „chlorfrei Gebleicht“ bezeichnet werden kann, wenn kein Chlor in ursprünglicher, also elementarer Form verwendet wurde. Chlorverbindungen fallen seit dem nicht mehr darunter. Sicher ist euch schon oft aufgefallen, dass in nahezu jedem Buch und auf nahezu jedem Schreibblog „Chlorfrei Gebleicht“ steht. Seit der neuen DIN-Regelung ist das auch kein Wunder denn durch die kleine Umformulierung in der Normregelung sind über Nacht rund 80% des Papiers auf der Welt zu chlorfrei gebleichtem Papier geworden, ohne das irgendjemand seine Produktion umstellen musste.

Das bedeutet im Klartext: Wenn der Papierbrei heute mit Chlordioxid, Hypochlorid oder anderen Chlorverbindungen gebleicht wird, durch die sich die selben oder ähnliche Toxine bilden wie beim elementaren Chlor, dann darf der Hersteller trotzdem „chlorfrei gebleicht“ auf sein Produkt schreiben. Der Verbraucher hat damit fast keine Möglichkeit mehr, herauszufinden, ob sein Papier nun giftige Chlorverbindungen enthält oder nicht. Nur wenn man genau hinschaut, lassen sich die Unterschiede noch erkennen. So gibt es einige wenige Produkte, auf denen der Begriff „Keine Bleichmittel“ zu lesen ist. Dies bedeutet, dass das Papier überhaupt nicht gebleicht wurde, egal ob mit oder ohne Chlor. Es enthält also wirklich keine Bleichmittel. Alle anderen Papiersorten sind auf irgendeine Weise gebleicht worden, wobei nur in etwa 5% der Fälle wirklich auf Chlor und Chlorverbindungen verzichtet wird. Um diese 5% zu finden muss man auf das Kürzel „TCF“ achten, das für „Total-Chlor-Free“ also Vollständig chlorfrei steht. Wenn kein Kürzel auf dem Papier steht oder wenn das Kürzel „ECF“ also „Elementar-Chlor-Frei“ zu lesen ist, dann bedeutet das, das Produkt jede Menge Chlor enthält, welches aber nicht angegeben werden muss.

Im Falle unseres Klopapiers heißt das also, dass wir mit einer Chance von 95% auch noch giftige Chlorverbindungen auf unseren Hintern schmieren.

Langsam ist die Liste mit Toxinen schon ziemlich lang und unser Papier ist noch immer ein flüssiger Brei, der nicht einmal im Ansatz nach Papier aussieht. Dies kommt erst im nächsten Schritt, in der sogenannten Papiermaschine.

Diese Maschine hat mehr Schaltkreise als ein Flugzeug und leistet eine erstaunliche Akkordarbeit. Mit mehr als 100km/h rast ein Sieb durch sie hindurch, auf dass dann der verwässerte Papierbrei aufgespritzt wird. Ob dabei nun später Klopapier, Papier fürs Büro, Papier für Kartons oder Papiertischdecken aus dem Brei wird, hängt von der Zusammensetzung aus Fasern, Wasser und Zusatzstoffen ab. Ihr habt richtig gehört! Es kommen an dieser Stelle weitere Zusatzstoffe wie Leime, Füllstoffe, Leimfixiermittel, Farbstoffe, Retentionsmittel, Verfestiger, Streichmassen, Komplexbildner und Nassfestmittel hinzu, über dessen Schädlichkeit wir bislang ebenfalls nur wenig in Erfahrung bringen konnten. Doch auch hierbei handelt es sich fast ausschließlich um chemisch synthetisierte Stoffe, die kaum zur Verträglichkeit des Papieres beitragen dürften.

Von dem Moment an, in dem die Papierrohmasse auf das Sieb gespritzt wird, bis zu dem Moment in dem es getrocknet und als fertiges Papier auf der anderen Seite wieder herauskommt, vergehen gerade einmal 7 Sekunden. Innerhalb von 50 Minuten produziert die Maschine auf diese Weise eine Papier-Rolle mit einem Gewicht von 40 Tonnen! Das ist so viel wie ein großer, komplett beladener LKW.

Die fertige Papierrolle ist mit ihren 40 Tonnen natürlich viel zu schwer für jeden Klorollenhalter und mit einer Breite von mehreren Metern gibt es auch kaum ein Bas in das sie hineinpassen würde. Außerdem ist das Papier bis hierhin einlagig und das mag heute fast niemand mehr.

Also wird die Rohpapierrolle noch einmal abgewickelt und mit einer oder mehreren anderen Lagen übereinander gepresst. Die Perforierung ist dabei jedoch lediglich dafür zuständig, das Klopapier weich und flauschig zu machen. Denn zusammengehalten werden die einzelnen Lagen durch einen Leim, mit dem sie bestrichen werden. Dass es allein die Perforierung ist, die das Papier zusammenhält, ist ein weit verbreiteter Irrglaube, von dem auch wir bis zu unseren Recherchen fest überzeugt waren. Doch leider kommt hier an dieser Stelle wieder ein Chemieprodukt ins Spiel, welches wahrscheinlich keine heilende Wirkung auf unseren Körper hat. Die Walzen, mit denen die Papierlagen dabei aufeinander gepresst werden, bestehen übrigens aus Kunstgummi, also einem Stoff, der ebenfalls wieder Weichmacher enthält, die er höchstwahrscheinlich an das Papier abgibt.

Für zwei Drittel der Deutschen ist hier die Herstellung ihres Klopapiers nun nahezu vorbei. Jeder dritte jedoch will, dass sein Klopapier schöne bunte Motive oder lustige Sprüche hat. In diesem Fall wird also noch einmal Farbe auf das Papier gedruckt. Zum Thema Farbe haben wir ja bereits genug erzählt, so dass klar sein dürfte, dass die lustige Kuh mit dem niedlichen Gesichtsausdruck, die uns vom Klopapier anlächelt nicht die beste Idee für unseren Hintern ist.

Eine durchschnittliche Toilettenpapierrolle hat eine Länge von 18,5 Metern. Das zusammengepresste und evtl. auch bedruckte Papier befindet sich nun auf einer langen Rolle, die in der Papierindustrie naheliegender Weise als Baumstamm bezeichnet wird. Ein einziger Klopapierwickler schafft davon 500.000 Rollen am Tag. Diese werden nun mit einer großen und extrem schnellen Säge in die üblichen Längen zerschnitten. 180 mal pro Sekunde schlägt die Säge dabei zu.

Nun ist das Papier fertig für den Handel. Es wird in Plastik eingeschweißt, wo es bis zu seinem Bestimmungsort auf unseren Toiletten noch ein paar Weichmacher einsaugen kann. Dann kommt es in die Regale unserer Supermärkte.

Wenn man sich diesen Werdegang im gesamten noch einmal betrachtet, dann wundern einen die Erfahrungsberichte der Klopapier-Vermeider kaum noch. Es kann einfach nicht gesund sein, sich hiermit den Hintern abzuwischen.

 

Spruch des Tages: Wenn du es nicht im Trinkwasser haben willst, dann wirf es auch nicht ins Klo!

 

Höhenmeter: 10 m

Tagesetappe: 14 km

Gesamtstrecke: 5161,87 km

Bewertungen:

 

About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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  1. dorothea liesegang 23. November 2015 at 9:00 - Reply

    Aus diesen Gründen benutze ich seit langem alte Lappen (aus abgenutzen Handtüchern, mit Zickzack umsäumt) anstatt Klopapier. Das ist viel hygienischer und erfordert keinerlei Anstrengung. Mein Impuls war: Jetzt haben auch die Chinesen das Klopapier eingeführt – und kaufen in Afrika Urwälder auf. Ich abonniere auch keine Zeitung, die aus Bergen von papier plus Werbesprospekten bestehen. Aber in meinem Umfeld stoße ich nur auf Kopfschütteln. Vielleicht könnt Ihr diese Tips verbreiten?

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