Tag 1584 bis 1587: Hümmlinger Pilgerweg

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Tag 1584 bis 1587: Hümmlinger Pilgerweg

Tag 1584 bis 1587: Hümmlinger Pilgerweg

 13.01.2018

Für einen Tag waren wir nun also wieder Pilger, wenngleich auch keine Jakobspilger wie üblich, sondern Hümmlinger Pilger. Wie Christian es uns angekündigt hatte führte der Weg wirklich durch ein sehr schönes Wald- und Heide-Gebiet. Die Wege waren zum größten Teil sandig oder erdig, aber bis auf einige Passagen, die von Harvestern zerstört worden waren, gut passierbar. Es ist schon wirklich traurig, dass Initiativen wie diese, so wenig geachtet werden. Der Heimatverein stellte hier mühevoll und mit ganzem Herzblut etwas auf die Beine und erschuf aus dem Nichts heraus eine funktionierende und bemerkenswerte Pilgerkultur und dann kommen ein par Land- und Forstwirte, wühlen die Wege auf, schmeißen die Markierungssteine um und machen ganze Abschnitte unpassierbar ohne auch nur ein schlechtes Gewissen zu haben.

Schwarze Schäne auf einem See entlang des Pilgerweges

Schwarze Schäne auf einem See entlang des Pilgerweges

Aber wie gesagt, die Zerstörung bezog sich auf wenige Abschnitte und der Rest war gut gelegt und absolut empfehlenswert. Nach einer längeren Passage durch den Wald öffnet sich das Land plötzlich vor einem und man kommt durch ein idyllisches Heide-Tal. Kurz zuvor passiert man den Windberg, die größte Erhebung im Umkreis, die es auf stattliche 73m bringt. Zum Vergleich: Der Rest liegt hier auf etwa 40-50m. Dennoch reichte der Höhenunterschied früher aus, um von hier aus bis an die Ostfriesische Küste blicken zu können. Nach dem 30 Jährigen Krieg hatte man hier sämtliche Wälder gerodet, um dadurch raubenden und herumtreibenden Clans von Zigeunern und verarmten Ex-Soldaten die Versteckmöglichkeiten zu nehmen. Das gesamte Land zwischen hier und der Küste war daher Weideland für Schafe und so gab es nichts, das den Blick hätte stoppen können.

Zwei Wildnismentoren unterwegs auf dem Pilgerweg

Zwei Wildnismentoren unterwegs auf dem Pilgerweg

Nach rund 12km erreichten wir das Vereinshaus des Heimatvereins von Börger, wo wir bereits erwartet wurden. Die Initiativträger des Vereins waren nicht mehr als eine Handvoll Rentner und es war fast unglaublich, was sie hier alles auf die Beine stellten. Angefangen vom Pilgerweg selbst, über Bildungsräume für Schulklassen, Museen und Parkanlagen, bis hin zu einem Flüchtlingscamp für afghanische Flüchtlinge bekamen wir von unserem Gastgeber alles gezeigt. Anschließend fuhren wir zu ihm nach hause, wo seine Frau bereits typisch heimische Buchweizen-Pfannkuchen für uns gebacken hatte. Den Nachmittag verbringen wir nun im Heimatvereinshaus, bevor es dann weiter in eine kleine Pension geht, die unser Nachtquartier werden wird.

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Spruch des Tages: Nicht alle Wege führen nach Rom, einige bleiben auch einfach in Norddeutschland.

 

Höhenmeter 130m / 210m / 220m / 210m

Tagesetappe: 24km / 35km / 21km / 26km

Gesamtstrecke: 29.563,27km

Wetter: Überwiegend sonnig, Schneeschmelze bricht herein, viele Wege noch unpassierbar aufgrund der Schneemassen

Etappenziel Tag 1584: Privathaus, Ler, Norwegen

Etappenziel Tag 1585: Birgittinerinnen Kloster, Trontheim / Tiller, Norwegen

Etappenziel Tag 1586: Gemeindehaus der Kirche, Ranheim, Norwegen

Etappenziel Tag 1587: Gemeindehaus der Kirche, Stjördal, Norwegen

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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