Tag 812: Die letzten Tage in Italien

///Tag 812: Die letzten Tage in Italien

Tag 812: Die letzten Tage in Italien

Tag 812: Die letzten Tage in Italien

16.-17.03.2016
Wir haben nun wieder Tuturano erreicht, den ersten Ort, den wir nach Brindisi besucht haben. Der Pfarrer konnte sich nur noch vage an uns erinnern, gab uns jedoch wieder den gleichen Raum, wie beim ersten Mal. Dieses Mal sogar noch mit verpflegung. Es ist ein komisches Gefühl, nach so langer Zeit in eine Stadt zu kommen, die man bereits kennt. Vor allem, wenn es jetzt schon das zweite Mal so ist. Irgendwie sind einem die Straßen vertraut und man weiß noch wo man beim ersten Mal herumgelaufen ist, um nach Essen zu fragen oder um die Kirche zu suchen. Der Raum ist in den verganenen fünf Monaten nicht schöner geworden und auch die Türklinke vom Klo ist immer noch kaputt. Weil die Gesamtfläche nicht größer ist, als eine Briefmarke habe ich mein Büro auch dieses Mal wieder in der Toilette eingerichtet. Weil es regnet und kalt ist, hat man hier das Gefühl, dass es besser ist als nichts, obwohl es schon schön gewesen wäre, wenn es eine Klobürste oder wenigstens einen Klodeckel geben würde, so dass mir nicht ununterbrochen die Bremsspuren eines unbekannten Italieners entgegenleuchten müssten. Aber man gewöhnt sich an alles. Seltsam ist es auch, sich daran zu erinnern, dass beim letzten Mal die Hitze und die Mücken ein Problem waren. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen.

Gestern hatten wir eine ähnlich paradoxe Situation, die uns am Ende aber doch zu einem schönen, ruhigen Schlafplatz gebracht hat. Wir erreichten einen Ort namen Sam Piedro Irgendwas, der drei Kilometer von Cellino San Marco entfernt lag. In Cellino hatten wir vor ein paar Tagen vergeblich nach einem Schlafplatz gesucht woraufhin man uns empfohlen hatte, nach San Piedro auszuweichen. Wir waren dem Rat damals nicht gefolgt, weil wir in die andere Richtung laufen mussten. Jetzt zeigte sich, dass dies eine gute Entscheidung war, denn im ganzen Ort ließ sich nichts zum Übernachten auftreiben. Lediglich der zahnlose Besitzer einer Hippi-Bar konnte uns schließlich weiterhelfen. Er besaß ein leerstehendes Haus, in dem wir übernachten konnten. Dieses befand sich jedoch in Cellino San Marco, also genau da, wo wir letztes Mal gescheitert waren.

Mehr für dich:
Tag 461: Jerusalem Way

Morgen geht es dann nach Brindisi und übermorgen weiter mit der Fähre nach Grichenland. Noch immer ist es kalt und regnerisch und wir haben noch ordentlichen Respekt vor der Überfahrt. Aber wir sehnen uns auch schon nach der Ruhe hinter dem großen Teich zurück

Spruch des Tages: Unsere Zeit in Italien nähert sich dem Ende!

Höhenmeter: 140 m
Tagesetappe: 11 km
Gesamtstrecke: 14.403,27 km
Wetter: Überwiegend sonnig, später leicht bewölkt
Etappenziel: Kleine, private Pension, 46100 Plataria, Griechenland

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

Bewertungen:

 

About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

Leave A Comment

Translate »