Tag 836: Offroadtour

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Tag 836: Offroadtour

Tag 836: Offroadtour

01.04.2016

Es wird immer wilder! Heute haben wir an der Straße die ersten Hinweiseschilder gesehen, die vor Bären warnten. Die Wälder hier lassen auch keinen Zweifel, dass dies ein idealer Lebensraum für die pelzigen Freunde ist. Selber gesehen haben wir bislang noch keinen, aber ein paar Spuen haben wir schon entdeckt.

Die Straßen sind hier nun wieder sehr brachial in den Fels geschlagen worden. Häufig kommen wir an Schildern vorbei, auf denen steht, dass es sich um EU-Förderprojekte im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich handelt. Dabei kam dann schon des öffteren die Frage in uns auf, warum die EU so viel Geld hinblättert, um mitten in den Bergen gewaltige Straßen zu bauen, die nicht benutzt werden. Am Tag fahren hier vielleicht zwei oder drei Autos, was für uns natürlich der absolute Knaller ist. Eine Theorie, die wir dazu hatten war, dass es vielleicht etwas mit den vielen Rohstoffen zu tun haben könnte. Denn dort wo die Straßenbauer den Fels eingerissen haben lässt sich erkennen, dass es sich bei dem Gestein nicht einfach nur um Steine handelt. Es sind fast alles Erze. Unserer unprofessionellen Beurteilung zu folge handelt es sich hauptsächlich um Kupfer und Eisenerz, aber schwören würde ich das noch nicht. Sicher ist jedoch, dass die Gesteine eindeutig große Mengen an Metallen enthalten, die sicher nicht ohne Wert sind.
In unserem Zielort trafen wir einen freundlichen Polizisten, der tatsächlich der erste Vertreter seines Berufsstandes in diesem Land war, der uns weiter half. Nach kurzer Überlegung spendierte er uns je einen Tee und organisierte uns einen Schlafplatz im Wartezimmer einer Arztpraxis. Der Arzt kam nur einmal in der Woche in diesen Ort und ansonsten stand die Praxis leer. Aus der Liste mit ausgefallenen Schlafplätzen kam dieser auf jeden Fall wieder einmal recht weit nach oben. Gemeinsam mit dem Schaufenster von vor ein paar Tagen.

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Während wir in der Baar unseren Tee aus einem Styroporbecher tranken, kam plötzlich eine Kolonne mit rund 20 oder 30 Jeeps durch den Ort gerauscht. Im ersten Moment dachte ich, dass nun eine Armee hier einfallen und die Häuser besetzen würde, doch dann fiel mir auf, dass alle Offroadwagen aus Deutschland stammten. Es war eine Abenteuer-Touristengruppe, die eine geführte Tour aus den Dirtroads des Landes machte. Die meisten Jeeps waren bis auf ein Guckloch in der Windschutzscheibe mit Schlamm beschmiert. Am Ende der Ortschaft gab es eine Tankstelle und so machte die Kolonne halt um neuen Sprit zu Tanken. Im kleinen Minimarkt an der Ecke gab es dann auch gleich noch den Sprit für die Fahrer dazu. Dass die Touristen diesen Laden regelrecht plünderten, kam uns später noch zu gute, denn die Kassiererin war nun auf Deutsche wirklich gut zu sprechen, da sie ihr gerade einen kompletten Monatsumsatz beschert haben. Dementsprechend großzügig stattete Sie uns mit Tiefkühlkost aus. Etwas anderes hatte sie nämlich nicht mehr.
Der Polizist lächelte nur milde, als er die Offroad-Cracks sah. Sein Blick sprach Bände. Für die Fremden waren die Schlammstraßen hier in der Region ein waghalsiges Abenteuer. Für ihn waren sie nicht mehr als ein ganz normaler Arbeitsweg. So unterschiedlich konnte die Wahrnehmung sein.

Spruch des Tages: Für die einen ist es der Weg zur Arbeit, für die anderen ein Offroad-Abenteuer

Höhenmeter: 190 m
Tagesetappe: 15 km
Gesamtstrecke: 14.805,27 km
Wetter: sonnig
Etappenziel: Notbehausung für albanische Feldarbeiter, 592 00 Rodochori, Griechenland

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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