Tag 824: Polizeigewalt in Griechenland

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Tag 824: Polizeigewalt in Griechenland

Tag 824: Polizeigewalt in Griechenland

Fortsetzung von Tag 823:

Als die Polizisten schließlich verschwunden waren fühlten wir und wie nach einem Überfall. Wir hatten ja schon oft das Gefühl, dass wir uns immer mehr auf einen Polizeistaat zubewegen, aber diese Begegnung hier hatte alles bisherige übertroffen. Wie viele Beweise brauchte man noch, dass wir längst in einem Polizeistaat leben? Ich bin kein Profi, was Rechtsfragen anbelangt, aber ungefragtes Eindringen in ein Privathaus und das Durchsuchen von persönlichem Eigentum ohne einen Verdacht oder einen Durchsuchungsbefehl, dürfte in einem Rechtsstaat nicht in Frage kommen. Irgendjemand äußerst eine unbegründete Vermutung über einen Fremden und schon hat man so einen Eingreiftrupp in seinem Wohnzimmer. Wie weit ist der Weg von diesen Verhältnissen noch zu einer Diktatur, in der man von den gleichen Polizisten überfllen wird, weil jemand vermutet, dass man Juden, Sklaven, Flüchtlinge oder politische “Feinde” bei sich versteckt hält? Wie oft behaupten wir, dass so etwas wie im Dritten Reich nie wieder passieren könnte, weil wir aus unseren Fehlern gelernt haben. Aber stimmt das wirklich? So wie es aussieht haben wir nicht das geringste gelernt. Der neue Diktator sollte vielleicht keinen Schnauzbart tragen aber ansonsten kann er sich wieder alles erlauben. Und das einzige, was es brauchte, um diesen Wahnsinn zu installieren ist Angst.
Plötzlich wurden uns ein paar Dinge klar, die wir zuvor nicht in Zusammenhang gebracht hatten. Im Hotel vor zwei Tagen war stundenlang der Fernseher gelaufen und ohne Unterbrechung waren nur Bilder der Anschläge von Brüssel zu sehen gewesen. Es gab nur noch eine Botschaft, die über die Medien in die Kööpfe der Menschen eingehämmert wurde: “Fürchtet euch! Habt Angst vor allem und jedem, denn jeder könnte ein Terrorist sein! Sie lauern überall und morgen sprengen sie vielleicht auch euer Dorf in die Luft!” Es ist wie eine Massenhypnose, die jeden Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Und Angst ist das wirksamste Mittel, um jemanden zu manipulieren, das es gibt. Aus Angst machen wir alles und sind bereit Zustände zu zulassen, die wir sonst nie hinnehmen würden.

Da wir nichts anderes machen konnten, haben wir uns die Nachrichten über die Anschläge einmal ganz genau angeschaut und uns ein paar Fragen dazu gestellt, die uns ins Grübeln brachten. Warum wurden immer wieder exakt die gleichen Bilder gezeigt, bei denen nie wirklich etwas zu sehen war, sondern nur Dramatik, Hektik, Verzweifelung, Panik und andere Gefühle übermittelt wurden? Wie ein Mantra wurden einem diese Bilder und die immer gleichen Aussagen dazu ins Gehirn gehämmert. Doch das war nicht das, was uns am meisten irritierte.
Es gab drei Anschläge in einer Millionenstadt mitten in Europa, die zwar in beängstigender Nähe zum Europäischen Parlament stattfanden, dieses jedoch nicht direkt betrafen. Insgesamt kamen bei diesen Anschlägen nach offiziellen Zahlen gerade einmal 23 Menschen ums Leben. Versteht mich nicht falsch, das ist zweifelsfrei eine tragische Sache und für die Opfer ist es schrecklich. Aber geht einmal einen Schritt zurück und betrachtet die Sache aus der Perspektive eines Terroristen. Angenommen es gäbe die religiösen Fanatiker tatsächlich, denen wir derartige Attentäter zuschreiben. Was wäre dann ihre Motivation, ihre Absicht? Wenn ihr ein solcher Fanatiker wärt, ginge es euch dann darum, willkürlich irgendetwas in die Luft zu jagen, ohne dass sich jemand einen Reim darauf machen kann? Oder wolltet ihr eine Botschaft übermitteln, irgendeine art von Statement setzen, das auf euch aufmerksam macht und die Mesnchen wachrüttelt. Niemand nimmt so viel Arbeit, Schmerz und Wiedrigkeit auf sich, wenn er keinen Vorteil daraus zieht. Wenn ich Zeit, Geld und Menschenleben in einen Anschlag investiere, dann will ich davon auch etwas haben. Aber habe ich wirklich etwas davon, dass die Menschen in Europa Angst bekommen, mich und mein ganzes Volk, meine Religion und jeden der auch nur ein Halstuch trägt hassen und verabscheuen und zulassen, dass man einen Polizei- und Überwachungsstaat aus ihrem Land macht? Was bringt es mir als religiöser Fanatiker, wenn ich mit meinen Aktionen nicht mehr erreiche, als dass mir das Einreisen und Leben in anderen Ländern erschwert wird und ich mir selbst immer mehr Freiheit nehme?
Aber selbst wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, dass es einen solchen Menschen tatsächlich gibt, dem all dies egal ist und der einfach Schaden anrichten will, ohne dass es ihm etwas nützt, dann bleiben die Anschläge auf diese Weise noch immer unerklärlich. Denn aus der Sicht eines Selbstmordattentäters der aus irgendeinem abstrusen Grund möglichst viele Menschen in die Luft sprengen will waren die Anschläge eine absolute Pleite. Wie kann es sein, dass jemand drei parallele Anschläge in einer Millionenstadt plant, alles soweit vorbereitet, dass es funktioniert und das niemand etwas davon mitbekommt und am Ende trotzdem gerade einmal 23 Opfer erwischen? Entweder er war ein absoluter Stümper oder hier ist etwas Faul. Wenn es wirklich um religiösen Fanatismus geht, warum stellt sich so ein Verrückter dann nicht einfach an einem Sonntag Vormittag auf den Petersdom in Rom und sprengt mit einem einzigen Attentat ohne großen Aufwand mehrere 10.000 Menschen in die Luft?

Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass ich enttäuscht bin, dass nur so wenige Menschen gestorben sind. Es geht mir nur darum aufzuzeigen, dass hier vielleicht etwas faul ist. Stellt euch einfach mal die Frage, ob es einen solchen Terrorismus, wie wir ihn in der Öffentlichkeit beschreiben überhaupt geben kann. Niemand macht etwas ohne Grund. Wenn so ein Anschlag wie in Brüssel also stattfindet, dann sollte die erste Frage nicht sein, wer den besten Bu-Mann abgeben kann, sondern wer am meisten davon profitiert. Und dies sind ganz bestimmt nicht die Anhänger religiöser Splittergruppen irgendwo in einem kleinen Bauerndorf im mittleren Osten. Es sind die jenigen, die ein Interesse daran haben, dass wir in Angst und Panik leben, weil wir dadurch blind für alle Veränderungen und Freiheitseinschränkungen werden, die wir sonst nicht durchgehen lassen würden.
Wo wir so vor unserem Kaminfeuer saßen und hinaus in das Unwetter schauten, kam uns noch ein weiterer Gedanke. Seit Wochen wurde hier und in Italien nun schon das Wetter manipuliert und ständig wurde Regen erzeugt, der eigentlich nicht hier her gehörte. War das wirklich ein Zufall? Die gesamte Stimmung wirkte wie bei einem Weltuntergang. Allein beim Rausschauen konnte man schon depressiv werden. Was also gab es für eine bessere Vorlage, um die Menschen nun auch noch mit der Angsthypnose der Terrorgefahr zu füttern. In einer Praxis würde sich der Hypnotiseur auch ein passendes Ambiente schaffen, um seinen Patienten für die Therapie zu öffnen. Warum sollte man es umgekehrt nicht genauso machen. Wenn man ohnehin schon das Gefühl hatte, dass die Welt ungergehen und die Sonne nie wieder scheinen werde, dann war so eine Terrormeldung doch gleich noch ein bisschen wirkungsvoller. Nennt und verrückt, paranoid oder verschwörungstheoretisch, aber wir werden hier auf etwas vorbereitet, dass nicht mehr lange verborgen bleiben wird. Lasst die Fragen einfach mal einen Moment auf euch wirken und überlegt, ob hier wirklich alles so ist, wie man es uns weismachen will, oder ob es nicht doch ein paar Dinge gibt, die einfach nicht zusammenpassen.
Einige Tage später erhielten wir auf einen anderen Artikel hin ein Leserkommentar, das uns noch auf einen weiteren spannenden Punkt brachte. Mazedonien hat vor einiger Zeit die Grenzen für Flüchtlinge geschlossen und nun sammeln sich die Fliehenden in den griechischen Grenzregionen. Sie können nicht zurück, können nicht hier bleiben und können auch nicht weiter. Es ist eine zermürbende und aussichtslose Situation, bei der niemand weiß, woran er ist. Das allein reicht schon, um Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Wenn nun auch noch ein künstlicher Dauerregen hinzukommt, der jeden Tag auf die Zelte und Planen prasselt, bis alles nass und schlammig ist und man sich vor der Kälte nicht mehr schützen kann, dann ist das wohl das zermürbenste, was man sich vorstellen kann. Dass es hier zu Ausschreitungen kommt und sich das ganze in ein brennendes Pulverfass verwandelt, braucht eigentlich niemanden mehr zu wundern.

Spruch des Tages: Warum habt Ihr keinen Einreisestempel?

Höhenmeter: 120 m
Tagesetappe: 9 km
Gesamtstrecke: 14.622,27 km
Wetter: leicht bewölkt
Etappenziel: Wartezimmer einer Arztpraxis, 51100 Kranea, Griechenland

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Bewertungen:

 
Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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