Tag 956: Probleme mit dem MacBook Air

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Tag 956: Probleme mit dem MacBook Air

Tag 956: Probleme mit dem MacBook Air

30.07.2016

Heute hat Heikos Computer wieder einmal den Geist aufgegeben. Es war das gleiche Problem, das wir schon mehrere Male hatten, doch dieses Mal wollte das Gerät überhaupt nicht mehr angehen. Offensichtlich war es für ihn also an der Zeit, sich nach der Fertigstellung des Buches ein wenig Ruhe zu gönnen und einmal einen Gang zurück zu schalten. Die Wanderung verlief heute nicht viel anders als an den letzten Tagen, nur dass wir dieses Mal einen recht guten Schlafplatz auf einer Apfelwiese ergattern konnten. Es war der abhängigste Platz den wir je hatten, aber es war ein Platz, für den wir keine 40km wandern mussten. Unten im Ort suchte ich dann gleich ein Postamt in Ungarn, an das nun mein Computer geschickt wird, der ja inzwischen wieder repariert wurde.

31.07.2016

Durch die viele Erschöpfung der letzten Tage waren wir heute so müde, dass wir unseren Wecker überhört und einmal richtig ausgeschlafen haben. Wir starteten unsere Reise daher erst um 11:00Uhr und kamen so genau pünktlich zur Gottesdienstzeit in den nächsten Ort. So angenehm wie zu dieser Zeit hatten wir es in ukrainischen Ortschaften noch überhaupt nicht. Fast niemand schien mehr mit dem Auto zu fahren, denn der Gottesdienst war offensichtlich das einzige, wohin man zu fuß ging. Von allen Seiten pilgerten die Menschen zur Kirche. Diese war bereits so überfüllt, dass die meisten draußen im Freien standen und dem Gottesdienst von hier aus lauschten. Auffällig dabei war, dass fast nur Frauen anwesen waren. Fast alle hatten sich dabei zurecht gemacht, als würden sie in eine Disco oder auf einen Ball gehen. Viele trugen aufreizende, kurze Kleider oder Röcke mit hohen Schuhen und oftmals wirkte es fast ein bisschen nuttig. Gleichzeitig waren ihre Köpfe in Tücher gehüllt und sie standen andächtig mit gesenktem Haupt vor dem heiligen Haus un beteten. Spannend war dabei, dass die Kopftücher erst ab einem bestimmten Alter getragen werden mussten. Die Miniröcke hingegen nicht.
Als wir das Dorf verlassen hatten, kamen wir zum ersten Mal auf eine kleine, nicht befahrene Straße, die sogar mit gutem Asphalt bedeckt war. Sie weckte Erinnerungen an den Balkan und plötzlich wussten wir wieder, warum uns das Wandern damals so gut gefallen hatte. Solche Straßen waren immer der Normalzustand gewesen. Hier machte man fast einen Luftsprung, wenn man mal eine entdeckte.

Was unsere Schlafplatzsuche anbelangte, kamen wir uns nun langsam wie verflucht vor. Sobald man einen finden wollte, gab es nur noch Besiedelung. Heute kamen wir sogar an einem Kloster vorbei, zu dem unter anderem auch ein großes Gästehaus gehörte. Nachdem mich die Nonnen eine knappe Stunde warten ließen, entschieden sie sich dafür, uns nicht aufzunehmen. Einen Grund gab es nicht. Sie hatten einfach keine Lust. Jetzt, da ich mich als Franz selbst wirklich wie ein Mönch fühlte, spürte ich, dass mich das gleich noch einmal mehr störte. Nicht so sehr, dass wir abgelehnt wurden, sondern einfach die Art und Weise, wie man uns dabei behandelt hatte. Ich fragte mich, ob mir das wohl mit Robe auch passiert wäre und langsam freute ich mich richtig darauf, sie zu erhalten.
Schließlich erreichten wir eine Wiese, oberhalb der Straße, auf der wir unser Zelt aufbauen konnten. Es war bereits wieder kurz davor, dunkel zu werden und so begannen wir gleich mit dem Kochen. Zum Arbeiten setzte ich mich anschließend in eine kleine Wanderhütte, die hauptsächlich als Sauf- und Bumsburg genutzt wurde. Es gab hier sogar zwei Mattratzen, auf denen man entweder seine Lust ausleben oder seinen Rausch ausschlafen konnte. Besonders beliebt waren sie aber bei dem kleinen Siebenschlägfer, der über mir im Dachgebälk saß und der die Mattratzen hin und wieder gerne einmal annagte.

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Spruch des Tages: Auf diese Apfelprodukte ist einfach kein Verlass!

Höhenmeter: 60 m
Tagesetappe: 16 km
Gesamtstrecke: 17.219,27 km
Wetter: sonnig und heiß
Etappenziel: Kulturhaus der Stadt, Zemplin, Slowakei

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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