Tag 1168: Das größte Omelette unseres Lebens

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Tag 1168: Das größte Omelette unseres Lebens

Tag 1168: Das größte Omelette unseres Lebens

14.03.2017

Die Geburtstagswoche wurde auch heute wieder sehr angenehm fortgesetzt. Wir bekamen nun sogar frühlingshaftes Wetter mit herrlicher Sonne dazu. Überall begannen die Kirschbäume zu blühen und das triste Grau ein wenig freundlicher und farbenfroher zu gestalten. Wenn nicht gerade die Bauern mit ihren Giftspritzanlagen unterwegs waren duftete es nach frischen Blüten und warmem Frühlingstag. Gleich um 12:00 Uhr bekamen wir einen Besprechungsraum als Schlafplatz zur Verfügung gestellt und am Abend kam sogar noch ein Pizza-Wagen in den Ort gerollt, der uns mit zwei winzigen aber sehr leckeren Pizzen beschenkte. Damit gab er den Startschuss, dass es nun auch kulinarisch wieder bergauf ging. Zum Abendessen bekamen wir dann noch 18 Eier für das größte Omelette unseres Lebens, sowie je zwei Puddings und ein Fruchtkompott.

Spannend war aber auch heute wieder, wie unterschiedlich die Menschen auf unsere Anfragen nach Essen reagierten. Eine Familie mit einem behinderten Sohn, die selbst tatsächlich nicht allzu gut aufgestellt war, bat mich sofort herein und machte uns eine große Tüte zurecht. Ebenso eine junge Frau, die gerade mit ihrem vierjährigen Sohn alleine zu hause war. Beide Familien waren recht stark gläubig und hatten daher auch einen positiven Bezug zu Glaubensreisen und Mönchen. Andere Familien hingegen reagierten mit strikter Ablehnung und waren teilweise extrem unfreundlich und herablassend, suchten aber stets nach einer guten Begründung, warum sie gerade nicht helfen konnten. Auffällig fand ich auch, dass der Mann mit der geistigen Behinderung der erste überhaupt war, der praktisch und zielorientiert dachte. Seine erste Reaktion auf mein Klingeln hin war nicht, herauszufinden, was ich wollte, sondern mich hereinzubitten, damit er die Tür schließen konnte, weil es draußen kalt war.

Nahezu alle anderen führten das gesamte Gespräch in der Tür, so dass stets die warme Luft nach draußen entwich. Der junge Mann war außerdem der erste, dem sofort bei der Begrüßung auffiel, dass meine Hand kalt war und dass es daher draußen wohl wirklich ungemütlich sein musste. Was nun, da die Sonne untergegangen und der Wind aufgekommen war auch stimmte.

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Spruch des Tages: Ob man wohl doch zu viele Eier auf einen Schlag essen kann?

Höhenmeter: 90 m
Tagesetappe: 14 km
Gesamtstrecke: 21.399,27 km
Wetter: sonnig und frühlingshaft, teilweise mit kaltem Wind
Etappenziel: Umkleidekabine des Sportplatzes, 37340 Savigné-sur-Lathan, Frankreich

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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