Tag 329: Zurück ans Reißbrett Teil 2

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Tag 329: Zurück ans Reißbrett Teil 2

Tag 329: Zurück ans Reißbrett Teil 2

Fortsetzung von Tag 328…

Das Problem ist, dass ich zwar im Innen irgendwo erkannt habe, dass ich eigentlich ein Fuchs bin, mich aber komplett wie eine Maus verhalte und das Bild einer Maus nach außen sende. Ständig versuche ich nun, mein Fuchsbewusstsein zu stärken und mich im inneren immer mehr zu einem Fuchs zu wandeln. Doch nach außen hin habe ich Angst vor jeder kleinen Veränderung. Solange ich aber als Maus wahrgenommen werde, so lange wird mich auch jeder als Maus behandeln. Ich werde verhätschelt und umsorgt und immer wieder in mein Mausbewusstsein zurückgedrängt. Es ist in etwa so, als wollte ein Alkoholiker versuchen trocken zu werden, ohne dabei aufzuhören, in seine Stammkneipen zu gehen und ohne seinen Saufkumpanen etwas von seinem Beschluss zu erzählen. So sehr er es sich auch innerlich vornimmt, er wird nicht mit dem Trinken aufhören können, solange er es vor seinen Kumpels verheimlichen will und er sich immer wieder auf ein neues Bier einladen lässt.

Solange ich mich also in allen meinen Handlungen wie eine Maus verhalte, kann ich mich im Inneren drehen und wenden wie ich will, ich werde dadurch nicht zum Fuchs werden. Diese Unsicherheit, die dazu führt, dass ich nicht als Fuchs auftreten kann, führt auch dazu, dass mich keiner wirklich ernst nimmt. Nicht nur die Menschen, auch die Tiere, Pflanzen, Helfer, Keeper und Spirits können mich nicht als Fuchs wahrnehmen und mir daher auch keine Lernaufgaben für Füchse mit auf den Weg geben. Wenn ich nicht handele, kann ich auch keine Reaktion hervorrufen und so werde ich zu einem unsichtbaren Wesen, dass keine Hinweise von der Schöpfung mehr bekommt. Ich bin nun weder eine Maus noch ein Fuchs und kann daher auch keine Emotionstrainer mehr bekommen, die mich auf meinem Weg weiterbringen. Die Schöpfung hat mir mein ganzes Leben lang immer wieder Chancen und Aufgaben geschenkt, mit denen ich beweisen konnte, dass ich bereit bin, meine Lebensaufgabe anzunehmen. Doch ich habe sie stets ignoriert und die Schöpfung mit Füßen getreten. So lange, bis ich soweit aus dem natürlichen Gleichgewicht geriet, das ich zu einer Gefahr für die Umwelt wurde. Ich war ab diesem Moment kein Heiler mehr sondern ein Zerstörer, jemand, der ohne es zu merken Leid in die Welt brachte. Also gab die Schöpfung es auf, mir weitere Hinweise zu senden und akzeptierte, dass ich ein Leben als Statist führen werde, der seine Aufgabe nicht annimmt. Gleichzeitig schickte sie mir jedoch die Darmentzündung über die ich nun anfangen konnte, alle unbearbeiteten Gefühle zu verdauen.

Worin besteht mein Maus-Sein konkret?

Genau als Heiko mir diese Frage stellte, tauchte rechts von uns ein Feldhase auf. „Da hast du deine Antwort!“ sagte Heiko, „du bist wie der Hase, der ständig Haken schlägt und sich aus allen Situationen herauswindet, ohne eine feste Richtung einhalten zu können. Du findest immer neue Ausflüchte, warum du dich jetzt in diesem Moment gerade doch nicht wandeln kannst, sondern erst später. Doch dieses Später wird nie kommen!“

Hatte mich die Schöpfung also doch nicht aufgegeben? War sie trotz der vielen Jahre in denen ich sie verspottet hatte noch immer bereit an mich zu glauben und mich zu unterstützen? War ich nur zu blind, es wahrzunehmen und zu feige, ihr zu vertrauen, obwohl sie sich mir auf dem Silbertablett präsentierte?

Die Hauptpunkte waren also auch hier wieder Unsicherheit und Faulheit. Das neue macht mir Angst, also verstecke ich mich hinter den alten eingefahrenen Mustern. Sich ein neues Verhalten anzutrainieren ist anstrengend, also falle ich beim ersten kleinen Hauch von einer vertretbaren Begründung lieber wieder in das Alte zurück. Ich würde ja aufmerksam sein, aber heute ist das Wetter so schlecht. Ich würde ja meine Liegestützen machen, aber heute war es so anstrengend. Ich würde ja in mich hineinspüren, aber es ist schon so spät und ich bin schon so müde…

Auf diese weise vertage ich alles auf einen späteren Zeitpunkt. Ich lebe nie im Jetzt, sondern schmiede immer neue Pläne für die Zukunft. Wenn ich das erreicht habe, dann wird alles gut! Dabei vergesse ich jedoch, im Jetzt zu handeln. Es gibt so viele Dinge, die erst mal wichtiger sind, als mein Sein und meinen Heilungskörper anzunehmen. Erst muss ich Geld verdienen, dann habe ich Zeit dafür! Erst einmal muss ich diese Arbeiten fertigstellen, dann kommt der nächste Schritt! Solange bleibe ich erst einmal noch Maus. Wieder geht es darum, kein Risiko einzugehen. Erst wenn ich genügend Geld habe, entschließe ich mich, mit der Wandlung zu beginnen. Ich brauche alle Sicherheiten, sonst mache ich nichts und lebe mein Maus-Sein einfach weiter wie bisher.

Würde ich jedoch auch nur ein bisschen als Fuchs auftreten, so würden mich die Menschen als Fuchs und nicht mehr als Maus wahrnehmen. Zunächst wäre ich jedoch ein schlechter Fuchs, einer, der das Fuchssein überhaupt nicht drauf hat, der viele Fehler macht, der sich unsicher ist, wie man sich als Fuchs überhaupt verhalten muss. Dies ist die Phase, in der sich Paulina gerade befindet. Als gute, mitleidserregende Maus bekam man natürlich viel Anerkennung und viel Bemutterung. Als schlechter Fuchs jedoch bekommt man zunächst ordentliche Prügel, da man eine Schande für die ganze Fuchsgesellschaft darstellt. Plötzlich bekommt man Druck. Es wird kein Stillstand, keine Rumgemusche mehr akzeptiert. Jetzt sind die Konsequenzen klar. Es gibt kein Auffangnetz mehr. Entweder man wandelt sich ganz zum Fuchs oder man geht bei dem Versuch drauf.

Genau in dem Moment, in dem wir darüber sprachen, sprangen drei wütende Hunde gegen ein Stahltor links neben mir und kläfften mich mit fletschenden Zähnen an.

„Siehst du Tobias,“ meinte Heiko nur knapp, „da sind die ‚Füchse’, die dich nach vorne drängen!“

Doch genau vor diesen Schlägen und dem Druck den die Schöpfung mir bieten wird um meine Lebensvision und mein Heilerbewusstsein hervorzurufen habe ich Angst. Ich bin noch immer lieber der Mause-Muschi-Tobi, den alle niedlich finden, als der selbstverantwortliche Heilerfuchs-Tobi, der auch dann seinen Weg geht, wenn er dadurch Aggressionen und Unmut auf sich zieht. So kann mein Weg dazu führen, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern verliere, dass mich meine Freunde nicht mehr mögen, dass mich die Welt für einen Spinner hält und dass ich die vollkommene Harmonie in meinem Umfeld nicht mehr aufrecht erhalten kann, in die ich all die Jahre so viel Energie investiert habe.

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Dafür aber werde ich gesund sein und anderen helfen können. Als Harmoniesüchtling habe ich tatenlos zugeschaut, wie meine Eltern und meine Freunde ebenfalls in krankmachenden Mustern und Routinen lebten. Viele von ihnen habe ich erkannt, doch aus Angst, sie zu verärgern habe ich lieber geschwiegen, anstatt ihnen die wichtigen Hinweise zu geben. So wurde ich zum Lügner, der eine künstliche, oberflächliche Harmonie erschaffen hat, die Krankheit erzeugte und unter der die wahren Gefühle vergraben wurden. Dass dadurch irgendwann mein Darm, als sitz meiner eigenen Gefühlswelt durchdrehte und sich entzündete, war absolut logisch. Doch diese Rolle kann und will ich nicht länger spielen. Ich werde zu demjenigen, der die Wahrheit ausspricht, der die nötigen Fragen stellt und der so zur Heilung und nicht mehr zur Krankheit beiträgt.

Doch wenn ich erfolgreich mit der Wandlung sein will, dann muss ich zunächst erkennen, dass es dabei nicht um mich geht. Es geht nicht darum, einen tollen Körper zu bekommen, um dadurch mehr Anerkennung, Zuneigung und Sex zu erhalten. Es geht darum, in ein Heiler-Bewusstsein zu kommen, so das ich meinen Teil zur Schöpfung beitragen kann. Nur wenn ich einen Heiler-Körper mit einer heilsamen, energiereichen Aura habe, kann ich auch wirklich heilsam für die Welt sein. Denn wie will ich Sicherheit als Heiler vermitteln, wenn ich selbst keine schützende Brust habe? Wie will ich in anderen den Funken der Freiheit wecken, wenn ich mir selbst die Luft zum atmen abschnüre? Wie will ich das männliche und das weibliche Prinzip harmonisieren, wenn ich meine eigene männliche Kraft hinter meiner verengten Vorhaut verstecke und nicht einmal dazu stehen kann, dass ich ein Mann bin?

Am deutlichsten wurde es am Beispiel der Trichterbrust. Wir haben vor einiger Zeit bereits einmal ausgetestet, dass es für mich wichtig ist, die Trichterbrust mit Hilfe einer Operation zu richten, bei der mir für drei Jahre Metallverstrebungen unter die Rippen geschoben werden. In duzenden von kinesiologischen Tests hat mir mein höheres Selbst immer wieder mitgeteilt, dass diese Operation absolut notwendig für mich ist, doch der Gedanke daran macht mir solche Angst, dass ich sie am liebsten um jeden Preis vermeiden würde. Daher habe ich in meinem Plan von gestern auch nichts dazu geschrieben, sondern bin nur auf Übungen eingegangen, die vielleicht ebenfalls irgendwie helfen könnten. Auch als ich diesen Text hier zum ersten Mal schrieb, habe ich noch nichts von dem verstanden, warum es ausgerechnet diese Operation sein muss. Dafür waren noch lange Gespräche abends vor dem zu Bett gehen und unter der Wanderung nötig.

Wenn ich davon ausgehe, dass ich bereits im Alter von etwa 6 Jahren meine Berufung erkannt habe, dann sind es nun gut 23 Jahre, in denen ich sie verleumde. In all diesen Jahren hat mir die Schöpfung immer wieder Zeichen, Hinweise, Aufgaben und Prüfungen geschenkt, die mich auf meinen Weg hätten führen wollen. Ich habe sie jedoch alle abgeschlagen und der Schöpfung stattdessen ins Gesicht gespuckt. Ich habe versucht mich in der Schule anzupassen, ich wollte ein Leben führen, das meinen Eltern gefällt und ich habe nicht einmal beim Trampen ehrlich zu mir stehen können, obwohl ich die Menschen nur für wenige Stunden in meinem Leben sah. Ich habe mich also dazu entschieden, ein Statistenleben zu führen und für das Universum absolut nutzlos zu sein. Ich wurde zu einer Figur, die nur noch ein Platzhalter im Spiel des Lebens war. Wer eine Hauptrolle in einem Film übernehmen will, der muss diese Rolle trainieren und proben, und er wird dafür ständig Kritik und Feedback ernten. Nur so kann er am Ende den Film wirklich tragen. Ein Statist jedoch hat nicht einmal eine Sprechrolle. Er läuft einfach nur im Bild herum. Was also sollte er üben? Warum sollte er von den Helferwesen und von der Schöpfung irgendeine Lernaufgabe bekommen? Warum sollten sie mich weiterhin auf eine Aufgabe vorbereiten, die ich niemals angehen werde? Das wäre nichts als vergebene Liebesmühe. Da die Schöpfung jedoch bedingungslos liebt, schickte sich mich für die Weigerung, meinen Platz im Universum einzunehmen nicht in den Tod, sondern akzeptierte, dass ich als Statist sinnlos durchs Leben wandern möchte. Sie duldet mich und lässt mich in Ruhe. Auch Paulina ist in diese Statistenrolle verfallen und wird daher von der Schöpfung genauso behandelt wie ich und wie Millionen anderer Statisten, die die Dörfer, Städte und Länder dieser Erde füllen. Wir bekommen nun keine Hinweise in Form von Träumen, Tierboten, Intuitionen, Gewalt, Krankheiten, Unfällen oder ähnlichem mehr, da diese uns ja nicht mehr zum handeln bewegen würden. Sie erlaubt uns weiterzuleben auch wenn wir keinen Beitrag leisten, doch ab nun wird unser Leben so gestrickt, dass es neutral und sinnlos ist. Wer sich wie ein Neutrum verhält, der wird auch ein Leben bekommen, dass sich nach NICHTS anfühlt. Daher spüre ich auch meine Gefühle kaum noch. Daher fällt es mir so schwer wirkliche Freude und Begeisterung zu empfinden. Daher spüre ich auch keine Dankbarkeit, wenn ich etwas geschenkt bekomme, da mich das Geschenk ja auch nicht woanders hinbringt, als in die neutrale Leere in der ich bereits bin. Es gibt keine erfüllenden Partnerschaften mehr, keine heilige, energetisierende Form der Sexualität, die einem wirklich Kraft spendet. Stattdessen verfallen wir in Süchte, die unsere Suche nach dem wahren Sinn des Lebens ersetzen. Das Leben wird zu einem Überlebenskampf, da man durch das fehlende Urvertrauen in ständiger Angst vor dem Tod durch Verhungern, Unfälle, Gewalt oder Schicksalsschläge steht. Und gleichzeitig ist es ein Vegetieren und ein Warten auf den eigenen Tod, da es keinen Sinn mehr gibt. Diese Form der Existenz hat nichts mehr mit einem lustvollen Leben in Harmonie, Leichtigkeit und Ordnung zu tun. Das Leben macht keinen Spaß, keine Freude und keine Lust mehr, sondern wird zur Arbeit. Es ist ein ständiger Kampf der aus lauter Dingen besteht, die bewältigt werden müssen, so dass wir nie genügend Zeit für das Schöne haben. Wir müssen nun alleine für uns sorgen, da wir die Verbindung zu Mutter Erde verloren haben und nicht mehr von ihr genährt werden. Wir dienen ihr nicht mehr, sondern beuten sie aus. Sie ist nicht mehr unsere Mutter, sondern unser Feind.

Doch warum räumt uns die Schöpfung diese Frist überhaupt ein, wenn wir doch keinen Nutzen mehr für sie haben?

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Weil sie uns noch immer nicht aufgegeben hat. Weil es noch immer die Möglichkeit gibt, dass wir durch die Resonanz eines anderen Lichtwesens aus unserem Schattendasein gelockt werden und unsere Lebensaufgabe wieder in die Hand nehmen.

Versetzt euch jedoch einmal in die Lage von Mutter Erde und Vater Universum. Ich habt eurem Kind nun tausend Angebote gemacht, durch die es lernen konnte und es hat jedes einzelne davon aufgeschlagen und hat euch dafür noch verflucht, beschimpft und bespuckt. Und jetzt nach 23 Jahren kommt es an und sagt: „Hey ihr! Sorry, dass ich das bislang nicht so ganz richtig angegangen bin, aber jetzt möchte ich meine Schöpfungsaufgabe doch leben. Trainiert ihr mich wieder?“

Was würdet ihr brauchen, um diesem Kind wieder vollkommen vertrauen zu können? Denn solche dinge hat es bereits hundert mal gesagt und jeder mal hat es danach wieder einen Rückzieher gemacht. Richtig! Ihr braucht einen Beweis, dass er es diesmal wirklich ernst meint. Es ist wie in der Schule. Wenn man alle Prüfungen verhauen hat, dann muss man schließlich zur Nachprüfung und die ist deutlich härter, als es die Prüfungen am Anfang gewesen wären.

Eine dieser Nachprüfungen ist in meinem Fall die Trichterbrust. Klar war mir schon immer irgendwie bewusst, dass eine so nach innen gewölbte Rippenform nicht gut sein kann, doch ich dachte immer, dass es einfach so ist, wie es eben ist. Jetzt wo ich erkannt habe, dass es ein wichtiger Teil meines Medizinkörpers ist, meiner Lunge den nötigen Platz zu verschaffen, suchte ich sofort nach kleinen, unauffälligen Wegen, durch die ich mich mit dem Thema nicht weiter beschäftigen musste. Doch tief in meinem Inneren war mir klar, dass diese Übungen nichts bringen würden. Ich habe 29 Jahre damit zugebracht, meine Knochen und Knorpel zu deformieren und nach allem was ich weiß, dauert die Heilung einer solchen Deformation auf natürliche Weise etwa 5 Mal länger als die Zeit in der man sich kaputt gemacht hat. Das wären dann knapp 150 Jahre und ich bin noch nicht sicher, ob ich wirklich so alt werde. Vor allem nicht, wenn ich mich auch weiterhin vor meinen Themen drücke. Hinzu kommt, dass ich selbst nicht an die Wirksamkeit der Übungen glaube. Andernfalls würde es mir ja nicht so schwer fallen, mich darauf einzulassen, eine konkrete Konsequenz festzulegen, falls sie keinen Erfolg haben. Ich habe mir nicht geschworen, alles daran zu setzen, in einem Jahr einen gesunden Oberkörper und Brustkorb zu haben, so dass mein Körper zu einem Werkzeug für Heilung werden kann. Ich habe lediglich festgelegt, dass ich regelmäßig ein paar lustige Übungen machen will, um mal zu schauen, ob sie etwas bringen oder nicht. Ich kann nicht zweifelsfrei an meine Heilung glauben, so dass ich ein Wunder hervorrufe um dann als Heiler arbeiten zu können. Wenn ich dann noch bedenke, dass wir gerade auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter stehen, in dem sich die Gesellschaft und die Lebensweise wie wir sie kennen grundlegend verändern werden, dann wird klar, dass es die letzte Chance für mich ist, mein Heilerbewusstein anzunehmen.

Warum jedoch wird mir genau diese Prüfung gestellt?

Weil es das härteste für mich ist, das ich mir gerade vorstellen kann. Ich will im Einklang mit der Natur leben und daher auch auf ganz natürliche Weise meinen Weg finden. Etwas so künstliches, wie Eisenstäbe in meinen Brustkorb zu schieben, lässt mir die Nackenhaare zu berge stehen. Hinzu kommt, dass ich niemandem weniger Vertraue, als einem Schulmediziner mit einem Messer in der Hand. Doch genau darum geht es. Um die Hingabe und das Vertrauen in den Schöpfungsplan. Nicht der Arzt wird mich operieren, sondern die Schöpfung selbst mit Hilfe der Geistwesen, der Keeper und des Chirurgen. Mich einem energetischen Shamanen in Uganda anzuvertrauen, der mich in einer Stammeshütte im Schein des Lagerfeuers heilt, wäre keine große Herausforderung. Doch mich in die Hände eines Chirurgen zu begeben, der mir dann Metallstreben implantiert, kostet mich alles an Vertrauen, das ich aufbringen kann. Hier muss ich wirklich bedingungslos an den Plan der Schöpfung glauben und nur so kann ich zeigen, dass ich wieder bereit für Lernaufgaben bin. Wäre ich bereits ein Heiler und könnte zweifelsfrei glauben, dann könnte ich mich auch selbst heilen. Doch dies ist nicht der Fall und es ist auch nicht der Weg, da es ja nicht nur um den Medizinkörper, sondern auch um den Vertrauensbeweis geht. Es geht nicht darum, eine Wunderheilung zu lernen, sondern das Geschenk der Schöpfung anzunehmen, dass sie mir noch einmal eine Chance gibt. Das, war ich als schreckliche Bürde empfand ist also in Wirklichkeit ein riesengroßer Liebesbeweis der Schöpfung, die ich so lange mit Füßen getreten habe. Nun liegt es an mir, zu beweisen, dass ich ebenfalls bereit bin, mein Vertrauen und meine Liebe zu beweisen. Nicht nur in die Operation selbst, sondern auch, dass sie mir von der Schöpfung ermöglicht werden wird. Denn um sie Umzusetzen brauche ich das nötige Geld, was sich mit An- und Abreise auf rund 12.000€ belaufen wird. Ich muss also darauf vertrauen, dass diese Energie in Form des Geldes zu mir fließen wird, dadurch, dass ich beginne wirklich hilfreich zu sein. Denn wenn ich mich im kommenden Jahr darauf konzentriere, das Geld zu verdienen, dann bin ich schon wieder nur im Ego verhaftet. Ab diesem Moment beginne ich, wieder meinen persönlichen Profit in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die Heilung. Ich habe es verdient, dass ich für das was ich gebe etwas zurückbekomme. Das bedeutet, dass ich automatisch das Geld bekommen werde, wenn ich hingebungsvoll meinen Weg als Heiler gehe und mein Handeln in den Dienst der Schöpfung stelle. Es bedeutet aber auch, dass ich meine Angst vor Geld überwinden muss und dass es den Glaubenssatz aufzulösen gilt, dass ich mit Geld automatisch ein schlechter Mensch bin. Liebe ist Geld und Geld ist Liebe. Alles ist eine Form von Energie und wenn ich eine Energie gebe, darf eine andere zu mir zurückfließen. Wenn ich mich an die allgegenwärtige Energiequelle anschließe, kann genau das zu mir kommen, was ich benötige um zu dienen, so dass ich zu einem friedvollen Leben auf der Erde beitrage. Wird jedoch wieder ein Ego-Wunsch daraus und das Gefühl Haben zu wollen, weil ich nicht vertraue, dann wird auf jeden Fall etwas auf mich zukommen, das ich garantiert nicht haben will.

Dabei muss mir jedoch bewusst sein, dass diese Operation nicht die Abschluss- sondern die Aufnahmeprüfung ist. Es ist der erste Schritt auf einem Weg, auf dem viele weitere Prüfungen folgen werden, die mich bis dicht an den Tod heranbringen können. Wenn ich also mit der Operation zeige, dass ich bereit für meine Lebensaufgabe bin, dann gibt es kein zurück mehr.

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Das Leben besteht nicht aus Testläufen, sondern aus konkreten Handlungen und den daraus folgenden Konsequenzen. Wenn eine Maus vor einem Wolf steht, dann kann sie auch nicht sagen: „Hallo Wolf, ich probiere mal eine neue Meditationstechnik aus, mit der du mich vielleicht nicht wahrnimmst. Gib bitte bescheid, ob es funktioniert und wenn nicht, dann übe ich wohl noch ein bisschen.“ Wenn sie sich sicher ist, dass diese Meditationstechnik funktioniert und wenn sie es wirklich schafft, damit den Wolf zu überlisten, dann spricht nichts dagegen. Ansonsten bleibt ihr nur weglaufen oder gefressen werden. Im Falle eines Scheiterns ist sie tot. Das ist die natürliche Konsequenz ihres Lebens.

Was also bedeutet es für mich, ein konsequenzenreiches Leben zu führen? Es bedeutet, dass ich für mich und für das Kollektiv die Verantwortung übernehme und so handele, dass es der Gemeinschaft dient. Es bedeutet, dass ein Entschluss ganz oder gar nicht getroffen wird und dass es kein halbherziges Jein mehr gibt. Wenn ich als Schamane vor einem Bären stehe und telepathisch mit ihm kommunizieren will, dann muss ich dies zuvor trainieren und ernst nehmen. Ich kann nicht so tun, als würde ich die Telepathie beherrschen, denn dann wird mich der Bär in der Luft zerreißen. Ich muss es ernst meinen und mit ganzem Herzen und mit vollkommener Hingabe dahinter stehen. Wie sonst soll der Bär unterscheiden, ob ich für ihn eine Beute bin oder ein Medizinmann, der die Kraft des Bären braucht um heilen zu können? Dies kann nur durch die Ausstrahlung und das wahre Sein geschehen.

In der Ausbildung zum Schamanen gibt es viele Prüfungen, die immer schwerer und härter werden. Zunächst beginnen sie leicht, so dass man langsam in sein wahres Sein kommen kann. Doch die ersten 100 Prüfungen habe ich wohl geschwänzt und so beginnt es gleich mit einem Paukenschlag. Ich muss mich also jetzt entscheiden ob ich diese Prüfungen annehmen will, auch wenn sie nicht immer leicht sind und wenn ich dabei sterben kann. Oder ob ich weiter als Neutrum ein Leben führen möchte, dass keinerlei Erfüllung bietet.

Die Entscheidung habe ich bereits vor 23 Jahren getroffen und sie kann nur die Entscheidung zu einem einzigen Weg sein. Hätte ich mich für den Weg des Neutrums entscheiden wollen, dann hätte ich nach der Schule einfach Tischler oder Informatiker gelernt, hätte einen normalen Job und würde mir über solche Dinge keine Gedanken machen. Doch dies ist nicht mein Weg. Mein Weg ist der des Heilers egal wie viel Angst er mir auch bereitet. Jetzt ist es an der Zeit, die Entscheidung, die ich als Kind getroffen habe auch in die Tat umzusetzen. Jetzt ist es an der Zeit zu handeln und mich selbst und die Schöpfung ernst zu nehmen. Ich lebe das Leben eines Heilers, nicht mehr das eines Statisten.

Ich bin nun 29 Jahre alt. Bis zu meinem 30. Lebensjahr werde ich meinen Medizinkörper vollständig ausgebildet haben. Mein Brustkorb ist gesund und natürlich geformt, so dass mein Herz und meine Lunge ausreichend Platz haben, um meinen Körper mit Lebensenergie zu versorgen. Mein Oberkörper ist kraftvoll und drahtig-muskulös wie der eines Massai, so dass ich Schutz und Kraft spenden kann. Meine Muskeln sind flexibel und die Gelenke und Knochen stabil. Meine Sehschwäche ist verschwunden, so dass ich die Welt um mich herum klar und deutlich sehen kann und alles wahrnehme, was für die Heilung und für meine Aufgabe wichtig ist. Meine Vorhaut ist soweit aufgedehnt, dass ich meine Sexualität dadurch nicht mehr einenge und somit auch die männliche Kraft nach außen tragen kann.

Im Januar 2016 lasse ich die OP durchführen. Sollte sich bis zum 01.10.2015 absehen lassen, dass sie aufgrund von Geldmangel oder anderen Gründen nicht durchführbar sein sollte, spende ich alles Geld das ich bis dahin für die OP zurückgelegt habe an ein wirklich hilfreiches Projekt

Bis zum 31.12.2014 ist meine Vorhaut soweit aufgedehnt, dass sie sich normal zurückstreifen lässt. Wenn das nicht der Fall sein sollte, wird das vorderste Stück, dass die Verengung verursacht mit einem Skalpell entfernt.

Bis zum 31.12.2015 habe ich meine Quasimodo-Körperhaltung so umtrainiert, dass ich aufrecht gehe, stehe und sitze. Meine Schultern sind gerade und mein Kopf befindet sich aufrecht über der Wirbelsäule. Sollte das nicht der Fall sein. Gehe ich die nächsten 1000km mit einem Besenstiel zwischen Rücken und Arme geklemmt, der meine Haltung automatisch aufrichtet. Anschließend wird ein neuer Termin festgelegt.

Für jede Unaufmerksamkeit werden mir am Abend 10% des Essens gestrichen.

Für weitere krankmachende Routinen überlege ich mir gemeinsam mit Heiko im Laufe des morgigen Tages noch weitere Strukturen und Sanktionen.

Spruch des Tages: Es ist an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen

 

Höhenmeter: 30 m

Tagesetappe: 20 km

Gesamtstrecke: 6208,37 km

Bewertungen:

 

About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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