Tag 3: Wie bei Maria und Josef

///Tag 3: Wie bei Maria und Josef

Tag 3: Wie bei Maria und Josef

Tag 3: Wie bei Maria und Josef

Seit heute sind wir nun offiziell Jakobspilger. Als wir am Ausgangspunkt an der Jakobuskirche in Nürnberg ankamen, wurden wir mit Glockengeläut empfangen. Wenn das mal keine gebührende Begrüßung ist, dachten wir. Nachdem wir an der zweiten Kirche wieder mit Geläut begrüßt wurden, fragten wir uns langsam, ob wir vom Gebimmel verfolgt wurden. Nürnberg erwies sich auch heute wieder als weitaus zäher als erwartet. Unser Jakobs Führer mit dem Titel: „Der Jakobsweg von Nürnberg nach Rothenburg ob der Tauber“, verzichtete daher komplett auf diesen Teil und begann seine Beschreibung vorsichtshalber erst in Stein und empfiehlt seinen Lesern bis dahin mit dem Bus zu fahren. Da das für uns nicht infragee kam, mussten wir uns 12,5 Kilometer durch den Großstadtdschungel alleine durchschlagen. Wir rechneten mit allem, nur nicht mit einem Scherenschleifer, der alle Jakobsmuscheln, so gründlich wie ein Biber in einer Baumschule, bis auf den letzten Rest abschabte. So gab es auf sechs Kilometern keinen einzigen intakten Jakobs Wegweiser mehr, dem wir hätten folgen können. Gott sei Dank hatten wir uns am Vortag einige Kartenausschnitte ausgedruckt. Sonst hättet ihr wahrscheinlich auch noch in unserem 9. Tagesbericht von unseren Irrwegen durch den Nürnberger Stadtbereich lesen müssen. So gelang es uns aber doch einen Ausgang zu finden und wir wurden dafür mit einem schönen Waldweg entlang eines Flusses belohnt. Einige Ortschaften Später wurde die Belohnung sogar noch einmal getoppt! Denn hier erwarteten uns Heikos Eltern, die uns das letzte Päckchen unserer bis dahin noch immer nicht vollständigen Ausrüstung brachten. Bei der Gelegenheit ließen sie es sich nicht nehmen, uns mit einer leckeren, heißen Suppe, einem Salat und einem Putenschnitzel zu überraschen. Nach der Verabschiedung wurden unsere Pilgerwagen dann einmal auf ihre Offroad Tauglichkeitit getestet. Tobi braucht was die Führung von Pilgeranhängern in unwegsamem Gelände anbelangt noch ein wenig Übung, denn sein Wagen kam einige Male mächtig ins Schlingern.

Als wir das nächste Dorf erreichten begann bereits die Dämmerung. Unsere Hoffnung auf einen Platz in einer Pfarrei schwand damit zusehends, da Unterbüchlein nur aus drei Bauernhöfen besteht und die nächste Pfarrei noch rund10 kmm entfernt lag. Zum Glück trafen wir auf drei Bauern, die uns als Alternative einen Platz in ihrer Scheune anboten. Nun liegen wir in unsere Schlafsäcke gehüllt auf einem Bett aus Strohballen und hoffen auf eine entspannte Nacht. Mal sehen, ob vielleicht ein Stern über unserem Dach steht, wenn wir nachts zum Pinkeln aufstehen.

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 Spruch des Tages: Es wird Zeit das Alte loszulassen, um das Jetzt zu entdecken! 

Tagesetappe: 17,37km

Gesamtstrecke: 74,37km

 

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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