Tag 328: Zurück ans Reißbrett Teil 1

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Tag 328: Zurück ans Reißbrett Teil 1

Tag 328: Zurück ans Reißbrett Teil 1

Wie erwartet, war mein erster Wandlungsplan alles andere als ausgereift. Wenn ich ehrlich bin, ist mir bereits beim Schreiben der Vision aufgefallen, dass ich fast jeden Satz mit „Ich“ begonnen habe. Ein gutes Zeichen dafür, dass es wieder einmal in erster Linie um mein Ego-Gehabe ging. Doch ich redete mir einfach ein, dass das schon so passt, und verdrängte den Gedanken wieder aus meinem Bewusstsein. Heiko war natürlich nicht so nachsichtig mit derartigen Ausflüchten und es dauerte genau eine Frage, die ich nicht beantworten konnte, bis mein Gedankenkonstrukt zusammenfiel. Noch immer ging es mir um eine reine Ego-Entwicklung. Ich will! Ich will einen gesunden, gutaussehenden Körper, weil ich mir davon Anerkennung und Liebe von anderen erhoffe. Faktisch geht es schon wieder nur ums sexuelle und weil mir das auch bereits irgendwie bewusst war, fühlte es sich in mir nicht gut an.

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Mein ganzes Leben lang habe ich jedoch all meine Handlungen aus einer Ego-Motivation heraus getan und so fällt es mir nun unendlich schwer zu unterscheiden, welche der Stimmen in meinem inneren meinem Ego und welche meiner schöpferischen Intuition gehören. Was ist mein schöpferischer Instinkt, der mich wirklich zu meiner Lebensaufgabe führt? Immer wenn ich glaube, nach meiner Intuition zu handeln, stellt sich im Nachhinein heraus, dass es doch wieder nur mein Ego war. Daher habe ich das Vertrauen in meine Intuition und in die Schöpfung komplett verloren. Ich stelle sie in Frage, da ich sie nicht wirklich spüren kann. Ich habe begriffen, dass ein Wandlungsprozess ansteht, doch ich fühle nicht, wie genau er aussehen soll. So versuche ich die Veränderungen mit dem Verstand umzusetzen, ohne wirklich dahinter zu stehen und ohne wirklich zu wissen, was es zu handeln gilt. Anstatt mich zu meinem Sein hinzuentwickeln, bastele ich an mir selbst herum und versuche ein Kunstwerk zu erschaffen, dass ich dann Tobias Krüger nennen kann. So kommt es, dass ich mich selbst nur immer mehr verwirre und von einer Unsicherheit in die nächste stürze. Ich bin wie ein Eichhörnchen, dass seinen Schwanz verloren hat und das nicht mehr weiß, dass es einmal einen Schwanz hatte. Es weiß nur, dass ihm etwas fehlt und so versucht es ein Bär oder ein Känguru zu werden, weil es glaubt, dass ihm das Leben als Bär oder Känguru ganz gut gefallen könnte. Doch es kann niemals ein anderes Tier werden, als das, was es ist. Es kann nicht ernst genommen werden und es kann niemals erfolgreich mit seinen Veränderungsversuchen werden.

Doch genau in diese Falle bin ich wieder einmal getappt. Es war wieder ein Plan aus dem Verstand heraus, aber nichts, zudem ich wirklich stehen konnte.

Das Problem besteht darin, dass ich durch die jahrelange Selbstverleumdung den Kontakt zur Schöpfung und auch zu meinen eigenen Gefühlen vollkommen abgerissen habe. Ich spüre meine Intuition nicht mehr und ich spüre auch keine Verbindung zur Schöpfung. Warum? Weil ich Angst vor dem habe, was mir die Schöpfung mitteilen würde. Wenn eine Verbindung da wäre, dann würde ich zunächst einmal ein paar saftige Hiebe bekommen, die mich wieder auf meinen Weg zurückbringen. Zu erkennen, dass ich mich in meinen Gedanken und meinem Ego-Bewusstsein verrannt habe ist schmerzlich und es wird noch schmerzhafter sein, von diesem Irrweg wieder in den Lebensfluss geschubst zu werden. Genau vor diesen Schmerzen habe ich Angst. So große Angst, dass ich es vorziehe, überhaupt keine Verbindung mehr zu spüren. Natürlich kann man auch ohne diese Verbindung leben. Es gibt sogar Millionen von Menschen, die das machen. Doch es bedeutet dass man ohne Lust und ohne Gefühle lebt. Es ist ein Leben ohne echte Liebe. In Paulinas Fall führte es zu den vielen Opferbeziehungen, in die sie sich hineinmanövrierte. In meinem Fall hat es unter anderem zu der A-Sexualität geführt, in der ich mich befinde.

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Und noch ein Punkt kommt hinzu. Auf der einen Seite ist mein Wunsch nach Wandlung durch mein Ego motiviert. Ich will gesund sein! Ich will mich verändern. Gleichzeitig habe ich jedoch auch das Gefühl, dass ich es nicht wert bin. Da ich nur nehmen will, ohne etwas dafür zu geben und da ich gleichzeitig glaube, es nicht verdient zu haben, etwas zu erhalten, glaube ich selbst nicht, dass ich erfolgreich sein kann. Ich vertraue weder mir noch der Schöpfung und ich bin mir sicher, dass ich scheitern werde. Darum drücke ich mich auch ständig davor, eine Konsequenz festzusetzen oder konkret zu werden. Als ich mich gestern an den Bericht gesetzt habe, war ich mir sicher, dass ich mir verschiedene Konsequenzen und Sanktionen festlegen würde, die eintreten, falls ich nicht erfolgreich und konsequent an meiner Wandlung arbeite. Doch als ich dann wirklich daran geschrieben habe, habe ich genau darauf geachtet, nichts Konkretes zu schreiben, um mich nicht festzulegen. Ich habe einfach Angst davor zu versagen und daher sträubt sich alles in mir, eine wirkliche Konsequenz festzulegen. Ich habe eine Muschi-Mentalität in mir, die so krass ist, dass ich mich nicht einmal traue, auch nur den geringsten Druck für mich selbst aufzubauen. Doch wie will ich ernsthaft an einer Sache dranbleiben, wenn ich sie nicht ernst nehme und wenn ich keine konkrete Absicht verspüre. Außer meinen Abi- und Uniprüfungen sowie meinem Führerschein gab es in meinem Leben nichts, bei dem ich mich wirklich in einer Situation befand, in der ein Scheitern eine weitreichende Konsequenz gehabt hätte. So musste ich mich nie unter beweis stellen und konnte auch selbst nicht erfahren, ob ich nun etwas kann oder nicht. Ich weiß es einfach nicht. Ein einziges Mal habe ich bei einem Wettkampf einen Siegerpokal gewonnen und das nur deshalb, weil ich der einzige Teilnehmer in meiner Altersstufe war. Dennoch habe ich ihn stolz auf meinen Schrank in meinem Zimmer gestellt. Ich glaube, dass diese Situation ein recht gutes Sinnbild für meine Art des Selbstwertgefühls ist. Auf die eine oder andere Art wurde ich immer verhätschelt und mir war immer klar, dass mich schon jemand wieder aus dem Dreck ziehen würde, wenn ich selbst nicht zurecht kam. So kommt es, dass ich bis jetzt noch immer die Verantwortung für mein eigenes Leben in die Hände anderer lege. Doch wenn ich selbst nicht an mich glaube, wie will es dann ein anderer machen? Wie kann mich jemand ernst nehmen, wenn ich es nicht einmal selbst mache? Es ist unmöglich! Sowohl für die Schöpfung, als auch für andere Menschen. Also muss mich meine Mutter manipulieren und dafür sorgen, dass ich meinen Weg nicht gehe, denn sie weiß ja, dass ich scheitern werde. Auch die Schöpfung kann mir keine Heiler-Talente in die Hände legen, solange ich nicht damit umgehen kann. Wenn ich mir nicht vertraue, kann auch sie mir nicht vertrauen und so lange ich aus diesem Angsthasen-Bewusstsein nicht herauskomme, wären die Talente bei mir ja auch vollkommen vergeudet. Ich würde sie ja nicht nutzen, da ich Angst davor hätte, etwas falsch zu machen.

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Doch woher kommt diese stete Unsicherheit, die ich in mir trage? Die Unsicherheit, die aus all meinen Handlungen spricht und die ich selbst hier beim Schreiben spüre. Die dazu führt, dass ich jeden Satz, der direkt mich betrifft automatisch abzuschwächen versuche, die dazu führt, dass ich bei diesem Text Stunden für nur wenige Seiten brauche und die dazu führt, dass ich noch immer große Teile von dem was ich eigentlich bereits verstanden habe, wieder ausblende.

Es ist noch immer das fehlende Urvertrauen. Selbst nach fast einem Jahr, in dem ich nun mein Leben in die Hände der Schöpfung gelegt habe und täglich erfahre, wie gut sie mich auf meinem Weg versorgt, wie sie mir hilft und mich ständig begleitet, schaffe ich es noch immer nicht, ihr wirklich zu vertrauen. Warum kann ich nicht glauben, dass die Schöpfung einen Plan hat, von dem ich ein Teil bin? Das Universum besteht aus nichts anderem als aus bedingungsloser Liebe und alles was passiert, ist immer auf Heilung uns Harmonie ausgerichtet. Wahre Harmonie kann es jedoch nur dann geben, wenn jedes einzelne Teilchen im Universum seinen Teil zum Ganzen beiträgt und die ihm zugedachte Aufgabe erfüllt. Aus diesem Grund ist die Schöpfung darauf ausgelegt, jedes Wesen dahin zu führen, dass es seine Aufgabe auch erfüllen kann. Wäre die Schöpfung nicht auf Heilung ausgelegt, würde sie sich irgendwann selbst zerstören und dies wäre gegen das Grundprinzip der Liebe. Also wird sie alles daran setzen, dafür zu sorgen, dass jedes Wesen seinen Platz einnehmen und seine Aufgabe erfüllen kann. Auch ich! Wenn ich mein Darma nicht lebe, weil ich nicht vertrauen kann, weil ich unsicher bin, mich klein mache und mich lieber mit künstlichen Highlights ablenke, dann bin ich wie ein Zahnrad in einem riesigen Uhrwerk, dass keine Zacken mehr hat und dass sich deshalb nicht mehr mitdreht. Dadurch läuft die Uhr automatisch falsch. Die Zahnräder, die sich direkt um mich herum befinden, spüren davon natürlich am meisten, doch auch im ganzen Rest des Universums sorge ich für eine Disharmonie, die automatisch Krankheit und Leid verursacht. Darum ist es so wichtig, dass ich mein Dharma lebe und in den Schöpfungsplan vertraue.

Doch um meine Aufgabe wirklich erfüllen zu können, brauche ich auch einen gesunden und energievollen Körper, der ganz in seiner Kraft steht. Ein Rennfahrer kann noch so konzentriert und aufmerksam an ein Formel-1-Rennen herangehen. Wenn er mit einem alten, rostigen Trabbi an den Start geht, wird er keinen Erfolg haben. Solange ich einen ungesunden Körper habe, kann ich nicht wahrliche Hilfreich sein, da meine eigenen Schwächen stets eine höhere Präsenz haben, als mein Beitrag zur Schöpfung. Ich bin wie ein Verhungernder, der ums Überleben kämpft und der rund um die Uhr damit beschäftigt ist, nicht zu sterben. Wie will ich in diesem Zustand dienen und für andere hilfreich sein? Das einzige, woran ich denken kann, ist mein eigener Vorteil, denn alles ist ein steter Überlebenskampf. Selbst wenn ich jemand anderem helfe, dann geschieht dies nicht aus bedingungsloser Liebe und Hingabe heraus, sondern aus dem Glauben, dadurch mein eigenes Überleben zu sichern. Ich diene also nicht vom Herzen sondern Helfe nur aus einer Ego-Motivation heraus.

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Dies bedeutet aber auch, dass mein Zustand der Unsicherheit, der Gefühlslosigkeit und der körperlichen wie seelischen und geistigen Schwäche nur deshalb da ist, weil ich meine Aufgabe nicht ernst nehme. Ich weiß dass sie da ist, verhalte mich aber wie ein Büroangestellter, der lieber den ganzen Tag mit seinen Kollegen beim Rauchen steht, als sich an seinen Schreibtisch zu setzen und zu tun, was es zu tun gibt. Ich will lieber eine ruhige Kugel schieben und mich auf der Couch ausruhen, als mich meiner Lebensaufgabe zu widmen. So wichtig wird sie schon nicht sein! Irgendwann werde ich mich ja darum kümmern, aber jetzt muss ich ersteinmal einen Schlafplatz finden. Jetzt muss ich erst einmal einen Blogbericht schreiben. Erst muss ich mich um das Essen kümmern, dann schaue ich, ob noch Zeit fürs Dienen ist. Auf diese Weise lehne ich aber nicht nur mich selbst, sondern auch die Schöpfung ab. Ich messe weder ihr noch mir einen Wert bei. Somit trete ich das Geschenk des Lebens mit Füßen und versuche einfach vor mich hinzuvegetieren, ohne Freude oder Leid zu empfinden. Weil ich aufgehört habe, zu dienen, empfinde ich mich selbst auch nicht mehr als Wertvoll und somit habe ich nicht mehr dass Gefühl, es verdient zu haben, in einem gesunden Körper zu leben.

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Doch warum lehne ich meine Lebensaufgabe so strikt ab?

Zum einen aus Faulheit. Ich habe mir in meinem Leben so viele Ausflüchte und Zwischenlösungen antrainiert, dass ich mit ihnen eine bequeme Komfortzone der Nutzlosigkeit erschaffen habe. Ich kann ganze Tage damit verbringen, Zeit zu verplempern, ohne etwas zu erreichen. Ich bin von der Kraftquelle des Universums abgeschnitten und fühle mich deswegen immer müde und kraftlos. Jede Veränderung bedeutet Anstrengung, und die versuche ich so gut es geht zu vermeiden. Lieber schiebe ich alles bis zum letzten Moment hinaus, als mich im hier und jetzt darum zu kümmern, wo ich doch gerade so schön faullenzen kann.

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Der zweite Punkt ist meine Harmoniesucht und auch die ist wieder auf mein inneres Ungleichgewicht zurückzuführen. Meine Brust ist eingedrückt, mein Penis funktioniert nicht richtig, meine Wirbelsäule ist gekrümmt, meine Augen sehen nichts scharf, das weiter als 10 Zentimeter von mir entfernt ist und mein Darm ist aufgebläht wie ein Heißluftballon. In meinem ganzen Körper herrscht also eine absolute Disharmonie. Eigentlich suche ich nach der Harmonie im inneren, doch weil ich diese nicht finden kann, versuche ich alles daran zu setzen, eine Harmonie im Außen aufrecht zu erhalten. Auch wenn dies bedeutet, dass ich mich dazu noch krummer machen, meine Freiheit in Form meiner Lunge noch weiter einschränken, meine Männlichkeit noch weiter unterdrücken, meine Gefühle noch mehr in mich hineinfressen, und meine Außenwelt noch stärker ausblenden muss. Ich habe Angst davor, aufzufallen, und zu mir zu stehen, weil ich Angst habe, dann die Harmonie im Außen zu zerstören. Ohne diese Harmonie, so glaube ich, werde ich jedoch nicht mehr geliebt.

Hinzu kommt die Versagensangst. Was ist, wenn ich zu mir stehe aber mit etwas scheitere? Was ist, wenn ich meine Lebensaufgabe nicht schaffen kann? Ist es da nicht besser, es gar nicht erst zu versuchen? Denn wenn ich nichts wage, kann ich auch nichts verlieren! Ich habe so eine Angst davor, dass ich scheitern könnte, dass ich lieber kein Risiko eingehe und meine Komfortzone nicht verlassen will. Ich will mich vor der Verantwortung drücken, weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen. Ich traue mir selbst nichts zu. Ich bin nichts, ich kann nichts, ich bekomme nichts auf die Reihe. Diese Lebenseinstellung ist auch der Grund, warum meine Mutter immer versuchte, mich unter eine Käseglocke zu stecken, unter der mir nichts passieren kann. Sie weiß, dass ich mir selbst nichts zutraue und dass ich mein Leben lang noch nie etwas selbst auf die Beine gestellt habe. Wie also will sie mir vertrauen, dass ich selbst für mich sorgen kann? Wie will sie daran glauben, dass ich erfolgreich sein kann und meinen Lebensweg gehen werde? Wie kann sie vertrauen, dass meine Reise ein wirklicher Heilungsweg und nicht nur wieder ein sonderbarer Spleen von mir ist? Sie kann es nicht und so hat sie als Mutter den Instinkt, mich zu beschützen. Was wäre sie auch für eine schreckliche Mutter, wenn sie das nicht hätte? Doch ihr Versuch, mir auf diese Weise zu helfen, führte dazu, dass ich es mir in der Käseglocke bequem machte. Ich wurde wie eine kleine Katze, die mit verschlossenen Augen im Nest der Familie liegt und nicht weiß, wer sie ist. Klar bin ich inzwischen 29 und wäre nun eigentlich ein Löwe, der sein eigenes Rudel anführt, doch das Leben als hilflose Hauskatze ist einfach zu bequem, um es so ohne weiteres aufzugeben. Immerhin wird man hier versorgt und die Mutter vertreibt auch noch alle Feinde, die zu nahe kommen. Hier kann ich faul und träge sein, und muss meine Fähigkeiten nicht annehmen. Das Beste ist, dass man sie auch noch für alles verantwortlich machen kann, was man selbst nicht auf die Reihe bekommt, da sie einem durch ihre Schwächen das eigene Leben verdorben haben. Und für das Jammern bekomme ich dann sogar noch Mitleid, Anerkennung und Liebe. Das klingt doch nach einem Super Deal! Eigentlich könnte ich damit ja zufrieden sein und mein Leben als Faulpelz auf Kosten anderer genießen. Doch das ist nicht der Fall. Denn zum einen spüre ich, dass ich meine Eltern und mich selbst dadurch krank mache und zum anderen ist im stets bewusst, dass ich vor meiner Lebensaufgabe davonrenne. Es entsteht ein permanentes Gefühl der Leere und der Sinnlosigkeit, dass zum Teil so stark wird, dass ich das Gefühl habe, ich könnte auch einfach von der Brücke springen, weil das Leben ja eh nichts bringt. Ich werde es eh nie schaffen, meine Schöpfungsaufgabe anzunehmen, also warum soll ich länger damit hadern?

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Durch diese Einstellung kann man sich super vor allen Aufgaben drücken.

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Doch hätte mir die Schöpfung wirklich eine Aufgabe gegeben, die ich nicht schaffen kann? Warum fällt es mir so unglaublich schwer, zu vertrauen und zweifelsfrei zu glauben? Wenn ich etwas falsch mache, dann werde ich schon rechtzeitig Bescheid bekommen und mit einem liebevoll gemeinten Fausthieb wieder auf den Weg gebracht werden. Worin besteht also das Problem?

Ich habe das Gefühl, dass ich nicht genügend über den Schöpfungsplan weiß. Ich brauche mehr Informationen, wenn ich mich wirklich entscheiden soll. Doch woher kommt dieses Nichtwissen wirklich? Es kommt daher, dass ich versuche, den Schöpfungsplan mit dem Verstand zu erfassen. Ich versuche alles zu zerdenken und eine Lösung zu finden, bei der es kein Risiko mehr gibt. Wenn ich schon handele, dann muss ich absolut sicher sein, dass nichts schiefgehen kann und dass sich die Investition auch lohnt. Wenn ich eine Unsicherheit verspüre, dann mache ich lieber gar nichts. Vertrauen und Hingabe kommen im Verstand jedoch nicht vor. Mein Ego-Verstand will alles kontrollieren und gleichzeitig die Verantwortung immer jemand anderem in die Schuhe schieben. Das geht am Besten, wenn ich ein Mitläufer bin, ein Lemming, der ohne Ecken und Kanten in der Menge der Menschen verschwindet, die auf den tödlichen Abhang zurennen. Ich will keine eigene Verantwortung übernehmen, sondern nur mit durchrutschen. Alle anderen Spielen im Film des Lebens sicher eine Hauptrolle, doch ich versuche nur ein Statist zu sein, ein Mensch, der einfach im Bild herumsteht, damit die Welt nicht so leer aussieht.

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Da ich mir jedoch von klein auf bewusst bin, dass ich eine wichtige Lebensaufgabe zu erfüllen habe, musste ich mir dafür eine besondere Strategie ausdenken. Es kam für mich nicht in Frage, mit der großen Masse mitzulaufen. Stattdessen suchte ich mir außergewöhnliche Menschen, die ich zu meinen Führern machen konnte um ihnen dann auch wieder nur als Lemming hinterher zu rennen. Dabei konnte ich jedoch gleichzeitig noch so tun als wäre ich andersartig und etwas besonderes. Doch wieder half mir die Schöpfung aus der Patsche und schickte mir keinen Sektenführer, der diese Tendenz zu seinem Vorteil ausnutzte, sondern einen Wildnismentor, der im Gegensatz zu mir, meine Lebensaufgabe erkennen konnte. So traf ich auf Heiko, der nicht nur mein bester Freund sondern auch mein stärkster Lehrer und härtester Spiegel wurde. Doch anstatt seine Lektionen anzunehmen und mich in dem Spiegel wirklich zu erkennen, versuche ich noch immer, sein Leben und sein Sein anzunehmen, anstatt mein eigenes. Im Sommer habe ich mich tagelang darüber aufgeregt, dass meine Mutter mir unterstellte, ich würde mich nur nach Heiko richten und hätte keine eigene Meinung. Warum hat mich das so erbost? Weil es stimmte. Als meine Mutter kennt sie mich bereits seit ein paar Tagen und weiß ganz genau, dass ich die Tendenz habe, mich überall anzupassen und mich selbst zu verleumden. Sie hat es mir ja aufgrund ihrer eigenen Angst vor dem Verlassenwerden auch so beigebracht. Wer also könnte es besser erkennen als sie? Ich vertraue mir selbst nicht, weil ich die Stimme der Intuition in meinem Inneren nicht spüre oder sie bewusst ignoriere. Wenn ich jedoch kein Feedback über Richtig und Falsch aus meinem Inneren bekomme, dann muss ich es mir im Außen suchen. Ich schaue nicht darauf, ob sie eine Entscheidung für mich gut anfühlt, sondern ob ich eine positive Reaktion von anderen darauf bekomme. Dies ist der Maßstab nach dem ich handele.

Mit Heiko hat mir die Schöpfung dabei jedoch einen Mentor geschickt, der diese Art der Arschkriecherei nicht akzeptiert und so bekomme ich immer wieder ordentliche Schläge auf die Schnauze, wenn ich mich weigere, meinen Schritt in die Eigenverantwortung zu gehen. Da ich mich permanent weigere gibt es natürlich auf permanent Hiebe. Doch noch immer ist meine Angst vor dem Versagen größer als der Leidensdruck, der mich in die Eigenverantwortung drängt. Ich trage ein stetiges ‚Handeln-Wollen’ in mir ein Gefühl von „Ich will ja, ABER…“ Vor der wirklichen Entscheidung drücke ich mich so gut es eben geht. Weil ich die allgegenwärtige Liebe von Mutter Erde nicht spüren kann, die mir Energie und eine Aufgabe gibt, versuche ich die Liebe der Menschen, an mich zu ketten und auf ewig zu erhalten. Doch so lange ich das mache ist eine Wandlung unmöglich, da sie definitiv Unverständnis und somit auch Disharmonie erzeugen wird.

Fortsetzung folgt…

Spruch des Tages: Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich!

Höhenmeter: 17 m

Tagesetappe: 17 km

Gesamtstrecke: 6188,37 km

Bewertungen:

 
2016-02-19T00:19:02+00:00 Frankreich, Tagesberichte|

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