Tag 1572 bis 1575: Sternensänger

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Tag 1572 bis 1575: Sternensänger

Tag 1572 bis 1575: Sternensänger

03.-06.01.2018

In den letzten Tagen haben wir unsere Schlafplätze immer mal wieder mit den Sternensängern geteilt, die Nachmittags durch die Städte ziehen und den Segen der heiligen drei Könige an die Häuser verteilen. Zunächst fanden wir diese Idee vor allem niedlich. Die Kinder waren liebevoll als Könige zurecht gemacht und zogen in kleinen Gruppen umher um den Menschen einen guten Start in das neue Jahr zu wünschen und um ihre Häuser unter einen guten Stern zu stellen.

eine typische, weiße Kirche in Norddeutschland

eine typische, weiße Kirche in Norddeutschland

Je mehr wir jedoch über die Hintergründe dieser Tradition mitbekamen, desto mehr irritierte sie uns. Denn der Haussegen der Könige war keinesfalls umsonst. Für jeden Segen wurde eine Spende gesammelt, zum einen in Form von Geld und zum anderen in Form von Süßigkeiten, denn man brauchte ja auch etwas, mit dem man die Kinder zu der ganzen Aktion motivieren konnte. Im Kirchenzentrum, das zur Operationsbasis umfunktioniert worden war saßen dann einige Eltern und Kirchenmitarbeiter, die alles Koordinierten und Kontrollierten. Die Kinder wanderten nicht einfach umher, sondern folgten genau ausgeklügelten Plänen, durch die man sichergehen konnte, dass auch wirklich die ganze Stadt abgedeckt wurde. Es gab sogar Listen, denen man entnehmen konnte, wie spendabel die einzelnen Haushalte waren und bei wem man öfter klingeln musste um Erfolg zu haben. Die Gewinne sowohl in Form des Geldes als auch in Form der Süßigkeiten wurden anschließend in der Zentrale abgegeben, genau dokumentiert, sortiert und in großen Kisten und Tüten gesammelt. Das Geld ging dann natürlich an die Kirche und die Süßigkeiten wurden zum Teil unter den Kindern aufgeteilt, zum Teil auch für andere Zwecke verwahrt. Beeindruckend waren dabei vor allem die horrenden Mengen an Schokolade, Weingummi, Bonbons und anderen Naschereien, die dabei zusammen kamen. Vierzig bis sechzig große Alditüten an einem Nachmittag waren da keine Seltenheit.

Auch nach Weihnachten ist noch viel von der festlichen Stimmung übrig

Auch nach Weihnachten ist noch viel von der festlichen Stimmung übrig

Alles in allem kam es uns ein bisschen so vor, als wäre der eigentliche Sinn dieser Aktion über die Jahre hinweg ein wenig verloren gegangen und als wäre alles nun eher zu einem Geschäft verkommen, bei dem die Kirche einiges der Spenden wieder herein holte, die ihr durch die geringe Beteiligung an den Messen verloren ging. Mit der Zeit hatte man sogar die Kreidezeichen für die Türen professionalisiert und durch vorgedruckte Aufkleber ersetzt, die man schneller anbringen konnte, so dass jede Kindergruppe mehr Häuser in kürzerer Zeit abklappern konnte.

Geschäftiges Treiben in der Stadt

Geschäftiges Treiben in der Stadt

Vielleicht täuschte der Eindruck ja, aber ein etwas seltsames Gefühl hinterließ die ganze Sache in uns schon.

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Spruch des Tages: Die Könige segnen euch!

Höhenmeter 170m / 120m / 90m / 240m

Tagesetappe: 22km / 36km / 12km / 36km

Gesamtstrecke: 29.351,27km

Wetter: Überwiegend sonnig, Schneeschmelze bricht herein, viele Wege noch unpassierbar aufgrund der Schneemassen

Etappenziel Tag 1572: Vereinshaus der Anti-Alkoholiker, Idre, Schweden

Etappenziel Tag 1573: Gemeindehaus der Kommune, Flötningen, Schweden

Etappenziel Tag 1574: Veranstaltungshaus der Kirche, Drevsjø, Norwegen

Etappenziel Tag 1575: Private Ferienhütte auf dem Bauernhof 3km südlich von Sømådal, Norwegen

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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