Süditalien – eine der ärmsten Regionen Europas

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Süditalien – eine der ärmsten Regionen Europas

Süditalien – eine der ärmsten Regionen Europas

Nach rund einem halben Jahr ist unsere Zeit in Italien nun erst einmal wieder beendet. Zumindest, im Festlandteil von Italien. Denn nun haben wir erst einmal die Fähre nach Sizilien genommen, wo wir zum zweiten Mal in Messina angekommen sind. Doch bevor wir uns dem zuwenden wollen wir noch einmal einen Blick zurück auf Kalabrien und Süditalien werfen, die in den letzten Monaten so etwas wie unsere Heimat waren.

Die kalabrische Küste

Die kalabrische Küste

Je südlicher desto ärmer

Auffällig war, dass es vor allem hier unten, am südlichsten Punkt der Küste mit jedem Schritt ärmlicher, schäbiger und heruntergekommener wurde. Wir hatten nun einen Bereich betreten, der sich von Armenvierteln in lateinamerikanischen oder afrikanischen Städten kaum noch unterscheiden ließ. Nur, dass hier die entsprechende Großstadt darum fehlte.

Wenn wir zurück an unsere Reise durch Italien dachten, dann ließ sich sogar sagen, dass es eine seichte aber doch spürbare und permanente Entwicklung von Norden nach Süden gegeben hat, in der es immer ärmer und ungepflegter geworden war. Spätestens ab der Grenze zur Basilikata war es dann wie ein neues Land gewesen, das mit dem nördlichen Teil von Italien nur noch wenig gemeinsam hatte. Das man diese Gegend auch etwas abwertend als Cal-Africa bezeichnete.

Reggio Calabria – Stadt des Mülls

Von Reggio Calabria, der kalabrischen Hauptstadt, die am äußersten Punkt von Italien lag, hatten wir uns aber dennoch etwas mehr erwartet. Irgendwie hatten wir angenommen, hier wieder eine kulturell attraktive Stadt vorzufinden, in der wir einiges besichtigen konnten. Doch abgesehen von einer Kathedrale und vielleicht noch vier oder fünf weiteren, sehenswerten Gebäuden bot die Stadt nicht das geringste. Sie war aufgebaut, wie jedes heruntergekommene Dorf, das wir zuvor besucht hatten. Nur eben etwas größer. Die Frage, warum Menschen hier leben wollten, konnten wir uns nicht wirklich beantworten. Rund 90 % alle Gebäude waren eckige Betonklötze, die man überall sonst auf der Welt als Bausünde bezeichnet hätte. Doch das allein war es noch nicht. Es war viel mehr der Umstand, dass man das Gefühl hatte, die Menschen selbst würden ihre Stadt hassen und daher so schlecht behandeln, wie es ihnen nur möglich war.

Der Weg nach Reggio Calabria ist mit Müll gepflastert

Der Weg nach Reggio Calabria ist mit Müll gepflastert

Müll lag einfach überall

Nicht nur hier in Reggio Calabria, sondern einfach wirklich überall. Etwa alle ein bis zwei Kilometer lief man über regelrechte Müllhalden, auch wenn man sich an die normalen Straßen hielt. Selbst am Strand, an dem noch immer die Badeurlauber wie Sardinen in der Dose lagen, gab es rund alle fünfzig Meter eine Müllinsel. Es war der Sammelpunkt, an dem man tatsächlich Mülltonnen für den Abtransport bereitgestellt hatte.

Die Armut in Süditalien ist übrall sichtbar

Die Armut in Süditalien ist übrall sichtbar

Eine Wegwerfgesellschaft wie sie im Buche steht

Doch die Italiener liebten es, Müll zu produzieren. Selbst für den normalen Hausgebrauch verwendet man hier Plastikteller und Plastikbesteck. Wenn man in einer Bar eine Süßspeise bestellt, bekommt man sie auf Plastik. Auch, wenn man sie direkt in der Bar ist. Nimmt man sie mit, wird sie zusätzlich in eine Plastikbox gehüllt, die man dann in eine Plastiktüte steckt. Obst- und Gemüsehändler hingegen haben in Sachen Umwelt heute schon einiges dazu gelernt. Deswegen bekommt man dort seine Lebensmittel nun in recycelten Papiertüten. Natürlich werden diese dann im Anschluss wiederum in Plastiktüten gesteckt, denn anders geht es ja nicht, aber man erkennt schon einen Ansatz.

Sehenswürdigkeiten in Calabrien

Sehenswürdigkeiten in Calabrien

Auf jeden Fall führt diese Müllverliebtheit dazu, dass sowohl Mülltonnen als auch Müllabfuhr gnadenlos überfordert sind mit ihrer Aufgabe. Die Folge sind regelrechte Müllinseln, die in der Hitze verrotten und gut einen Kilometer gegen den Wind nach Verwesung und Fäulnis stinken. Bei einem Abstand von gerade einmal 100 m zwischen den Müllplätzen könnt ihr euch sicher vorstellen, was das bedeutet.

Vermüllte Straßen in Süditalien

Vermüllte Straßen in Süditalien

Leichen säumen den Weg

Und als wäre das nicht genug, liegt etwa alle zwei bis drei Kilometer ein verstorbenes Tier auf der Fahrbahn, das hier fröhlich vor sich hin verwest. Einmal lag ein toter Hund direkt auf einem Gehweg und war bereits zu einem Skelett mit Haut und Haaren verfallen. Er musste hier also bereits seit mindestens einem Monat liegen und Spaziergängern wie Radfahrern den Weg versperren. Dennoch hatte sich niemand die Mühe gemacht, ihn auch nur auf die Seite zu schieben.

Ein Hunde-Kadaver am Straßenrand

Ein Hunde-Kadaver am Straßenrand

Eine tote Katze in ähnlichem Zustand fanden wir ein paar Tage später vor dem Eingang eines Hauses. Die Bewohner mussten sich über sie hinweg beugen, um an die Klingel und die Briefkästen zu gelangen. Der Gestank, war jedoch bereits aus drei Metern so unerträglich, dass wir es nicht aushielten, zu atmen, ohne uns unsere Halstücher vors Gesicht zu pressen. Und dennoch. Sie lag noch immer da und wurde als neuer Bestandteil des Hauseingangs akzeptiert.

Eigentlich hatten wir gedacht, dass gerade diese Dinge in einer Stadt wie Reggio Calabria nicht mehr passieren würden, doch kaum hatten wir das Zentrum erreicht, stolperte Heiko fast über einen verwesenden Marder, der mitten auf der Straße lag.

Ein Schloss in Calabrien

Ein Schloss in Calabrien

Warum Qualität wenn man auch pfuschen kann?

Was uns an Süditalien am meisten faszinierte, war das Talent der Menschen hier, alles immer so unpraktisch und unfunktional wie nur irgendwie möglich zu machen. Das war geradezu beeindruckend. Hier ein paar Beispiele:

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Steckdosen in allen Größen und Formen

In Deutschland gibt es genau eine Art von Steckdosen für alle üblichen elektronischen Geräte, die keinen Starkstrom benötigen. Dementsprechend gibt es auch die dazu passenden Stecker, die in jede dieser Steckdosen hinein passen. In Italien ist das anders. Rein theoretisch hat man hier zwar das gleiche Steckersystem wie bei uns, praktisch tragen wir aber mehr Adapter mit uns herum als in Großbritannien.

kleine antike Dorfkirche

kleine antike Dorfkirche—

Der Grund ist, dass es hier mindestens drei verschiedene Steckdosenarten gibt:

  • Eine mit normalem Abstand und kleinen Löchern,
  • eine mit normalem Abstand und großen Löchern
  • und eine mit extra weitem Abstand und großen Löchern.

Zudem gibt es noch einige Mischformen, sowie mehrere verschiedene Möglichkeiten, um die Erdung zu platzieren, sodass allein diese schon immer wieder verhindert, dass man einen Stecke in die Steckdose stecken kann. Doch das ist fast vernachlässigbar. Aber jetzt kommt es. Unser gewöhnlichen runden Stecker, die über eine Erdung verfügen, passen nur in Steckdosen mit normalem Abstand und großen Löchern.

Castello di le Castella

Castello di le Castella

Die gibt es aber so gut wie nie. Unsere Flachen Stecker, wie wir sie von Lichterketten oder Akkuladegeräten kennen, passen auch in die kleinen Löcher. Allerdings muss man hier vorsichtig sein, denn sie verklemmen gerne, was dazu führen kann, dass man beim Herausziehen zwar den Stecker in der Hand hält, nicht aber die beiden Zinken, mit denen er in der Dose stecken bleibt. Die meisten italienischen Mehrfachstecker und Verlängerungskabel hingegen haben einen Stecker mit großen Zinken und weitem Abstand. Für diese gibt es keinen Adapter, also muss man Glück haben, dass stets mindestens eine Steckdose im Raum auf dieses Maß ausgelegt ist. Es kann aber durchaus vorkommen – und da sprechen wir von eigener Erfahrung – dass man von einem Gastgeber ein solches Kabel gestellt bekommt, dass dieser aber keine einzige dazu passende Steckdose besitzt.

Kunstvolle Fächer

Kunstvolle Fächer

Spannungsspitzen und Energietiefs

Darüber hinaus unterliegt die Spannung im Stromnetz vor allem hier in Süditalien sehr starken Schwankungen. Es kann also vorkommen, dass man ein Handy über Nacht ans Netz hängt und es am Morgen nur wenige Prozent geladen hat, weil die Spannung nicht ausreichte. Ebenso kann es passieren, dass man es anschließt und dass einem dabei ein Funke entgegenschlägt, der schon fast als echter Blitz durchgehen könnte. Hin und wieder sieht man daher auch Stecker, die komplett geschmolzen sind, da sie den Spannungsspitzen nicht standhalten konnten.

Das Castello di le Castella bei Nacht

Das Castello di le Castella bei Nacht

Fenster und Türen

Wenn es eine Sache gibt, das die Italiener hier noch mehr lieben als Pasta und Müllproduktion, dann ist es das Autofahren. Dementsprechend hat man nahezu immer und überall Verkehr. Also Autoverkehr. Mit dem anderen bleibt man hier doch eher dezent hinter verschlossenen Türen. Aber auch da wären wir dann schon wieder beim Thema. Denn so richtig verschließbar sind die Fenster und Türen hier einfach nicht. Auch bei uns gibt es Bereiche, in denen der Verkehr unerträglich laut und nervig ist. Für gewöhnlich aber haben wir dann besonders schalldichte Fenster und Türen. Diese soergen dafür, dass der Schall, der innen entsteht, auch innen bleibt, während alle anderen Geräusche ausgesperrt werden. Hier hingegen nutzt man in der Regel Einscheibengläser in Holzrahmen, die nicht einmal über eine Dichtung, geschweige denn über ein funktionierendes Schließsystem verfügen. Das bedeutet, dass man nahezu keinen Unterschied verspürt, ob ein Fenster offen oder geschlossen ist.

Das Hotel Costa Jonica

Das Hotel Costa Jonica

Das gleiche Problem hat man mit den Türen. Diese bestehen entweder aus dünnen Holzplatten oder, was noch besser ist, aus einer Stahlplatte. Stahl hat sicher einige großartige Vorteile, aber Dämmfähigkeit ist leider keine davon. So leiten die Türen sowohl Hitze und Kälte als auch Schall weiter, als wären sie zu keinem anderen Zweck geschaffen worden. Im Sommer kann man Spiegeleier auf den Türen braten und im Winter hat man das Gefühl, als würde die Wärme aus dem Raum geradezu heraussaugen. Es kam sogar vor, dass wir die Türen geöffnet haben, da die reine Luft besser isoliert hat, als die Stahltür.

Unser Zimmer im Hotel Costa Jonica

Unser Zimmer im Hotel Costa Jonica

Wärme- und Kälte-Haushalt

Mit der Stahltür haben wir gleich schon eine perfekte Überleitung zum nächsten Thema, das uns persönlich in den Wahnsinn treibt. Aus irgendeinem Grund scheinen die Italiener im Allgemeinen und die in Süditalien im Besonderen, sämtliche Formen von Dämmmaterial zu hassen. Ein Haus wird hier im Normalfall folgendermaßen gebaut: Man errichtet Pfeiler aus reinem Gussbeton oder aus Backsteinen, die mit Beton verkleidet werden. Darauf bettet man dann Betonplatten als Zwischendecken und schließt das ganze oben mit abgeschrägten Betonplatten für das Dach ab. Dazwischen kommen Fenster, Türen und weitere Betonelemente, um alles mehr oder minder zu verschließen. Auf den ersten Blick ergeben sich bei dieser Bauweise gleich ein paar Fragen.

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Wieso baut man sämtliche Häuser auf eine Weise, die an ein Kartenhaus erinnert, wenn doch ganz Italien Erdbebengebiet ist? Und zwar wirklich sämtliche, angefangen beim Geräteschuppen über Einfamilienhäuser, Kirchen und Supermärkte, bis hin zu Wohnkomplexen und Hotelanlagen.

Schaustellerwagen

Schaustellerwagen

Wer Braucht schon Dämmmaderial

Aber das ist nicht alles! Auf die Betonwände wird direkt die Farbe aufgetragen, während die Dächer zum Teil (wirklich nur zum Teil) mit Wellblech oder Dachziegeln belegt werden. Diese kommen dann aber ebenfalls ohne ein Dämmmaterial direkt auf den Beton, der den Dachstuhl bildet. Das bedeutet, dass es hier kein einziges Haus gibt, das in den letzten fünfzig Jahren gebaut wurde, dass auch nur den Hauch einer Isolierung hätte. Warum? Wir befinden uns vor allem in Süditalien in einer Region, in der es im Sommer locker 45 °C bekommen kann. Im Winter wird es hier nicht wirklich kalt, aber Nachts können die Temperaturen trotzdem schon einmal unter 10 °C fallen. Das bedeutet, dass sich die Zimmer im Sommer aufheizen wie Brutöfen, während sie im Winter so weit auskühlen, dass man trotz des milden Klimas hier in der Nacht friert. Warum, frag ich mich! Warum?

Sämtliche Techniken, um die Häuser sinnvoller zu bauen sind bekannt, werden aber nicht benutzt. Wenn man die Einheimischen fragt, bekommt man keine klare Antwort. Und es geht weiter!

Kirche in Süditalien

Kirche in Süditalien

Lieber zu heiß als zu kalt

Klimaanlagen, von denen wir dachten, dass sie in Süditalien zum absoluten Standard gehören, sind hier ein Luxusgut, das man so selten findet wie Stühle und Tische, die nicht wackeln. Aber auch Heizungssysteme gibt es nicht. Es ist also immer ungemütlich in den Häusern hier, sowohl im Sommer als auch im Winter.

Noch ein faszinierendes Phänomen: Vor allem in den letzten Jahren gibt es auch hier die Entwicklung, dass die Menschen immer mehr in die großen Städte ziehen, währen in den kleineren immer mehr Wohnungen leer stehen. Häufig werden dabei jedoch die Erdgeschosswohnungen leer zurückgelassen, währen die Wohnungen in den oberen Etagen noch bewohnt werden. Dabei steigt die ohnehin schon unerträgliche Innentemperatur mit jeder Treppenstufe gefühlt um ein Grad an.

Kalabriens Steilküste

Kalabriens Steilküste

Wegesysteme

Überall in Europa gibt es ein relativ weit verzweigtes System aus größeren und kleineren Straßen und Wegen. Hier nicht. Vor allem entlang der Küste hat man sich für die Technik entschieden, kleine Straßen lediglich als Stichstraßen von der Schnellstraße aus ans Meer zu legen und diese eine Schnellstraße als einzige Verbindung entlang der Küste zu bauen. Stellt euch einmal vor, es gäbe einen durchgängigen Fuß- und Radweg einmal um die komplette italienische Küste herum, ähnlich wie den Donauradweg, der komplett durch Süddeutschland und Österreich führt. Dieser würde einen Schwarm an Touristen anlocken, die nicht nur zum Braten am Strand kommen würden, sondern das ganze Jahr über. Sie würden Hotelzimmer buchen, Sehenswürdigkeiten besichtigen und jede Menge essen und trinken. Genau das, was die Menschen hier bieten können.

Stadtkirche von Reggio Calabria

Stadtkirche von Reggio Calabria

Inlandstourismus

Doch stattdessen verzichtet man in Süditalien fast vollständig auf ausländischen Tourismus und konzentriert sich auf die eigenen Leute, die in den Bergen leben und im Sommer ans Meer wollen. Diese Menschen jedoch haben in der Regel kaum Geld zur Verfügung, weshalb ein Großteil der Infrastruktur in den Touristenorten einfach wieder verfällt. Außer in Spanien, wo man den Wahnsinn mit dem sinnlosen Bauboom verbrochen hat, haben wir noch nirgendwo auf der Welt so viele leerstehende und verfallende Hotels, Restaurants und Bars gesehen, wie hier in Süditalien.

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Fast täglich beklagt sich jemand darüber, dass es hier keine Arbeit gibt und dass auch der Tourismus nicht mehr so läuft wie früher. Die Lösung wäre so einfach und wenn man die Menschen hier auf diese Idee anspricht antworten sie sofort: „Ja, das würde etwas verändern!“ Gleichzeitig haben sie aber auch das Gefühl, dass so eine Idee vollkommen verrückt wäre. „Ein durchgängiger Radweg? Bei uns? Niemals! Das ist lächerlich!“

 

Das Hierarchiesystem

Eine normale Hierarchie funktioniert folgendermaßen. Der Chef, der an der Spitze der Pyramiden sitzt, trifft die wichtigsten Entscheidungen. Alle anderen delegiert er an seine nächsten Untergebenen. Diese wiederum treffen die Entscheidungen, die für sie am wichtigsten sind und delegieren alles andere weiter nach unten. So setzt sich das Spiel dann fort. Auf der anderen Seite hat jeder Entscheidungsträger einen Stellvertreter. Dies ist für gewöhnlich ein Vertrauter, der ihn gut kennt und der im Fall der Abwesenheit des Chefs die Entscheidungen an seiner Stelle trifft.

Die Ein-Mann-Hierarchie

Ein italienisches Hierarchiesystem funktioniert anders. Zunächst dachten wir, dass dies nur innerhalb der Kirche so ist, bei der der Pfarrer einfach die alleinige Herrschaft über seine Gemeinde hat. Aber nein! Es betrifft wirklich jedes System, vom Supermarkt über die Kirche bis hin zur Stadtverwaltung. Es funktioniert so: Der oberste Chef trifft alle Entscheidungen. Das war’s! Mehr kommt nicht. Wenn der oberste Chef nicht da ist oder keine Zeit hat, weil er gerade andere Entscheidungen treffen muss, dann passiert einfach nichts. Das System hält an und wartet, bis der Chef wieder zur Verfügung steht. Oder bis man ihn durch einen neuen ersetzt hat, weil der alte dieses System für gewöhnlich nicht allzu lange durchhält, bevor er durch ein Burnout oder einen Nervenzusammenbruch außer Gefecht gesetzt wird.

Kein Witz! Trifft man hier einen Stellvertreter, ist es das gleiche, als wenn man eine Putzkraft oder den Briefträger trifft. Im besten Fall bekommt man die Information, wann der Chef zurückkommt oder wie man ihn erreichen kann. Das ist alles.

Optimales Zen-Training

Das waren jetzt nur einige der präsentesten Beispiele, die unseren Alltag am meisten beeinflussen und durch die wir jeden Tag als ein mentales Training betrachten, um die innere Ruhe eines Zen-Meisters zu erhalten. Ohne dies würde man hier definitiv durchdrehen und entweder wahnsinnig oder zum Psychopathen werden. Leider kann man die vielen Details, in denen sich der alltägliche Wahnsinn bemerkbar macht, nicht komplett wieder geben. Aber es ist definitiv eine ganz spezielle Erfahrung. Ob man sie wirklich machen will, ist jedem selbst überlassen, aber wenn man sich darauf einlässt, dann bietet sie durchaus einiges an Stoff für lustige Anekdoten. Anekdoten, über die man zumindest mit einem leichten Abstand herzhaft lachen kann.

Spruch des Tages: Die Spinnen die Römer! (Asterix und Obelix)

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.
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