Tag 747: Die Weihnachtstasse

von Heiko Gärtner
16.01.2016 15:31 Uhr

Zum Frühstück lud uns der Pfarrer in die Bar ein, vor der ich am Abend den resignierten Vater getroffen hatte. Wir waren noch immer das Stadtgespräch und aus den Unterhaltungen um uns herum konnte man ableiten, dass es vor allem um unseren Auftritt gegenüber den Kindern ging. Die Meinungen waren sehr geteilt. Einige waren der Ansicht, dass wir uns den Kindern gegenüber unverschämt verhalten hätten und dass man ihnen einfach ihren Lauf lassen musste. Andere sahen in Heikos Wutausbruch hingegen den ersten Versuch, die Kinder überhaupt einmal zu erziehen. Vor allem aber der Pfarrer war uns für unser Eingreifen dankbar und honorierte es sogar noch mit einer kleinen Spende für unsere Reise.

Kurz vor dem Ortsausgang trafen wir auf eine junge Frau, die uns als deutsche Touristen erkannte und uns sofort auf unserer Heimatsprache anredete. Sie hatte die ersten Acht Jahre ihres Lebens in Deutschland verbracht. Dann war ihre Mutter hier hergezogen um einen Italiener zu heiraten. Sie sagte es nicht direkt, doch man sah ihr an, dass sie selbst hier nie wirklich heimisch geworden war. Dennoch hatte sie einen Einheimischen geheiratet und ein Kind mit ihm bekommen. Sie erzählte uns, dass sich die Ängstlichkeit und die Ablehnung, die wir hier immer wieder von den Menschen erfahren hatten, nicht speziell gegen uns richteten. Die Einheimischen waren generell skeptisch gegenüber jedem, der nicht hier geboren worden war. Ihre Mutter lebte nun bereits seit dreißig Jahren in diesem Dorf und doch galt sie noch immer als die Fremde, die Deutsche, die Ausländerin, die Zugereiste. Sie konnte machen was sie wollte, doch wirklich integrieren würde man sie wohl nie. Spannend war auch, dass uns die junge Frau erzählte, dass ihre Mutter einen weitaus größeren Wortschatz im Italienischen hatte, als die meisten Muttersprachler hier vor Ort. Zum Einen sagte das natürlich einiges über die Mutter aus, zum Anderen bestätigte es aber auch unsere Vermutung, dass viele Italiener ihren Alltag mit einigen wenigen Sätzen bewältigten. Wir hatten schon oft das Gefühl gehabt, dass uns immer nur die gleichen wenigen Fragen und Antworten begegneten, egal, wohin wir auch kamen. Dies war ja auch einer der Gründe, warum wir mit unseren paar Worten so großartig durchkamen. Es war jedoch noch einmal etwas anderes, diese Vermutung jedoch auch von einer Einheimischen bestätigt zu bekommen.

Die Wanderung führte uns auch heute wieder durch einen schönen herbstlichen Wald, bis wir schließlich San Giovanni in Fiore erreichten. Die Stadt war mit rund 17.000 Einwohnern die größte im Umkreis, weshalb wir sie als Zielort für unser nächstes Päckchen auserkoren hatten. Schön war sie auf den ersten Blick nicht gerade, dafür aber auf ihre eigene Art beeindruckend. Sie lag auf einem langgezogenen Berg inmitten eines Tales und erstreckte sich über mehrere Berghänge hinweg in alle Richtungen. Direkt vor der Stadt hatte man eine Autobahn gebaut, die auf einer gigantischen Brücke hoch oben über das komplette Tal hinweg führte. Ihre außergewöhnliche Lage führte dazu, dass sie sogar noch verschachtelter und verwirrender war als die letzten Orte, die wir besucht hatten und es dauerte bestimmt eine knappe Stunde, bis wir uns auch nur ansatzweise zurechtgefunden hatten. Um in die Stadt zu kommen mussten wir zunächst einmal ganz nach unten bis auf die Höhe des kleinen Flusses, der durch das Tal führte. Dann stiegen wir auf der anderen Seite wieder nach oben, unter der Autobahn hindurch, am Friedhof vorbei und an einigen Klippen entlang bis in die Innenstadt. Hier gab es zwar eine Kirche, doch der Pfarrer lebte wiederum an einer anderen Stelle ganz unten im Tal. Als ich ihn erreichte, tat er nichts weiter, als seine Zuständigkeit auf ein Franziskanerkloster abzuwälzen, das sich ganz oben auf dem Gipfel des Berges im Zentrum der Altstadt befand. Anrufen wollte er dort nicht, denn er fürchtete, dass die Mönche gerade Mittagsschlaf hielten. Das jedenfalls behauptete er, denn später wurde mir klar, dass er einen ganz anderen Grund gehabt hatte. Er schrieb mir die Telefonnummer des Klosterleiters auf und schob mich wieder vor die Tür. Auf dem Weg nach oben wählte ich die Nummer und wurde direkt mit einem Mann verbunden, der ganz und gar nicht so klang, als hätte er gerade einen Mittagsschlaf gehalten. Er wunderte sich darüber, dass der Pfarrer uns zu ihm geschickt hatte und bedauerte, leider keine geheizten Räume zur Verfügung zu haben. Stattdessen könne er uns aber eine Pension bezahlen, wenn wir bei ihm vorbeikämen. Also machten wir uns ein weiteres Mal auf und erklommen auch noch den Rest des Berges um zum Kloster zu gelangen.

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Dort angekommen standen wir vor verschlossenen Türen. Auf unser klingeln reagierte niemand und auch ans Telefon ging nun keiner mehr. Vorsichtig schaute ich um das Klostergebäude herum und rief immer wieder nach dem Pater oder einem anderen Verantwortlichen. Doch niemand antwortete. Auf der Rückseite des Klosters entdeckte ich eine offene Tür und ging hinein.

„Hallo! Entschuldigung! Ist hier jemand?“ rief ich, bekam aber noch immer keine Reaktion. Noch einmal wählte ich die Nummer des Paters. Er hob noch immer nicht ab, aber dieses Mal hörte ich es über mir klingeln. Ich war also ganz in der Nähe seines Büros und wenn er gerade noch mit mir telefoniert hatte, dann konnte er nicht weit sein. Fröhlich rufend stieg ich die Treppe hinauf und klopfte dabei an alle Türen, die auf meinem Weg lagen. Keine Reaktion. Im obersten Stock befand sich eine weitere Tür mit einer Klingel daneben und einem Schlüssel im Schloss. Ich drückte auf die Klingel, wartete ein paar Sekunden und schloss dann auf. Sie führte in einen schmalen Flur, an dessen Ende sich ein kleines Wohnzimmer befand. Ein Mann im Rollstuhl saß vor einem Fernseher.

„Hallo!“ rief ich „Entschuldigen Sie die Störung!“ Doch noch immer nahm mich der Mann nicht wahr. Erst beim vierten versuch drehte er sich zu mir um und erschrakt, weil ich so plötzlich aufgetaucht war.

„Entschuldigung!“ rief ich erneut, „Ich suche nach Padre Giovanni!“

Wie von der Tarantel gestochen sprang ein zweiter Mann auf, der bislang hinter der Tür verborgen gewesen war und schoss auf mich zu.

„Wer sind Sie und wie sind sie hier hereingekommen?“ fragte er mich mit einer Mischung aus Vorwurf und Panik.

„Ich bin Tobias und ich glaube wir haben gerade miteinander telefoniert!“

„Ja, das haben wir!“ rief er noch immer voller Aufregung, „aber wie kommen Sie hier herein? Was machen Sie hier?“

„Sie haben gesagt ich soll herkommen. Doch auf das Klingeln und auf meinen Anruf hat niemand reagiert. Die Tür stand offen und so bin ich hineingekommen. Tut mir leid, wenn ich Sie erschreckt habe!“

Doch ich hatte den Mann nicht nur erschreckt, ich hatte ihn in Panik versetzt. Er war so ängstlich und aufgebracht, dass er fast einen Herzinfarkt bekam. Vielleicht hatte ich ihn am Telefon falsch verstanden, doch er hatte aus irgendeinem Grund nicht damit gerechnet, dass ich wirklich auftauchen würde. Für ihn hatten wir uns offenbar darauf geeinigt, dass er mich abgewimmelt hatte und ich mein Glück woanders versuchen sollte. Deswegen hatte er mich auch an der Klingel und am Telefon ignoriert. Nun aber stand ich bei ihm auf der Türschwelle und war damit zu einem realen und sichtbaren Problem geworden. Ein Problem, dass er jedoch nicht bei sich im Haus haben wollte. Stattdessen hängte er sich ans Telefon und rief jeden Pfarrer in der Stadt an um eine Möglichkeit zu finden, mich abzuschieben. Doch es half nichts. Die meisten erreichte er nicht und diejenigen, die er erreichte wollten ihm nicht helfen. Jetzt ging mir auf, warum der Pfarrer zuvor nicht selbst hatte mit dem Mönch telefonieren wollen. Wenn er es getan hätte, dann hätte der Mönch genauso reagiert wie nun die Pfarrer und der gute Mann hätte sich selbst um uns kümmern müssen. Jetzt war er stattdessen in der entspannten Position einfach sein Telefon ignorieren zu können.

„Hier könnt ihr nicht bleiben!“ erklärte mir der Mönch schließlich, „denn wir haben leider keine Zimmer für euch. Aber eine Pension kann ich euch auch nicht bezahlen, denn ich wüsste nicht, warum ich das tun sollte. Ich kenne euch ja gar nicht! Ihr könntet jeder sein! Woher weiß ich, dass ihr keine Terroristen von der Isis seit, die hier hergekommen sind um unser Kloster zu sprengen und uns alle zu töten?“

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Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Das war es also! Schon der Mann in dem Kloster, der uns an jenem Regentag abgewiesen hatte, war mir mit dem Argument gekommen, dass dies schwierige Zeiten waren und dass man niemandem mehr vertrauen konnte. Nachrichten und Medien waren für uns soweit weggerückt, dass wir nie einen direkten Bezug zu aktuellen Ereignissen hergestellt hatten, die nicht in unmittelbarer Nähe stattfanden. Doch so wie es aussah musste das italienische Fernsehen die Anschläge in Paris dafür genutzt haben, eine landesweite Panik zu verbreiten und den Menschen die Angst einzuhauchen, dass sich hinter jedem Fremden ein Terrorist verbergen konnte. Es war nicht nur Unfreundlichkeit, die uns entgegengebracht wurde, sondern etwas viel schlimmeres. Es war Angst. Angst, die in den Köpfen eingepflanzt wurde, um die Menschlichkeit zu zerstören, die wir eigentlich auf natürliche Weise in uns trugen. Über die Terroristen selbst kann ich nichts sagen, weil wir wie gesagt so gut wie nichts davon mitbekommen hatten. Ich habe also keine Ahnung, ob sie wirklich gefährlich sind oder nicht, ob es sich dabei um eine fanatische Gruppe handelt oder ob es vielleicht auch nur wieder eine kaltblütige aber geschickte Inszenierung ist. Doch was wir spürten war, dass die Angst, die dadurch ausgelöst wurde, noch viel gefährlicher war, als es ein Terrorist jemals sein konnte. Es war die Angst, die normale, gutherzige Menschen, seit jeher zu grausamen und schlimmen Dingen animiert hatte. Die gleiche Angst hatte im dritten Reich dazu geführt, dass Menschen ihre Freunde, Kinder, Eltern, Geschwister oder Nachbarn an ein Regime verrieten, von dem sie wussten, dass es sie ermorden würde. Die gleiche Angst hatte dafür gesorgt, dass wir bereit waren, unsere Freiheiten aufzugeben und unsere Rechte einschränken zu lassen, nachdem wir von Anschlägen wie dem am 11. September gehört hatten. Es war eine Angst, die uns dazu brachte, grausame Foltern zu billigen und gutzuheißen, weil wir glaubten, dadurch Terroristen besiegen zu können. Wir Menschen sind von Natur aus schöpferische, hilfsbereite und warmherzige Wesen. Außer wenn wir uns vor etwas fürchten. Dann ist uns jedes Mittel recht, von dem wir glauben, dass es uns Sicherheit bietet. Wir weisen Fremde ab, und nehmen das Risiko in Kauf, dass diese erfrieren, weil sie uns unheimlich sind. Hätten wir keine Angst, kämen wir nie auf diese Idee. Wir lassen jeden unserer Schritte durch Kameras überwachen, weil wir glauben, dass unser Leben dadurch sicherer wird. Würden wir das auch machen, wenn wir nicht ständig das Gefühl hätten, durch irgendeine ominöse Macht bedroht zu werden?

Der Pfarrer der hier vor mir stand und mich für einen gemeingefährlichen Terroristen hielt. Betreute ein Kloster oben auf einem Berg in einer unbedeutenden Kleinstadt einer abgelegenen Provinz im Süden Italiens. Welches Interesse sollte irgendeine terroristische Organisation daran haben, gerade sein Kloster zu sprengen? Hier in dieser Region hatte es wahrscheinlich seit Jahren keine Gewalttaten gegeben, die nicht von kleinen, gelangweilten Kindern verübt worden waren, und doch lebte dieser Mann in einer permanenten Angst. Was glaubt ihr, wie sich diese Angst auf sein Leben, sein Wohlbefinden und seine Gesundheit auswirkte? Machte es ihn glücklich oder zufrieden in dieser Angst zu leben? Oder zerstörte es ihn innerlich? Wenn sich diese Angst weiter verbreitete, und alle Menschen erfasste, so dass wir aus Selbstschutz all unsere Menschlichkeit aufgaben, dann brauchte es keine Terroristen mehr um unser Leben zu zerstören.

Das Problem, was ich mit dem Mönch hatte war, dass er so aufgeregt war, dass er mir überhaupt nicht zuhören konnte. Er plapperte in einer Tour, wollte ständig etwas Neues wissen und unterbrach mich jedes Mal aufs neue um weitere bedenken hervorzubringen. Dabei war er sich selbst nicht einig, ob er mich lieber dadurch loswerden wollte, dass er sein Kloster unattraktiv machte, oder dadurch dass er mir selbst meine mangelnde Vertrauenswürdigkeit bewies.

„Tranquillo!“ sagte ich immer wieder – „Ganz Ruhig!“ Dann begann ich von neuem einen Versuch alles zu erklären. Ich brauchte eine gute halbe Stunde, bis ich den Mann soweit hatte, dass sein Herz wieder in einem normalen Rhythmus schlug. Langsam entspannte er sich wieder und am Ende war er sogar bereit, mir einige Räume zu zeigen, in die wir uns betten durften.

Die nächste Herausforderung des Tages war es nun, die Post zu finden, in der unser Päckchen auf uns wartete. Sie befand sich wiederum an einem vollkommen anderen Punkt in der Stadt, zu dem wir wieder ganz nach unten mussten.

Die Poststation wurde durch eine Art Sicherheitsschleuse abgeriegelt. Ich habe noch immer keine Ahnung wofür sie gut sein sollte, doch sie verlieh dem Gebäude ein relativ wichtiges Aussehen. Wer die Post betreten wollte, musste vor eine automatische Tür treten, die sich dann von selbst öffnete. Anschließend kam er in einen winzigen Zwischenraum, hinter dem sich wiederum eine automatische Tür befand. Diese öffnete sich jedoch erst, wenn die andere Tür vollkommen geschlossen war. Dann war der nächste an der Reihe. Meine plausibelste Theorie zum Zweck dieser Sicherheitsschleuse war es, dass sie die Kunden dazu brachte bereits vor dem Gebäude Schlange zu stehen, damit es im inneren nicht so voll aussah. Auch dieses Mal konnten wir unser Paket nicht einfach so abholen. Es gab wieder einmal gewisse Probleme, die erst noch gelöst werden mussten. So konnte die Frau am Schalter nicht verstehen, warum auf dem Ausweis, den wir ihr vorlegten, der Name „Heiko Gärtner“, auf dem Päckchen selbst jedoch „Karl Gärtner stand. Sie trommelte erst einmal die komplette Belegschaft zusammen, die dann wie die Hühner um das Paket herum stand und immer abwechselnd auf den Ausweis und das Sendeschild starrte. Eine weile amüsierte uns das Schauspiel so sehr, dass wir einfach nur abwarteten. Dann deutete ich auf den Klebezettel und sagte: „Dies ist der Absendet. Wir sind aber die Empfänger. Der Empfängername steht hier, gleich nebenan.“

„Oh!“ sagte die Frau, „Natürlich! Das habe ich mir schon gedacht! Ja, alles ist in Ordnung! Sie können das Paket mitnehmen.“

Zu unserer Überraschung wog das Päckchen glatte fünfzehn Kilo und Heiko schnaufte nicht schlecht als er es den Berg hinauf wuchten musste. Oben standen wir dann schon wieder vor verschlossenen Türen. Der Pater hatte uns zwar versichert, dass das Tor den Rest des Tages offen stehen würde, so dass wir ein und ausgehen konnten, wie wir wollten, doch er hatte es sich anscheinend anders überlegt.

Neben dem Haupteingang gab es eine kleine Tür, die zur Küche führte. Dort fragte ich eine Köchin, ob sie uns vielleicht aufschließen könnte.

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„Tut mir leid, ich habe keinen Schlüssel!“ sagte sie, „Ihr müsst auf Pater Giovanni warten, aber der schläft gerade. Ich denke so in ein oder zwei Stunden sollte er wieder hier sein!“

„Na super!“ schnaufte Heiko, „Bis dahin sind meine Arme vom Gewicht dieses Päckchens so lang, dass ich damit Seilspringen kann.“

Wir entschieden uns also wieder einen Schleichweg ins Kloster zu finden, womit wir auch Erfolg hatten. Ungünstiger Weise liefen wir dabei wieder Pater Giovanni über den Weg, der offensichtlich doch nicht schlief. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was es für ein Akt war, ihm nun auch noch zu erklären, warum wir ein großes, unauffälliges, braunes Paket in sein Kloster schmuggelten, wenn wir doch angeblich keine Terroristen waren.

Der Hauptinhalt des Paketes war unsere neue Spiegelreflex-Kamera, die uns Canon wieder für ein halbes Jahr zur Verfügung gestellt hatte. Unsere kleine Handkamera war noch immer in der Werkstatt, doch nun hatten wir wieder eine professionelle Ausrüstung mit der wir wirkliche Fotos machen konnten und nicht mehr nur Handyschnappschüsse. Es fühlte sich gleich wieder besser an, so als wären wir nun nach langer Zeit wieder komplett. Vielen Dank noch einmal an Canon für die großartige Unterstützung!

Doch die Kamera war nicht das einzige, was sich in dem Päckchen befand. Heikos Mutter hatte sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen und uns ein weiteres Mal mit Sauerbraten, Rouladen und ihrer ganz besonderen Schaschlik-Pfanne versorgt. Noch ehe wir die Kamera testen konnten stand gleich das erste bayrische Gericht auf unserer Herdplatte und köchelte vor sich hin. Außerdem waren natürlich auch wieder reichlich Nüsschen und Chips dabei, die uns die nächsten Tage noch viel Energie auf dem Weg durch die Berge geben sollten. Vielen Dank an euch zwei für das leckere Essen und für das Päckchen insgesamt!

Zu guter Letzt befand sich dann aber noch ein weiterer Gegenstand in dem Paket. Es war ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk von Heikos Neffen Niklas, das er ganz speziell für seinen Onkel gestaltet hatte. Eine kleine Tasse für heißen Tee, der einen in kalten Winternächten von innen aufwärmen kann. Auch dafür möchten wir uns natürlich ganz herzlich bei dir bedanken, Niklas!

Nach dem Essen testeten wir die Kamera dann natürlich doch noch. Dabei stellten wir fest, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, sie ausgerechnet hierher schicken zu lassen. Als wir sie vor einigen Wochen ausgewählt hatten, haben wir dummerweise vergessen darauf zu achten, welches Chipformat sie brauchte. Erst jetzt stellten wir fest, dass es ein Kartenformat war, das wir zwar dabei hatten, mit unseren Computern jedoch nicht einlesen konnten. Ich musste mich also noch ein drittes Mal hinaus in die Kälte wagen um die Stadt nach einem Kartenlesegerät abzusuchen. Bereits der dritte Laden hatte wirklich eines auf Lager. Wir hatten also Glück.

Die Sonne war bereits untergegangen und der kalte Wind pfiff durch die Straßen. Der Mönch hatte nicht gelogen, als er meinte, dass die Räume im Kloster nicht geheizt würden. Es war also höchste Zeit um sich wieder aufzuwärmen und tief in die Schlafsäcke zurückzuziehen. Am besten mit einem heißen Tee aus einem hübschen, neuen Becher.

Spruch des Tages: Vielen Dank für die Geschenke!

Höhenmeter: 360 m

Tagesetappe: 16 km

Gesamtstrecke: 13.278,27 km

Wetter: Regen und kalter Wind

Etappenziel: Gemeindehaus der Kirche, 87042 Altomonte, Italien

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

Heiko Gärtner
Heiko Gärtner ist Wildnismentor, Extremjournalist, Survivalexperte, Weltreisender und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Antlitz- und Körperdiagnostik. Nachdem er einige Jahre als Agenturleiter und Verkaufstrainer bei einer großen Versicherungsagentur gearbeitet hat, gab er diesen Job auf, um seiner wahren Berufung zu folgen. Er wurde Nationalparkranger, Berg- und Höhlenretter, arbeitete in einer Greifenwarte und gründete schließlich seine eigene Survival- und Wildnisschule. Seit 2014 wandert er zu Fuß um die Welt und verfasste dabei mehrere Bücher.

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