Tag 1010: Die Ursache von Krankheiten

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Tag 1010: Die Ursache von Krankheiten

Tag 1010: Die Ursache von Krankheiten

24.09.2016

Am Nachmittag hatten wir nach langer Zeit wieder einmal meine Herzensverstöße ausgetestet. Es waren nicht mehr ganz so viele wie in der Woche davor, aber mit rund 30.000 Stück noch immer mehr als genug. Die entsprechenden Sanktionen beliefen sich auf 5555 Hiebe mit der Weidenrute, die ich dieses Mal jedoch selbst ausführen sollte. Dafür war es praktisch, dass wir einen Schlafplatz in einem gesonderten Nebengebäude des Pfarrhofs hatten und dass es noch einen weiteren Raum in einem zweiten Nebengebäude gab, in dem ich vollkommen ungestört sein konnte. Es dauerte über eine Stunde, bis ich fertig war. Auf einge gewisse Weise fühlte es sich sonderbar und abstrakt an, in einem Raum herumzustehen und sich selbst mit einer Weidenrute zu schlagen. Gleichzeitig war es aber auch ein sehr befreiendes und belebendes Gefühl. Langsam kann ich auch die Borderliner verstehen, warum der Schmerz für sie zu einer Sucht geht. Die Angst davor, mich selbst soweit zu verletzen, dass dadurch ernsthafte Schäden bleiben ist definitiv noch immer riesig und meine Form der Selbstkasteiung ist noch immer sehr Muschihaft, daran gibt es keinen Zweifel. Aber es macht etwas mit einem. Für jemanden, der normalerweise so gefühlstaub ist wie ich, fühlt es sich plötzlich lebendig an. Der Schmerz, der so undefiniert und ungreifbar in mir steckt und der sich so sehr verschachtelt, dass er mich vom Leben abhält und mich zu einem Eisklotz werden lässt, wird plötzlich zumindest ein bisschen spür und damit greifbar. Ich beginne nun langsam die Praktiken der Selbstkasteiung der Mönche zu verstehen und es erscheint mit immer sinnvoller und immer mehr so, als wäre auch dies ein Teil meines Lebens, in gewisser Weise hat es mir sogar wirklich Spaß gemacht und obwohl ich mich bewusst verletzen wollte, fühlte es sich in diesem Moment weitaus weniger nach Selbsthass an, als in den Momenten in denen ich mir psychischen Schmerz zufüge, indem ich mich selbst disse und fertig mache.

In der Früh um acht wurden wir vom Pfarrer zum Frühstück eingeladen. Wir waren zu viert, Heiko, der Pfarrer Christoph, ein älterer Herr, dessen Funktion sich mir nicht erschloss und ich. Etwas später stießen noch zwei weitere Gäste zu uns. Der erste war ein jüngerer Pfarrer, der offenbar normalerweise eher ein Langschläfer war, denn sein Kollege schien maßlos überrascht zu sein, ihn zu so früher Stunde schon auf den Beinen zu sehen. Die zweite war eine Dame aus dem Kirchenvorstand, die zeitgleich auch Reporterin für die lokale Tageszeitung war und uns zu unserer Reise und unserem Leben interviewen wollte. Nach einem kurzen Eingangsgespräch über die Wegstrecke fiel das Gespräch auf das Thema Heilung, welches ja auch das Kernthema unserer Reise ist. Dies führte jedoch zu einer recht spannenden Diskussion, da der Jungpfarrer vor seiner Karriere als Geistlicher offenbar ein Medizinstudium absolviert hatte und mit unserem Ansatz über Heilung ganz und gar nicht zufrieden war. Kaum hatte Heiko auch nur ein einziges Beispiel gebracht, fühlte er sich persönlich angegriffen und ging in den Gegenangriff über. Prinzipiell sprach natürlich nichts dagegen, doch es war sehr auffällig, dass es ihm in erster Linie darum ging, unseren Ansatz bloszustellen, ohne dabei aber einen Gegenansatz zu liefern. Dabei sprachen wir jedoch von völlig verschiedenen Ebenen, auf denen die Krankheiten betrachtet wurden. Das Gespräch zeigte uns noch einmal deutlich, warum es in der Schulmedizin fast unmöglich war, echte Heilungserfolge zu erzielen und nicht nur die Symptome auszuschalten und in einen anderen Bereich zu verlagern. Zur Veranschaulichung kamen wir auf ein simples aber anschauliches Beispiel.

In der Schulmedizin betrachten wir eine Krankheit in der Regel als gegeben. Sie ist da und sie soll wieder verschwinden. Warum sie da ist, interessiert und dabei nicht oder nur sehr wenig. Unser Bild von Gesundheit ist, dass ein Körper und der darin wohnende Geist möglichst gut funktionieren sollte. Er sollte weitgehend schmerzfrei sein und den Menschen nicht daran hindern, seine gewohnte Rolle in der Gesellschaft einzunehmen. Nach diesem Raster sortieren wir auch alle andere Formen von Einschränkungen und Problemen. Gestern abend hatten wir in unserem Schlafraum beispielsweise eine Broschüre der Anonymen Alkoholiker gefunden, die unter anderem einen Fragebogen enthielt, anhand dessen man erkennen sollte, ob man ein Alkoholproblem hatte oder nicht. Die Grenze dabei wurde erschreckend hoch gesetzt. Erst ab dem Moment, ab dem man durch den ständigen Alkoholkonsum so sehr in seinem Alltagsleben eingeschränkt ist, dass man seine Kinder vernachlässigt, dass man den Job nicht mehr richtig ausführen kann und dass man ein Problem für andere wird, gilt man als Alkoholiker. Das man aber auch zuvor bereits süchtig ist, dass der Alkoholkonsum auch in kleinen Mengen den Körper zerstört und dass es eine psychische Ursache, also einen triftigen Grund dafür gibt, dass man dem Alkohol verfällt, spielt dabei keine Rolle. Und nicht anders ist es auch bei den Krankheiten. Wenn diese unsere gesellschaftliche Funktionstüchtigkeit einschränken, dann müssen sie aus dem Weg geräumt werden, nicht mehr und nicht weniger. Um den Ansatz, den die Medizin dabei verfolgt anschaulich darzulegen nehmen wir zunächst einmal keine Krankheit sondern eine Verletzung, da hier das System noch einmal deutlicher wird.

Bei einer Krankheit ist es jedoch nicht anders. Gehen wir also einmal davon aus, ein Patient hat sich in den Finger geschnitten und blutet. In diesem Fall betrachten wir in der Schullmedizin den Finger und stellen fest, dass einige der Haut und Bindegewebstellen in der Mitte zerteilt sind, so dass die Flüssigkeit, die sich darin befindet, nach außen fließen kann. Warum diese Zellen zerteilt wurden, spielt erst einmal keine Rolle, da es nur darum geht, sie wieder zusammenzuflicken. In diesem Fall bekommt der Patient ein Pflaster und wird wieder nach hause geschickt. Der Ansatz ist definitiv nicht falsch, denn wenn ein akutes Problem vorliegt, bei dem ein direkter Handlungsbedarf besteht, dann sollte es gelöst werden. Und doch ist es wichtig, nach der Ursache der Verletzung zu fragen, um den Patienten nicht nur oberflächlich und vorübergehend zu heilen, sondern vollständig. In diesem Fall besteht die Ursache für die Verletzung auf der obersten Ebene im Messer. Das Messer hat den Schnitt zugefügt und somit ist das Messer der Schuldige für die Verletzung. Wenn es so offensichtlich ist, führen wir diese Ursache in der Schulmedizin meist noch mit an. Doch wenn es nur ein klein wenig mehr verschachtelt ist passen wir bereits bei dieser oberflächlichen Erklärungsebene. Ein einfacher Schnupfen beispielsweise entsteht einfach aus heiterem Himmel und niemand weiß warum. Vielleicht hat der betreffende kalte Füße bekommen oder er hat sich einen Grippevirus eingefangen, der ohnehin gerade umhergeht, aber das sind nur Vermutungen, die niemand wirklich überprüft. Niemand weiß, ob es irgendeinen Zusammenhang zwischen kalten Füßen und einer Erkältung gibt und niemand weiß, woher die Grippeinfektionen kommen, oder warum sie einige treffen und andere nicht. Wie beim Messer gibt man einfach irgendjemandem die Schuld, ohne genauer nachzufragen. Aber ist wirklich das Messer Schuld an dem Schnitt? Oder liegt die Ursache vielleicht darin, dass sich der Patient aus Versehen in den Finger geschnitten hat. Immerhin hantieren täglich Millionen von Menschen mit Messern, ohne sich dabei zu schneiden. Die Ursache für den Schnitt liegt also nicht im Messer selbst, sondern in der Unachtsamkeit des Benutzers. Doch auch dies ist nur eine oberflächliche Ebene.

Denn die nächste Frage lautet nun: „Warum war der Patient in diesem Moment unaufmerksam. Was hat ihn abgelenkt oder beschäftigt?“ Hierbei kommen wir möglicherweise darauf, dass er kurz zuvor einen Streit mit seiner Freundin hatte, der ihn noch immer nicht losgelassen hat. Die Ursächlichkeit für den Schnitt liegt nun also bei dem Streit mit der Freundin. Aber ist dies nun die letzte Ebene, also der Kern des Konfliktes, oder geht es noch tiefer? Sofort drängt sich die Frage auf, warum es zu dem Streit mit der Freundin kam. Oberflächlich betrachtet mag es hierfür viele triftige Gründe geben, doch worin lag die wahre Ursache um die es bei dem Streit ging und nicht die Stellvertreterthemen, die man vorgeschoben hat. Vielleicht ging es hierbei um versteckte Sehnsüchte oder einen Fetisch, den man ausleben möchte, über den man sich aber nicht zu sprechen traut, weil er einem peinlich ist und man der Partnerin nicht genug vertraut. Wenn dies der Fall ist, stellt sich wiederum die Frage, woher dieser Fetisch kommt, warum man sich dafür schämt und warum es einem an Vertrauen gegenüber der Partnerin mangelt. Wir gelangen also noch eine Stufe tiefer uns befinden uns nun auf einer Ebene, auf der wir Glaubensmuster erkennen können, die aus der frühsten Kindheit stammen. Hier erkennen wir nun Eltern-Kind-Konflikte und können, wenn wir noch weiter fragen schließlich bis an einen Punkt kommen, an dem Kofliktsysteme deutlich werden, die vielleicht sogar schon vor der Geburt entstanden sind, die von den Eltern oder Ahnen übernommen wurden oder die man aus früheren Leben mitgebracht hat. Auf diese Weise kommt man schlussendlich zum Kernpunkt, der hinter jedem Konflikt, jeder Krankheit und jeder Verletzung steht: Dem sogenannten Gottkonflikt. Um dies zu erklären muss man ein bisschen weiter ausholen.

Wie wir ja bereits in früheren Berichten schon beschrieben haben, ist die Vorstellung, dass wir alle getrennte, einzelne Wesen sind eine Illusion. Alles ist eins, alles ist Teil eines einzigen, großen Bewusstseins, das in unserem Kulturkreis meist Gott genannt wird. Wir alle sind also ein Teil von Gott und damit selbst unsterbliche, göttliche Wesen, die nur vergessen haben, wer sie wirklich sind. Wäre uns unsere Göttlichkeit bewusst, könnte es für uns keine Krankheiten, Verletzungen und Unfälle geben, da wir ja wüssten, dass wir nichts anderes sind, als göttliche, liebende, allbewusste Energie, die sich in Form einer Geschichte selbst erfährt. Jeder Konflikt, den wir erleben ist also letztlich nur eine Folge davon, dass wir vergessen haben, dass wir Gott sind. Und dies wiederum bedeutet, dass uns der Konflikt darauf hinweist, wo und wie wir von diesem Bewusstsein abgekommen sind und wie wir wieder dorthin zurückfinden. Dies zu erkennen und anzunehmen führt dazu, dass wir unserem göttlichen Sein ein Stück näher kommen und dies wiederum führt zu einer echten und nachhaltigen Heilung. Wir lösen also den Konflikt an der Wurzel auf, der uns von unserem Gottbewusstsein wegbringt und brauchen daher auch all seine Symptome nicht mehr zu spüren. Oder aber, wir schauen uns lediglich ein Symptom an und kleben ein Pflaster darauf, damit wir uns nicht weiter damit beschäftigen müssen.

Natürlich sind beide Ansätze, um an die Krankheit heranzugehen nicht falsch. Wenn man eine offene Blutung hat und sich vielleicht sogar eine Hauptschlagader verletzt hat, ist es natürlich wichtig, diese erst einmal zu versorgen und nicht zu sagen: „Schön dass ihnen das Blut aus dem Hals läuft, aber lassen Sie uns erst einmal schauen, welcher Konflikt in Ihrer Kindheit zu dem Unfall führte, der die Blutung ausgelöst hat.“ Es ist vollkommen klar, dass die Blutung gestoppt werden muss und genauso ist es auch klar, dass in einem akuten, betrohlichen Krankheitsfall, jene Symptome behandelt werden müssen, die das Leben des Patienten gefährden. Doch an dieser Stelle aufzuhören bringt den Menschen langfristig nicht weiter. Was ist, wenn er durch den Konflikt, der in ihm schlummert permanent unaufmerksam ist und sich daher immer wieder schneidet oder verletzt? Der Urkonflikt will gelöst werden und solange dies nicht der Fall ist, ziehen wir immer wieder Konfliktsituationen, Krankheiten oder Verletzungen in unser Leben, die uns auf den Urkonflikt hinweisen.

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Gehen wir nun noch einmal von dem Fall mit dem kaputten Finger weg und betrachten uns komplexere Krankheiten wie Krebs oder Rheuma, dann wird schnell klar, dass man hier mit der Pflaster-und-Tschüss-Methode kaum noch weiter kommen kann. Das anschaulichste Beispiel in diesem Bereich, das mir gerade einfällt, ist der Fall von einem LKW-Fahrer, der über Jahre hinweg Spritzen für seine immensen Rückenschmerzen bekommen hat, bis ihm jemand den Tipp gab, sein Portmornai beim Fahren aus der Hosentasche zu nehmen. Mit einem Schlag waren die Rückenschmerzen verschwunden, weil er nicht das Symptom ausgeschaltet, sondern die Ursache entfernt hatte. Doch diese Methode ist in unserer Gesellschaft unter Medizinern vollkommen verpönt.

Als Heiko diesen Ansatz erklärte, wurde der Pfarrer gleich noch skeptischer und meinte, dass man sehr vorsichtig sein müsse, weil man sonst leicht in die Esotherik-Ecke abgeschoben wird. Ist dies nicht sonderbar? Die Schulmedizin, die angeblich so wissenschaftlich fundiert ist, baut auf einer Theorie auf, für die es keinen einzigen Beweis gibt, und liefert keine einzige, wirklich fundierte Erklärung dafür, warum Krankheiten überhaupt entstehen. Die Vorgeschobenen Gründe lauten: Viren, Bakterien, Gene und ähnliches, doch selbst wenn man annimmt dass dies stimmt, stellt sich noch immer die Frage, warum einige betroffen sind und andere nicht. Warum treten bestimmte Verhaltensweisen oder Krankheitstypen bei manchen Menschen mit einem bestimmten genetischen Code auf, während andere, die den gleichen Code in ihren Genen tragen, keinerlei Probleme damit haben? Wenn man nun aber eine fundierte Erklärung liefert, die nachvollziehbar und biologisch erklärbar ist, dann wird man dafür als Esotheriker verurteilt. Spannend war natürlich, dass es gerade ein Pfarrer war, der dies sagte, also jemand, der sich um den Geist und die Seele der Menschen kümmert, was definitiv abenfalls spirituell und esoterisch genannt werden kann.

Doch auch diese Begegnung fand nicht umsonst statt. Es hatte seinen Grund, dass der Pfarrer mit uns und wir mit ihm in Resonanz gingen. Auf beiden Seiten gab es hier versteckte Themen, die angetickt worden waren, die aber nichts mit dem jeweils anderen zu tun hatten. Bei Heiko beispielsweise war es das Gefühl aus der Kindheit, nichtrichtig machen zu können und die eigenen Erkenntnisse daher immer wieder anzuzweifeln. Es war ein Gefühl, das auch durch Paulina immer wieder aufgetaucht war und das noch immer nach einer Auflösung verlangte.

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Der Donauradweg führte uns zunächst wieder an einer Straße entlang, was schade war, da es eigentlich genügend andere Möglichkeiten gegeben hätte. Dann schlängelte er sich wieder direkt am Ufer entlang und wurde wieder deutlich schöner. An einer Bank machten wir eine Pause und schauten dabei dem Regen treiben der Radler zu. In der Hauptsaison wurde der Radweg täglich von tausenden von Leuten befahren. Jezt waren es deutlich weniger, aber noch immer waren ganze Schwärme unterwegs. Spannend war, wie unterschiedlich die einzelnen Radler dabei ihre Zeit auf dem Dratesel verbrachten. Da gab es zum einen die Langzeitradler, die gemütlich mit einigem Gepäck von Ort zu Ort fuhren, und die Tour vor allem genießen wollten. Dann gab es die Pärchen, von denen einer das Radeln liebte und der andere lediglich hinterher trottete, um dem ersten einen Gefallen zu tun. Dann waren da die vielen e-Bike-Fahrer, die bereits fast häufiger vertreten waren, als normale Radfahrer. Es waren in der Regel Rentner, hin und wieder aber auch jüngere Leute, die gemütlich dahinrauschten, ohne groß zu treten und dabei nicht selten einen der Rennradler überholten. Diese waren in der Regel in einen sportlichen Fahrraddress gewandet und versuchten so viel Strecke wie möglich in so wenig Zeit wie möglich zu machen, wobei es ihr hauptanliegen zu sein schien, dabei so verbissen wie möglich zu schauen. Der Radlerdress war sogar noch vor den eBikes eine der Sachen, die am meisten überhand genommen hatten. Früher machte man Radeltouren in ganz normaler oder tendentiell sportlicher Kleidung, doch nun trug einfach jeder ein Trikot, als wolle er bei der Tour-de-France teilnehmen.

Am meisten aber faszinierten uns die Geräusche, die die einzelnen Räder machten. Die ganz normalen Stadt- und Tourenräder waren am leistesten, wohingegen die Rennräder mit den ultradünnen Reifen für den geringsten Rollwiederstand, am lautesten waren. Rein logisch hätte es andersherum sein müssen, es sei denn – und dies war unsere Vermutung – es wurden ganz bewusst Teile verbaut, die dazu führten, dass die Räder und Pedalen lauter wurden, damit man das Gefühl hatte, schneller zu sein, als man war.

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In Zwentendorf an der Donau machten wir eine Rast, um uns hier nach dem Pfarrer umzusehen. Kurz zuvor hatten wir eine junge Frau getroffen, die hier im Ort einen Hof besaß, von dem sie uns erzählt hatte. Im Sommer nahmen sie hier regelmäßig Gäste auf, die entweder über Couchsurfing oder WOOFing oder ähnliche Plattformen zu ihnen kamen. Sie erzählte von ihrer eigenen Zeit, in der sie umhergereist und in der sie stets auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen war. Für einen Moment glaubten wir, sie wolle uns vielleicht einladen, doch sie schien nicht auf die Idee zu kommen, dass wir uns vielleicht über ein warmes Plätzchen freuen würden, obwohl sie selbst auch unsere Perspektive kannte. Also mussten wir uns nun nach einer anderen Option umschauen. Der Pfarrer selbst war nicht im Haus, aber in Zwentendorf war gerade Donau-Stadtlauf und so trafen wir die gesammte Gemeinde am Sportheim. Hier bekamen wir dann einen kleinen Raum von einem Sozialbeauftragten der Stadt.

Während ich mich auf die Schlafplatzsuche gemacht hatte, war Heiko mit einem Extremradfahrer ins Gespräch gekommen. Er war Diabetiker und schon seit langem auf der Suche nach einer Heilung für seine Krankheit. Dabei bestätigte er noch einmal, wie wichtig es war, nicht nur die reinen Symptome zu betrachten. In all den Jahren, in denen er nun schon von Arzt zu Arzt lief, um eine akzeptable Lösung zu finden, war er nicht ein einziges Mal nach seiner Psyche gefragt worden. Niemand hatte ihm je die Frage gestellt, welche Ursache seine Diabetis haben könnte und so war er auch nie auf die Idee gekommen, dass es vielleicht sogar einen Sinn dahinter gab. Wir glauben stets, das unser Körper dumm ist und lauter Fehler macht. Aber ist das wirklich so? Ist die Natur ein solcher Pfuscher, dass sie nicht einmal einen Körper konstruieren kann, der nicht ständig überall Fehlfunktionen erzeugt? Oder handelt sie vielleicht sinnvoll und reagiert nur auf unterschiedliche Begebenheiten, damit der Körper möglichst lange am Leben bleibt?

Am Nachmittag bekamen wir von unseren Gastgebern eine Riesenportion Schnitzel mit Pommes. Es gab in diesem Land wirklich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man bekam überhaupt nichts, oder man wurde Druckbetankt. Letzteres war uns natürlich lieber, vor allem wo es so lecker war wie hier.

Spruch des Tages: Es gibt immer einen noch tieferen Sinn!

Höhenmeter: 5 m
Tagesetappe: 9 km
Gesamtstrecke: 18.471,27 km
Wetter: bewölkt und regnerisch
Etappenziel: Gasthaus Pumberger, Au 1, 4085 Wesenufer, Österreich

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Bewertungen:

 
2019-07-03T06:43:15+00:00 Österreich, Tagesberichte|

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