Tag 1097: Ein neues Jahr beginnt!

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Tag 1097: Ein neues Jahr beginnt!

Tag 1097: Ein neues Jahr beginnt!

01.01.2017

Wahnsinn, oder? Da steht jetzt wirklich eine 17 in unserem Datum? So ganz kann ich das noch nicht fassen. Ist es nun wirklich schon drei Jahre her, seit wir Postbauer-Heng das erste Mal verlassen haben? Sind es wirklich schon sieben Jahre, seit Heiko zu seiner Steinzeittour aufgebrochen ist, kurz nachdem wir uns kennengelernt haben?

Unser Silvesterabend war recht gemütlich und nicht besonders spektakulär. In den letzten Tagen und Wochen hatte es so viele Wendungen und Umbrüche in unserem Leben gegeben, dass wir froh waren, das Jahr ganz in Ruhe und ohne ein erzwungenes Tataa ausklingen lassen zu können. Unsere beiden Gastgeber sahen das ähnlich. Ihre Pläne beliefen sich auf eine Einladung zum Abendessen bei einer Familie im Ort und ein anschließendes, zeitiges zu Bett gehen. So hatten wir das gesamte Pfarrhaus für uns alleine und konnten nach Herzenslust kochen, quatschen, einen Silvesterfilm schauen und das Jahr ausklingen lassen.

Einige Minuten vor 00:00 Uhr zogen wir unsere Schuhe an, um noch einmal hinaus in die Stadt zu gehen und dem Feuerwerk der Einwohner zuzuschauen. Als wir das Grundstück des Pfarrhauses verlassen wollten wurden wir jedoch vom Sicherheitsbedürfnis unserer Gastgeber gestoppt. Die Tür war verschlossen und der Schlüssel irgendwo sicher verwahrt. Aus einem Spaziergang wurde also nichts und wir wurden zu Zaun- oder besser Mauergästen des Spektakels. Anders als die Italiener, die das Silvesterfeuerwerk bereits eine Woche vor dem 31. einleiteten und auch erst gut eine Woche danach wieder aufhörten, waren die Franzosen eher gemäßigte Feierer. Insgesamt gab es zwei oder drei Schauplätze um uns herum verteilt, von denen kleine Raketen abgeschossen wurden. Nach nicht einmal zehn Minuten war alles wieder vorbei und wir konnten ohne ein schlechtes Gewissen wieder ins Haus zurückkehren, um unseren Mitternachtspudding zu essen.

Der erste Januar verlief ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse. Das heißt, das besondere war eigentlich, dass alles so glatt lief, dass es fast unglaubwürdig wurde. Trotz des Feiertages hatten die meisten kleinen Lädchen offen und wir bekamen Brot und andere Kleinigkeiten geschenkt. Die Straßen waren weitgehend ohne Verkehr und obwohl wir mitten durch eine Stadt mit dem Namen Orange wandern mussten, gab es fast keine unangenehmen Abschnitte. Am frühen Nachmittag erreichten wir dann eine kleine, von einer Burgmauer umgebene Ortschaft in der es ebenfalls eine geöffnete Bäckerei gab. Als ich hier nach einem Brot fragen wollte, stand ausgerechnet der Bürgermeister vor mir und nur wenige Minuten später verließ ich den Laden nicht nur mit sechs Baguettes unter dem Arm, sondern auch mit dem Schlüssel für einen Schlafsaal in der Hand.

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Spruch des Tages: Manchmal geht alles wie von selbst.

Höhenmeter: 20 m
Tagesetappe: 14 km
Gesamtstrecke: 20.062,27 km
Wetter: kalt aber sonnig
Etappenziel: Seminarraum der Gemeinde, 84860 Caderousse, Frankreich

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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