Tag 1155: Wie Dankbarkeit uns schadet und wie sie uns helfen kann

///Tag 1155: Wie Dankbarkeit uns schadet und wie sie uns helfen kann

Tag 1155: Wie Dankbarkeit uns schadet und wie sie uns helfen kann

Tag 1155: Wie Dankbarkeit uns schadet und wie sie uns helfen kann

03.03.2017

Ist euch einmal aufgefallen, dass Reichtum und Wohlstand recht eigenartig unter uns Menschen aufgeteilt ist? In allen Büchern zum Thema Wunscherfüllung, Bestellung beim Universum und Finden des eigenen Glücks steht beschrieben, dass Wünsche vor allem dann in Erfüllung gehen, wenn Sie selbstlos gestellt werden, wenn wir Dankbar sind und wenn wir dabei nicht unserem Ego, sondern unserem Herzen folgen. Wenn das so stimmt, ist es dann nicht seltsam, dass es im allgemeinen nicht die selbstlosen, sich aufopfernden und liebevollen Menschen sind, die den meisten Wohlstand besitzen, sondern eher jene, die zu aller erst an sich selbst denken? Ein skrupelloser Geschäftsmann häuft wie selbstverständlich immer mehr Reichtum an, während sich der sozial Engagierte gerade so über die Runden boxen kann. Wo also ist der Fehler? Warum funktioniert die ganze Sache mit der Wunscherfüllung nicht so, wie wir es gerne hätten?
Tatsächlich ist einer der zentralsten Punkte die Dankbarkeit.

All unsere Gedanken und somit auch die Dankbarkeit lenken unseren Fokus in eine bestimmte Richtung und steuern damit auch automatisch unsere Erschaffungskraft.
Der erste Punkt ist also, dass die meisten von uns generell eher undankbar und miesepetrig sind, ihren Hauptfokus des Erschaffens also nicht auf das positive, angenehme, bereichernde im Leben legen, sondern viel mehr auf den Mangel, die Schwere und die Unannehmlichkeiten. Hier haben wir schon einmal einen ersten Unterscheidungspunkt zwischen vielen wohlhabenden und armen Menschen. Beide, ob nun dankbar oder nicht, sehen das was sie kennen als Normalität an und halten es für ihren Naturzustand. Wer Arm ist legt seinen Fokus daher in der Regel auf die Armut, den Mangel und das Gefühl, nie genug zu haben, während ein reicher kaum umhin kommt, sich auf seinen Reichtum zu konzentrieren und zu glauben, dass sich dieser immer weiter vermehren wird. Nur von der Grundtendenz natürlich, denn in beiden Fällen gibt es Ausnahmen, die dann auch oft zu einem Wechsel in der Lebensqualität führen. Der Punkt ist jedoch, dass eine generelle Undankbarkeit dem Leben und allem anderen gegenüber den Erschaffungsfokus auf all das legt, was man eigentlich nicht erschaffen will. Man zieht also ohne es zu merken, immer noch mehr Dinge und Situationen in sein Leben, die einem Grund geben, um undankbar zu sein.

Bis hierhin ist es eigentlich noch nichts Neues und es ist relativ leicht nachvollziehbar. Dies mag auch einer der Gründe sein, warum die meisten Bücher zu dem Thema an genau dieser Stelle enden. Doch es gibt in Sachen Dankbarkeit einen Kniff, einen ganz entscheidenden Punkt, der den Unterschied ausmacht, ob sie heilsam oder sogar schädlich ist. Ein Punkt, der in nahezu allen Büchern und Texten zu diesem Thema entweder außer Acht gelassen, falsch dargestellt oder bewusst verschwiegen wird.
Wenn wir von Dankbarkeit sprechen, dann geht es fast immer darum, dankbar für etwas oder jemanden anderes zu sein. Ich danke meinem Chef für meine Arbeitsstelle und mein regelmäßiges Gehalt. Ich danke dem Bauern für mein Gemüse und mein Brot. Ich danke dem Wetter dafür, dass es heute nicht geregnet hat. Ich danke dem stellvertretenden Bürgermeister dafür, dass er uns die Telefonnummer des Herbergsvaters besorgt hat. Ich danke dem Leiter der Pilgerherberge dafür, dass er uns aufnimmt und ich danke den Pflanzen, den Bauern, dem Transportunternehmen und der Frau aus dem Minimarkt für unser Essen von heute.

Auf den erste Blick klingt das sehr nobel und anständig und es macht nicht den Anschein, als wäre an diesen Gedanken des Dankes etwas auszusetzen. Und doch wirken sie in Bezug auf unsere Wunscherfüllungskraft so, als wären wir überhaupt nicht dankbar. Schlimmer noch, diese Gedanken bewusst und präsent im Kopf zu haben führt sogar zu einer Schädigung unserer Kraft. Es sind Gedanken, die uns Energie rauben, uns gefangen halten und uns sogar krank machen können.
Warum?
Der Gedanke wirkt zunächst komisch und unverständlich, doch das Prinzip dahinter ist ein ganz einfaches. Es ist ein bisschen wie mit einem Vorurteil. Nehmt einmal die folgenden beiden Sätze und lasst sie auf euch wirken:
„Alle Franzosen sind engstirnig, kalt und fremdenfeindlich!“
„Alle Franzosen sind nett, hilfsbereit und gastfreundlich!“
Die beiden Sätze wirken auf den ersten Blick, als wären sie vollkommen gegensätzlich und doch sind sie von ihrer Grundnatur her vollkommen identisch. Beides sind verallgemeinernde Vorurteile ohne eine echte Aussage. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir den ersten Satz, da er negativ ist, relativ schnell als Vorurteil erkennen und uns dagegen wehren. „So etwas kann man nicht sagen! Das wird vielen nicht gerecht! Sie sind aber Vorbelastet!“ Beim zweiten Satz ist es nichts anderes, aber weil er sich angenehmer anhört sind wir weitaus eher bereit, ihn zuzulassen.

Was hat das nun aber mit der Dankbarkeit zu tun?
Genau wie positive und negative Vorurteile von ihrer Grundnatur her identisch sind, gibt es vom Grundprinzip her auch keinen Unterschied zwischen Undankbarkeit, bzw. Verurteilung und Schuldzuweisung auf der einen und Dankbarkeit, Lob und Anerkennung auf der anderen Seite. Das heißt im Klartext:
Wenn mir etwas unangenehmes widerfährt und ich anderen dafür die Schuld gebe, gebe ich damit auch automatisch meine Verantwortung und meine Erschaffungskraft ab. Jemand anderem die Schuld für das eigene „Schicksal“ zu geben, bedeutet sich selbst zu einem machtlosen Opfer zu machen, zu einem Spielball äußerer Mächte, von denen man hilflos hin und her geworfen wird. Dass dies nicht unbedingt dazu führt, dass man ein Leben in Zufriedenheit, Wohlstand und Leichtigkeit lebt, ist relativ einleuchtend. Wichtig dabei ist, dass wir hier zunächst wieder verstehen, dass alles eins ist. Es gibt kein Außen. Es gibt keine anderen. Es gibt niemanden außer uns selbst, der für irgendetwas in unserem Leben verantwortlich sein könnte, da alles wir sind. Wir sind Gott, wir sind der allmächtige Schöpfer, der alles in unserem Universum erschafft und der den Lebensplan, also die Geschichte die wir als unser Leben betrachten geschrieben hat, damit sich die Liebe ausdehnen kann. Wenn wir das erkennen, wird uns auch klar, dass wir noch immer die Feder in der Hand halten und mit jeder Sekunde die vergeht weiter an unserer Geschichte schreiben. Je mehr wir dabei jedoch die Schuld für unser Erleben an andere verteilen, desto unbewusster schreiben wir und desto mehr geben wir die Kontrolle über unser Leben ab. Andere zu verurteilen oder zu beschuldigen bedeutet also nichts anderes, als zu verleugnen, dass man selbst Alles ist und alles erschafft, wodurch die eigene, bewusste Erschaffungskraft auf ein Minimum zusammenschrumpft.

Auch dies ist vielen bekannt uns es wird in unzähligen Büchern und Schriften erklärt. Aber eben nur dann, wenn wir es im negativen betrachten.
Was wir jedoch nicht verstehen ist, dass es im Positiven genau das gleiche ist. So wie ich meine Selbstverantwortung und meine Schöpferkraft abgebe, wenn ich jemand anderem Schuld zuspreche, so gebe ich sie auch ab, wenn ich jemand anderem Dank zuspreche. Es gibt hier keinen Unterschied. In beiden Fällen sage ich: „Du externes, äußeres, von mir unbeeinflussbares Wesen bist für mein Leben verantwortlich und ich bin dir vollkommen ausgeliefert. Du bist es, der mich Glücklich oder Unglücklich macht.“

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Fortsetzung folgt…

Spruch des Tages: Wenn alles eins ist, gebührt jeder Dank immer nur uns selbst.

Höhenmeter: 70 m
Tagesetappe: 23 km
Gesamtstrecke: 21.191,27 km
Wetter: bewölkt, kalt und regnerisch
Etappenziel: Veranstaltungssaal, 79170 Paizay-le-Chapt, Frankreich

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Bewertungen:

 
2019-06-11T02:51:46+00:00 Frankreich, Tagesberichte|

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