Weihnachten im Erzgebirge

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Weihnachten im Erzgebirge

Weihnachten im Erzgebirge

Wenn es in Deutschland eine Region gibt, die als Sinnbild für Weihnachten und Weihnachtlichkeit steht, dann ist es das Erzgebirge. Überall auf der Welt ist es für seine spezielle Handwerkskunst bekannt, die dem Fest der Liebe erst so richtig einen Stil gegeben hat. Nussknacker, Räuchermännchen, Weihnachtspyramide, Lichterbogen, Laubsägearbeiten, Drechsel Männchen, sie alle sind hier zu Hause und haben von hier aus die Welt erobert.

Legendäre Weihnachtlichkeit

Ihr könnt euch also vorstellen, dass wir durchaus ein wenig gespannt waren, als wir feststellten, dass wir uns genau über die Feiertage zufällig hier im Erzgebirge befinden würden. Denn natürlich hatten wir einiges an Bildern im Kopf, angefangen von kleinen, verspielten Weihnachtsmärkten, voller Handwerker-Stände und duftenden Spezialitäten, über urige Dörfer mit Häusern auf Schieferplatten bis hin zu einem schroffen, felsigen Gebirge mit verwunschenen Wäldern das von einer dünnen Schicht weißen Pulverschnees überzuckert vor uns liegt.

Industrie, Bergbau und Kultur

Was man schon einmal vorweg verraten kann: Ganz so romantisch war das Weihnachten im Erzgebirge dann letztlich nicht. Denn was wir bei den ganzen Überlegungen außer Acht gelassen hatten war, dass das Erzgebirge seinen Namen nicht einfach so bekommen hatte. Es hieß Erzgebirge, weil es seiner Zeit eines der bedeutendsten Abbauregionen von Erzen war, die es in Deutschland gab. Und dies bedeutete, dass es hier vor Allem eine Menge Infrastruktur für Industrie, Rohstoffverarbeitung und Abtransport gab. Wir befanden uns also gewissermaßen im Ruhrgebiet des Ostens und dementsprechend war die Erwartung von reiner Idylle wohl etwas überzogen. Wie schon oft erlebten wir auch hier wieder das Phänomen, dass wir eigentlich in einer wunderschönen Gegend waren, dieses aufgrund des vielen Verkehrslärms aber kaum genießen konnten.

Weihnachtlicher Lichterglanz

Dennoch machten wir das Beste daraus und versuchten so viel Schönheit wie möglich ausfindig zu machen. Vor allem nachts und abends sahen die Orte mit den vielen sanften Lichtern geradezu malerisch aus. Als dann auch noch ein bisschen Schnee hinzu kam, hätten die Bilder kaum weihnachtlicher sein können. Glücklicherweise ließ um diese Zeit auch der Verkehr immer etwas nach. So ergab sich insgesamt doch noch eine ganz schöne Atmosphäre.

Weihnachtliche Traditionen

Pünktlich zu Weihnachten bekamen wir dieses Mal wieder Besuch von Shania. Gemeinsam wanderten wir noch eine Etappe durch die Berge und erreichten dann ein uriges Dorf namens Schneeberg. Dort war es der Keller einer evangelisch freikirchlichen Gemeinde, in den wir über den Heiligen Abend eingeladen wurden. Viel Platz bot der Raum nicht, aber es reichte für eine Bescherung, ein traditionell weihnachtliches Festessen, einen Spieleabend und eine romantische Weihnachtskomödie als Tagesausklang.

Bescherung und Workout für Shania

Zuvor gab es aber natürlich noch eine Weihnachtsbescherung, denn ohne diese wäre es ja kein richtiges Weihnachtsfest gewesen. Und wenn wir schon unser Weihnachten im Erzgebirge feiern, dann wollten wir auch gleich ein wenig künstlerisch kreativ sein. So bastelten wir schnell noch einen Adventskalender, bei dem Shania im Anschluss ein Türchen nach dem nächsten öffnen durfte. Aber nur Türchen öffnen wäre natürlich langweilig gewesen. Deshalb gab es zu jedem neuen Geschenk stets auch eine neue kleine Challange. Dabei handelte es sich um eine Workout-Übung, die Shania absolvieren musste, bevor sie etwas auspacken durfte.

 

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Spruch des Tages: Fröhliche Weihnacht überall!

Höhenmeter: 60 m / 80 m / 90 m / 140 m

Tagesetappe: 23 km / 19 km / 11 km / 16 km

Gesamtstrecke: 33.473,27 km

Wetter: Kalt, windig gelegentlich leichter Sonnenschein

1785. Tag – Etappenziel: Gästezimmer in der Sozialeinrichtung Martinshof, Rothenburg / Oberlausitz, Deutschland

1786. Tag – Etappenziel: Pfarrhaus, Zodel, Deutschland

1787. Tag – Etappenziel: Pfarrhaus, Görlitz, Deutschland

1788. Tag – Etappenziel: Pfarrhaus, Reichenbach / Oberlausitz, Deutschland

 

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.
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