Tag 529: Vorbereitung auf die Herde

///Tag 529: Vorbereitung auf die Herde

Tag 529: Vorbereitung auf die Herde

Tag 529: Vorbereitung auf die Herde

Noch rund 1 Monat bis Paulina zu uns stößt!

Heute gibt es aus zweierleih Gründen nur einen sehr kurzen Tagesbericht. Zum einen, weil nicht wirklich viel passiert ist und zum anderen, weil wir gerade von einem Hotel eingeladen wurden, in dem wir nun wieder einmal Internet haben. Daher versuche ich mich kurz zu fassen, um die Berichte der letzten Tage einzustellen und um die Strecke für die nächsten Tage rauszusuchen. Denn langsam aber sicher müssen wir unsere Zusammenkunft mit Paulina planen. Bislang hieß es immer einfach: „Wir treffen uns dann irgendwo in Kroatien oder Griechenland, doch mit einem Blick auf die Karte wurde nun deutlich, dass beides eher unrealistisch ist. Auf Kroatien sind wir schon sehr bald wieder raus und bis nach Griechenland sind es noch gut 600km auf direktestem Weg. Wenn wir weiter einen Schnitt von rund 15km am Tag wandern, dann schaffen wir es nicht mehr bis zu Paulinas Ankunft.

Auf der anderen Seite stellt sich natürlich auch die Frage, wie Paulina mit ihrem Wagen und dem ganzen Zusatzgepäck, dass sie noch mitbringen möchte, überhaupt so weit reisen kann. Mit dem Zug wird es schwierig und auch Mitfahrgelegenheiten mit so viel Platz sind kaum zu bekommen. Gleichzeitig müssen wir eine Stadt finden, die groß genug ist, damit man eine gute Verkehrsanbindung hat, die aber auf der anderen Seite auch nicht so groß ist, dass man es darin nicht aushält. Und schließlich sollte es noch ein Ort sein, der nicht gerade für seine hohe Kriminalität oder das Gewaltpotential seiner Einwohner bekannt ist, denn wir wollen Paulina ja recht gerne auch in einem Stück bei uns haben. Gut portioniert in kleinen Haufen würde sie wohl kaum eine Bereicherung für unsere Herde darstellen.

Nach einigem Hin und Her haben wir eine Busgesellschaft gefunden, die direkt von München bis in eine Kleinstadt in Mazedonien fährt. Diese liegt an einem See, hat 15.000 Einwohner und schaut zumindest auf den Bildern im Internet recht manierlich aus. Außerdem befindet sie sich in einer Flachebene, in der man gut zelten kann, für den Fall, dass einer von uns auf den oder die anderen warten muss. Alles in allem sieht es nach dem idealen Treffpunkt aus, vor allem, wenn unsere Information stimmt und die Mazedonier wirklich so herzliche Leute sind. Das einzige, das nun noch geklärt werden muss ist, ob die Busgesellschaft so viel Gepäck zulässt. Wenn sie das tut ist alles geritzt. Wenn nicht, dann brauchen wir einen wirklich guten Plan B.

Abgesehen von dem Telefonat mit Paulina war der Tag wie gesagt nicht besonders ereignisreich. Wir bekamen noch ein tolles Frühstück von Mirijan und seiner Frau Marija. Dabei wurden wir auch noch Zeuge, wie sie ein weiteres Hausrezept anrührte, das sich als sehr wirkungsvoll erwiesen hat. Man benötigt dafür lediglich unreife Walnüsse, die geviertelt und dann im Verhältnis 1:2 in flüssigen Honig eingelegt werden. Das ganze bleibt dann in einem geschlossenen Einmachglas mehrere Tage stehen, bis der Honig die Inhaltsstoffe aus den Nüssen gezogen hat. Der daraus entstandene Sirup ist ein gutes Hausmittel für Erkältungen und Husten, sowohl vorsorglich als auch im akuten Fall.

Nachdem wir uns verabschiedete hatten wanderten wir zunächst für einige Kilometer weiter den Berg hinauf und dann auf der anderen Seite wieder herunter, bis wir an eine Felsklippe kamen. Von hier aus hatte man einen wunderbaren Blick über eine Flachebene, die bis zum Horizont reichte. Auf unserer Seite der Ebene befand sich ein großer, flacher See, der bis in die Mitte hinein bewachsen war. Davor bildeten die schroffen Felsen mehrere Krater von denen einer wiederum mit Wasser gefüllt war, so dass ein strahlend blauer Kratersee entstand.

Wenige Kilometer weiter erreichten wir unser Etappenziel für heute. Da der Pfarrer wieder einmal nicht da war, legten wir uns neben seiner Kirche auf eine Bank und machten einen Mittagsschlaf. Doch auch nach über einer Stunde war er noch immer nicht aufgetaucht. Mit Pfarrern hatten wir hier einfach kein Glück. Wir wanderten also weiter, suchten und ausreichend Wasser und Nahrung für eine Zeltnacht zusammen und hielten Ausschau nach einem geeigneten Platz zum Campieren. Dabei stolperten wir zufällig über das Hotel Zdilar. Der Besitzer sprach nur wenig Deutsch und es dauerte eine Weile, bis ich ihm mit Hilfe einer Dolmetscherin überhaupt erklärt hatte, worum es uns ging. Dann schüttelte er den Kopf, sagte einige Dinge, die in meinen Ohren nach „Nichts da!“ klangen und verschwand hinter seinem Rezeptionstresen. Für mich war klar, dass dies eine Absage war, doch als er sich wieder umdrehte, legte er einen Zimmerschlüssel vor mich auf die Anrichte.

Spruch des Tages: In einem Monat sind wir zu dritt!

Mehr für dich:
Tag 400: Wie findet man seine Lebensmission – Teil 3

 

Höhenmeter: 250m

Tagesetappe: 21 km

Gesamtstrecke: 9547,77 km

Wetter: sonnig und heiß, am Morgen leicht bewölkt

Etappenziel: Hotel Zdilar, 21260 Imotski, Kroatien

Bewertungen:

 

About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

Leave A Comment

Translate »