Tag 1170: Das Ende der Geburtstagswoche

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Tag 1170: Das Ende der Geburtstagswoche

Tag 1170: Das Ende der Geburtstagswoche

16.-17.03.2017

Die letzten Beiden Tage verliefen wieder einmal recht ereignislos. Gestern kamen wir nach einer angenehm ruhigen und entspannten Wanderung in einem kleinen Ort an, in dem wir sofort einen Platz bekamen. Zum ersten Mal seit Wochen begegneten wir dabei sogar einer lockeren und lustigen Rathaussekretärin, die ehrliches Interesse zeigte, scherzte und freundliche Witze machte. So viel Leben in einer einzigen Person waren wir schon fast gar nicht mehr gewohnt.

Heute hatten wir in dieser Hinsicht hingegen etwas weniger Glück. Wir erreichten die erste Stadt gerade zur Mittagspause und mussten dann noch drei Ortschaften weiter, bis man uns schließlich ein altes, verschimmeltes und halb verfallenes Haus zur Verfügung stellte. Als sich Heiko auf die Toilette setzte zerbrach dabei erst einmal die Klobrille in zwei gleichgroße Teile. Das gute daran ist, dass man sonst keine Möbelstücke aus Versehen beschädigen kann, da es außer ihr keine gibt. Immerhin ist es hier aber warm und trocken und wir haben sogar eine Badewanne. Damit ist nun auch noch dieser Wunsch der Geburtstagswoche in Erfüllung gegangen. Allerdings eher für mich als für Heiko, denn er saß bereits in der Wanne, als er merkte, dass das Wasser nur im ersten Moment warm war und danach eiskalt wurde. Man musste erst die Heizung neu einstellen und dann noch einmal etwa eine Stunde warten, bis es angenehm warm wurde. Das war für ihn natürlich etwas zu lang. Dafür wurde aber bereits am Mittag ein anderer Geburtstagswunsch erfüllt. Zufällig entdeckten wir auf unserer Karte, dass es in einer Seitengasse ein Schnellrestaurant mit dem Namen „Simpli Kebab and Food“ geben sollte. Wir waren fast schon überrascht, als dies auch tatsächlich stimmte und noch ein bisschen mehr, als wir merkten, dass der Laden noch immer existierte und auch jetzt in diesem Moment geöffnet hatte. Der Besitzer war ein freundlicher Mann türkischen Ursprungs, der uns je einen großen Döner mit scharfer Sauce und eine XL-Portion Pommes schenkte. Ich weiß, das klingt komisch, wenn man bedenkt, dass Pommes und Döner definitiv unter Fastfood fallen, aber nach dem ganzen Dosenfraß der Franzosen fühlten wir uns nun wie in einem Schlemmerparadies.

Durch das Platz-Chaos heute ist uns noch einmal eine Sache aufgefallen, die an unserem momentanen dritten Frankreich-Besuch seltsam ist. Wenn wir eine Ortschaft vor der Mittagspause erreichten, dann gab es fast eine Trefferquote von 100%. Ganz selten kam es vor, dass wir dann einmal abgelehnt wurden. Verpassten wir die Vormittagsöffnungszeiten jedoch und mussten bis nach der Mittagspause warten, ging es danach fast immer schief. Dann kamen sie mit Ausflüchten und Entschuldigungen, warum gerade sie nicht in der Lage waren, uns zu helfen. Das zog sich dann meist für zwei oder drei Ortschaften durch, bis es wieder kurz vor Feierabend war. Wenn wir dann einen Ort erreichten, war die Trefferquote ebenfalls fast wieder bei 100%. Wie also konnte es sein, dass die Menschen dazwischen so viel weniger hilfreich waren? Der Charakter eines Menschen ändert sich ja normalerweise nicht alle paar Stunden. Es muss also irgendwie an uns liegen. Die Frage ist nur, woran?

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Spruch des Tages: Nun ist die Geburtstagswoche auch schon wieder rum!

Höhenmeter: 160 m
Tagesetappe: 39 km
Gesamtstrecke: 21.438,27 km
Wetter: sonnig und frühlingshaft, teilweise mit kaltem Wind
Etappenziel: Städtische Jugendherberge, 72500 Jupilles, Frankreich

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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