Tag 867: Tiefe Heilungsreise

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Tag 867: Tiefe Heilungsreise

Tag 867: Tiefe Heilungsreise

28.04.2016

Am Abend bekamen wir spontanen Besuch vom Besitzer des Feldes. Ein Mann, der zuvor mit dem Auto an uns vorbeigefahren war, hatte ihn alarmiert, dass hier wieder einmal Terroristen auf seinem Feld herumlungern. Zum Glück war der Mann ein entspannter Zeitgenosse und mit ein bisschen Erklärung freute er sich sogar über unseren Besuch.

Beim Abendessen kamen einige spannende Themen auf, die wir mit Heydi besprachen. Es wurde kein einfaches Gespräch und hin und wieder erinnerte es mich fast schon schmerzlich an die Abendessen vor einem Jahr mit Paulina. Doch es war ein gutes und wichtiges Gespräch, das im Nachhinein viel löste, sowohl für Heydi als auch für uns. Trotzdem rumorte es auch am nächsten Morgen noch in uns und wir brauchten eine Weile, bis wir wieder voll auf der Höhe waren. Ein Picknick in der Sonne wirkte bereits Wunder doch für Heydi hatte sich so viel gelöst, dass sie ein bisschen wie ein Zombie wirkte. Ihr waren Dinge bewusst geworden, die sie seit langem verdrängt hatte und ihr ganzer Organismus weigerte sich nun, die dazugehörigen Gefühle auch wirklich anzunehmen und zuzulassen. Sie war wie tot und spürte nur noch eine tiefe leere in sich. Ein Gefühl, dass ich nur allzu gut kannte.

Erst am Abend taute sie aus diesem Zustand wieder auf, nachdem sie mit Heiko ein intensives Heilungsritual mit einer tiefen Trancereise gemacht hatte. Ihr selbst kam dieses Ritual nicht länger als eine halbe Stunde vor, doch nach der Wahrnehmung unserer Uhren dauerte es knapp drei Stunden. In dieser Zeit richtete ich den Rest der Computer ein brachte alles wieder auf einen aktuellen Stand. Wir hatten einen Schlafplatz in einem Tanzstudio bekommen und hin und wieder kam der Bürgermeister mit neuem Essen oder Getränken vorbei.

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Kurz bevor wir unser Zieldorf erreicht hatten, durchquerten wir einen anderen kleinen Ort, in dem drei stolze Störche beheimatet waren. Sie brüteten hoch über den Häusern und ihr großen Nester boten gleich noch einem ganzen Schwarm an Spatzen Platz für ihre Nester. Dass die Störche damit einverstanden waren wunderte uns ein wenig, denn die kleinen Untermieter machten einen Terz, dass es kaum auszuhalten war. Wenn wir die Hausherren gewesen wären, hätten wir definitiv eine Nestordnung mit angemessenen Ruhezeiten aufgestellt.

Heiko war fasziniert beim Fotografieren und auch wir beobachteten die majestätischen Vögel mit Begeisterung. Eine alte, zahnlose Frau kam auf mich zu, stellte sich neben mich und schaute gemeinsam mit mir in Richtung Nest. Es war spannend, wie sich die Kommunikation veränderte, wenn es plötzlich etwas zu sehen gab. Sonst waren die Gespräche mit den alten Menschen hier oft etwas lästig, weil sie sich um nichts drehten und keiner ein Thema hatte. Doch nun reichten die wenigen Worte und Gesten aus, die wir beide verstehen konnten und sofort entstand ein herzliches und fröhliches Miteinander.

Spruch des Tages: Im Traum gehen die Uhren anders.

Höhenmeter: 40 m
Tagesetappe: 18 km
Gesamtstrecke: 15.291,27 km
Wetter: hin und wieder sonnig zwischen heftigen Wolkenbrüchen und Endzeitgewittern
Etappenziel: Zeltplatz neben einem Feld, 3km hinter 86627 Stambolijski, Bulgarien

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