Rollstuhlfahrern helfen
Walk for people who cannot walk!
Seit dem 01.01.2014 ist das Gehen und Wandern mehr als je zuvor zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Jeden Tag sind die Stunden der Wanderung die Stunden, die ganz uns selbst gehören, in denen wir uns mit uns und mit der Erde verbinden, in denen wir Altes zurücklassen und Neuem entgegengehen. So wichtig das Laufen für uns ist, so sehr sind wir uns auch bewusst, dass es ein Privileg ist, das nicht jeder nutzen kann.
Allein in Deutschland gibt es nach offiziellen Angaben rund 1,6 Millionen Menschen, die nicht oder fast nicht gehen können und daher einen Rollstuhl benötigen. Weltweit sind es rund 85 Millionen, also mehr Menschen, als insgesamt in der Bundesrepublik Deutschland leben. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch um ein vielfaches höher sein. Von all jenen Menschen, für die aufgrund von Schmerzen jeder einzelne Schritt zur Qual wird, einmal ganz zu schweigen.
Gehen ist Heilen mit den Füßen
Von unseren Mentoren haben wir immer wieder den Satz gehört, dass Gehen eine Form der Heilung ist. Wenn wir unsere Füße auf die Erde stellen, drückt die Erde gegen unsere Füße und es kommt zu einem energetischen Austausch, der sowohl für uns selbst, als auch für Mutter Erde heilsam ist. Nun aber wollten wir noch etwas mehr tun und schon bald tauchte der Wunsch in uns auf, mit jedem Schritt auch etwas zum Leben der Menschen beizutragen, die selbst nicht laufen können. Lange Zeit haben wir überlegt, wie wir das anstellen können und schließlich sind wir dabei auf ein einzigartiges und wie wir finden absolut unterstützenswertes Projekt gestoßen, mit dem gemeinsam wir dies nun ermöglichen können.
Unser Hilfsprojekt: Rollies für Afrika e.V.
Der Name des Projektes lautet Rollis für Afrika e.V. doch das, was die ehrenamtlichen Mitarbeiter dieses Vereins leisten, geht weit über das hinaus, was der Name auf den ersten Blick vermuten lässt.
Die Grundidee kam 2003 von den beiden Freunden Pablo und Estevan, nach einer Möglichkeit suchten, ihren Teil zum Wohle der Erdengemeinschaft beizutragen. Estevan selbst ist aufgrund einer Muskelatrophie auf einen Rollstuhl angewiesen und so kam die Idee in den beiden auf, sich persönlich dafür einzusetzen, dass Menschen in ähnlichen Situationen, die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Auch wenn ihn seine Behinderung in vielen Bereichen  einschränkte, war sich Estevan bewusst, dass er es in Deutschland noch vergleichsweise gut hatte. Vieles im Bezug auf die Barrierefreiheit mag auch bei uns noch verbesserungswürdig sein, aber verglichen mit vielen anderen Orten auf der Erde, ist die Situation für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte im Allgemeinen noch relativ komfortable.
Schwierige Bedingungen für Rollstuhlfahrer im Senegal
Gänzlich anders sieht es beispielsweise in Afrika und besonders im Senegal aus. Hier gibt es kein Sozialsystem, dass einem Menschen mit Gehbehinderung die technischen Mittel zur Verfügung stellt, die es ihm ermöglichen, seinen Alltag zu meistern. Wer eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl will, der muss ihn bezahlen und das in einem Land, in dem die finanziellen Mittel bei vielen Menschen kaum für die tägliche Nahrung reicht.

Das Konzept, das sich Pablo und Estevan überlegten, um hier Abhilfe zu schaffen, war ebenso einfach wie genial.
Hilfe aus Deutschland naht
Die flächendeckende, medizinische Versorgung in Deutschland führt dazu, dass Tag für Tag viele hundert Rollstühle und Gehhilfen ausrangiert und entsorgt werden. Nur ein kleiner Teil davon ist wirklich kaputt. Der Rest ist lediglich gebraucht, sieht vielleicht nicht mehr schön aus oder hat kleine, leicht reparierbare Macken. Es ist also ein leichtes, diese Mittel zu sammeln und wieder zu reparieren, sodass sie weiterhin verwendet werden können. Und genau das macht Rollis für Afrika e.V. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter retten die aussortierten Rollstühle und Gehhilfen vor ihrer vorzeitigen Verschrottung, bringen sie wieder auf Vordermann und verschiffen sie dann mit einem großen Container in den Senegal. Dort verteilen sie die mitgebrachte Hilfe selbst an die Menschen, die sie benötigen, sodass sie sicher sein können, dass alles auch genau dort ankommt, wo es ankommen soll.
Der Weg zurück zur Mündigkeit
Dank der Hilfe von Rollis für Afrika sind die Menschen, die durch ihre Behinderung zuvor ins gesellschaftliche Aus geschossen wurden nun wieder in der Lage, am Alltagsleben teilzunehmen, zur Schule oder zur Arbeit zu gehen und in einem größeren Rahmen für sich selbst zu sorgen. Wie in Deutschland auch, sind viele natürlich trotz der Gehhilfe immer auf die Unterstützung von anderen angewiesen, aber sie sind nun nicht mehr vollkommen hilflos und damit ein gutes Stück näher an einem gleichberechtigten Leben wie zuvor.
Ganzheitliche Unterstützung auf allen Ebenen
Doch die Versorgung mit Rollstühlen und Gehhilfen ist nur ein Aspekt der Unterstützung, die Rollis für Afrika leistet, genau wie die Gehbehinderung auch nur ein Aspekt des Lebens der Betroffenen ist. Um ganzheitliche Hilfe zu leisten, setzt sich der gemeinnützige Verein zusätzlich unter anderem für eine gesellschaftliche Aufklärung in Senegal ein, um so die Vorurteile in der Bevölkerung gegenüber Menschen mit Behinderungen abzubauen. Oft ist es nicht nur das eigene Handicap, das den Betroffenen das Leben schwer macht, sondern auch die Art und Weise, wie sie von ihren Mitmenschen deswegen angesehen und behandelt werden. Vielerorts ist man als Behinderter noch heute ein Geächteter und Ausgestoßener. Um dies zu verändern und um mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen in der Gesellschaft zu erreichen, organisiert Rollis für Afrika gemeinsam mit lokalen Vereinen in Senegal regelmäßig Seminare, Workshops und Veranstaltungen zu diesem Thema.
Vom Ausgestoßenen zum selbstständigen Unternehmer
Gleichzeitig werden auch die Betroffenen selbst unter anderem durch Mikrokredite dabei unterstützt, sich eine eigene Existenz aufzubauen, eine Ausbildung oder ein Studium zu machen und so zu einem eigenständigen Mitglied der Gesellschaft zu werden. Gerade im Senegal ist es für die Menschen oft sehr belastend, wenn sie aufgrund ihrer Behinderung nichts zum Wohl der Familie beitragen können und sich daher selbst als Klotz am Bein ihrer Angehörigen ansehen. Das Verständnis ihrer Familie für ihre Situation, gepaart mit der Mobilisierung durch die Gehhilfen und der Möglichkeit, ein aktives und wertvolles Mitglied der Gemeinschaft zu werden, lässt in vielen Familien ein neues Miteinander und eine Harmonie entstehen, die zuvor undenkbar gewesen wäre. Alle drei Aspekte zusammen sind es, die die eigentliche Hilfe und den Erfolg von Rollis für Afrika ausmachen.
Aufklärung und Prävention
Mindestens genauso wichtig wie die Unterstützung der Menschen, die bereits eine Behinderung haben ist es, zu verhindern, dass diese überhaupt erst entsteht.

Dies ist natürlich nicht immer möglich, doch viele Missbildungen, die in Senegal sehr häufig vorkommen, können mit der richtigen Vorsorge von vornherein verhindert werden. Damit das gelingt, organisiert und finanziert der Verein Seminare und Ausbildungen, bei denen die Einheimischen mit dem nötigen Fachwissen ausgestattet werden, um selbst für diese Prophylaxe sorgen zu können. Gleichzeitig können die Ausgebildeten ihr Wissen nun an andere weiter geben und so für eine immer flächendeckendere Aufklärung sorgen, durch die sich die Zahl der Missbildungen und Verkrüppelungen stetig verringern kann.
Unser Herzens-Slogan: Walk for People that cannot walk
Wie kann ich hier helfen?
Rollis für Afrika e.V. funktioniert auf rein ehrenamtlicher Basis. Alle Mitarbeiter und Helfer sind also Freiwillige, die ihre Arbeit deswegen machen, weil es für sie keine Arbeit, sondern eine Passion ist. Dennoch braucht der Verein regelmäßig Geld, um unter anderem die Transport-Container für die Rollstühle, sowie die Seminare und Veranstaltungen für die Aufklärungsarbeit zu finanzieren. Wenn ihr Rollis für Afrika unterstützen wollt, gibt es dafür drei verschiedene Möglichkeiten:

1. Durch eine Direktspende in der Höhe, die sich für euch gut und richtig anfühlt. Dies könnt ihr entweder über den Spendenaufruf von Rollis für Afrika  machen: Rollies für Afrika bei Betterplace

2. Als Lebensabenteurer-Wander-Pate: Werdet Teil unseres Charity-Walks und überlegt euch einen Betrag, den ihr für jeden von uns gelaufenen Kilometer an Rollies für Afrika spenden wollt. Ob ihr dabei einen Cent pro Kilometer spenden wollt, 10 Cent, 27 Cent, 1 € oder mehr, ist ganz euch überlassen. Ebenso, wie die Dauer eurer Partnerschaft, denn ihr verpflichtet euch zu nichts und könnt jederzeit wieder zurücktreten, wenn euch danach ist. Schreibt uns einfach eine kurze Nachricht und wir besprechen mit euch alles Weitere: Zum Kontaktformular