Wäre es nicht schön frei wie die Tiere, Pflanzen und Steine zu sein?

Heiko Gärtner
01.09.2010 22:27 Uhr

Aufgrund der Schmerzen lenke ich mich mal wieder durch das Schreiben ab. Langsam aber sicher spüre ich die unheimliche Distanz, die ich in kürzester Zeit zurückgelegt habe. Derzeit bin ich im Schnitt bei 35 km pro Tag. Heute hatte ich zwei herausragende Begegnungen. Einmal mit einer Zornnatter circa 125 cm lang und 2 Finger dick. Ein sehr beeindruckendes Tier wenn man es aus der Nähe betrachten darf. Und einen Pilger habe ich getroffen, der sein Studium beendet hat und jetzt ausgestiegen ist vom gesellschaftlichen Leben. Einfach bei der Regierung abgemeldet. Ohne Krankenversicherung und ohne Wohnort auf nie mehr wiedersehen verschwunden. Burn-out war der Grund. Ich konnte nur zu gut verstehen, warum man seine Staatsangehörigkeit und seinen Pass am finstersten Ende der Welt verbrennen will, um als neuer Mensch geboren zu werden. Auch ich spüre oft das Korsett der Gesellschaft was nur erlaubt, was gut für die Geldindustrie ist. Man darf ja nicht mal im eigenen Garten ohne Anmeldung ein Lagerfeuer machen. Jagen ist eh verboten. Ein kleiner Junge hat mich mal gefragt, warum Eichhörnchen kein Geld zum Leben brauchen und nicht in die Schule müssen. Meine Antwort war, weil sie keinen Sozialstaat gegründet haben und jeder frei leben darf. An diesem kleinen Beispiel sieht man im welchem Korsett wir leben. Der Weg ohne eigenes Geld in verschiedenen Phasen zeigt mir, wie frei man sich fühlen kann. Mein Stress Tinnitus ist völlig weg. Das Stresssyndrom des getroffenen Pilgers ist weg. Ich frage mich - Leben wir wirklich, richtig? Ist es unser Ziel wie ein Hamster im Laufrad immer schneller zu laufen und doch nicht anzukommen im erstrebenswerten Frieden und der Harmonie?

Spruch des Tages: Wäre es nicht schön frei wie die Tiere, Pflanzen und Steine zu sein?

Heiko Gärtner
Heiko Gärtner ist Wildnismentor, Extremjournalist, Survivalexperte, Weltreisender und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Antlitz- und Körperdiagnostik. Nachdem er einige Jahre als Agenturleiter und Verkaufstrainer bei einer großen Versicherungsagentur gearbeitet hat, gab er diesen Job auf, um seiner wahren Berufung zu folgen. Er wurde Nationalparkranger, Berg- und Höhlenretter, arbeitete in einer Greifenwarte und gründete schließlich seine eigene Survival- und Wildnisschule. Seit 2014 wandert er zu Fuß um die Welt und verfasste dabei mehrere Bücher.

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