Tag 835: Schnee zu Ostern

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Tag 835: Schnee zu Ostern

Tag 835: Schnee zu Ostern

31.03.2016

Die Wanderungen in diesem Land sind einfach traumhaft, das kann man gar nicht oft genug erwähnen. Heute kamen wir durch einen Hochbene, die uns wieder einmal an den wilden Westen oder mehr noch an die Mongolei erinnerte. Kristallklare Bäche flossen durch die kargen, felsigen Wiesen und rings um uns herum ragten die schneebedeckten Berggipfel hervor. Enslich kamen wir auch wieder an Quellen vorbei, wo wir das frische, kalte Gebirgswasser abzapfen und trinken konnten. Jedes Mal, wenn wir eine neue entdeckten fühlten wir, was dieses klare Wasser für ein unglaublicher Reichtum war. Es war Wasser, das einfach so von der Erde geschenkt wurde und das noch niemand mit Kunststoffen, Fluor, Schwermetallen oder Aluminium vergiften konnte. Besser geht es doch eigentlich gar nicht!

An unserem Zielort hatten wir dieses Mal das Glück, eine Art Touristeninformation zu finden. Dort vermittelte man uns zum Bürgermeister weiter und dieser stellte uns eine große Veranstaltungshalle oben auf dem Berg zur Verfügung. Vor einigen Jahren hatte einer der Dorfbewohner im Lotto gewonnen und dabei mehrere Millionen Euro erhalten. Er hatte sofort das Land verlassen und war mit seiner Frau nach Kanada ausgewandert. Doch zuvor hatte er einen Teil des Geldes seiner Gemeinde gestiftet und damit dieses Haus errichten lassen. Vielen Dank an den freundlichen Spender! Das war eine wirklich nette Geste, sowohl für sein Heimatdorf, als auch für uns!
Nur Essenstechnisch sah es heute etwas mau aus. Wir besaßen nichts weiter als altes Brot, die Geschäfte hatten geschlossen und so gut wie niemand im Ort wollte uns etwas geben. Einige wollten nicht einmal zuhören, andere beteuerten, dass sie nicht einen Krümel an Nahrung besaßen und wieder andere begannen mit langen Erklärungsreden, von denen ich kein Wort verstand. MMan brauchte schon ein dickes Fell, wenn man hier auf diese Weise durchkommen wollte, ohne dabei vollkommen frustriert zu werden. Doch wie so oft reicht ein einziger hilfsbereiter Mensch aus, um einen aus der Patsche zu helfen. Nach einer knappen Stunde in der ich erfolglos durch den Ort geirrt war und nur Absagen erhalten hatte, traf ich ein älteres Pärchen, das mir eine große Tüte mit den unterschiedlichsten Lebensmitteln einpackte. Lustigerweise war das erste davon ein Kilopaket Zucker, das ich dann doch erst einmal wieder ablehnte. Dafür bekamen wir aber auch drei Kilo Reis, ein Kilo Spagetti, ein paar Eier, etwas Obst und zwei Dosen mit Sardinen.

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Ein kulinarisches Highlight wurde es nicht, aber wir wurden Satt. Um auch am Mittag nicht hungern zu müssen, probierten wir ein neues Experiment aus und verarbeiteten das alte, knüppelharte Brot, das wir noch besaßen zu einer Brotsuppe. Normalerweise benötigt man dazu einen Pürrierstab, den wir natürlich nicht besaßen. Es wurde also eher eine Art Schleimsuppe, als eine Creme. Aber wenn man bedenkt, dass es nicht mehr war als aufgeweichtes Brot mit etwas Öl, Salz, Kräutern und Chili, dann war es gar nicht mal so schlecht.

Spruch des Tages: Schnee zu Ostern, und das in Griechenland?

Höhenmeter: 190 m
Tagesetappe: 14 km
Gesamtstrecke: 14.790,27 km
Wetter: sonnig
Etappenziel: Zeltplatz auf einer Bergwiese, 5km hinter 58002 Kato Grammatiko, Griechenland

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

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2019-07-08T11:45:42+00:00 Allgemein|

About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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