Ist Handystrahlung gefährlich bzw. schädlich?

 

Das Thema Handystrahlung als Gesundheitsrisiko ist seit vielen Jahren stark umstritten und bietet immer wieder Stoff für hitzige Diskussionen. Die Meinungen darüber, ob Handystrahlung gefährlich ist, reicht von „in keinster Weise!“ bis zu „Handystrahlen sind in hohem Maße schädlich für unsere Gesundheit.“ Es gibt Behauptungen, dass sie Krebs verursachen oder unfruchtbar machen können, die aber von den Mobilfunkunternehmen selbst natürlich vehement abgestritten werden. Wer also hat nun recht? Sind Handystrahlen für uns Menschen wirklich vollkommen harmlos, oder sind sie gefährlich und gesundheitsschädlich? In einer Welt, in der Funktechnik aus unserem Alltag längst nicht mehr wegzudenken ist, ist dies eine äußerst wichtige Frage. Wir sind der Sache daher einmal auf den Grund gegangen.

Smartphones und mobiles Internet können je nachdem, wie man sie einsetzt, viel Geld kosten oder sparen.

Ist das Telefonieren und Surfen mit dem Smartphone wirklich so unbedenklich, wie wir glauben?

 

Was sagen die Mobilfunkanbieter zur Gefährlichkeit von Handystrahlen?

Von offizieller Seite wird naheliegenderweise die Meinung vertreten, dass Handy- und WLAN-Strahlung unschädlich und unbedenklich sind. Dies liege vor allem daran, dass es sich bei Handystrahlung um eine energiearme, elektromagnetische Strahlung handelt, die nicht ionisiert und zudem schwächer ist, als das sichtbare Licht. Kurz zur Erklärung: Ionisieren bedeutet, dass eine Strahlung oder ein Stoff Atome in Ionen verwandeln, ihnen also entweder Elektronen entziehen oder hinzufügen kann. Da Ionen in der Regel gänzlich andere Eigenschaften haben, als Atome kann dies die unterschiedlichsten folgen haben und vor allem in Organismen eine Menge Schaden anrichten.

Mobilfunkanbieter sehen in der Nutzung von Smartphones keine Gefahr.

Mobilfunkanbieter sehen in der Nutzung von Smartphones keine Gefahr.

Außerdem unterscheiden sich nach Ansicht der Mobilfunkunternehmen die künstlichen Strahlen unserer Telefone und Internetgeräte so sehr von der Strahlung, die unsere Gehirne aussenden, dass es hier zu keinen Interferenzen kommen kann, sodass unser Gehirn nicht gestört werden kann. Insbesondere, da das Gehirn ja zusätzlich noch durch unseren Schädelknochen abgeschirmt wird. Auch gäbe es bisher keine Studien, die eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlen beweisen oder nahelegen würden, somit müsse man sich darüber auch keine Sorgen machen. Es würde zwar einige Experimente geben, bei denen Ratten, die intensiver Handystrahlung ausgesetzt waren, etwas mehr zur Bildung von Tumoren neigten, als eine Vergleichsgruppe, aber in einer Überprüfung habe sich gezeigt, dass dies offenbar ein Einzelfall war und daher keinen wissenschaftlichen Wert habe. (1)

Sind Handystrahlen dann also wirklich unbedenklich?

Ganz so unbedenklich ist die Lage bei genauerer Betrachtung dann aber leider auch wieder nicht. Denn es gibt einige Lücken in der hier vorgebrachten Argumentationskette.

So stimmt es zwar tatsächlich, dass die durch Menschen erzeugten Funkwellen in den Anfängen so energiearm waren, dass sie keine messbaren Auswirkungen auf unseren Organismus hatten. Doch seit dem hat sich viel verändert und die Frequenzen der Strahlen für WLAN und Handys sind immer höher geworden. Vor allem auch deshalb, weil Handys heute ja längst keine reinen Ton-Überträger mehr sind, sondern umfassende Daten aller Art senden und empfangen können. So sendet das analoge D-Netz mit 450 MHz (d.h. 450 Millionen Schwingungen pro Sekunde). Das sogenannte GSM-Netz, das 1990 als europaweiter Standard für Handynetze eingeführt wurde und heute vor allem unter dem Namen 2G (Handynetz zweiter Generation) bekannt ist, hat bereits einen Frequenzbereich von 900 bis 1900 MHz. Das UMTS-Netz (3G) nutzt Frequenzen zwischen 1,9 GHz und 2,2 GHz während LTE, also 4G im Bereich bis zu 2,6 GHz erreicht. Für das nun kommende 5G-Netz sind Frequenzen zwischen 3,4 GHz und 3,8 GHz vorgesehen.(2) Zusätzlich sollen darüber hinaus extrem kurzwellige Frequenzen zwischen 24 GHz und 60 GHz genutzt werden. Man kann hier also längst nicht mehr von den Mess- und Erfahrungswerten vom Beginn des Handyzeitalters ausgehen.(3) Zum Vergleich ein Mikrowellenherd arbeitet mit ca. 2400 MHz und wird ja bekanntlich zum Erhitzen von Speisen benutzt. Wie ähnlich sich beispielsweise Mikrowellenstrahlung und WLAN-Strahlung sind, lässt sich auch daran erkennen, dass Mikrowellen in der Lage sind, den WLAN-Empfang massiv zu stören, wenn man sie einschaltet.(4)

Das heißt:

Das Handy ist ein kleiner Mikrowellenherd neben dem Gehirn, der noch dazu mit dieser so gesundheitsbedenklichen Pulsung arbeitet. Das Argument, Mobilfunkstrahlen seien zu energiearm als dass sie einen Schaden anrichten könnten, gilt also längst nicht mehr. Schauen wir also, was es mit der zweiten Behauptung auf sich hat.

 
Mit dem Smartphone lassen sich manche Klimaanlagen bequem einschalten

Ist unsere moderne Mobilfunktechnik vielleicht doch eher ein Spiel mit dem Feuer?

 

Gibt es Studien, die eine Schädlichkeit von Handystrahlung beweisen?

Mobilfunkbetreiber haben wiederholt behauptet, dass es keine Studien gibt, die belegen, dass hochfrequente elektromagnetische Felder schädlich sind. Leider ist das Gegenteil der Fall. Es gibt unzählige Studien zu diesem Thema, deren Ergebnisse eigentlich zur sofortigen Schließung der meisten Sendeanlagen oder zumindest zu einer deutlichen Senkung der Grenzwerte führen müssten. Zu diesen Studien gehören auch solche, die von den Betreibern selbst in Auftrag gegeben wurden. Studien, die die Unschädlichkeit von Handystrahlung belegen, sind jedoch sehr selten und werden in den meisten Fällen direkt von der Mobilfunkindustrie in Auftrag gegeben und finanziert. Oder sie sind aufgrund einer schlechten Implementierung nicht zu verwenden. (5)

Ist Handystrahlung schädlich für Tiere?

Zunächst einmal gibt es natürlich vor allem Tierversuche, bei denen die Auswirkung intensiver Handystrahlung auf die Gesundheit getestet wurde. Im Laufe der Zeit wurden vielzählige internationale Forschungen veröffentlicht, die Hinweise auf Schäden durch Mobilfunkstrahlen von Sendeanlagen geben. Dazu gehören zum Beispiel Hirnschäden bei verschiedensten Versuchstieren oder Krebs bei Mäusen. Tierärzte untersuchten Bauernhöfe in Bayern und Hessen und verglichen Höfe mit Mobilfunkbelastung und ohne. Auf den Höfen mit Sendern in der Nähe gab es mehr Missbildungen, und die Tiere verhielten sich anders. Die Studie im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums bestätigt vorangegangene, bei denen im Mobilfunkeinfluss ebenfalls Missbildungen, Fehlgeburten, Verhaltensstörungen und die Verringerung der Milchleistung festgestellt wurden. Immer mehr Landwirte melden sich und bestätigen die Beobachtung: Mit dem Errichten neuer Mobilfunksender in der Nähe ihrer Höfe kamen zeitgleich die Probleme beim Vieh. (6)

Laut einer Studie, die der australische Forscher Dr. Michael Repachol im Auftrag von Telstra (einer australischen Telefongesellschaft) durchgeführt hat, haben sich die Fälle von Lymphknotenkrebs bei Testmäusen mehr als verdoppelt, nachdem die Tiere neun Monate lang zweimal täglich eine halbe Stunde lang gepulsten elektromagnetischen Wellen von Mobiltelefonen ausgesetzt waren. Prof. Dr. Wolfgang Löscher von der tierärztlichen Hochschule Hannover bezog sich in einem Interview der Süddeutschen Zeitung im Mai 1997 auf diese Studie und erklärte: "Keine Firma der Welt entwickelt ein Arzneimittel, welches bei Versuchstieren Krebs auslöst, und sagt dann, wie das Bundesamt für Strahlenschutz, die Handyhersteller und Mobilfunkindustrie, das werde beim Menschen schon nicht auftreten." (7)

waldmaus

Mäuse bekamen im Versuch deutlich öfter Krebs, wenn sie starker Handystrahlung ausgesetzt waren.

 

In welcher Form ist Handystrahlung schädlich für den Menschen?

Man forschte also weiter und entdeckte, dass durchaus auch der Mensch unter der Handystrahlung gesundheitliche Schäden erleidet. Robert B. Kane, ein ehemaliger Mitarbeiter von Motorola, der selbst mehr als 30 Jahre in der Telekommunikationsindustrie tätig war, beschreibt in seinem Buch Hunderte von Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mikrowellen- und Handystrahlung, die von den 1950er Jahren bis Mitte der 1990er Jahre durchgeführt wurden. Die Ergebnisse waren sehr alarmierend, darunter DNA-Schäden, Chromosomenschäden, Gewebeschäden, Katarakte, Tumorbildung, Gedächtnisverlust und Bewegungsstörungen (8). Der Autor stellt in seinem Vorwort fest, dass es noch viele weitere Studien gibt, die erwähnt werden könnten, aber er möchte den Leser nicht mit einer riesigen Menge an Material überfordern. Die Tatsache, dass viele Menschen durch die Aufstellung von Mobilfunkantennen in ihrer Nachbarschaft belästigt werden, ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis darauf, dass Mobilfunksignale Krankheiten verursachen können.

 
Ein Handyfunkmast - Harmlos oder eine Gefahrenquelle?

Ein Handyfunkmast - Harmlos oder eine Gefahrenquelle?

 

Ausgehend von den erwähnten Studien schädigt uns die Handystrahlung vor allem auf die folgende Weise:

Strahlengrenzwerte sind in Europa unverantwortlich hoch

Obwohl Europa von sich behauptet, die Sicherheit seiner Bürger stets besonders im Blick zu haben, sind die Grenzwerte für Handystrahlung hier um ein vielfaches höher als in vielen anderen Regionen der Erde. Selbst in der ehemaligen Sowjetunion sind die Grenzwerte aufgrund der dortigen Erfahrungen um den Faktor 250 Mal niedriger als bei uns.

Eine Untersuchung von Prof. Dr. Karl-Heinz Müller, Physiker an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest hat gezeigt, dass diese hohen Grenzwerte vollkommen unverantwortlich sind. Er konnte nachgewiesen, dass bereits ein Millionstel Watt an Mobilfunksendeleistung genügen könne, um eine menschliche Nervenzelle abzutöten. Dabei gehen diese Mikrowellen nicht nur von Handys und WLAN-Routern aus, sondern auch von schnurlosen DECT-Heimtelefonen. Im Gegensatz zu einem Mobiltelefon pulst die häufig neben dem Bett stehende Basis-Station solcher Telefone Tag und Nacht Mikrowellen ab unabhängig davon, ob man telefoniert oder nicht. Obwohl die Leistung geringer ist, als von einem Handy, liegt sie noch immer weit über jenen Werten, wo bereits Schäden an Zellen nachgewiesen wurden. (9)

Thermische und nicht-thermische Wirkung

Ein weiteres Problem mit diesen Grenzwerten ist, dass sie sich nur auf thermische Effekte beziehen. Der thermische Effekt ist sehr einfach zu messen. Er bezieht sich auf die Erwärmung von Geweben und wird auch in Mikrowellenherden verwendet. Zum Beispiel erhöht die Benutzung eines Mobiltelefons die Temperatur der nahegelegenen Gehirnmasse um 0,5 bis 1 Grad Celsius. Darüber hinaus werden durch die Überlagerung und das Echo verschiedener Phänomene in der Schädelgrube sehr hohe Temperaturpunkte im Gehirn erzeugt. Viel gefährlicher ist jedoch die nicht-thermische Wirkung auf lebende Organismen, die allerdings schwer oder nur aus sehr vage zu erkennen ist. Dennoch ließen sich bei verschiedenen Untersuchungen einige dieser nicht-thermischen Effekte der Handystrahlung auf unseren Körper erkennen und klassifizieren. Die folgenden Auswirkungen wurden dabei am häufigsten festgestellt. (10)

 
Handystrahlung führt zu einer Erhitzung unseres Gehirns

Handystrahlung führt zu einer Erhitzung unseres Gehirns.

 

Verklumpung des Blutes

Die roten Blutkörperchen sind normalerweise alle negativ geladen und stoßen sich gegenseitig ab. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Blutkörperchen zusammenklumpen und die Blutbahnen und Kapillaren verstopfen, was bekanntlich zu einem Hirnschlag oder Herzinfarkt führt. Mit dem Handy am Ohr bricht diese negative Oberflächenspannung der roten Blutkörperchen jedoch zusammen und sie verklumpen. Je nach dauer der Handynutzung kann es mehrere Stunden dauern, bis sich die Klumpen wieder vollkommen gelöst haben und die Blutkörperchen ihre natürliche Ladung zurückerlangen. (11)

Die roten Blutkörpechen sind für den Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Abfallprodukten in unserem Körper verantwortlich

Normalerweise bewegen sich die Blukörperchen frei. Nach einem längeren Telefonat mit einem Handy verklumpen sie jedoch.

 

Gewebeschäden im Gehirn

Vor einigen Jahren entdeckte Dr. Peter Semm, damals Cheftechniker der Deutschen Telekom, dass 60 % unserer Zellen negativ auf die Funkfrequenzen von Handys reagieren. Dies betrifft insbesondere das Gehirn, das dadurch auf Dauer sogar Gewebeschäden erleidet. Dies ist unter anderem auch anhand einer Messung der Gehirnströme erkennbar.  Ein zweiminütiges Telefongespräch kann zu einer Veränderung der Gehirnströme des Benutzers für eine Woche führen. Wir wissen heute, dass selbst eine geringe Dosis hochfrequenter Strahlung die DNA von Gehirnzellen schädigen kann (12).

Öffnung der Blut-Hirn-Schranke

Eine weitere besorgniserregende Auswirkung von Handystrahlung auf unseren Körper erkannte der schwedische Neurochirurg Professor Leif Salford von der Universität Lund. Seine Forschungen zeigten, dass die Strahlung von mobilen Telefonen die Blut-Hirn-Schranke öffnet und es so vielen Giften ermöglicht, ins Gehirn zu gelangen. Diese Schranke verhindert normalerweise, dass Stoffe, die im Blut mitgeführt werden, ins Gehirn gelangen können. Beim Vergleich von sezierten Rattenhirnen bei denen einige über längeren Zeitraum Handystrahlen ausgesetzt waren und andere nicht, stellte sich heraus, dass die “bestrahlten” Hirne tatsächlich deutlich erkennbare Schäden erlitten hatten und zudem eine signifikant höhere Belastung mit Giftstoffen aufwiesen als die der Vergleichsgruppe. Einige Forscher deuteten die Hirnschäden sogar als frühe Stufe von Multipler Sklerose, Alzheimer und Morbus Parkinson, die sich ebenfalls als sichtbare Degeneration des Nervensystems abzeichnen.

Erschreckenderweise wurde das Öffnen der Blut-Hirn-Schranke bereits bei Strahlungsdosen von 0,1 Mikrowatt/cm2 festgestellt. Das ist 10'000-mal unter dem ICNIRP-Grenzwert. Selbstverständlich schließt sich diese Schranke ohne Mikrowelleneinstrahlung nach einiger Zeit wieder, doch dies ist nur ein geringer Trost. Denn zum einen sind Mobilfunkstrahlen inzwischen bereits so sehr ein Teil unseres Alltags geworden, dass wir kaum noch Zeiten haben, in denen wir keiner Belastung ausgesetzt sind. Es ist also schwer zu sagen, wann die Barriere noch geschlossen ist und wann nicht. Hinzu kommt, dass Giftstoffe, die in der Zeit der Öffnung ins Hirn gelangen nur schwer wieder hinaus geschwemmt werden können. Das heißt, mit jedem mal, dass die Barriere durch die Handystrahlung durchbrochen wird, steigt die Belastung in unserem Gehirn und fällt danach nur sehr langsam wieder ab. (13)

 
Handystrahlung sorgt dafür, dass die Blut-Hirn-Schranke geöffnet wird

Handystrahlung sorgt dafür, dass die Blut-Hirn-Schranke geöffnet wird.

 

Verlauf der Strahlenschädigung

Nach Untersuchungen der Universität Lübeck unter der Leitung von Professor L. von Klitzing lassen sich bei längerfristigem Kontakt mit intensiver Strahlung im Frequenzbereich von 1,8 GHz sogar typische Störungsverläufe erkennen und vorhersagen. Die Beeinträchtigung beginnt im Allgemeinen mit Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen, führt dann mit individueller Charakteristik zu Herzrhythmusstörungen, Ohrensausen, allergischen Reaktionen und letztlich zu einem veränderten Blutbild. Vor allem bei Kindern äußerst sich der letzte Punkt darin, dass die roten Blutkörperchen nicht mehr richtig ausgebildet werden können und daher nicht mehr in der Lage sind, ihre volle Arbeit zu verrichten. Verschwindet die Strahlenbelastung wieder, weil sich das Kind aus dem Frequenzbereich begibt oder weil das Handy abgeschaltet wird, so erholen sich die Blutkörperchen binnen weniger Tage jedoch vollständig wieder. (14).

Eine genaue Erklärung dazu, wie Handystrahlen unseren Schlafrhythmus stören und damit letztlich zu Kreislaufschäden und Depressionen führen kann, findet ihr auch in folgendem Video:    

Beeinträchtigung von Hormonproduktion und Psyche

Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Handystrahlung auch eine sogenannte hormonaktive Wirkung auf uns hat. Das bedeutet, dass die Strahlen aktiv in unseren Hormonhaushalt eingreifen und diesen verändern. Dazu zählt unter anderem, dass der Östrogenspiegel, also die Menge an weiblichen Hormonen steigt, was bei Frauen unter anderem zu Brustkrebs und bei Männern zu Unfruchtbarkeit und einer generellen Verstärkung weiblicher Attribute und Eigenschaften führen kann.

Darüber hinaus behindert eine dauerhafte Mikrowellenüberflutung auch die Bildung von Melatonin. Dieses wichtige Hormon wird im Schlaf produziert und ist für unsere Regeneration und unser Wohlgefühl verantwortlich. Ein Mangel an Melatonin führt unter anderem zu Depressionen, Stressanfälligkeit, Schlafstörungen und Abwehrschwäche. (15)

 
Welche Vorteile hat das luzide Träumen?

Schlafstörungen auf der einen und Dauermüdigkeit auf der anderen Seite gehören zu den Folgen einer Strahlenschädigung durch Mobilfunkstrahlen.

 

Zerstörung des Erbguts als Folge von Mobilfunkstrahlen

Mehrere Universitätsstudien haben gezeigt, dass Handystrahlung Doppelstrangbrüche in der menschlichen DNA verursacht, die nicht leicht zu reparieren sind. Das Fatale an diesen Doppelstrangbrüchen ist, dass der Körper sie oft fehlerhaft repariert, was in vielen Fällen zu Krebs führt. Darüber hinaus haben die Wissenschaftler eine überraschende Entdeckung gemacht: Sind Zellen bereits geschädigt, werden die Schädigungen unter dem Einfluss der Strahlung um ein Vielfaches stärker.(16)

 
Ist Handystrahlung schädlich für unsere Gene

Ist Handystrahlung schädlich für unsere Gene?

 

Verlangsamung des Denkens

Ein 20-minütiges Gespräch mit dem Handy führt zu einer Verlangsamung des Denkprozesses und zu einer Eintrübung des Bewusstseins. Dies haben Forscher am Zentrum für Neuropsychopharmakologie der technischen Universität von Swinburne in Australien nachgewiesen. In der Studie bekamen die Probanden verschiedene Denkaufgaben, die sie lösen sollten, während die Zeit gestoppt wurde. Alle hatten ein Mobiltelefon bei sich, von dem sie jedoch nicht wussten, ob es eingeschaltet war oder nicht. Dabei stellten die Versuchsleiter unter anderem fest, dass bei Probanden mit eingeschalteten Handys die sogenannten Alpha-Wellen im Gehirn stark anstiegen. Der Effekt ist, dass das Gehirn deutlich mehr arbeiten muss, während es dieselbe Leistung verrichtet. Lesen, schreiben Rechnen, logisches Denken, Rückschlüsse ziehen, aufmerksames Beobachten, und koordiniertes Handeln, all dies verlangt nun deutlich mehr Energie und Leistung von unserem Gehirn als es ohne Mobilfunkstrahlung benötigen würde. Die Folge sind Trägheit, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, andauernde Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen. Dies zeigte auch der Versuch: Die Testpersonen mit eingeschalteten Handys brauchten im Schnitt deutlich länger für die Lösung der gleichen Aufgaben, als die Vergleichsgruppe. Es ist also möglicherweise kein Zufall, dass die Zahl der Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in den letzten Jahren so stark zugenommen hat. Etwa im gleichen Zeitraum also, in dem Handys und WLAN in unserem Alltag zur Normalität geworden sind. (17)

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Einfache Aufgaben wie Lesen, Schreiben und vernetztes Denken strengen das Gehirn deutlich mehr an, wenn es Handystrahlung ausgesetzt ist.

 

Überlagerung der natürlichen Frequenz

Ein weiteres bislang aber erst wenig erforschtes Phänomen ist die Überlagerung der natürlichen Frequenzen, die zum einen von unserem Körper selbst, zum anderen aber auch von unserer Umgebung ausgeht. Wie in der Quantenphysik inzwischen nachgewiesen wurde, ist feste Materie letztlich auch wiederum nur eine Form von Energie und somit selbst in gewisser Form eine Art Strahlung. Jedes Objekt und auch jedes Lebewesen, bzw. jede einzelne unserer Zellen hat also eine gewisse Schwingungsfrequenz, die es aussendet. Am einfachsten nachvollziehbar ist dies im Bereich der Wärmestrahlung. Temperatur ist letztlich nichts anderes als eine Skala an Schwingungsfrequenzen. Je schneller ein Objekt schwingt, desto wärmer empfinden wir es. Je langsamer es schwingt, desto kälter nehmen wir es wahr. Das bedeutet, dass wir in unserem Leben auf natürliche Weise permanent von verschiedenen Schwingungsfeldern umgeben sind, angefangen bei Wärme, Licht und Schall über Radioaktivität, Röntgen und vielen weiteren Strahlungsformen bis hin zur eigenen Strahlung aller Objekte in unserer Umgebung und unseres eigenen Körpers.

Aus der Akustik kennt man das Phänomen, dass ähnlich gestimmte Klangkörper mitschwingen, wenn einer angeschlagen wird. Das heißt, dass wenn ich beispielsweise eine Gitarrensaite anschlage und sich in der Nähe weitere Saiten mit der gleichen oder einer sehr ähnlichen Stimmung befinden, dann schwingen diese mit, auch ohne dass sie angeschlagen werden. Dieses Phänomen nennt man Resonanz. Und da man es immer dort beobachten kann, wo Frequenzen auftreten, lässt sich davon ausgehen, dass dies auch in Bezug auf die Handystrahlung der Fall ist. Wenn also Wissenschaftler wie beispielsweise Professor Kuenen recht haben und tatsächlich jedes Organ seine eigene Resonanzfrequenz besitzt, dann wirken sich die Mobilfunkstrahlen direkt auf unsere Organe aus. In welcher Weise dies zu Schädigungen führen kann, ist noch nicht klar. Bedenklich ist jedoch, dass die Resonanzfrequenzen unserer Organe offenbar genau in dem Frequenzbereich liegen, den auch die Mobilfunkstrahlung nutzt. Hier ein paar Beispiele: Prostata: 1,79 Gigahertz; Leber: 1,85 GHz; Galle: 1,87 GHz; Herz: 1,918 GHz; Nieren: 1,98 GHz. Zum Vegleich, die E-Netze liegen bei 1,8 GHz und die breitbandigen UMTS-Frequenzen (3G) bei 1,9 - 2,2 GHz. (18)

Durch diese Frequenzgleichheit kommt es also zum gleichen Effekt, wie bei unseren Gitarrensaiten, wodurch der natürliche Lebensrhythmus der Zellen gestört wird. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Prozess, bei dem sich die Frequenzen gegenseitig aufschaukeln, wodurch zunächst eine Hitzeentwicklung entsteht und im Anschluss eine Auflösung der Zellstruktur. Dass dies kein esoterisches Gewäsch, sondern reine Physik ist, zeigt unter anderem der Umstand, dass Mikrowellen genau mit diesem Prinzip arbeiten, um unser Essen zu erwärmen. Die Mikrowellenstrahlung geht mit den Wassermolekülen im Essen in Resonanz und schaukelt diese auf, sodass sie sich erhitzen Moleküle, die auf einer anderen Frequenz schwingen, bleiben hingegen unberührt und erwärmen sich daher nur infolge der Abwärme, die das gewärmte Essen abgibt. Der Atomphysiker Wladimir Kubes hat zudem in einem Großversuch eindrücklich gezeigt, was passiert, wenn man diese Mikrowellenstrahlung in größerem Stil aussendet. Dadurch konnte er ganze Wälder innerlich verbrennen lassen, während Felsen und Bergzüge ihre Struktur verloren und zerbröckelten. (19)

 
Die Erde selbst wie auch all unsere Organe schwingen in einer bestimmten Frequenz

Die Erde selbst wie auch all unsere Organe schwingen in einer bestimmten Frequenz.

 

Sind Handystrahlen gefährlich für Nicht-Telefonierer?

Selbst bei Nicht-Handytelefonierern im weiteren Abstand zu den Handybenutzern konnte man under anderem die oben erwähnten Blutbildveränderungen in Form von Zusammenballungen der roten Blutkörperchen finden. Auch andere der erwähnten Phänomene waren bei Passiv-Mobilfunkstrahlen-Konsumierern in schwächerer Form nachweisbar. Bedenkt dazu noch einmal: Die Strahlen moderner Mobilfunkgeräte unterscheiden sich nicht mehr wesentlich von denen einer Mikrowelle und es gibt kaum noch einen Ort, der nicht durch Handy- oder WLAN-Strahlen abgedeckt wird.

 
Handystrahlung wirkt sich auch auf die Menschen in der Umgebung aus

Handystrahlung wirkt sich auch auf die Menschen in der Umgebung aus.

 

Fazit: Wie sehr ist Handystrahlung schädlich?

All diese Studien zeigen, dass Mobilfunkstrahlung doch nicht so harmlos ist, wie es allgemein behauptet wird. Hinzu kommen Auswirkungen auf Hochsensible, die unter der Strahlung direkt fühlbar leiden. Für sie ist ein Leben in unserer heutigen Gesellschaft kaum mehr möglich.

Da es jedoch kaum mehr Orte gibt, die nicht von Mobilfunkstrahlung erreicht werden und da das Mobilfunknetz kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken ist, müssen wir uns langfristig Möglichkeiten suchen, wie wir mit diesem Gesundheitsrisiko sinnvoll umgehen können. Über die Möglichkeiten, die wir bislang dazu entdeckt haben, werden wir euch noch einmal in einem separaten Artikel berichten.

 
Alles ist vernetzt: Heute findet man kaum noch Orte, an denen keine Mobilfunkstrahlung messbar ist.

Alles ist vernetzt: Heute findet man kaum noch Orte, an denen keine Mobilfunkstrahlung messbar ist.

 

Weitere Informationen

Mehr zum Thema “Handystrahlen als Gesundheitsrisiko” findet ihr unter anderem in folgenden Büchern:

 
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Quellen:

  1. “Warum interessiert scheinbar niemanden, welche gesundheitlichen Folgen WLAN und co. haben können?” von Christopher Veeck
  2. https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/technik/funktionsweise/frequenzen
  3. https://www.quarks.de/gesundheit/handystrahlung-wie-gefaehrlich-ist-das-neue-mobilfunknetz-5g/
  4. https://www.techbook.de/easylife/haushaltsgeraete-wlan-probleme
  5. Cellular Telephone Russian Roulette: A Historical and Scientific Perspective (2001) von Robert C. Kane, Vantage Press New York.
  6. Gesundheitsrisiko Elektrosmog, raum & zeit special, 1. August 2007, Herausgeber : Ehlers; 6. Edition
  7. Gesundheitsrisiko Elektrosmog, raum & zeit special, 1. August 2007, Herausgeber : Ehlers; 6. Edition
  8. Cellular Telephone Russian Roulette: A Historical and Scientific Perspective (2001) von Robert C. Kane, Vantage Press New York.
  9. Salford LG, Brun AE, Eberhardt JLML, et al: Nerve cell damage in mammalian brain after exposure to microwaves from GSM mobile phones. Environmental Health Perspectives, Journal of the National Institute of Environm. Health Sciences 2003
  10. Elektrosmog: Heiße Gespräche von Max Rauner, Zeit Online
  11. Geldrollen im Blut durch Handystrahlung von Wolfgang Maes
  12. Die von Klitzing-Studie (1995): Mythos mit Kratzernon Klitzing
  13. Salford-Studie: Hirnschäden bei Ratten durch Handystrahlung
  14. Die von Klitzing-Studie (1995): Mythos mit Kratzernon Klitzing
  15. Mikrowellen töten leise Taschenbuch (2018) von Wulf-Dietrich Rose
  16. Neuer Zündstoff für Diskussion über Handy-Gefahr in: Ärzte Zeitung, 29.06.2004
  17. Müde? Handy-Strahlung hypnotisiert das Gehirn” von Ulrike Ostler, http://www.silicon.de/enid/cio/3305
  18. Die von Klitzing-Studie (1995): Mythos mit Kratzernon Klitzing
  19. Cellular Telephone Russian Roulette: A Historical and Scientific Perspective (2001) von Robert C. Kane, Vantage Press New York.
  20. Geldrollen im Blut durch Handystrahlung von Wolfgang Maes

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Heiko Gärtner
Heiko Gärtner ist Wildnismentor, Extremjournalist, Survivalexperte, Weltreisender und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Antlitz- und Körperdiagnostik. Nachdem er einige Jahre als Agenturleiter und Verkaufstrainer bei einer großen Versicherungsagentur gearbeitet hat, gab er diesen Job auf, um seiner wahren Berufung zu folgen. Er wurde Nationalparkranger, Berg- und Höhlenretter, arbeitete in einer Greifenwarte und gründete schließlich seine eigene Survival- und Wildnisschule. Seit 2014 wandert er zu Fuß um die Welt und verfasste dabei mehrere Bücher.

3 Kommentare

  1. Es wird viel geforscht auf der Welt. Darum gibt es immer Studien, die für eine These sprechen, und gleichzeitig auch Studien, die gegen dieselbe These sprechen.

    Wir können also leicht in ein Szenario gelangen, bei dem Person A 100 Studien für ihre These X aufführt. Und dann kommt Person B, die 100 Studien gegen These X ins Feld führt. Wer hat nun Recht?

    Und wie ist es, wenn die eine Person 100 Studien führ ihre These anführt, und die andere Person 200 dagegen? Was wäre mit 1.000?

    Die Fragestellung allein ist natürlich schon irreführend. Es erscheinen tausende Berichte und Papers pro Monat, und zusätzlich gibt es jede Menge historischer Studien. Wenn man nur lang genug sucht, kann man zu nahezu jeder These Studien finden, die jene These belegen.

    Grade bei der Recherche über's Internet ist es recht verlockend, die Tabs zu schliessen, deren Inhalt nicht in die Richtung geht, die man grade bevorzugt. So wird die Internet-Recherche zu einem Selektionsprozess. Kein Wunder, dass man am Ende eine erschlagende Menge an Belegen für die These findet, mit der man in die Suche eingestiegen ist.

    Dabei muss man sich dieses Effekts noch nicht mal bewusst sein und kann voll und ganz im Bewusstsein von Aufrichtigkeit handeln. Ich habe das an mir selbst oft genug beobachten können. Die Dynamik, die eine Bevorzugung gewisser Ideen im Unbewussten erzeugt, ist schwer zu erkennen, wirkt aber sehr machtvoll. Viele Menschen haben mir durch Gespräche geholfen, dies zu erkennen. Für mich hat das die Beziehung zu Glaubenssätzen grundlegend verändert. Meine neue Einstellung habe ich manchmal kurz (und unvollständig) formuliert als: "Beliefs are a burden."

    Man könnte nun also einen Artikel schreiben, der genau das Gegenteil dieses Artikels behauptet und genau so viele oder mehr Studien zu dem Thema aufführt. Heisst das jetzt, das man gar nichts mehr glauben soll?

    Finde ich nicht. Studien allein sind nämlich noch nicht alles. In der Wissenschaft gibt es etwas, das man als "wissenschaftlichen Konsens" bezeichnet. Wenn gewisse Theorien Teil des wissenschaftlichen Konsens sind, dann gelten sie derzeit als vorübergehend halbwegs gesichert. Das kann sich zwar ständig im Lichte neuer Erkenntnisse ändern. In der Wissenschaft gilt der Zweifel ja als Tugend, und zumindest in den Naturwissenschaften gilt seit Karl Popper nichts mehr je als zweifelsfrei bewiesen. Aber die Theorien, die zum wissenschaftlichen Konsens gehören, sind doch recht stabil. Wenn sie revidiert werden, werden sie in der Regel nur durch eine präzisere Version ersetzt. Selten wird der Konsens komplett über den Haufen geworfen. Kommt aber auch manchmal vor.

    Damit eine Theorie als wissenschaftlicher Konsens gilt, reicht es nicht aus, dass eine beliebige Menge an Studien für sie spricht. Sie muss sich bewährt haben. Das bedeutet, dass Technologien darauf basieren, die zuverlässig funktionieren, und dass die Theorie das Fundament für weitere Theorien bildet, die ebenfalls solide sind. Positiv ist auch zu werten, wenn es mehrere unabhängige Folgerungswege basierend Daten aus unterschiedlichen Bereichen gibt, die alle unabhängig zu dieser Theorie führen. Das sieht man beispielsweise bei Datierungsmethoden, und nicht zuletzt bei der Theorie über die Zeit, die seit dem Urknall vergangen ist.

    Ich würde also daher eher auf den wissenschaftlichen Konsens setzen. Für neue, frische Theorien und Phänomene gibt es halt oft noch keinen Konsens, das ist der Nachteil. Aber für mein Alltagsleben benötige ich selten tiefes wissenschaftliches Wissen, also kann ich damit leben.

    Über diesen Bericht an sich will ich gar nicht urteilen. Urteilen ist anstrengend und sehr fehlerträchtig. Diese Anmerkungen von mir beziehen sich lediglich auf die Art, wie man Grade der Gewissheit über manche Themen erlangen kann, und wie eben nicht.

    Diese Idee, dass Energie und Masse etwas miteinander zu tun haben, kommt meines (beschränkten) Wissens nicht aus der Quantentheorie, sondern aus der Relativitätstheorie. Die hat nämlich gezeigt, dass Masse, Energie und Raumzeit in einer gegenseitigen Abhängigkeit zueinander stehen. Manchmal wird das dahingehend missverstanden, dass Energie und Materie laut Einstein dasselbe seien. Die berühmte Formel E=mc^2 (die übrigens nur eine Vereinfachung ist und eigentlich so nicht ganz stimmt) scheint das ja direkt auszusagen. Dem ist aber nicht so, zumindest nicht laut der Relativitätstheorie. Aus der Relativitätstheorie folgt lediglich, dass die Phänomene, die Masse auslöst, sich vollständig über Energie erklären lassen. Wir brauchen also kein spezielles theoretisches Modell für Masse, um solche Effekte wie Massenträgheit oder die Krümmung der Raumzeit zu erklären. Selbst wenn wir anfänglich annehmen, dass es gar keine Massenträgheit und sowas gibt, können wir mittels der Relativitätstheorie ein Modell bilden, dass genau diese Effekte mittels Energie erklärt.

    Für Interessierte gibt es hier ein kurzes Video, das die Grundlage davon recht anschaulich, aber wissenschaftlich korrekt, erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=gSKzgpt4HBU

    Daraus nun zu schliessen, dass Energie und Materie dasselbe sind, wäre offensichtlich ein schweres Missverständnis. Die bessere Interpretation ist, dass Energie, Masse und Raumzeit nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Sie gehören untrennbar zusammen. Es macht beispielsweise keinen Sinn, Modelle vom leeren Raum zu machen, ohne Materie und Energie einzubeziehen. Oder Modelle von Energie, ohne den Raum zu berücksichtigen. Und so weiter. Bei Newton war zumindest der Raum noch nicht direkt mit Energie oder Masse verknüpft. Aber seit Einstein erkennen wir, dass Raumzeit eigentlich nur eine notdürftige Umschreibung von etwas ist, das in der modernen Physik eher das Modell der Kausalität ist. Kausalität in der modernen Physik ist aber ein Prinzip, das nicht sehr viel mit dem Alltagsverständnis von Kausalität gemein hat.

    Auch die These, dass jede Zelle nur eine bestimmte Schwingungsfrequenz hat, kann ich so nicht in der Wissenschaft identifizieren. Klar, laut Quantentheorie gibt es auch für jedes makroskopische Objekt zumindest theoretisch eine Wellenfunktion, bis hin zum kompletten Universum selbst. Aber "Wellenfunktion" heisst hier nicht unbedingt, dass das Objekt in einer bestimmten, eindeutigen Frequenz schwingt, so wie man das von Wellen im Wasser kennt, oder von Druckwellen in der Luft. Leider nutzen viele Autoren dieses Missverständnis, um hier zu einem Missverständnis bezüglich Frequenzen und Schwingungen überzuleiten.

    In letzter Zeit habe ich (mal wieder) viel mit Leuten geschrieben, die an übernatürliche Ideen glauben. Vor längerer Zeit gehörte ich ja selbst dazu. Und viele von denen nutzen heutzutage genau solche wissenschaftlichen Theorien, um ihre Thesen damit einzukleiden. Also Frequenzen und Schwingungen beispielsweise. Da wird dann behauptet, das Bewusstsein habe eine bestimmte Schwingungsfrequenz. Und wenn man eine niedrige Schwingungsfrequenz hat, dann fühlt man sich beispielsweise schlecht und kraftlos. Aber mit einer hohen Schwingungsfrequenz ist man "auf der Höhe", und beispielsweise auch dichter am Zugang zu etwas, das manchmal als "höheres Selbst" bezeichnet wird. Und in diesem Themenkomplex finde ich oft Verweise auf die Quantentheorie, Wellenfunktionen und eben auch auf die These, dass jedes Neuron im Hirn eine ganz bestimmte Schwingungsfrequenz habe.

    Natürlich gibt es prominente Wissenschaftler, die total auf diesen Zug aufgesprungen sind. Das bekannteste Beispiel, das ich kenne, ist Deepak Chopra. In einer Zeit, als ich mir über seine Glaubwürdigkeit noch nicht im Klaren war, habe ich mal ein Video einer Diskussion gesehen: Deepak Chopra und ein Quantenphysiker sprechen miteinander. Es ist dem Quantenphysiker gelungen, Chopra plausibel zu erklären, dass er die Quantentheorie fundamental missverstanden hat und in seinen Büchern auch falsch darstellt. Herr Chopra hat dies nicht bestätigt, aber er hat zunächst mal gar nichts dazu gesagt und dann relativ schnell die Diskussion auf ein anderes Thema gelenkt. Danach sah ich ein anderes Video mit Deepak Chopra, das nach jener ersten Diskussion entstanden ist. Und dort hat Herr Chopra munter wieder sämtliche seiner Argumentationen zur Quantentheorie aufgeführt, die ihm zuvor bereits als Falschdarstellungen der Quantentheorie erklärt wurden.

    Da wurde mir klar, dass Deepak Chopra sich nicht dafür interessiert, ob er die Quantentheorie korrekt darstellt oder nicht. Seine Bücher verkaufen sich hervorragend. Und er kriegt viel Geld für seine Auftritte. Es gibt einen nicht unerheblichen Teil der Öffentlichkeit, der sich nach wissenschaftlich klingenden Theorien zu übernatürlichen Phänomenen sehnt. Und er bedient genau diese Zielgruppe.

    Und es gibt noch so viele mehr. Viele sind bei weitem nicht so bekannt wie Deepak Chopra. Ich erinnere mich immer wieder an Herrn Professor Lanka, der leugnet, dass Viren existieren. Mit dem habe ich sogar selbst mal ein Gespräch in seinem Forum führen dürfen, das sich leider recht schnell von seiner Seite her in einen Schlagabtausch verwandelte. Er hat auch nicht gezögert, mich persönlich zu beleidigen und nach meiner Adresse zu fragen. Von dieser Seite sieht man nichts, wenn man ihn in TV-Interviews sieht.

    Mit all dem will ich sagen: Vorsicht, auf wessen Wort man vertraut. Am besten ist man damit bedient, wenn man niemandem im speziellen vertrauen muss. Aber dieser Weg ist auch der anstrengendste.

  2. Huch, anscheinend fehlen in meinem vorigen Kommentar sämtliche von mir eingefügte Zeilentrenner. Tut mir leid, dadurch wird er ziemlich unlesbar. ("Wall of text")

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