Tag 1301: Schottlands wilde Schönheit

/, Nordirland, Schottland, Tagesberichte/Tag 1301: Schottlands wilde Schönheit

Tag 1301: Schottlands wilde Schönheit

Tag 1301: Schottlands wilde Schönheit

17.07.2017

Wenn Schottland immer so wäre wie heute, wäre es echt ein schönes Land! Anstrengend und zermürbend ja, weil es nur noch bergauf und bergab geht und es über ewig weite Strecken keine Ortschaften zum Anlanden mehr gibt. Aber bei weitem schöner und harmonischer als alles, was wir nördlich von Glasgow bislang erlebt haben. Es erinnerte uns sogar ein bisschen an Slowenien mit seinen weiten, menschenleeren Tälern und den ausgedehnten Wäldern. Autos sahen wir etwa alle halbe Stunde und meistens hielten uns die Fahrer eine Hand mit einem nach oben gerichteten Daumen entgegen, um ihre Anerkennung für unsere Wanderung kundzutun. Die Geste sagte: „Respekt Jungs, hier kommt normalerweise nie ein Wanderer her!“

Panorama mit totem Baum

Panorama mit totem Baum

Zum ersten Mal in diesen Gefilden sahen wir auch eine Herde jener urigen, zotteligen Rinderrasse für die Schottland so berühmt ist und die uns von jedem Postkartenstand entgegen blicken. Gott sind diese Wesen drollig! Mit ihren langen, zotteligen Haaren, die ihre Augen so weit verdecken, dass sie kaum etwas sehen können, kamen sie neugierig und zutraulich auf uns zu. Sie leckten an meinem Wagen an unseren Händen und an Heikos Knie und verursachten dabei jedes Mal ein eigentümliches Kratzgeräusch mit ihrer extrem langen und rauen Zunge.

Heiko streichelt ein zahmes Rind

Heiko streichelt ein zahmes Rind

Nach 25km erreichten wir unseren Zielort, der gerade einmal vier Kilometer Luftlinie von unserem Startpunkt entfernt lag. Die Fähre hätte hier also wirklich einiges abkürzen können.

rostiges Schiffswrack

rostiges Schiffswrack

Übernachten durften wir dieses Mal in der katholischen Kirche. Als wir dort eintrafen war es bereits wieder kurz vor 18:00 Uhr. Frühes, entspanntes Ankommen war in diesem Land einfach nicht möglich. Es schien fast, als wollte uns etwas ganz bewusst davon abhalten, uns näher mit dem Thema über Leid und dessen Sinn zu beschäftigen. Um ein Haar hätte dies vielleicht auch funktioniert, da wir so müde und erschöpft waren, dass wir uns kaum mehr für irgendetwas aufraffen konnten. Doch nach einer kurzen Brotpause, die wir vom Pfarrer gesponsert bekommen hatten, fanden wir die Kraft dennoch ein paar Fragen zu stellen und ein paar Austestungen zu machen. Es waren wieder einige spannende Erkenntnisse dabei, auch wenn ich sagen muss, dass hier durchaus noch einiges an offenen Fragen gibt. Genaueres dazu beschreibe ich euch im nächsten Artikel.

Mehr für dich:
Tag 103: Gift auf unseren Straßen

Spruch des Tages: Je weniger eine Region bekannt ist, desto mehr behält sie von ihrer Schönheit.

Höhenmeter: 153 m

Tagesetappe: 17 km

Gesamtstrecke: 24.215,27 km

Wetter: Extremer Sturm und Dauerregen

Etappenziel: leersthendes Pfarrhaus, Newbliss, Lisdarragh, Co. Monaghan, Irland

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

Bewertungen:

 
51

About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

Leave A Comment

Translate »