Einmal um die Welt: Planung, Vorbereitung und Tipps für eure Weltreise

von Shania Tolinka
24.07.2026 02:33 Uhr

Losziehen und die Welt entdecken – für viele von uns ist das der absolute Lebenstraum. Einmal für mehrere Monate oder gar Jahre unterwegs sein, um fremde Länder zu bereisen, in andere Kulturen einzutauchen und sich frei zu fühlen. Doch oft schleicht sich beim Gedanken an ein solches Vorhaben auch Angst ein. Vielleicht fragt ihr euch gerade: Können wir das überhaupt? Wie planen wir etwas so Riesiges? Geht es Schritt für Schritt an! Hier erfahrt ihr, was ihr im Vorfeld bedenken und vorbereiten solltet.

 

Grobe Route und Budgetplanung

 

Die allererste und wichtigste Frage, die ihr euch stellen müsst, lautet: Wie wollt ihr überhaupt unterwegs sein? Zieht es euch als Backpacker in die Welt? Lebt ihr im Van oder seid sogar wie wir zu Fuß unterwegs? Oder mögt ihr es sicherer und komfortabler und reist per Zug oder Flugzeug von Unterkunft zu Unterkunft? Es gibt zig Möglichkeiten, die Welt zu erkunden. Welche passt am besten zu euch? Wenn ihr euch darüber klar seid, könnt ihr überlegen, wohin es gehen soll. Welche Länder locken euch besonders? Und über welche Route lassen sie sich gut bereisen? Wieviel Zeit steht für die Weltreise zur Verfügung? Viele Langzeitreisende ändern ihre Pläne unterwegs spontan oder bleiben länger an Orten, die ihnen besonders gut gefallen. Rechnet also damit, dass es später Abweichungen geben wird, eine grobe Reiseroute aufzustellen ist trotzdem unerlässlich. Sie erleichtert auch die Kalkulation der Kosten. Dass es auch ganz ohne Geld geht, zeigen wir seit mittlerweile mehr als sieben Jahren.

Uns ist aber klar, dass dieser Lebens- und Reisestil nicht unbedingt auch für euch in Frage kommt. Eine klassische Weltreise ist teuer. Neben den Kosten für Flüge, Zugtickets, Sprit oder Unterkünfte und Verpflegung, sollten dabei auch Versicherungen, Visa, Impfungen sowie finanzielle Reserven für spontane Ausgaben eingeplant werden. Ein ausreichend großes Notfallbudget sorgt für Sicherheit, selbst bei unvorhergesehenen Zwischenfällen.

Reiseplanung-mit-Handy,-Karte-und-Fotoapparat

Wie wollt ihr reisen? Lebt ihr im Van oder seid sogar wie wir zu Fuß unterwegs?

 

Kündigung oder Sabbatical?

 

Wer für längere Zeit verreisen möchte, muss sich Gedanken machen, was das für seine berufliche Situation heißt. Wenn ihr das Glück habt, dass eure Arbeitgeber offen für ein Sabbatical sind, könnt ihr euch eine sichere Rückkehrbrücke bauen. Nach der Reise könntet ihr dann nämlich einfach in euren Job zurückkehren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Sabbatical, also eine längere geplante Auszeit vom Berufsleben, zu realisieren. Man kann beispielsweise für den Zeitraum der Weltreise freigestellt werden und einfach unbezahlten Urlaub nehmen. Das Arbeitsverhältnis ruht dann für die Dauer deiner Abwesenheit. Alternativ kann man ein Sabbatical aber auch in einer sogenannten Ansparphase vorbereiten, während der man entweder mehr Stunden als üblich arbeitet oder weniger Gehalt bekommt.

Die zusätzliche Arbeitszeit, beziehungsweise das nicht ausgezahlte Gehalt, werden für die Freistellungsphase angespart und während dieser angerechnet beziehungsweise ausgezahlt. Ein weiterer Vorteil dieses Modells besteht darin, dass man offiziell weiterbeschäftigt wird und deshalb Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wie gewohnt weiterlaufen und man sich diesbezüglich um nichts kümmern muss. Es lohnt sich also, frühzeitig mit euren Arbeitgebern zu sprechen und herauszufinden, ob ihr gemeinsam eine passende Regelung für eure Weltreise finden könnt. Vielleicht erlaubt euer Job es sogar, als digitaler Nomade von unterwegs remote zu arbeiten und so auch während der Reise Geld zu verdienen. Geht das alles nicht oder ihr sehnt euch nach der absoluten Freiheit, ohne Rückkehrdatum und ohne Verpflichtungen zu reisen, bleibt die Kündigung. Das erfordert verdammt viel Mut und fühlt sich im ersten Moment vielleicht an wie ein Gang zum Schafott, weil uns von klein auf beigebracht wurde, immer "produktiv" sein zu müssen. Aber wer seinem Herzen folgt und als Entdecker loszieht, wird mit Erfahrungen belohnt, die kein Geld der Welt kaufen kann. Außerdem gibt es unterwegs immer wieder Möglichkeiten, der Welt und den Menschen, denen wir begegnen, etwas zurückzugeben.

Eine Langzeitauslandskrankenversicherung abschließen

Wie steht es um die wichtige Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung?

 

Was passiert mit dem Zuhause?

 

Monatelang Miete für eine Wohnung zu bezahlen, die man gar nicht nutzt, ist eine große finanzielle Belastung und schmälert die Reisekasse. Vielleicht mögt ihr eure Wohnungen für die Dauer eurer Reise untervermieten? So könnt ihr eure Homebase halten und gleichzeitig Geld sparen. Klärt eine mögliche Untervermietung frühzeitig mit euren Hausverwaltungen ab und plant genügend Zeit ein, um nach einer erteilten Erlaubnis passende Untermieter zu finden. Wichtig ist, dass ihr euch wohlfühlt, die Personen bei euch leben zu lassen, während ihr die Welt bereist. Ihr könnt euch aber natürlich auch dazu entscheiden, die Wohnungen zu kündigen. Vor einer langen Weltreise ist das gar nicht unüblich. Die Wohnung aufzugeben spart enorm viel Budget, bringt aber eine logistische Herausforderung mit sich: Wohin mit dem gesamten Hab und Gut? Einige wichtige Erinnerungsstücke, wichtige Dokumente oder das Lieblingssofa lassen sich vielleicht bei Familie oder Freunden im Keller oder auf dem Dachboden unterstellen.

Wenn dieser Platz nicht ausreicht, ist das Anmieten eines externen Lagerplatzes eine hervorragende Alternative. Das kostet zwar eine monatliche Gebühr, ist aber immer noch günstiger als die laufende Miete einer ungenutzten Wohnung. Bevor es ans Einlagern geht, steht jedoch radikales Ausmisten auf dem Programm. Alles, woran das Herz nicht wirklich hängt, sollte weg. Auf Flohmärkten oder über Online-Plattformen lassen sich Kleidung, Bücher und Möbel wunderbar zu Geld machen, um die Reisekasse noch ein wenig aufzustocken. Eine so umfangreiche Entrümpelung nimmt Zeit und Kraft in Anspruch. Außerdem ist es mitunter gar nicht so einfach, alles richtig zu entsorgen, was man loswerden möchte. Der Sperrmüll nimmt vieles nicht mit, alles selbst zum Recyclinghof zu fahren, ist umständlich.

Vielleicht lohnt es sich für euch, ein Entrümpelungsunternehmen zu beauftragen. Achtet dabei aber auf seriöse Anbieter. Möchtet ihr zum Beispiel im Raum Hessen eure Zelte abbrechen, könnt ihr das Unternehmen Beräumfix engagieren, das seit mehr als 20 Jahren professionelle Haushaltsauflösung und Entrümpelung in Darmstadt und darüber hinaus anbietet. Die Entrümpelungsexperten nehmen die ganze schwere Arbeit ab und ihr könnt euch ganz auf die Reisevorbereitungen konzentrieren. Wahrscheinlich werdet ihr merken: Je weniger Besitz ihr habt, desto freier fühlt ihr euch beim Losgehen.

Ein Paar mit Kartons bei einem Umzug

Der Auszug der Wohnung: Vielleicht mögt ihr eure Wohnungen für die Dauer eurer Reise untervermieten?

 

Ein bisschen Bürokratie muss leider sein

 

Ohne die richtige Zettelwirtschaft geht es leider nicht. Einige Dinge benötigen möglicherweise mehrere Monate Vorlaufzeit. Euer wichtigstes Dokument ist der Reisepass. Er muss bei der Einreise in viele Länder noch mindestens sechs Monate gültig sein und genügend freie Seiten haben. Beantragt im Zweifel rechtzeitig einen neuen Pass, bestenfalls einen mit 48 Seiten für Vielreiser. Für manche Länder wie die USA, Australien oder China müsst ihr Visa im Vorfeld beantragen. Informiert euch genau über die Einreisebestimmungen eurer Wunschländer. Auch ein internationaler Führerschein wird dringend empfohlen, vor allem, wenn unterwegs Autos oder Motorräder gemietet werden sollen. Er ersetzt zwar nicht den nationalen Führerschein, wird aber in vielen Ländern zusätzlich verlangt. Plant ihr eure Weltreise mit Geld, besorgt euch zusätzlich mindestens zwei Kreditkarten von unterschiedlichen Banken (am besten ohne Gebühren für Fremdwährungseinsatz und weltweite Bargeldabhebungen) und hinterlegt sie sicher an verschiedenen Orten in eurem Gepäck. Falls eine gestohlen wird, habt ihr so noch ein Backup. Informiert sicherheitshalber auch eure Banken über die geplante Reise, damit Zahlungen aus verschiedenen Ländern nicht vorsorglich gesperrt werden.

 

Impfungen und gesundheitliche Vorsorge

 

Für manche Reiseziele werden bestimmte Impfungen empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Informiert euch diesbezüglich bei darauf spezialisierten Ärzten, Tropeninstituten oder dem Auswärtigen Amt. Da einige Impfserien mehrere Termine erfordern, solltet ihr euch mindestens ein halbes Jahr vor Reisebeginn ärztlich beraten lassen. Gleichzeitig bietet sich ein allgemeiner Gesundheitscheck an. Falls ihr regelmäßig Medikamente benötigt, solltet ihr rechtzeitig klären, welche Mengen mitgeführt werden dürfen und ob für bestimmte Präparate eine ärztliche Bescheinigung erforderlich ist. Stellt außerdem eine Reiseapotheke zusammen. Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Durchfall sowie kleinere Verletzungen sollte man auf Reisen immer parat haben. Ein Krankheitsfall im Ausland kann ohne die richtige Absicherung extrem teuer werden. Eine normale gesetzliche Krankenversicherung greift außerhalb Europas nämlich in der Regel nicht. Deshalb gehört eine Auslandskrankenversicherung zu den wichtigsten Vorbereitungen für jede Weltreise. Wählt am besten eine spezielle Langzeit-Auslandskrankenversicherung (oft für bis zu 365 Tage oder länger abschließbar). Achtet darauf, dass ein medizinisch sinnvoller Rücktransport im Leistungsumfang enthalten ist.

 

Wie packt man für eine Weltreise?

 

Für eine Weltreise zu packen, erfordert gute Planung, da ihr für verschiedene Klimazonen und Situationen gerüstet sein müsst, ohne zu viel Gewicht mitzuschleppen. Setzt auf das Zwiebelprinzip! Nehmt am besten vielseitig kombinierbare Kleidung für etwa eine Woche mit, die sich unterwegs problemlos waschen lässt. Außerdem eine ultraleichte, wind- und wasserdichte Regenjacke. Packing Cubes können helfen, Ordnung im Gepäck zu halten. Nehmt Schuhwerk mit, mit dem ihr sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Temperaturen lang beschwerdefrei laufen könnt. Im Kulturbeutel werden die wichtigsten Hygieneprodukte inklusive Sonnen- und Mückenschutz verstaut, festes Shampoo und Seife als Stück verringern das Risiko, das etwas ausläuft. Alle wichtigen Dokumente sind in einer Mappe gut aufgehoben. An technischen Dingen benötigt ihr vermutlich bloß eure Smartphones, einen universalen Reiseadapter, Powerbank und Ladekabel. Als Tragesystem empfehlen sich Trekkingrucksäcke (ca. 40 bis 55 Liter). Sie lassen sich flexibel tragen, wenn ihr über Schotterstraßen, Strand oder Treppen laufen müsst. Besonders praktisch ist es, wenn die Rucksäcke mit Rollen ausgestattet sind, sodass ihr sie auf glatten Flächen einfach hinter euch herziehen könnt.

Frau packt ihren Koffer

Für eine Weltreise zu packen, erfordert eine gut durchdachte Planung.

 

Weitere hilfreiche Tipps:

 

  1. Digitalisiert alles: Scannt alle wichtigen Dokumente (Reisepass, Impfausweis, Versicherungsunterlagen, Führerschein) ein und speichert sie in einer sicheren Cloud sowie offline auf den Smartphones ab.
  2. Kündigt unnütze Abos: Verträge für Fitnessstudio, Zeitungen und den Mobilfunkvertrag solltet ihr rechtzeitig pausieren oder kündigen. Jeder gesparte Euro fließt direkt in eure Reisekasse.
  3. Richtet Nachsendeaufträge ein: Lasst eure Post an eine Vertrauensperson umleiten, die wichtige Briefe während eurer Abwesenheit bei Bedarf öffnen und abfotografieren kann.

Mit diesen Tipps wird das Vorhaben Weltreise gleich weniger beängstigend. Der wichtigste Schritt ist aber nicht das Packen oder das Planen. Es ist die Entscheidung, es einfach zu tun. Habt Mut, vertraut auf euch und die Welt und lauft los. Wir wünschen euch ein unvergessliches Abenteuer!

 

 

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Bildquellen:

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Shania Tolinka
Shania Tolinka ist Reflexzonentherapeutin, Altenpflegerin und Blog-Autorin. Das Erwecken und Annehmen der eigenen Weiblichkeit, der Umgang mit traumatischen Erlebnissen, sowie die Frage, wie man bereichernde, erfüllende Beziehungen zu sich, seinem Partner und der Natur aufbauen kann, sind Themen, die ihr besonders am Herzen liegen. Aber auch im Bereich von gesunder Ernährung, Heilmassagen und Heilkräutern ist sie Expertin. Seit 2020 ist sie als Vollzeitmitglied der Lebensabenteurer-Herde dabei.

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