Die Fähre zwischen Schottland und Nordirland

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Die Fähre zwischen Schottland und Nordirland

Die Fähre zwischen Schottland und Nordirland

Wer die Britischen Inseln bereisen will kommt nicht umhin, immer mal wieder mit einer Fähre überzusetzen. Allein um sich in Schottland umzusehen, gibt es unzählige Fährverbindungen, über die man von einer Insel zur nächsten gelangt. Einige der kleineren Inseln wie beispielsweise Iona, lassen sich sogar nur von anderen Inseln aus bereisen, auf die man zuvor ebenfalls nur mit einer Fähre gelangen konnte.

Informationen über die Innerschottischen Fähren aufzutreiben ist jedoch nicht allzu schwierig, da man hier an fast jeder Touristeninformation sehr gut aufgeklärt wird. Anders sieht es jedoch aus, wenn man mit dem Schiff von Schottland nach Irland weiter möchte. Hierzu können nicht einmal mehr die Touristeninformationen noch zuverlässige Auskünfte erteilen. Die Standartantwort, die wir bekommen haben lautete: „Es gab da mal eine, aber ich glaube nicht, dass sie noch fährt!“

Um euch die Suche nach der passenden Fährverbindung zu erleichtern, haben wir euch nun einmal die wichtigen Informationen zusammengestellt.

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Autofähren zwischen Schottland und Nordirland

In einer Hinsicht hatten die Touristeninformationen mit ihrer Vermutung recht: Die Autofähren zwischen Nordirland und Schottland wurden tatsächlich fast komplett eingestellt. Nördlich von Glasgow und Edinburgh hat man daher kein Möglichkeit mehr, mit einem motorisierten Fahrzeug überzusetzen. Die einzigen bis heute aktiven Verbindungen mit der Fähre führen entweder von Cairnryan nach Belfast in das etwas weiter nördlich gelegene Larne. Die Preise für einen einzelnen Fußgänger ohne Fahrzeug liegen in der Hauptsaison zwischen 25€ und 45€, je nachdem wie rechtzeitig man bucht.

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Kintyre-Express

Wenn ihr jedoch zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs seit, habt ihr noch zwei weitere Optionen, die durchaus empfehlenswert sind. Beide führen auf der irischen Seite nach Ballycastle, wobei die erste von Campbeltown und die zweite von Port Ellen aus startet. Die Organisation, die diese Fähren betreibt nennt sich Kintyre-Express und wurde nach der Halbinsel benannt, auf der sich Campbeltown befindet.

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Wichtig ist, dass man nicht einfach losfahren, sondern sein Ticket mindestens einen Tag im Voraus buchen muss. Wer seine Route bereits längerfristig Planen kann, sollte diese Chance nutzen, da es auf dem Schiff nur 12 Plätze gibt. Wir haben die Erfahrung gemacht, das man trotzdem meist einen Platz bekommt, da die Verbindung nur von relativ wenigen Menschen genutzt wird. Dennoch kann es passieren, dass genau an dem Tag, an dem man übersetzen will, eine Gruppe kommt, die alle Plätze belegt. Wir hatten bei unserer letzten Überfahrt Glück, die letzten beiden Plätze neben einem Golfer-Trupp ergattern zu können.

Buchen kann man seine Überfahrt entweder online auf der Seite auf kintyre-express.com oder telefonisch unter der folgenden Nummer: +44 01586 555 895

Unsere Erfahrungen mit der Schottland-Fähre

Wenn man sein Ticket erst einmal hat, läuft der Rest vollkommen unkompliziert. Das Schiff startet direkt vom Hafen in der Innenstadt von Campbeltown aus, gleich gegenüber der Touristeninformation. Treffpunkt ist eine Viertelstunde vor Abfahrtszeit am Hafeneingang und dann geht es gemeinsam mit Capt´n und Matrose an Bord. In Ballycastle liegt die An- bzw. Ablegestelle etwas Unterhalb des kleinen Hafencafés.

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Von Campbeltown oder Port Ellen nach Ballycastle

Die Abfahrtszeiten liegen regulär bei 7:30 Uhr von Campbeltown und 15:00 Uhr von Port Ellen. Die Verbindungen von Ballycastle zurück starten um 16:30 Uhr in Richtung Capbeltown und um 9:30 Uhr nach Port Ellen. Es kann jedoch sein, dass sich die Abfahrtszeiten aufgrund der Wetterbedingungen kurzfristig ändern. In diesem Fall wird man aber rechtzeitg von der Fährgesellschaft informiert.

Einschränkungen für das Reisegepäck gibt es nicht, da dieses in einem Lagerraum unter Deck verstaut werden kann. Wenn ihr Fahrräder oder wie in unserm Fall Pilgerwagen bei euch habt, werden diese im hinteren Teil des Schiffs auf dem offenen Deck verstaut.

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WICHTIG: Achtet darauf, dass ihr die Fahrräder gut und sicher vertäut und mit den Ratschengurten, die ihr vom Kapitän bekommt, fest abspannt. Die See zwischen Schottland und Irland kann auch an freundlich wirkenden Tagen sehr rau sein und da das Schiff klein ist, wird es unter Umständen holprig.

Klein und schnell

Die Überfahrt selbst dauert je nach Wetterbedingungen ein bis zwei Stunden. Während dieser Zeit sitzt man im Inneren des Schiffs auf einem der zwölf Plätze und kann das Meer gut geschützt durch die Fenster beobachten. Mit etwas Glück kann man dabei sogar einen Blick auf Robben, Wale, und seltene Seevögel wie Papageientaucher (Puffins) oder Trottellummen erhaschen. Bei schlechtem Wetter ist es von Vorteil, zumindest halbwegs Seetauglich zu sein oder notfalls eine Reisetablette mitzunehmen. Es gibt einige Bereiche an denen die Wellen selbst an relativ schönen Tagen drei bis fünf Meter hoch werden. Das Schiff ist kein Speedboot aber dennoch mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und fliegt daher teilweise über die Wellen. Dadurch schaukelt es deutlich weniger, als bei langsamen Fahrten, hüpft dafür aber umso mehr.

Preise für die Kentyre-Express Fähre

Aufgrund der kleinen Gruppengröße, die mit dem Kentyre-Express fahren kann, kostet diese Überfahrt natürlich etwas mehr als die Autofähre nach Belfast. Dafür bleibt der Preis hier aber konstant, selbst wenn man am Abend zuvor bucht. Der Preis pro Person für eine einfache Fahrt von Campbeltown nach Ballycastle liegt bei 45 Pfund, also rund 50€. Bucht man sowohl die Hin- als auch die Rückfart besträgt der Preis insgesamt 80 Pfund, also 90€. Die Verbindung zwischen Ballycastle und Port Ellen kostet 60 Pfund (67€) für die einfache Fahrt und 95Pfund (106€) für Hin- und Rückfahrt. (Stand Juli 2017) Dadurch spart man sich allerdings auch eine Menge Stress und nervige Wartezeit, die bei der Autofähre meist unumgänglich sind.

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Der Hauptvorteil liegt jedoch darin, dass man mit dieser Verbindung direkt von Nordschottland aus übersetzen kann und nicht erst die komplette Strecke zurück in den Schottischen Süden muss. Sie ist daher vor allem für Langzeitwanderer bzw. -radler und Rundreisende ohne eigenes Auto interessant und empfehlenswert. Weitere Informationen über die Fähre findet ihr unter www.kintyreextress.com

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

2 Comments

  1. Hasan 3. Juni 2019 at 17:49 - Reply

    Ich habe auch die Fähre genommen und durch euren Bericht wusste ich auf was ich mich einlasse. War mit Ohrenstöpsel gut vorbereitet. 😉

  2. Eva Lautenschlager 3. Juni 2019 at 20:39 - Reply

    Fähren sind ja immer so eine Sache, gut das ihr auch die Fähre selbst beschrieben habt.

    Lasst es euch gut gehen Eva

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