Tag 1422 bis 1425: Jakobsweg im Wandel der Zeit

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Tag 1422 bis 1425: Jakobsweg im Wandel der Zeit

15.10.2017

Durch Zufall und einige nicht geplante Abweichungen von unserem Weg sind wir heute wieder in Guerigny gelandet, einer Kleinstadt in der wir vor drei Jahren schon bei unserem ersten Weg durch Frankreich halt gemacht hatten. Wir kamen dieses Mal von einer ganz anderen Seite und hätten die die Stadt auch nie erkannt, wenn der Kirchenplatz nicht so wahnsinnig markant gewesen wäre. Damals hatten wir die Stadt im Nebel und bei Nieselregen erreicht, wodurch sie eine trübe und unwirtliche, aber auch mystische und geheimnisvolle Stimmung ausgestrahlt hatte.

Heute hingegen herrschte strahlender Sonnenschein und der wollte der Stadt so gar nichts mystisches verleihen. Nach einigem hin und her mit dem Bürgermeister durften wir in einer Pilgerherberge übernachten, die normalerweise 12€ kosten würde. Bei unserem letzten Besuch hier, hatte es diese Herberge noch nicht gegeben. Stattdessen hatten wir von einem afrikanischen Pfarrer einen kleinen Unterrichtsraum ohne Toiletten bekommen. Heute gab es einen neuen Pfarrer, der nicht aus Afrika stammte und uns mit den Worten „Oh, da haben wir hier leider nichts und dummerweise muss ich jetzt zur Chorprobe! Viel Spaß bei der Suche“ abspeiste.

Die Herberge selbst war durchaus eine Steigerung gegenüber unserem letzten Schlafplatz am gleichen Ort, aber besonders gut überlegt hatte man sich den Ort dafür nicht. Sie lag direkt neben der Hauptstraße, rund einen Kilometer außerhalb der Innenstadt, so dass man als Pilger erst an ihr vorbei zum Rathaus und dann wieder zurück gehen musste. Auf halber Strecke zwischen den Cafés und Restaurants befand sich ein Supermarkt. Jeder Pilger, der also vielleicht sogar gerade dabei war, zusätzliches Geld für einen Restaurantbesuch oder ein Feierabendbier in einem Café auszugeben, wurde also spätestens hier abgefangen und mit einer Packung Spagetti oder einem Sechserträger zurück in die Herberge geschickt. Es schien fast, als wollte die Gemeinde bewusst verhindern, dass sie an den Pilgern auf freiwilliger, selbstbestimmter Ebene Geld verdient.

16.10.2017

Pilzsafari

Gibt es etwas schöneres, als ausgedehnte Herbstwälder, die vom Licht der sanften Oktobersonne goldgelb erleuchtet werden?

Heute durften wir rund 15km fast ausschließlich durch so einen Wald wandern. Dabei fiel uns erst einmal aus, wie wenig echte Wälder es doch in Europa. In Großbritannien beispielsweise hatten wir keinen einzigen durchquert. Von Irland ganz zu schweigen.Aber auch Spanien,Portugal, Italien und Osteuropa hatten wir größtenteils als Baumlos oder zumindest Waldlos erlebt. Klar sind wir auch dort immer wieder in kleinere Gebiete mit Bäumen gegangen, aber so richti durch einen Wald zu streifen ist schon noch einmal etwas anderes. Vor allem, wo gerade auch noch die Zeit der Pilze ist.

Leider kennen wir uns mit den kleinen Freunden noch immer nicht gut genug aus, um selber sammeln zu gehen, aber heute konnten wir zumindest schon einmal eine Pilzsafari machen, bei der wir viele wirklich außergewöhnliche Exemplare vor die Linse bekamen.

Spruch des Tages: Zeiten ändern sich.

Höhenmeter 240m / 85m / 130m / 45m

Tagesetappe: 15km / 13km / 16km / 9km

Gesamtstrecke: 26.870,27km

Wetter: Schnee, Kälte und Winterstimmung

Etappenziel 1: Frauenkloster, Sankt Vith, Belgien

Etappenziel 2: Bildungsstädte Kloster St. Raphael, Montenau, Belgien

Etappenziel 3: Frauenkloster, 3km süsdwestlich von Bütgenbach, Belgien

Etappenziel 4: Privates Gästezimmer, Weywertz, Belgien

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By | 2018-11-08T13:41:19+00:00 April 2nd, 2018|Categories: Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Tagesberichte|Tags: , |0 Comments

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