Tag 1258: Polyphasischer Schlaf – Wie er funktioniert und meine Erfahrungen damit…

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Tag 1258: Polyphasischer Schlaf – Wie er funktioniert und meine Erfahrungen damit…

Tag 1258: Polyphasischer Schlaf – Wie er funktioniert und meine Erfahrungen damit…

16.06.2017

Vor einigen Tagen bin ich zufällig bei den Recherchen zum Thema Klarträumen auf den sogenannten Polyphasischen Schlaf gestoßen. Ich weiß nicht, ob du schon mal davon gehört hast. Ich habe mich vor vielen Jahren schon einmal ein bisschen damit beschäftigt und war sehr fasziniert davon, habe es jedoch nie ausprobiert. Die Idee dahinter ist folgende:

Unterschiedlicher Schlafrhythmus bei Eltern und Babys

Wir gehen bei uns in der Gesellschaft einfach als feste Regel davon aus, dass man am besten Nachts für 8 Stunden schlafen soll und dann 16 Stunden am Stück wach ist. Das halten wir für normal und natürlich, aber ist es das wirklich? Babys zum Beispiel haben einen vollkommen anderen Schlafrhythmus.

In den meisten Fällen ist es ein „Triphasischer“, was bedeutet, dass die Babys 3x am Tag für 2-3 Stunden schlafen. Sie können aber auch noch mehr Schlafphasen und andere Intervalle haben. Für die Babys ist das natürlich und es ist der Weg, auf dem sie die meiste Energie gewinnen. Nur ist das den meisten Eltern nicht klar und deshalb sind sie genervt und gestresst, wenn ihr Kleines einfach nachts nicht schlafen will.

Man versucht hier also zwei komplett unterschiedliche Schlafzyklen unter einen Hut zu bringen und wundert sich dann, warum man komplett am Rad dreht. Vor einiger Zeit gab es einmal eine Studie dazu, bei der junge Eltern ihren eigenen Schlafzyklus dem des Kindes angepasst haben und sich ebenfalls drei, vier, fünf oder sechs Mal über den Tag verteilt für einen kurzen Moment hingelegt haben. Dadurch verschwand die Übermüdung und das gestresst sein vollkommen. Auch die Babys selber wurden ruhiger und schliefen Entspannter, weil sie das Gefühl hatten, dass ihre Eltern immer bei ihnen waren.

Es funktioniert natürlich nur dann, wenn man keine sonstigen Verpflichtungen außen herum hat, was aber zumindest bei dem Elternteil im Mutterschutz, bzw. Vaterschutz kein Problem war.

Vorteile des poliphasischen Schlafrhythmus

Das geniale an einem polyphasischen Schlaf ist, dass sich die Menge des insgesamt benötigen Schlafs dadurch sehr stark reduziert. Bei unserem normalen Schlafrhythmus muss der Körper in acht Stunden die Energie für den ganzen Tag aufbauen, von der er dann zerrt. Es ist ein bisschen so, als wollte man ein Auto von A nach B bringen, den Motor aber nur im ersten Drittel laufen lassen, so dass man genug Geschwindigkeit aufbringt, damit es ins Ziel rollen kann. Treibt man das Auto hingegen immer wieder mit kurzen Energieschüben an, braucht man weniger Energie um das gleiche Ziel zu erreichen.

Welcher SchlarRhythmus passt zu mir?

Das ist natürlich nur die Theorie, denn in der Praxis kommt es (wie bei allem) offenbar hauptsächlich darauf an, welcher Schlafzyklus zu einem gehört. Bei Heiko haben wir ausgetestet, dass ein Biphasischer Rhythmus ideal ist. So nennt man es, wenn man eine Hauptschlafphase in der Nacht und eine kurze Nebenschlafphase (auch genannt „Mittagsschlaf“) am Tag hat. Ideal bei Heiko sind rund 6 Stunden Schlaf in der Nacht und 20 Minuten Schlaf am Mittag gegen 14:00 Uhr. Dieser Schlafrhythmus ist sehr verbreitet und er ist auch einer der Gründe für die Siesta in Südeuropa. Wahnsinnig viele italienische Pfarrer beispielsweise haben immer einen kurzen Mittagsschlaf gemacht. Den Testungen nach, hast du in etwa den gleichen Schlafrhythmus, also auch rund 6 Stunden Nachts und 20 Minuten am Mittag.

Der Schlafrhythmus der Mönche

Bei mir ist es hingegen etwas anders. Mein optimaler Schlafrhythmus ist der sogenannte „Every-Man-Rhythmus“, bei dem man nur eine Hauptschlafphase von 3 Stunden in der Nacht und drei Nebenschlafphasen gleichmäßig über den Tag verteilt von jeweils 20 Min. Schlaf hat. Es ist spannender Weise eine Zyklus, der sehr oft von Mönchen genutzt wird. Wir haben uns ja immer gewundert, wie sie es durchhalten, wenn nachts um halb eins die letzte Messe endet und das erste Gebet bereits um 5 Uhr in der Früh wieder beginnt. Wir haben aber nie verstanden, dass sie einen komplett anderen Schlafrhythmus haben. Drei Stunden Schlaf zwischen dem letzten und dem ersten Gebet, dann aufstehen, einige Zeit wach bleiben und wieder ein kurzes Power-Napping.

Wieso funktioniert polyphasisches Schlafen?

Viele Tiere, bei denen man sich immer wundert, ob sie überhaupt je schlafen machen es genauso.

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Diese haben teilweise noch stärker verteilte Rhythmen. Der bekannteste poliphasische Schlafrhythmus besteht aus 6 gleichmäßig verteilten Einheiten von je 20 Minuten. Man kommt also insgesamt nur auf 2 Stunden Schlaf pro Tag, ohne dabei aber eine Energie-Einbuße zu haben. Nach Abschluss der Umstellungsphase natürlich, denn am Anfang weiß der Körper zunächst einmal überhaupt nichts damit anzufangen und fühlt sich, als würde er gar nicht mehr schlafen. Nach rund 10 Tagen, akzeptiert er den neuen Rhythmus jedoch und dann passiert etwas sehr interessantes. Sobald man sich hinlegt fällt man innerhalb von Sekunden in die sogenannte REM-Schlafphase, also die Phase in der wir träumen und in der auch die stärkste Regeneration und Energetisierung stattfindet. Dadurch reichen die 20 Minuten aus, um sich für die nächsten vier Stunden komplett zu erholen. Angeblich soll es übrigens auch dazu führen, dass man sehr viel leichter ins Klarträumen kommt, also in den aktiven Traumzustand, in dem man sich bewusst ist, dass man träumt, so dass man dann aktiv im Traum handeln kann.

Meine ersten Erfahrungen

Mit meinem neuen Rhythmus komme ich nun auf 4 Stunden Schlaf insgesamt. Um die gleiche Energie an einem Stück zu bekommen müsste ich jedoch mindestens 12 Stunden am Tag schlafen. Am besten sogar mehr. Kein Wunder also, dass ich immer das Gefühl habe, nie genug Energie zu haben und nie richtig wach zu sein. In meinem Fall ist dieses Schlaf-Thema auch eng mit dem Thema Zeit und Zeitwahrnehmung verbunden. Ich bin nun seit drei Tagen in der Umstellungsphase und habe schon ein paar spannende Entdeckungen gemacht. Wirklich munter und energiegeladen fühle ich mich natürlich noch nicht, aber das wird wohl auch noch etwa eine Woche dauern. Was ich sagen kann ist, dass ich mich zumindest schon einmal nicht schwächer oder müder fühle als zuvor, da ich mir ja die letzten Wochen und Monate ohnehin nur wenig Schlaf gegönnt habe. Ich habe sogar das Gefühl, jetzt schon ein klein bisschen Fitter zu sein. Mein Rucksack und mein Wagen fühlten sich heute einen Hauch leichter an und meine Schultern waren nach der Wanderung nicht so verspannt wie üblich. Auch brauche ich nun nachmittags deutlich weniger Kaffee um wach zu bleiben. Nachts funktioniert es aber noch nicht ohne.

Das Interessante sind aber vor allem die 20 Minuten in denen ich mich hinlege. Ich hatte gestern bei meinem Abendschlaf eine Phase kurz vor dem Einschlafen, bei dem plötzlich alles zu 100% still in meinem Kopf geworden ist. Das permanent ratternde Gedankenkarussell war plötzlich für einige Minuten lang still. Dann war ich davon so begeistert, dass ich wieder hell wach war und noch einmal von vorne anfangen musste.

Mittags hingegen wurden alle Geräusche von draußen plötzlich unglaublich intensiv. Besonders angenehm war das nicht, aber interessant. Es ist ja eigentlich immer laut hier, aber meistens nehme ich es nur halb wahr und überblende es mit meinen Gedanken. Da aber war ich zu 100% da.

Und die Zeit selbst verändert sich bei diesen Metzchen komplett. 20 Minuten fühlen sich beim Schreiben an wie ein Wimpernschlag sind aber beim Schlafen eine Ewigkeit. Teilweise habe ich sogar das Gefühl, mein Wecker hätte nicht geklingelt und ich hätte viele Stunden lang verschlafen. Wenn ich dann aufs Handy schaue sind es meist noch ein oder zwei Minuten, bis zum Klingeln.

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Was hier allerdings überhaupt nicht hilfreich ist, sind die Kirchenglocken, die alle 15 Minuten klingeln und damit immer genau 5 Minuten von meiner Schlafphase abhacken, wo ich erst einmal wieder Wach bin und dann neu einschlafen muss.

Quellen und Studien:

  1. National Sleep Foundation’s sleep time duration recommendations: methodology and results summary: http://www.sleephealthjournal.org/article/S2352-7218(15)00015-7/abstract
  2. Why we nap. Evolution, chronobiology, and functions of polyphasic and ultrashort sleep: http://www.springer.com/de/book/9781475722123
  3. Napping as a biological rhythm: disentrainment of the human sleep/wake system: https://epub.uni-regensburg.de/20080/
  4. Sleep cycle content and sleep cycle duration.Electroencephalography and clinical neurophysiology: http://www.clinph-journal.com/article/0013-4694(74)90169-2/abstract

Spruch des Tages: Selbst schlafen kann man auf sehr unterschiedliche Art und Weise

Höhenmeter: 90 m

Tagesetappe: 14 km

Gesamtstrecke: 23.005,27 km

Wetter: bewölkt und schwül, dann sonnig

Etappenziel: Kirche, Melmerby, England

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

Bewertungen:

 
2018-02-06T13:41:52+00:00 England, Tagesberichte|

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One Comment

  1. Jürgen Kaiser 10. Juni 2019 at 2:28 - Reply

    Ich habe auch nun mit dem Polyrhythmus begonnen und ich bin begeistert. Ich kann einfach um so viel mehr leisten – wie zuvor. Ich habe mich gerade selbstständig gemacht und durch den Rhythmus bin ich einfach um so viel effektiver!

    Gruß Jürgen

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