Tag 795: Ohne Nudeln geht es nicht

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Tag 795: Ohne Nudeln geht es nicht

Tag 795: Ohne Nudeln geht es nicht

14.02.2016
So dicht besiedelt die Gegend um den Vesuv war, so unbewohnt ist das Land hier. Die einzige Stadt, die es in unserer Richtung von Lucera aus überhaupt gab, lag 30km entfernt. Dazwischen gab es nichts. Das einzige, was uns auf diesem Weg begegnete waren Felder, Wind und zwei Bulgaren, von denen einer wie eine Drag-Quen gekleidet und geschminkt war. Unser Ziel war sogar noch größer als unser Startort und dementsprechend waren wir noch mehr erstaund, als auch diese Stadt vollkommen ausgestorben war.

Es war sogar so leer, dass ich mühe hatte, jemanden zu finden, den ich nach einem Pfarrer fragen konnte. Schließlich bekamen wir einen Platz bei der Caritas. Auch hier gab es eine Mensa für Obdachlose. Sie war jedoch kaum zu benutzen, denn in der angegliederten Küche befanden sich vier Kühlschränke und Gefriertruhen, die um die Wette ratterten. Sie klangen wie Turbinen und ich hätte nie gedacht, dass ein Kühlschrank so einen Lärm machen könnte. Zum Glück gab es zwei Türen zwischen der Mensa und unserem Zimmer, so dass wir das Rattern nur noch als leises Hintergrundbrummen hörten. Ansonsten verlief der Tag weitgehend ruhig und ereignislos. Nicht einmal den Pfarrer bekamen wir noch zu Gesicht, nachdem er uns hereingelassen hatte.

15.02.2016
Es wurde eine recht kurze Wanderung durch sonnige und noch immer windige Felder. Am Zielort bekamen wir einen Platz im Pfarrhaus und durften wieder einmal Zaunzeugen des Kommunionsunterricht werden. Ein ganz normaler und ereignisloser Tag in Italien also.

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Das einzig spannende war ein Kommentar unseres Gastgebers beim Essen, als wir uns ein bisschen über die Tradition des permanenten Nudelkonsums lustig gemacht haben. „Ihr habt schon Recht“, meinte er, „In Italien ist ein Essen wirklich erst dann ein Essen, wenn es mit einem Teller voll Pasta beginnt. Wenn du keine Pasta isst, dann ist es, als hättest du gar nichts gegessen. Selbst wenn du einen riesigen Teller Fleisch verschlingst zählt das nicht als richtiges Essen, wenn du nicht zuvor einen Teller Nudeln als ersten Gang hattest!“

Spruch des Tages: Wenn keine Nudeln dabei sind, dann zählt es nicht als Essen, egal wie viel sonst auf dem Teller liegen mag!

Höhenmeter: 40 m
Tagesetappe: 22 km
Gesamtstrecke: 14.163,27 km
Wetter: bewölkt und windig
Etappenziel: Jugendherberge, 70029 Santeramo in Colle, Italien

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About the Author:

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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