Der Bogensport: Meditation, Krafttraining, Survival

von Franz Bujor
05.10.2021 18:33 Uhr

Die Überschrift klingt zu gut, um wahr zu sein? Dann lasst euch vom Gegenteil überzeugen! Wir stellen euch den Bogensport vor, erklären euch, was er für euren Kopf und euren Körper alles tun kann, und erleichtern euch den Einstieg mit ein paar praktischen Tipps und Hinweisen.

Der Weg ist das Ziel

Bogenschießen-Frau-Bogensport-Outdoor-Natur

Beim Bogensport stärkt ihr eure Haltung und genießt gleichzeitig die Schönheit der Natur.

Das gilt umso mehr für das Bogenschießen. Natürlich wollen wir am Ende möglichst die goldene Mitte treffen, aber eines möchten wir euch vorab ans Herz legen: Genießt jeden Schritt der Reise dahin, denn sie ist es wert. Beim Bogensport geht es nicht um Hektik, nicht um Leistungsdruck oder gar Sorge vor Fehlschlägen. Hier seid ihr ganz bei euch, agiert in aller Ruhe und löst euch von den Problemen des Alltags. Denn wenn ihr vor dem Ziel steht, Pfeil und Bogen in der Hand, dann braucht es Konzentration und ein Quäntchen Gelassenheit. Ihr spannt die Sehne, fokussiert euch auf eure Körperhaltung, eure Finger, die den Pfeil halten und millimetergenau ausrichten, atmet und befreit eure Gedanken. Euer Tempo entscheidet und genau das macht den Bogensport so wundervoll meditativ.

Gleichzeitig trainiert ihr die Muskulatur eures Oberkörpers. Beim Ausziehen und Halten der Sehne, was wirklich Einiges an Kraft erfordert, benutzt ihr eine Menge Muskeln in Schultern, Armen, Brust, Rücken und Rumpf. Automatisch richtet ihr euch auf, während ihr euch zur Seite dreht und den Bogen spannt. Sitzt ihr den ganzen Tag im Büro? Dann habt ihr mit dem Bogensport den perfekten Ausgleich zur krummen und unnatürlichen Haltung vor dem Bildschirm gefunden und auch eure Augen werden es euch danken, wenn sie endlich einmal wieder in die Ferne schauen können. Voilà, das ist der Trainingsaspekt für Kraft und Haltung!

Mit dem Bogensport ab in die Natur

Wenn euch die beiden oben genannten Gründe nicht ganz ausreichen, haben wir noch ein paar weitere für euch: Der Bogensport ist eine wunderbare Outdoorsportart, die viele, viele Facetten zu bieten hat. Ihr könnt auf Scheiben schießen, aber auch auf 3D-Modelle von Tieren jeglicher Art. Schaut euch nach 3D-Bogenparcours in eurer Nähe um – dieses Abenteuer werdet ihr nicht so schnell vergessen! Ob ihr gern im Wald oder lieber auf dem Feld seid, das ist ganz euch überlassen. Frische Luft schnappt ihr in der Natur so oder so.

Außerdem kann Bogensport wundervoll gesellig sein, obwohl er zunächst nicht so wirkt. Aber gemeinsam mit Gleichgesinnten auf dem Schießplatz zu stehen, an Berghängen entlang, einem 3D-Pfad zu folgen oder gar in der Wildnis von Alaska auf richtige Jagd zu gehen, schenkt enorm viel Gruppenspaß und schweißt zusammen. Probiert es aus!

Bogenschießen Bogensport Ziel Frau

Früher wurde mit Pfeil und Bogen das benötigte Fleisch erlegt, heute dient es dem Bogensport.

 

Wie damals die Jäger

Natürlich haben wir den Survival-Aspekt beim Bogensport nicht vergessen: Für Jahrtausende waren Pfeil und Bogen die wichtigsten Utensilien der Menschheit, um an Fleisch zu gelangen. Heute lebt die Jagdkultur rund um das Schießgerät wieder auf – oder ist gar nicht erst erloschen. Die USA machen es schon lange vor und auch viele europäische Länder gestatten die Bogenjagd. Was ihr dafür braucht, ist das passende Equipment – das bekommt ihr in einem Shop für Bogenausrüstung – und außerdem einen Bogenjagdschein. Den könnt ihr an entsprechenden Jägerschulen erwerben, indem ihr euch dort ausbilden lasst. Obwohl die Bogenjagd momentan in Deutschland verboten ist, gibt es hierzulande Ausbildungsstätten dafür.

Wenn ihr euch also beim Survival-Training oder beim Bushcraft nicht allein auf Fallen verlassen wollt, sind Pfeil und Bogen für das Bogenschießen die perfekte Ergänzung. Vor allem die Take-down-Recurvemodelle sind pflegeleicht, platzsparend und überstehen viele Strapazen, wenn ihr wochen- oder monatelang in der Wildnis unterwegs seid. Mit den hochmodernen Compoundbögen wiederum benötigt ihr weniger Kraft, um den Pfeil weiter und schneller zu verschießen. Eure Vorliebe entscheidet!

 

Bildquellen:

© Eisenhans - Fotolia.com | © Stavros - AdobeStock
Franz Bujor
Franz Bujor ist Wandermönch, Web-Nomade und Autor. Nach einem Studium in Kulturwissenschaften, bei dem er unter anderem bei einem Maya-Volk in Guatemala gelebt und in einem Kinderheim in Serbien gearbeitet hat, war er zunächst als Erlebnispädagoge und Wildnismentor tätig. 2014 ließ er sein bürgerliches Leben hinter sich und reist seither zu Fuß und ohne Geld um die Welt. Neben seinem eigenen Entwicklungsweg schreibt Franz besonders gerne über geschichtliche und gesellschaftliche Themen.

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