Umgang mit Stress: Wie wir an Stress wachsen können

Wie wir an Stress wachsen können

Nicht erst seit gestern gilt Stress als großes Problem. Er wird vielmehr als Grundproblem unserer Zeit, als Schreckgespenst, aber auch als Ausweis eigener Geschäftigkeit und harter Arbeit verstanden. In diesem ambivalenten Bild findet sich bereits ein Hinweis darauf, dass es sich mit dem Stress nicht ganz so einfach verhält, wie häufig angenommen wird. Doch was ist Stress, wenn nicht ausschließlich ein Problem? Wann und wie können wir von ihm profitieren? Und wann sollten wir ihn dringend reduzieren?

Zunächst gilt es, einige grundlegende Unterscheidungen zu treffen. Stress ist nicht gleich Stress! Fühlen wir uns gestresst, meinen wir damit häufig negativen Stress: Es geht um ein Ereignis oder einen Zustand, der uns belastet. Neben diesem negativen gibt es auch den positiven Stress. Wer einen Marathon läuft, wird ebenfalls Stress erleben – das ist hier jedoch nicht negativ konnotiert, sondern ein bewusst gewählter Umstand.

Rennradfahrer auf dem Donauradweg

Wer einen Marathon läuft oder Rennrad fährt, erlebt den bewusst positiv gewählten Stress

 

Der Unterschied von chronischem und akutem Stress

Neben dieser Unterscheidung von positivem und negativem Stress muss ferner zwischen chronischem und akutem Stress unterschieden werden. Akuter Stress ist situationsbezogen und klingt nach Verschwinden des Stressors sofort wieder ab: Bauen wir fast einen Unfall und treten gerade noch rechtzeitig auf die Bremse, spüren wir einen Adrenalinschub, bekommen einen Tunnelblick und spüren unser Herz rasen. Zwei Minuten später ist diese Stressreaktion vorüber. Müssen wir hingegen jeden Tag Überstunden leisten und fühlen uns beruflich völlig überfordert, bemerken wir meist ein diffuses Unwohlsein, schlafen schlechter und fühlen uns angespannt – das ist chronischer Stress.

Diese grundlegenden Differenzierungen zeigen bereits, dass Stress kein grundsätzlich schädliches Phänomen ist. Positiver Stress tritt meist in Situationen auf, die wir als angenehm und unserem Lebensglück dienlich empfinden. In diesen Fällen ist der Stress eingebettet in eine Situation, die kein gesundheitlicher Risikofaktor, sondern das genaue Gegenteil dessen ist.

Stress Frau Bücher

Unterliegt man einem akuten oder einem chronischen Stress?

 

Wie wir an negativem Stress wachsen können?

Doch das ist nicht alles. Auch an negativem Stress können wir wachsen. Was zunächst abwegig klingt, lässt sich leicht plausibilisieren. So kann etwa darauf verwiesen werden, dass keineswegs eine Situation selbst darüber bestimmt, ob sie als Stressor wirkt oder nicht. Dem sog. transaktionalen Stressmodell zufolge entsteht Stress nicht durch die Situation alleine, sondern durch das Zusammenspiel von Situation und Person. Konkret bedeutet das, dass die Ressourcen, die ein Individuum mitbringt, entscheidend dafür sind, ob es eine Situation bewältigen kann oder nicht. Während eine Scheidung beispielsweise für eine Person ein starker Stressor ist, der sie nachhaltig belastet, kann eine andere Person gut mit diesem Ereignis umgehen.

Stress entsteht durch das Zusammenspiel von Situation und Person

Stress entsteht durch das Zusammenspiel von Situation und Person

 

Durch Stress können ungeahnte Lösungen entstehen

Zustande kommen die Ressourcen für die Stressbewältigung dabei durch die Bewältigung vorheriger Stresssituationen: Haben wir eine stressige Situation überwunden, sind wir für die Zukunft gestärkt und mit einer neuen Lösungsstrategie ausgestattet, die uns dabei hilft, auch künftige Stresssituationen leichter zu bewältigen. Das bedeutet jedoch nicht – so viel sei hier warnend eingeschoben –, dass die Bewältigung, die letztlich zur Ressourcenerweiterung führt, einfach ist oder alleine bewerkstelligt werden kann. Besonders bei extrem belastenden Situationen oder bereits seit langer Zeit bestehendem chronischen Stress ist das häufig nicht der Fall.

Schmerzen die durch Stress entstehen können

Spürbare Schmerzen die durch chronischen Stress entstehen

 

Gestärkt in die Zukunft gehen

Für den Alltag bedeutet all das, das keineswegs nützlich ist, sich möglichst vielen Stresssituationen auszusetzen. Negativer Stress stellt weiterhin einen Risikofaktor für die Entwicklung zahlreicher psychischer und physischer Erkrankungen dar und sollte damit im Sinne der eigenen Gesundheit gemieden werden. Es macht jedoch deutlich, dass wir Stressbewältigungskompetenz – und die benötigen wir, da wir stressauslösende Situationen nicht völlig vermeiden können – vor allem im Umgang mit Stressoren erwerben – denn so lernen wir, wie wir Stress bewältigen können und gehen gestärkt in die Zukunft.

 

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Shania

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