Tag 1066: Bootsfahrt auf dem Bergsee

///Tag 1066: Bootsfahrt auf dem Bergsee

Tag 1066: Bootsfahrt auf dem Bergsee

Tag 1066: Bootsfahrt auf dem Bergsee

25.11.2016

Anders hätten wir unsere Reise nicht timen dürfen, denn bereits heute hörte der warme Föhn auf und es wurde plötzlich wieder gut 10°C kälter, als es an den letzten Tagen war. Für die kommenden Tage war bereits wieder Schnee angesagt. Wären wir also nur ein paar Tage früher oder später nach Einsiedeln gekommen, wäre der Pass für uns unpassierbar gewesen.

Nun aber lag er hinter uns und wir konnten uns ganz in Ruhe aufmachen, um den Vierwaldstättersee zu überqueren. Die Fußgänger- und Radfahrerfähre sollte eigentlich sechs Franken pro Person kosten. Doch als ich mich am Kassenhäuschen auf dem Schiff in der Schlange bis ganz nach vorne gearbeitet (oder besser gewartet) hatte, sperrte der Kassenwart den Schalter einfach zu und winkte ab.

„Das passt schon so!“ meinte er mit einem Lächeln und kam dann zu uns an Deck, um sich mit uns über unsere Wagen und die Reise zu unterhalten. Er war viel zu fasziniert von diesen ungewöhnlichen Fahrgästen, als dass er ihnen auch noch Geld abverlangen wollte.

Aber nicht nur dass, er ließ uns auch gleich noch zwei Stationen weiter fahren, damit wir mit unseren Wagen nicht über den steilen Bergpass wandern mussten. So landeten wir gleich im Hafen von Beckenried, von wo aus wir relativ ebenerdig am Ufer entlangwandern konnten.

Nach der gestrigen Anstrengung war dies ein wahrer Segen. Meine Beine waren so verspannt und so voller Muskelkater, dass ich sie kaum mehr bewegen konnte. 500m Auf- und gut 1000m Abstieg gingen eben doch nicht spurlos an einem vorbei.

Auf dem Weg nach Stans, unserem Etappenziel kundschafteten wir bereits einen geeigneten Treff- und Umbauplatz aus. Denn morgen um 10:00 Uhr wollten uns Heikos Vater und Heikos Schwager Rainer besuchen. Rainer hatte die letzten Wochen damit zugebracht, ein neues Bremssystem für unsere Pilgerwagen zu konzipieren.

Nun war es fertig und einsatzbereit. Morgen war also der große Tag, an dem es eingebaut werden sollte. Wenn es so funktionierte, wie wir es uns erhofften, dann war es gerade für die Schweizer Berge ein wahrer Segen.

Spruch des Tages: Wir fahren über´n See, über´n See, wir fahren über´n See!

Höhenmeter: 190 m
Tagesetappe: 28 km
Gesamtstrecke: 19. 429,27 km
Wetter: sonnig und freundlich, aber kalt
Etappenziel: Pilgerzimmer der katholischen Kirchengemeinde, Thun, Schweiz

Hier könnt ihr uns und unser Projekt unterstützen. Vielen Dank an alle Helfer!

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Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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