Das Ende einer Reise – Tag 1805 bis 1808

///Das Ende einer Reise – Tag 1805 bis 1808

Das Ende einer Reise – Tag 1805 bis 1808

Wir können es noch immer kaum glauben, aber langsam liegt Postbauer-Heng und damit das Ende unseres ersten Reiseabschnitts zum Greifen nah! Bedeutet dies wirklich das Ende einer Reise? Oder ist es nur eine Heimkehr auf Zeit? Wie geht es weiter? Wohin wir uns der nächste Reiseabschnitt führen? Werden wir Europa nun hinter uns lassen und nach Amerika ziehen?

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Vor fast genau fünf Jahren sind wir aufgebrochen und waren uns damals sicher, dass diese Zeit niemals vorübergehen würde.

„Fünf Jahre“

Das klang wie eine Ewigkeit!

Einfach unvorstellbar lang. Allein die erste Woche kam uns vor wie ein ganzes Leben.

Der gelbe Bulli lässt uns kurz vor der Heimkehr von zukünftigen Reisen mit Begleitfahrzeug träumen.

Der gelbe Bulli lässt uns kurz vor der Heimkehr von zukünftigen Reisen mit Begleitfahrzeug träumen.

Verflogen wie im Traum

Und nun wirkt es, als wäre die Zeit wie im Traum verflogen. Wir blicken zurück auf einen unschätzbaren Schatz an Erlebnissen, Erinnerungen und wertvollen Situationen, wie wir in so vielfältiger Weise erleben durften. Vor uns liegt nun wieder die Ungewissheit. Ich weiß, das klingt durchaus ein bisschen komisch, wenn man bedenkt, dass wir gerade fünf Jahre lang ohne jede Planung und ohne einen Cent kreuz und quer durch Europa gewandert sind.

Eine Reise geht zu Ende

Aber trotz all der Unvorhersehbarkeit wussten wir doch stets, dass uns der Weg leiten würde. Wir hatten immer unsere Routine, immer unsere Ziele und immer eine gewisse Form von Konstanz, die uns Sicherheit und Klarheit gab. Jetzt ist es hingegen so, als läge plötzlich ein schwarzes Loch vor uns. Klar freuen wir uns auf Zuhause, darauf Heikos Eltern wiederzusehen, auf die warme Stube, die Badewanne, das gute bayrische Essen, das Zusammensein in der Familie.

Historische Altstadt von Altdorf bei Nürnberg. Das letzte Dorf vor dem Ende einer Reise durch ganz Europa.

Historische Altstadt von Altdorf bei Nürnberg. Das letzte Dorf vor dem Ende einer Reise durch ganz Europa.

Eine Mischung aus Vorfreude und Beklommenheit

Und doch hat das Ankommen in einem Bereich, der so sehr mit Sesshaftigkeit verbunden ist auch etwas Bedrohliches. Was ist, wenn uns die Kraken-Arme der Bequemlichkeit festhalten und nicht mehr loslassen? Wenn wir es nicht schaffen die Reise fortzusetzen, weil wir wieder in alte Muster, Gewohnheiten und Verpflichtungen verfallen? Immerhin war es a auch beim ersten Mal nicht leicht, diesen Schritt zu tun.

Alststadt von Altdorf bei Nürnberg

Altstadt von Altdorf bei Nürnberg

Heimkehr – Wie geht es nun weiter?

Doch auch das, was nach dem Heimaturlaub lag, war noch seltsam diffus und unwirklich. Wie sollte es überhaupt weiter gehen? Und wohin? Würden wir unser Visum für Amerika bekommen? Oder mussten wir uns eine Alternative suchen? Und wenn, wie würde die aussehen? Russland hatte sich als absolut impraktikabel herausgestellt. Nachdem wir darüber hinaus erfahren hatten, dass in der Türkei gerade rund 3500 deutsche Touristen in Abschiebehaft sitzen, weil irgendetwas mit ihren Visa nicht ganz gestimmt hat, klang das auch nicht nach einer guten Alternative. Damit war der Landweg aus Europa heraus dann weitgehend blockiert. Blieb noch Afrika und auch das wirkte nicht unbedingt nach Zuckerschlecken und einem logischen nächsten Schritt.

Das Ende einer Reise ist in Sicht und die Zukunft ist ungewiss

Fakt war nur, solange wir keine Antwort von der amerikanischen Botschaft bekamen, konnten wir ohnehin nichts Planen. Und diese würden wir erst nach unserem Vorstellungsgespräch Ende Januar bekommen. Bis dahin mussten wir den Schwebezustand wohl erst einmal akzeptieren.

Der letzte Abend vor der Heimkehr in Altdorf bei Nürnberg

Der letzte Abend vor der Heimkehr in Altdorf bei Nürnberg

Altdorf – unser letztes Dorf vor der Heimkehr

Unser Etappenziel für heute hieß Altdorf und war ein Ort, den zumindest Heiko bereits fast so gut kannte wie Neumarkt oder Postbauer-Heng. Wie sich herausstellte, galt das andersherum offenbar genauso, denn als wir den Pfarrer trafen, der uns unser Quartier zeigte, meinte er nur knapp: „Aha, dachte ich mir doch gleich, dass der Herr Gärtner mit dabei ist, als ich von Ihrem Projekt gehört habe!“

Das Stadtzentrum von Altdorf bei Nürnberg.

Das Stadtzentrum von Altdorf bei Nürnberg.

Auf die Heimkehr folgt die neue Reise

Wirklich verwunderlich war die Aussage nicht, denn von hier aus sind es gerade einmal noch 10 km bis nach Hause. Damit stehen wir nun wirklich kurz vor unserer Heimkehr und somit am Ende einer Reise zu Fuß und ohne Geld durch Europa. Doch wie heißt es so schön: Nach der Reise ist vor der Reise! Denn eines ist sicher! Für uns geht es definitiv noch weiter. So viel von der Welt will noch gesehen werden, da ist es unmöglich, zu Hause zu bleiben.

Spruch des Tages: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei…

Höhenmeter: 170 m / 160 m / 110 m / 190 m
Tagesetappe: 36 km / 27 km / 25 km / 28 km
Gesamtstrecke: 33.889,27 km
Wetter: Kalt, windig und reichlich Schneefall
Etappenziel Tag 1805: Pfarrgemeindehaus, Haag, Deutschland
Etappenziel Tag 1806: Pfarrgemeindehaus, Auerbach in der Oberpfalz, Deutschland
Etappenziel Tag 1807: Gästehaus, Artelshofen, Deutschland
Etappenziel Tag 1808: Pfarrgemeindehaus, Altdorf bei Nürnberg, Deutschland

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Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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