Klettern in der fränkischen Schweiz

von Heiko Gärtner
06.01.2019 23:01 Uhr
 

Dass wir nun nicht mehr weit von Zuhause entfernt sind, merkt man vor allem daran, dass wir nun immer mehr alte Erinnerungen mit den Regionen verbinden, in die wir gelangen. Heute haben wir beispielsweise die Fränkische Schweiz, oder genauer die Hersbrucker Schweiz erreicht. Es ist eine Gegend, die wir als Kletterparadies in Erinnerung haben und in der wir schon so manches Abenteuer bestehen durften.

Überlebenstraining in der fränkischen Schweiz

Vor etwa sieben Jahren waren wir bereits gemeinsam zu Fuß in dieser Region unterwegs, um eine Dokumentation über meine Survival-Ausbildung gemeinsam mit Welt der Wunder zu machen. Das Szenario, dem wir damals folgten, war ein Schiffsbruch mit einem Kanu, nachdem ich zunächst Heiko vor einer Unterkühlung retten und dann meinen Weg zurück in die Zivilisation finden musste. Dazu gehörte auch eine waghalsige Aktion, bei der ich selber in der fränkischen Schweiz klettern durfte. Vollkommen unterkühlt und durchnässt musste ich damals in einem improvisierten Klettergurt eine Steilwand hinabsteigen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch die Videos davon gerne noch einmal anschauen:

 

Ausbildung zum Berg- und Höhlenretter bei der Bergwacht

Noch ein paar Jahre zurück, reichen Heikos Erinnerungen, die ihn noch weitaus intensiver mit dieser Region verbinden. Nachdem er seine Ausbildung zum Berg- und Höhlenretter absolviert hatte, was dies für einige Jahre sein Einsatzgebiet gewesen. Gemeinsam mit einigen weiteren ehrenamtlichen Kollegen hatte er damals eine Berghütte besetzt und war von dort aus im Notfall in die umliegenden Wälder und Felsengebiete gefahren, um Menschen aus misslichen Lagen zu retten. Und wenn gerade keine Einsätze waren, nutzten die Helfer die Gelegenheit um selber an die Felswände zu gehen. So kam es, dass sich Heiko zwar nicht an viele Orte, immer wieder aber an Kletterfelsen erinnern konnte. Und von einigen wusste er noch spannende Geschichten zu erzählen.

Ein kleines Dorf in der fränkischen Schweiz

Ein kleines Dorf in der fränkischen Schweiz

Einsätze bei der Bergwacht

„Hier haben wir einmal einen Mann gerettet, der so ungünstig abgerutscht ist, dass sein Finger oben in einer Felsspalte zurückblieb. Mein Kollege ist damals einfach selbst die Wand emporgestiegen. Weil er nichts anderes zur Verfügung hatte, hat er den Finger im Mund aufbewahrt, bis er wieder unten war. Seine damalige Freundin, die ebenfalls bei der Bergwacht war, fand das nicht so prickelnd, aber dem Mann hat es geholfen, dass man den Finger später wieder annähen konnte.“

Kurze Zeit später kamen wir an einem Fluss vorbei, zu dem es ebenfalls eine skurrile Geschichte gab. Hier her war sein Team einmal gerufen worden, um eine Wasserleiche zu bergen, die an Land gespült worden war. Wie Heiko es beschrieb, war es ein äußerst unangenehmer Anblick, da der Körper bereits so lange im Wasser lag, dass er ganz aufgedunsen war. Kurzerhand beschlossen sie, sich das Leben nicht unangenehmer zu machen als unbedingt nötig, und die Leiche wieder zurück ins Wasser zu schieben. Nein, keine Angst, sie wollten hier nichts vertuschen oder der Natur überlassen. Doch sobald sich die Leiche nicht mehr direkt am Ufer befand, war sie Aufgabe der Wasserwacht, und die war Fälle wie diesen gewöhnt.

Der Fluss fließt mitten durch das Dorf.

Der Fluss fließt mitten durch das Dorf.

Die fränkische Schweiz als Wanderregion

Heute waren wir jedoch nicht zum Klettern oder zu Rettungszwecken hier, sondern lediglich zum Wandern. Dabei stellten wir fest, dass das Gebiet wieder einmal zwei Seiten hatte, die man beide nicht unterschätzen durfte. Zum einen war es landschaftlich betrachtet wohl eine der schönsten Wandergegenden, in denen wir in letzter Zeit unterwegs waren. Zum anderen hatte der Verkehr leider aber auch extrem stark zugenommen. So sehr, dass man sich kaum mehr vorstellen konnte, wie hier noch irgendjemand konzentriert klettern wollte.

Dennoch genossen wir die Wanderung so gut wie möglich und freuten uns über jeden Moment, in dem der Weg und die Straße sich trennten.

Übernachtungsmöglichkeiten in der Hersbrucker Schweiz

Zum Schlafen wurden wir dieses Mal von einer sehr herzlichen Dame in ihr Ferienhaus eingeladen. Es war ein richtig schönes Feriendomizil, das sie uns komplett und kostenlos zur Verfügung stellte. Anders als die meisten Plätze in letzter Zeit war es gut geheizt und kühlte auch in der Nacht nicht aus. Außerdem bekamen wir sogar noch reichlich Gemüse aus ihrem Garten dazu. Einer der größten Vorteile dieser Unterkunft bestand vor allem auch darin, dass sie nach hinten hinausgelegen war und damit keinen Lärm von der Straße abbekam. Lediglich der Zug fuhr hin und wieder vorüber aber auch dies war deutlich seltener als in den Tagen davor.

Spruch des Tages: Klettern kann man auf gut Glück versuchen
(Rüdiger Nehberg)

Höhenmeter: 370 m / 290 m / 160 m / 250 m Tagesetappe: 24 km / 33 km / 24 km / 8 km Gesamtstrecke: 33.773,27 km Wetter: Kalt, windig gelegentlich leichter Sonnenschein Etappenziel Tag 1801: Pfarrhaus, Unterwürschnitz, Deutschland Etappenziel Tag 1802: Pfarrgemeindehaus, Schwarzbach an der Saale, Deutschland Etappenziel Tag 1803: Saunahütte eines Harvenspielers, Gefrees, Deutschland Etappenziel Tag 1804: Pfarrgemeindehaus, Bad Berneck, Deutschland

 

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Heiko Gärtner
Heiko Gärtner ist Wildnismentor, Extremjournalist, Survivalexperte, Weltreisender und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Antlitz- und Körperdiagnostik. Nachdem er einige Jahre als Agenturleiter und Verkaufstrainer bei einer großen Versicherungsagentur gearbeitet hat, gab er diesen Job auf, um seiner wahren Berufung zu folgen. Er wurde Nationalparkranger, Berg- und Höhlenretter, arbeitete in einer Greifenwarte und gründete schließlich seine eigene Survival- und Wildnisschule. Seit 2014 wandert er zu Fuß um die Welt und verfasste dabei mehrere Bücher.

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