Klima in Italien

///Klima in Italien

Klima in Italien

Zugegeben, dies ist bei weitem nicht unser heißester Sommer. Die Temperaturen, die wir in der Extremadura in Spanien oder auch in Rumänien oder im Balkan hatten, waren in der Regel bei weitem höher als das, was wir jetzt erleben. Dennoch hatten wir bislang noch keine Phase, in der das Wandern so anstrengend und schweißtreibend war wie hier! Was also machte das Klima in Italien für einen Wanderer um so viel härter, als in den anderen Ländern?

Schöne Momente am Strand

Schöne Momente am Strand

Heiß und Feucht

Die Antwort war einfach: Die Luftfeuchtigkeit ist hier um ein vielfaches höher, als wir es von Europa gewöhnt waren. Das merkte man nicht nur beim Wandern, sondern auch an nahezu allen anderen Faktoren, die irgendwie mit der Luftfeuchtigkeit zu tun hatten. Ein Glas oder eine Flasche mit kaltem Wasser beispielsweise war innerhalb von Sekunden von außen beschlagen. Und damit meine ich nicht nur einen leichten Dunstschleier, sondern so dicke Wassertropfen, wie sie in der Werbung immer künstlich erzeugt werden, um zu zeigen, dass etwas besonders frisch und kühl ist. Gestern haben wir eine Flasche mit gekühltem Pfirsichsaft geschenkt bekommen und noch ehe wir unseren Platz erreicht hatten, hatte sie so viel Feuchtigkeit angezogen, dass sie die Plastiktüte, in der sie sich befand, komplett durchgeweicht hatte. Nur eine Minute länger und das Loch darin wäre so groß gewesen, dass die Flasche einfach zu Boden gefallen wäre.

Die Wellenbrecher sorgen für ruhiges Wasser am Strand

Die Wellenbrecher sorgen für ruhiges Wasser am Strand

Nichts trocknet mehr

Aber das ist noch nicht alles. Dass man hier binnen Sekunden komplett durchgeschwitzt ist, wenn man sich auch nur einen Millimeter bewegt, brauche ich wohl kaum extra zu erwähnen. Selbst eine kalte Dusche ändert daran nichts, denn allein der Prozess des Abtrocknens ist bereits wieder so schweißtreibend, dass man erneut am Kopf anfangen kann, wenn man es bis zu den Füßen geschafft hat. Dies führt natürlich auch dazu, dass die Kleidung hier immer nass ist.

Und damit meine ich wirklich immer. Die Feuchtigkeit in den Räumen ist so hoch, dass nichts mehr trocknet, obwohl wir meist mehr als 28 °C darin haben. Die einzige Möglichkeit, Dinge noch zu trocknen besteht darin, sie direkt in die Sonne zu hängen. Doch selbst wenn man dies tut und die Wäsche am Abend knochentrocken wieder ins Zimmer holt, ist sie am Morgen wieder feucht, da der Stoff automatisch die Nässe in der Luft herausfiltert und in sich aufnimmt. Zum Glück ist Italien so entspannt was das Auftreten anbelangt. Sonst käme man hier keinen Tag durch.

Individuell genutzter Strand

Individuell genutzter Strand

Endlose Badestrände

Aber das italienische Klima hat natürlich auch seine positiven Seiten. Allein in den letzten Wochen waren wir rund zehnmal im Meer baden. Eigentlich war es ja nicht so ganz unser Stil, uns zwischen all den Sonnenschirmen in den Massentourismus einzureihen. Trotzdem hatten wir inzwischen mehr Urlaubsstrände innerhalb eines Monats gesehen, als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben. Langsam verstanden wir, warum die Webnomaden alle in südliche Länder auswanderten. Es hatte durchaus etwas, wenn man seine Arbeit von einer schattigen Terrasse mit Blick aufs Meer aus erledigen konnte.

Einladung ins Hotel „La Siesta“

Heute beispielsweise waren wir von einem sehr lieben, älteren Pärchen in ihr Hotel eingeladen worden. Es befand sich etwas oberhalb von Strand und Hauptstraße an einem Steilhang und trug den passenden Namen „La Siesta“. Ausländische Touristen trafen wir hier nicht. Es war eher ein Geheimtipp für die Einheimischen, die nicht ganz so sehr im Massenrummel des Strandtourismus versinken wollten. Denn trotz der Nähe zur Hauptstraße war es hier aufgrund der erhöhten Lage erstaunlich ruhig und obwohl man nur 5 Minuten bis zum Strand gehen musste, konnte man von hier oben nicht einmal ahnen, dass man sich in einem Touristengebiet befand.

Spruch des Tages: Wir haben nun zwei Möglichkeiten! Entweder, wir gehen drauf, oder wir werden braun.

Etappenziel:  Hotel La Siesta, Località Valle Caterina, 66020 Torino di Sangro (CH), Italien

Heiko Gärtner und Franz von Bujor sind ausgebildete Survivalexperten und Extremjournalisten. Seit 2014 wandern sie zu Fuß und ohne Geld um die Welt um auf diese Weise tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten, Kulturen und Systemen zu bekommen. Als Medizinjournalisten sind sie unter anderem Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten Verbandes und schreiben neben Artikeln für Blogs, Zeitungen und Magazine auch Sachbücher und Ratgeber. 2013 veröffentlichten sie gemeinsam ein Grundlagenwerk über Antlitzdiagnose mit dem Titel "Krankheiten auf einen Blick erkennen". 2016 folgte ihr zweites Werk "Die natürliche Heilkraft der Bäume". Dabei handelt es sich um ein Lehrbuch, um die Grundlagen der Naturheilung zu erlernen, wie sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern überall auf der Welt angewendet werden. Heiko Gärtner ist zudem gelernter Natur- und Landschaftspfleger, Wildnislehrer, Hochseilgartentrainer sowie Berg- und Höhlenretter. Nach seiner Ausbildung zum Versicherungsfachwirt leitete er unter anderem Motivation und Verkaufstrainings und übernahm später eine eigene Generalagentur. Aus dieser Zeit konnte er unter anderem auch ein umfangreiches Verständnis und Wissen aus den Bereichen Versicherungsrecht, Recht im Allgemeinen, Buchhaltung, Wirtschaftsmathematik und Unternehmensführung mitnehmen. Um mehr seinem Herzensweg zu folgen, gab er seine Büro-Karriere schließlich auf, um sich zum Survivalexperten, Nationalparkranger und Wildnismentor ausbilden zu lassen. In diesem Rahmen besuchte er unter anderem Naturvölker in Neuseeland, Kanada, den USA und Thailand. Dabei gründete er unter anderem seine eigene Wildnisschule, die bis heute besteht und Ausbildungen aus dem gesamten Wildnissektor anbietet. Franz von Bujor ist studierter Kultur- und Sozialpädagoge, sowie ausgebildeter Wildnislehrer, Mediator und Erlebnispädagoge. Auf seinen vielzähligen Reisen unter anderem nach Australien und Lateinamerika sammelte er Expertenwissen im Bereich alternatives Leben und Reisen, Minimalismus, Backpacking und Work and Travel, sowie allgemein im Bereich Kunst, Kultur, Religion und Geschichte. Seit 2016 lebt er als Wandermönch.

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