Experimentelle Archäologie: Das Steinzeit-Projekt

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Experimentelle Archäologie: Das Steinzeit-Projekt 2019-09-26T07:10:25+00:00
Survival-Wissen von Heiko Gärtner

Als Steinzeitmensch bis ans Ende der Welt!

Seit gegrüßt, Reisende! Hier findet ihr das Tagebuch meines Steinzeit-Experiments. Für 100 Tage machte ich mich auf den Weg, um durch experimentelle Archäologie herauszufinden, ob wir noch heute die gleichen Menschen sind, die einst die Steinzeit überlebt haben. Ich wollte wissen, ob ich noch immer ein Einheimischer in der Natur bin. Kann ich noch immer frei von dem leben, was Mutter Erde mir zur Verfügung stellt? Viele tausend Jahre lang war das die Art und Weise wie wir als Menschheit gelebt haben. Die Natur war kein Feind für uns, keine Wildnis, vor der man sich fürchten musste. Sie war auch nicht unser Opfer, das wir nach Herzenslust zerstörten und ausbeuteten. Sie war unsere Heimat und zugleich unsere Freundin, die uns mit allem versorgte, was wir brauchten. Heute jedoch haben wir uns so weit von ihr entfernt, dass wir uns nicht einmal mehr vorstellen können, wie unsere Vorfahren einst gelebt haben. Daher startete ich mein Steinzeit-Projekt. Ich wollte leben wie in der Steinzeit und dabei dem uralten Medizin- und Energiepfad folgen, der bereits damals von unseren Vorfahren begangen wurde, um dem Verlauf der Milchstraße bis ans Ende der bekannten Welt zu folgen. Heute ist dieser Weg unter dem Namen „Camino de Santiago“ bekannt und berühmt.

Das Steinzeit Experiment

Survival-Wissen von Heiko Gärtner alias Dr. Sir-Vival

Leben wie in der Steinzeit – Im Ledergewand bis ans Ende der Welt

Am 07.07.2010 um 07:07 Uhr in der Früh brach Heiko Gärtner zusammen mit seinem Großesel Alfredo und seinem Wandergefährten auf, um als Steinzeitmensch bis nach Santiago de Compostela und darüber hinaus ans „Capo Finstere“ zu wandern – ans sprichwörtliche Ende der Welt. Im Gepäck hatte er nichts, was nicht auch unseren Vorfahren in der Steinzeit zur Verfügung gestanden hätte. Ein selbst gefertigtes Messer aus Feuerstein, Kleidung aus Büffelleder, einen Schlafsack aus Fellen, eine Notration Trockenfleisch mit Nüssen und eine Lederne Trinkflasche mit etwas Quellwasser.

Das Steinzeit Experiment beginnt

Experimentelle Archäologie mit Heiko Gärtner

Experimentelle Archäologie mit Heiko Gärtner

So wagte er das Steinzeit-Experiment, in dem er hundert Tage lang täglich rund 35 km Wegstrecke zurücklegen wollte, um dabei zu leben wie in der Steinzeit. Sein Experiment war ein besonderes Beispiel für experimentelle Archäologie, denn durch seine Reise konnte er allein durch das eigene Nachempfinden Erkenntnisse über das echte Leben in der Steinzeit gewinnen.

Archäologische Irrtümer

Dabei wurde ihm schnell klar, dass das in der Steinzeit unmöglich wie allgemein angenommen mit Feuersteinen geschehen sein konnte. Diese Technik hatte man erst viele Jahrtausende später im Mittelalter verwendet. Auch was Jagdtechniken sowie das Angeln anbelangte, konnte er viel von seinem Steinzeit-Experiment lernen. Dadurch, dass wir durch unsere Zivilisation in Europa fast alles an natürlichem Reichtum vernichtet und durch eine Art Vorgarten ersetzt haben, wurde seine Reise zu einem Trip, bei dem er immer wieder zeigen musste, dass ein echter Überlebenskünstler in ihm steckt.

Zeiten ändern sich

So konnten unsere steinzeitlichen Vorfahren beispielsweise noch aus jeder Pfütze trinken, da diese klar und rein war. Heiko hingegen musste fast immer auf zurückgreifen, wenn er nicht krank werden wollte.

Vom Steinzeit-Experiment zur zeitgenössischen Sozialstudie

Nach gut zwei dritteln der Strecke hatte er für sich einen guten Eindruck darüber gewonnen, was ein Leben wie in der Steinzeit bedeutete. Daher änderte er das Grundkonzept der Reise noch einmal und wechselte von der experimentellen Archäologie zu einer zeitgenössischen Sozialstudie. Er tauschte seine bewährte und lieb gewonnene Steinzeitausrüstung gegen ein einfaches Notfallequipment ein und lebte von nun an als Berber. Um das Ende der Welt zu erreichen, legte er schließlich sogar all seine Besitztümer ab und marschierte mit nichts als der Kleidung, die er am Leibe trug weiter.

Leben wie in der Steinzeit

Leben wie in der Steinzeit

Hart, Wild und Frei!

Es wurde eine der härtesten und zugleich eine der intensivsten Zeiten seines Lebens, in denen er seine schulen und seinen musste, um gegen alle Widrigkeiten bestehen zu können. Doch letztlich erreichte er sein Zeil am Ende der Welt. Um Mutter Erde für ihre Unterstützung zu danken, beendete er sein Berber- und Steinzeit-Projekt mit einem heiligen Ritual. Dabei legte er unter anderem ein aus Steinen, um die Verbindung zu den Ahnen und den aufzunehmen und auch ihnen für ihre Unterstützung zu danken.

Der Blick in die Zukunft

Trotz all der Strapazen der vergangenen 100 Tage sah Heiko den tobenden Wellen am Ziel seiner Reise mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Es war eine harte, anstrengende und entbehrungsreiche Zeit gewesen, die er mit seinem Steinzeit-Projekt verbracht hatte. Aber es war auch die Zeit in seinem Leben gewesen, in der er mehr Freiheit, Reichtum und Zufriedenheit gespürt hatte, als je zuvor. Dieses Gefühl, das in diesem Moment in ihm aufkam, legte den Keim für eine neue Idee. Für ihn stand nun fest, dass er für eine Weile zurück in sein altes Leben als Wildnisschulleiter und zurückkehren konnte. Doch es würde nur noch eine Frage der Zeit sein. Eines Tages – das wusste er nun mit Gewissheit – würde er wieder aufbrechen um als Abenteurer, Heiler und Forscher unterwegs zu sein. Und dieses Mal würde es kein Ende mehr geben. Dieses Mal wäre es eine Reise für immer. Eine Lebensreise. Eine .

Dr Sir Vival Heiko Gärtner ozean
Hart, wild und frei: Heiko Gärtners Steinzeit-Projekt

Noch mehr Steinzeit-Experiment in Bild und Ton

Wenn ihr weitere Impressionen über das Steinzeit-Projekt der experimentellen Archäologie von Heiko Gärtner bekommen wollt, können wir euch die folgenden Filme und Dokumentationen empfehlen. Viel Spaß beim Anschauen!

Der offizielle Trailer zum Steinzeit-Experiment

Fernsehdokumentationen direkt von der Tour

Interviews und Berichte nach der Tour

Weitere Impressionen vom Steinzeit-Projekt

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